Wohin kommt die Urne?

Hallo,
ich ordne das Bestattungsgwerbe mal als Handwerk ein, weil ich hier nichts besseres finde und hoffe niemandes Gefühle zu verletzen. Aber es interessiert mich wirklich.
Kurz und knapp - was passiert eigentlich mit einer Urne, nachdem die (Mindest-)Zeit in der Urnennische oder dem Grab abgelaufen ist, wenn niemand bereit (oder vorhanden) ist für eine weitere Nutzung zu bezahlen?
In Bayern muß man eine Urne ja wohl auf einem Friedhof beisetzen lassen (Friedwälder und vielleicht andere Sonderregelungen mal ignoriert).
Aber was pasiert danach? Kommt die „einfach“ in den Hausmüll? Dürfte ein Angehöriger sie dann plötzlich doch mitnehmen, was vorher ja verboten ist?

Cu Rene

Hi Rene,

Kurz und knapp - was passiert eigentlich mit einer Urne,
nachdem die (Mindest-)Zeit in der Urnennische oder dem Grab
abgelaufen ist, wenn niemand bereit (oder vorhanden) ist für
eine weitere Nutzung zu bezahlen?

ich gehe davon aus es wird „eingeebnet“

http://www.wolfsburg.de/verwaltung/gruen/bestattungs…

Für mich heißt das diese Fläche ist wieder frei für Neukunden.

In Bayern muß man eine Urne ja wohl auf einem Friedhof
beisetzen lassen (Friedwälder und vielleicht andere
Sonderregelungen mal ignoriert).

Weiß ich nichts genaues, m.E. gilt in D strikt Beisetzung nur auf einem Friedhof.
Aber ich glaube im Fernsehen gesehen zu haben daß man mit Tricks irgendwie auch eine z.B. Seebestattung hinkriegt, zur Not übers Ausland.
Bin mir da aber nicht sicher.
Zumindest denke ich, in D ist es nicht möglich die Aschenurne auf den kamin zu stellen wie in anderen Ländern.

Aber was pasiert danach? Kommt die „einfach“ in den Hausmüll?

Ich gehe davon aus, daß Material der eingebuddelten Urne ist so beschaffen daß es nach 20 jahren „weg“ ist.

Dürfte ein Angehöriger sie dann plötzlich doch mitnehmen, was
vorher ja verboten ist?

Ich glaube in D nicht.

Auch wenn meine Antworten cool klingen, ich bin da sensibel und wenn jemand der mir nahesteht den Wunsch äußert im Fall der Fälle so oder so bestattet zu werden, dann werde ich das im Rahmen meiner Möglichkeiten auch versuchen perfekt erfüllen.
Dabei interessieren mich irgendwelche hier geltenden Gesetze Null.

Gruß
Reinhard

Cu Rene

Aber was pasiert danach? Kommt die „einfach“ in den Hausmüll?

Ich gehe davon aus, daß Material der eingebuddelten Urne ist
so beschaffen daß es nach 20 jahren „weg“ ist.

Das ist doch eine Blechbüchse. Meinst Du, die ist nach 20 Jahren weggerostet?

fragt
Holger

Hi Rene,
Hi Reinhard,
eine Antwort auf die Frage habe ich nicht, aber hierzu eine Anmerkung:

Weiß ich nichts genaues, m.E. gilt in D strikt Beisetzung nur
auf einem Friedhof.

Zumindest hier in Rheinland Pfalz gibt es neben den Friedhöfen auch noch „Ruheforste“
Das sind ganz bestimmte Waldgebiete, in welchen Du Dir schon zu Lebzeiten Deinen Ruheplatz (ein ganz bestimmter Baum) aussuchen kannst.
Der gehört dann Dir und dort wird Deine Urne zu „Grabe getragen“
Ganz normal wie jedes andere Begräbniss mit Pfarrer, etc.
Ist entschieden billiger als eine Bestattung auf dem Friedhof und nimmt hier immer mehr zu.

Gruß
Reinhard

Cu Rene

Gruß
Jürgen

Aber was pasiert danach? Kommt die „einfach“ in den Hausmüll?

Das ist doch eine Blechbüchse. Meinst Du, die ist nach 20
Jahren weggerostet?

Hallo, Tremonia,
es gibt auch kompostierbare Urnen. nach ein paar Jahren sind dann keine Rückstände mehr im Boden.
Gruß
Eckard

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Hallo rene,

was mit Urnen passiert, regelt in Deutschland m. W. das Bestattungsrecht des jeweiligen Bundeslandes. In allen Bundeländern gilt der sog. Friedhofszwang mit den Ausnahmen Seebestattung (in einer Urne aus Salz, die sich innerhalb kurzer Zeit zersetzen muss) und sog. naturnahe Bestattungen (z. B. Friedwald, Ruheforst udgl.).

Es gibt tatsächlich findige Bestatter und Hinterbliebene, die über den Umweg der Kremierung im Ausland eine Urne (illegal) am Friedhof vorbei z. B. zu den Hinterblieben „liefern“. Angeblich hatte Rudi Carrell die Urne seiner ersten Frau im Park seines Anwesens südl. HB beigesetzt - zumindest gab es dort ihr Grab. Inzwischen ruhen beide auf dem Friedhof im Syker Ortsteil Heiligenfelde.

Einige findige Bestatter nutzen eine Gesetzeslücke (Auslegung) und verwahren Urnen „angemessene Zeit“ in ihren Räumen.

Nach Ablauf der Ruhezeit werden Urnen/Urnenreste m. W. in eine Art Massengrab umgebettet.
Befürworter des sog. Friedhofszwanges verweisen gern auf ein Horrorszenario, dass Urnen zu Hause verwahrt werden und irgendwann „herrenlos“ herumfliegen - die Erfahrung diesbezüglich in NL besagen allerdings, dass trotz Aufhebung des Friedhofszwnages weit über 90 % der Beisetzungen immer noch auf Friedhöfen stattfinden.

Unsere Familiengrabstätte war im letzten Krieg als Soldatengrab genutzt und ich erinnere mich, dass wir bei der Grabpflege in den 60-er/70-er Jahren Uniformteile in der Erde fanden - dennoch war das Grab für neue Beisetzungen freigegeben, weil die sog. Ruhezeit abgelaufen war. Etwaige Überreste Verstorbener wurden/werden also grundsätzlich nicht umgebettet, sondern bei den Aushubarbeiten des Grabes (hoffentlich ordnungsgemäß) „entsorgt“.

Aber was pasiert danach? Kommt die „einfach“ in den Hausmüll?

Ich gehe davon aus, daß Material der eingebuddelten Urne ist
so beschaffen daß es nach 20 jahren „weg“ ist.

Das ist doch eine Blechbüchse. Meinst Du, die ist nach 20
Jahren weggerostet?

Hallo Holger,

ich weiß nichts genaues, ich denke mir nur, rein aus Kostengründen, für die Friedhofsverwaltung wäre das teuer stabile Urnen zu benutzen.

Wenn dann nach 20-25 jahren keiner mehr für das Urnengrab bezahlt müßten sie die Urne dann wieder herausholen und dann stellt sich dann doch die Anfrage, owhin damit.

Drinlassen geht nicht. Stell dir vor trauernde Angehörige und die Blechdose wird im Boden auf einen Haufen andrer Ble chdosen herabgelassen…

Es wird so sein wie Eckard sagt *denk*

Gruß
Reinhard

Hallo Reinhard,

Drinlassen geht nicht. Stell dir vor trauernde Angehörige und
die Blechdose wird im Boden auf einen Haufen andrer Ble
chdosen herabgelassen…

das wäre doch harmlos - zumindest im Vergleich zu Oberschenkelknochen, die beim Bepflanzen des neuen Grabes auftauchen … ;o)

(so übrigens meiner Mutter geschehen)

Leicht morbide Grüße

=^…^=

Hallo Reinhard,

ich weiß nichts genaues, ich denke mir nur, rein aus
Kostengründen, für die Friedhofsverwaltung wäre das teuer
stabile Urnen zu benutzen.

die Entscheidung über die Qualität und das Material einer Urne bestimmen i. d. R. die Hinterbliebenen: DDas Angebot umfasst Holz, Ton und Metall (und vllt. noch mehr).

Danke,
auch an die anderen.

Nach Ablauf der Ruhezeit werden Urnen/Urnenreste m. W. in eine
Art Massengrab umgebettet.

das war es was ich wissen wollte (und auch irgendwie vermutet hatte), habe sowas aber hier am Friedhof (mit Urnenmauer) noch nie gesehen. Falls ich mal zufällig einen Mitarbeier treffe, der Zeit hat, werde ich aber mal nachfragen, wo das dann ist.

Cu Rene

Hallo Reinhard,

hallo Tom,

die Entscheidung über die Qualität und das Material einer Urne
bestimmen i. d. R. die Hinterbliebenen: DDas Angebot umfasst
Holz, Ton und Metall (und vllt. noch mehr).

nicht im Wald! Da bestimmt ausschließlich der Förster das Material und das ist für alle gleich dort, nämlich kompostierbares Material. Auch wenn die metallene Urne vom Krematorium zum Förster geschickt wird, er füllt sie dann um. Zumindest im „Friedwald“ ist das so.

Gruß
Pat

Hallo René, hallo Reinhard,

ich wollte nur eine kurze Zwischeninfo geben…

Ich gehe davon aus, daß Material der eingebuddelten Urne ist
so beschaffen daß es nach 20 jahren „weg“ ist.

Wir haben gerade vor einem halben Jahr die Urne meines Opas umsetzen lassen auf einen anderen Friedhof. 21 Jahre hat er dort gelegen und die Urne war lediglich ein bisschen angerostet an den Stellen wo Einlegearbeiten angebracht waren. Bei Keramikurnen mag das ein wenig anders aussehen, aber die eigentliche Urnenkapsel (in der „Überurne“, die man gemeinhin als Urne bezeichnet, befindet sich eine etwas kleinere, verplompte Metallkapsel mit der Asche) ist normalerweise aus Metall und übersteht einige Jahrzehnte.

LG,
Sasy