Woher wusste Asterix´s Opa wann er geboren wurde?

Sorry Jungs,
weil ich kein anderes kompetentes Brett gefunden habe, hoffe ich, mit meiner Frage bei Euch richtig zu liegen. Meine Frage:
Auf welches Bezugsjahr bezogen sich in der Antike Datenangaben?
Wie wurden also z.B. in der Zukunft liegende Vorhaben terminiert? „II. Legion greift am …(ja wann denn?) das
aufmüpfige Gallierdorf an!“
Euch allen ein Frohes Neues Jahr 2002 n. Chr.

Hallo Peter,

Asterix standen zwei Jahreszählungen zur Verfügung.

Die der Griechen, die von der ersten dokumentierten Olympiade (776 v. Chr.) an immer vier Jahre Jahre zählten; also die erste Olympiade von 776 bis 773 v. Chr., die zweite 772 bis 169, die dritte 168 bis 165 etc.

Oder die der Römer, die von der Gründung der der Stadt (753 v. Chr.) an zählten. 753 v. Chr. war das Jahr 1;

wenn also Asterix, der zur Zeit Cäsars gallischer Feldzüge, also um 50 v. Chr. auch so ungefähr fünfzig Jahre alt war, demnach um 100 v. Chr. geboren wurde, so dürfte sein Großvater etwa 60 bis 70 Jahre älter gewesen sein, müsste demnach so 170 v. Chr. zur Welt gekommen sein.

Asterix hätte wohl gesagt: „Mein Opa kam im Jahr 577 nach Gründung der Stadt (post urbem conditam) auf die Welt.“

Gruß Fritz

Auf welches Bezugsjahr bezogen sich in der Antike
Datenangaben?

Hi J.P.

die Griechen hatten ihre Olympiaden (erinnersts Du Dich noch an die geile Fete im zweiten Jahr der 28. Olypiade)

DIE Römer bezogen sich auf die sagenhafte Gründung Roms 753 vor Christus (das haben die aber latürnich nicht so genannt,sondern für die ist Christus im Jahre 753 nach GRündung Roms gebohren)

hoffe geholfen zu haben.

Gandalf

Hallo !

Die Datierungsweise der Jahre erfolgte nach den beiden amtierenden Konsuln (z.B. Marco Tullio Cicerone Caio Antonio Hybrida consulibus = 63 v. Chr.)

Für die historische Chronologie kam im 3. Jahrhundert v. Chr. durch den sizilianischen Geschichtsschreiber Timaios die Olympiadenzählung auf, die, mit 776 v. Chr. beginnend, den 4jährigen Zeitraum zwischen zwei olympischen Festfeiern als Einheit (Olympiade) nahm und innerhalb dieser Einheit nach Jahren zählte (z.B. das 3. Jahr der 44. Olympiade = 776 - (43x4+3) = 601 v. Chr)
In Rom bediente man sich seit dem Ende der Republik der Zählung ab urbe condita (751 nach der Ära Catos d. Älteren (234-149 v. Chr.), 753 nach der Ära Varros (116-127). Erst seit 525 n. Chr. rechnete man post Christum natum.

Gruß Max

Großvater etwa 60 bis 70 Jahre älter

…so dürfte sein Großvater
etwa 60 bis 70 Jahre älter gewesen sein, müsste demnach so 170
v. Chr. zur Welt gekommen sein.

So viel älter sind Großeltern nur im Ausnahmefall. Damals war
ja die Lebenserwartung auch viel kürzer, haben also kurz vom
Lebensende schnell noch die Kinder gezeug? *grrr*.
40…50 Jahre ist wohl eher normal, oder?
Gruß Uwi

Na gut, dann,
lieber Uwi,

rechne das Exempel halt neu durch! :wink:
Fritz

Hi Peter,

die Zeitangaben ‚ab urbe condita‘ sind damals für übliche Daten nicht so verbreitet gewesen wie die Zählung nach Regierungsjahren der jeweiligen Kaiser. Ein typisches Beispiel findest Du z.B. in Lukas 3,1.

Viele Grüße
Stefan

schon gut, das Prinzip ist klar …
… und wenn andere bischen selber rechnen, schadet’s auch nicht :smile:
Uwi

Zusatz
Eben ist es mir gelungen, auch noch heraus zu finden, ab wann diese Zeitrechnungen verwendet wurden.

Erst ab 43 v. Chr. wurde die Zeitrechnung ab urbe condita gebräuchlich. Die Gründung der Stadt wurde also als vor 700 Jahre vorher stattgefunden berechnet. Ist also „fiktiv“.

Die Griechen benutzten ihre Zeitrechnung entweder ab dem 4. Jhdt. v. Chr. oder erst ab Eratosthenes im 3. Jhdt. v. Chr. Auch sie haben das Anfangsdatum zurückgerechnet.

Wie auch die Christen, die erst seit 525 n. Chr. das Jahr 1 kannten.

Gruß Fritz