Hallo,
warum ist das eigentlich so, dass ein Diesel im Standgas viel kraftvoller ist als ein Benziner?
Liegt das an der Einstellung, dass bei einem Diesel einfach mehr eingespritzt wird?
Oder liegt es an der Chemie der Stoffe, nämlich Diesel ist aufgrund der Größe der Moleküle reaktionsträger und man muss mehr einspritzen, die dann nach und nach verbrennen und beim Benziner sind die Moleküle schneller am reagieren, weshalb man weniger einspritzen muss?
Ist das eigentlich auch der Grund, warum man mit dem Benziner höhere Drehzahlen schafft? Weil das Benzin schneller reagiert? Natürlich darf man nicht vergessen, dass aufgrund der höheren Drücke die Bauteile beim Diesel schwerer sind und bei hohen Drehzahlen dann auch stärkere Kräfte(Mehr Verschleiß)als beim Benziner wirken würden.
Ich hab auch gehört, dass beim Benziner bei wenig Gas nur weniger Luft-Gas-Gemisch in den Kolben kommt und beim Diesel immer die gleiche Menge Luft, nur bei wenig Gas wird weniger Diesel eingespritzt.
Ist das was dran und wenn ja, woher kommen denn diese unterschiedlichen Einspritzverfahren in Bezug auf das Verhältnis Kraftstoff/Luft?
Hallo,
mit kraftvoller meine ich, dass der Diesel ein höheres Drehmoment besitzt, welches es ermöglicht auch im Standgas Steigungen zu nehmen und auch ohne zusätzliches Gasgeben eine Berganfahrt gemacht werden kann.
Woher kommt das aber?
Für meine Hypothese siehe Ausführungen in meinem ersten Beitrag.
mit kraftvoller meine ich, dass der Diesel ein höheres
Drehmoment besitzt, welches es ermöglicht auch im Standgas
Steigungen zu nehmen und auch ohne zusätzliches Gasgeben eine
Berganfahrt gemacht werden kann.
Ich denke, dass Letzteres eher daran liegt, dass der Leerlauf beim Diesel stabiler ist als beim Benziner (richtig muss es übrigens Selbst- bzw. Fremdzünder heißen). Deswegen würde ein Benziner eher stottern oder absaufen, als ein Diesel.
Das höhere Drehmoment eines Diesels kommt von den völlig unterschiedlichen Zündmethoden dieser beiden Motorenarten. Ein Diesel hat eine wesentlich höhere Verdichtung und dadurch eine wesentlich höhere Temperatur vor dem Zünden, bei der sich das Benzin unkontrolliert entzünden würde.
Dafür hat ein Dieselmotor den Nachteil, dass die Höchstdrehzahl aus physikalischen Gründen geringer ist, wie auch im Link zum Dieselmotor zu lesen ist.
Das höhere Drehmoment eines Diesels kommt von den völlig
unterschiedlichen Zündmethoden dieser beiden Motorenarten. Ein
Diesel hat eine wesentlich höhere Verdichtung und dadurch eine
wesentlich höhere Temperatur vor dem Zünden, bei der sich das
Benzin unkontrolliert entzünden würde.
Also das heißt, dass bei gleicher Stoffmenge Diesel bzw. Benzin der höhere Druck im Verbrennungsraum dafür verantwortlich ist, dass der Diesel ein höheres Drehmoment hat?
Aber was ist im zweiten Zyklus(Nehmen wir einen Einzylinder-Diesel)? Da muss doch beim Diesel wieder ein höherer Druck aufgebaut werden und dann ist doch die Energie, die das Fahrzeug durch den höheren Zünddruck bekommen hat, wieder weg?
Also warum sollte dann aus dem höheren Zünddruck ein größeres Drehmoment entstehen, wenn man doch auch wieder größere Drücke erzeugen muss?
Wenn doch nur, laut Wiki, die Zündverzögerung die Drehzahl des Diesels beschränkt, warum baut man dann keine Zündkerze in den Diesel ein? Dann könnte man doch schnell und punktgenau zünden.
Oder sind in normalem Diesel zu viele Stoffe, die schlecht verbrennen und würden dann die Zündkerze vollrußen?
Aber was ist im zweiten Zyklus(Nehmen wir einen
Einzylinder-Diesel)? Da muss doch beim Diesel wieder ein
höherer Druck aufgebaut werden und dann ist doch die Energie,
die das Fahrzeug durch den höheren Zünddruck bekommen hat,
wieder weg?
Der zweite Zyklus dient dem „Rausschieben“ der Abgase, dabei sind die Auslassventile offen, also keine Verdichtung.
Also warum sollte dann aus dem höheren Zünddruck ein größeres
Drehmoment entstehen, wenn man doch auch wieder größere Drücke
erzeugen muss?
Eine höhere Verdichtung bedeutet, dass mehr Luft und damit auch mehr Kraftstoff in Verbrennungsraum ist. Doppelte Verdichtung wirkt ganz grob betrachtet wie eine Verdopplung des Hubraums. Bei der anschließenden Entspannung wird der vorher aufgebaute Druck auch gleich wieder in Arbeit umgesetzt, so dass dieser Druckaufbau insgesamt keine Leistung verbraucht.
Wenn doch nur, laut Wiki, die Zündverzögerung die Drehzahl des
Diesels beschränkt, warum baut man dann keine Zündkerze in den
Diesel ein? Dann könnte man doch schnell und punktgenau
zünden.
Diesel ist viel zu schwer entflammbar, funktioniert mit einer Zündkerze nicht.
Oder sind in normalem Diesel zu viele Stoffe, die schlecht
verbrennen und würden dann die Zündkerze vollrußen?
Die Zündkerze wäre vollkommen wirkungslos. Das wäre wie der Versuch, einen 50cm dicken Eichenstamm mit einem Streichholz anzünden zu wollen.
Diesel ist viel zu schwer entflammbar, funktioniert mit einer
Zündkerze nicht.
Richtig. Deswegen wird im Motor die Luft extrem stark verdichtet. Dadurch entsteht so viel Wärme, bis sich der Dieselkraftstoff selbst entzündet. Daher der Begriff Selbstzünder.
Hallo,
was ist denn jetzt noch an der Sache dran, dass Dieselmotoren immer die gleiche Menge Luft einsaugen und je mehr Gas man gibt, desto mehr Kraftstoff wird eingespritzt.
Beim Benziner(kein Vergaser, sondern Direkteinspritzung) würde angeblich bei weniger Gas nur weniger Luft/Kraftstoff-Gemisch im Brennraum zusammenkommen.
Wenn das stimmt, warum macht man das so und wie ist das technisch zu erreichen?
Beim Benziner hätte ich schon einen Grund, nämlich dass das Stoffmengenverhältnis von Sauerstoff, Wasserstoff und Kohlenstoff immer stimmt wegen dem Katalysator, stimmts?
was ist denn jetzt noch an der Sache dran, dass Dieselmotoren
immer die gleiche Menge Luft einsaugen und je mehr Gas man
gibt, desto mehr Kraftstoff wird eingespritzt.
der Dieselmotor hat keine Drosselklappe in der Ansaugung (die aufgenommenen Luftmenge hängt natürlich auch vom Ladeluftdruck ab, so denn eine Aufladung erfolgt),
Beim Benziner(kein Vergaser, sondern Direkteinspritzung) würde
angeblich bei weniger Gas nur weniger Luft/Kraftstoff-Gemisch
im Brennraum zusammenkommen.
der Benziner (Otto-Motor) hat eine; je mehr man das Gaspedal heruntertritt, desto weiter wird die Drosselklappe geöffnet, desto mehr Luft kann „rein“ .
Bei Vergasermotoren wird die Kraftstoffmenge lediglich durch den Unterdruck der Strömung im Saugrohr dosiert, was - verglichen mit Einspritzern - nicht optimal anpassbar ist für niedrigen Verbrauch und Abgasqualität bei den verschiedensten Betriebszuständen (Drehzahl, Last, Temperatur).
Gruß
Karl
der Benziner (Otto-Motor) hat eine; je mehr man das Gaspedal
heruntertritt, desto weiter wird die Drosselklappe geöffnet,
desto mehr Luft kann „rein“ .
Gibt es nicht auch Otto-Motoren ohne Drosselklappe?
der Benziner (Otto-Motor) hat eine; je mehr man das Gaspedal
heruntertritt, desto weiter wird die Drosselklappe geöffnet,
desto mehr Luft kann „rein“ .
Gibt es nicht auch Otto-Motoren ohne Drosselklappe?
Mir nicht bekannt. Wie sollte sonst die Leistungsregelung funktionieren ? Denn um einen guten Verbrennungsprozess zu haben, darf das Kraftstoff-Luft-Gemisch/Verhältnis (letzteres auch Lambda genannt) nur in einem engen Bereich sein. Dh man muss die (Luft) Gemischmenge regeln können. Der Weg des Gaspedals wird in den gewünschten Stellwinkel der Drosselklappe übertragen.
Um dich aufzuschlauen siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Drosselklappe und http://de.wikipedia.org/wiki/Einspritzung
Gruß
Karl
Gibt es nicht auch Otto-Motoren ohne Drosselklappe?
Mir nicht bekannt. Wie sollte sonst die Leistungsregelung
funktionieren ?
Ich hatte da mal etwas gelesen und habe es zum Glück auch wieder gefunden: http://www.fsb.hr/zmts/kmv/plus/zanimljivosti/der_bm…
Es steht im pdf auf der Seite 4 unter Punkt 3.3
Ich bin aber zu sehr Laiin, um das richtig einschätzen zu können. Wenn das also alles Quatsch sein sollte, vergiss es bitte einfach wieder.
Mann hält beim Benziner mit der Drosselklappe also die Stöchiometrie ein.
Bei Diesel würden doch aber eigentlich auch NOx entstehen.
Warum verbaut man hier aber kein Katalysator.
So wie ich das schätze produziert der Diesel jede Menge NOx, und weil kein Kat, deshalb ist die Stöchiometrie unwichtig.
Aber warum baut man nicht schon längst einen beim Diesel ein?
Wo sind die technischen Schwierigkeiten?
Wenn ich beim Diesel aber immer mit Luftüberschuss fahre, weil ja keine Drosselklappe vorhanden ist, dann stimmt doch das stöchiometrische Verhältnis zwischen C, N und O nicht und der ganze Dieselkat arbeitet doch nicht so effektiv. Oder werden da dann doch die Stoffmengen geregelt?