'Wohin geht der Weg?' oder 'Wohin führt der Weg?'

Hallo Forum,
ich stehe grade auf dem Schlauch.
Sag man in Hinblick eines geplanten Ereignisses:

„Wohin geht der Weg?“ oder
„Wohin führt der Weg?“ bzw.
„Wohin führt die Reise?“

Weiß jemand was die gängigere Ausdrucksweise ist?

Besten Gruß
FHM

Hallo,

Sag man in Hinblick eines geplanten Ereignisses:

„Wohin geht der Weg?“ oder
„Wohin führt der Weg?“ bzw.
„Wohin führt die Reise?“

Weiß jemand was die gängigere Ausdrucksweise ist?

das lässt sich wohl nicht generell bestimmen.

Einen groben Anhaltspunkt kann die Google-Suche geben:

„Wohin geht der Weg?“ - ca. 143.000 Treffer
„Wohin führt der Weg?“ - ca. 682.000 Treffer
„Wohin führt die Reise?“ - ca. 43.200 Treffer

Gruß
Kreszenz

zur Ergänzung
„wohin geht die Reise“ - ca. 94.300 Treffer
Blah

Die Google-Suche hatte ich auch schon zu Rat gezogen.
Mich hatte eine wenig stutzig gemacht, dass „wohin geht der Weg“ in so großer Zahl vorhanden war, den…

… eine Reis kann nach Berlin gehen…
… ein Weg kann nach Berlin führen…
aber kann ein Weg nach Berlin gehen? Ein Weg kann doch nicht gehen, oder? Zumindest nicht in meinem Sprachgebrauch.

Wahrscheinlich ist „ein Reise geht nach Berlin“ grammatikalisch auch nicht korrekt, oder?

Das hat mich ein wenig verunsichert.

Hallo,

aber kann ein Weg nach Berlin gehen? Ein Weg kann doch nicht
gehen, oder? Zumindest nicht in meinem Sprachgebrauch.

In meinem auch nicht, aber derartige Schöpfungen gehen wohl gerne in die Umgangssprache ein. Ich sage nur: „Dieser Zug endet hier“, wie man es so wunderbar oft bei der Bahn hört… ;o)

Gruß
„Raven“

(die wirklich bald geht, und zwar nach Hause)

Hallo,

ich empfinde „Wohin führt die Reise“ als salopp. „Wohin geht der Weg“ klingt mehr nach existenziellen Fragen, da mit „Weg“ auch schnell der Lebensweg assoziiert wird.
Beim „führt“ steht imho eher das Ziel im Vordergrund, beim „geht“ eher der Weg.

LG Hahu

Mich hatte eine wenig stutzig gemacht, dass „wohin geht der
Weg“ in so großer Zahl vorhanden war, den…

Hallo,

zu Unrecht, „Geht’s hier zur Kantine“ ist der üblichsten Fragen eine.

Uhren können auch nicht gehen, schon garnicht vor oder nach. So etwas ist im Deutschen kein Beweis dafür, dass es nicht korrekt wäre. Sprache ist nur zum Teil logisch, das macht ja Computern so grosse Probleme. Logisch unangreifbar wäre „Wohin kommt man, wenn man diesen Weg entlanggeht“, aber das ist viel zu umständlich. Ausserdem geht der Weg natürlich auch dann ans selbe Ziel, wenn man ihn nicht entlanggeht…

Gruss Reinhard

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Hallo!

In meinem auch nicht, aber derartige Schöpfungen gehen wohl
gerne in die Umgangssprache ein.

Nicht nur in die Umgangsprache - solche Schöpfungen sind ein wesentliches Element jeder vernünftigen Sprache. Ohne die Möglichkeit, Dinge in einem übertragenen Sinn zu gebrauchen, wäre Verständigung sehr, sehr kompliziert - zum Beispiel könnte nicht mehr sagen, daß die Feder mächtiger als das Schwert ist, sondern müsste erklären, daß Worte, die von Menschen niedergeschrieben werden, einen stärkeren Einfluß auf die Geschichte haben als Schlachten, in denen Menschen mit Waffen kämpfen.

Ächz.

Klar findet man auch immer wieder merkwürdige oder zum Lachen reizende Konstruktionen - aber das ist kein Argument gegen Metonymie als solche.

http://de.wikipedia.org/wiki/Metonymie

Ich sage nur: „Dieser Zug
endet hier“, wie man es so wunderbar oft bei der Bahn hört…

Nicht mehr oder weniger sinnvoll wie „ein Glas trinken“, „ich stehe da drüben“, „die EU hat entschieden“, „ich habe Schiller gelesen“, „dreh mal das Wasser aus“ und viele andere mehr.

Gruß,
Max