Woher kommt 'Tussi'

Liebe Sprachexperten,

mich bewegt die Frage, wie dieses etwas abfällige Wort aufgekommen ist. Meine Hypothese dazu ist, es wäre eine Kurzform für Thusnelda, und dieser Vorname sei früher synonym für eine hübsche, aber im Kopf angeblich nicht besonders helle Frau gewesen, deshalb jetzt eben T(h)ussi.

Liege ich völlig falsch?

Neugierige Grüße,

I.

Meine Hypothese dazu ist, es wäre eine

Kurzform für Thusnelda, und dieser Vorname sei früher synonym
für eine hübsche, aber im Kopf angeblich nicht besonders helle
Frau gewesen, deshalb jetzt eben T(h)ussi.

Lieber Idomeneo,

nein, Du liegst nicht falsch: Tusnelda ist in der Tat der Ursprung von Tussi.
Tusnelda war die Frau Armin, dem Cherusker.
Irgendwann - ich vermute, im 19. Jhdt - wurde Tusnelda ein Sammelbegriff für irgendwelche weiblichen Wesen. Ähnlich war es mit der „Dulcinea“, die ursprünglich die Angebetete von Don Quixote war; auch da sprach man dann von meiner oder deiner Dulcinea.

Gruß - Rolf

Hallo Rolf

im ganz alltäglichen Sprachgebrauch wird „Tussi“ oder „Dulcinea“ auch
als „Nebengeräusch“ bezeichnet.

Gruss
Heinz

ja die frau des armin ( für manche auch noch herrmann) hieß so- und wurde später auch in rom vorgeführt (erste 'negative verbindung, imo). der name ist glaube ich im 18/19jh in einem roman verwendet worden, wo er auch negativ besetzt worden ist. (genaueres bei wikipedia)

Diese Bezeichnung kommt aus Ludwigsburg BW und ist absolut nicht abfällig gemeint sondern steht für Freundin.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Diese Bezeichnung kommt aus Ludwigsburg BW und ist absolut
nicht abfällig gemeint sondern steht für Freundin.

Hallo, lieber Sprachexperte Richy,
hast du dafür zufällig einen Beleg? (Fundstelle,
Quelle wäre schön)
Gruß
Eckard

2 „Gefällt mir“

Tusnelda ist in der Tat der Ursprung von Tussi.
Tusnelda war die Frau Armin, dem Cherusker.
Irgendwann - ich vermute, im 19. Jhdt - wurde Tusnelda ein
Sammelbegriff für irgendwelche weiblichen Wesen.

Hallo Rolf,

einen Beleg dafür find ich in der lateinischen Schulkomödie „Helvetio-Germani“ von Johannes Nikodemus Frischlin (1589):

Hier wird das erste Buch von Cäsars Bellum Gallicum zu einer Komödie verbraten und einigermaßen veralbert (ich stelle mir vor: als Faschingsunterhaltung der Lateinschüler).
Das meiste ist O-Ton Cäsar, die Schüler hatten das wohl auswendig drauf.
Hinzuerfunden ist nur einiges Nebenpersonal, am amüsantesten eine „Tusnelda meretrix“ (also: Dirne), die sich dummdreist an die Römer ranschmeißt, aber dann als diebische Elster entpuppt.

Ob das auch ein Persiflage auf die Frau des Cheruskers sein soll, weiß ich nicht. Aber mit dem entsprechenden Vorwissen der damaligen Schüler ist sicher zu rechnen, so dass sich zumindest eine diesbezügliche Assoziation eingestellt haben wird.
Literatur dazu gibt s ja nicht.

Gruß
H.