Hallo!
Können Sie mir eventuell bei dieser Frage helfen?
Ich wurde gefragt, wohin der Luftschall in (hellhörigen) Blocks / Mehrfamilienhäusern mehr wandert? Breitet er sich mehr nach unten oder nach oben über die Wände, oder hält sich das die Waage?
Ein Freund von mir beschäftigt sich ein wenig mit Architektur und ihm ist die Frage deshalb aufgekommen.
Es grüßt,
Christian
P.S. Ich habe öffentliches Antworten zugelassen, natürlich dürfen auch andere, welche das hier lesen, antworten.
Hallo
Der Luftschall: Das sind sind Schallwellen, die die Luft für die Ausbreitung verwenden. Der Luftschall besteht hier aus dem Frequenzbereich des menschlichen Gehörs von ca. 20 Hz bis etwa etwa 20 KHz. Der Luftschall breitet sich in alle Richtungen gleichmäßig aus. Radio, TV, usw. können Quellen vor allem in Nachbarswohnungen sein, die man durch Wände und Decken als Luftschall wahrnimmt. Je massiver Bauteile sind, zB. Beton desto besser die Luftschalldämmung. Hingegen sind leichte Hohlkörperdecken oder Holzbalkendecken in der Regel keine guten Luftschalldämmer. In der Steiermark werden alle geförderten Wohnbauten einer Luftschallmessung (Bauakustische Messung) unterzogen.
In der Architektur wird die Raumakustik sehr oft vernachlässigt, was oft Lärm, Unzufriedenheit und großen finaziellen Aufwand bei der Sanierung bedeutet.
Ich hoffe ich konnte mit der Antwort dienen.
LG aus der Steiermark
Können Sie mir eventuell bei dieser Frage helfen?
Ich wurde gefragt, wohin der Luftschall in (hellhörigen)
Blocks / Mehrfamilienhäusern mehr wandert? Breitet er sich
mehr nach unten oder nach oben über die Wände, oder hält sich
das die Waage?
Ein Freund von mir beschäftigt sich ein wenig mit Architektur
und ihm ist die Frage deshalb aufgekommen.
Es grüßt,
Christian
P.S. Ich habe öffentliches Antworten zugelassen, natürlich
dürfen auch andere, welche das hier lesen, antworten.
Hallo Christian,
grundsätzlich kommt es beim Luftschall darauf an, welche Strukturen (= Bauteile) seine Weiterleitung zulassen. grundsätzlich kann man vereinfachend sagen, dass Schall leichte Bauteile eher zu Schwingungen anregen wird als schwere Bauteile. Sind Bauteile aus Ziegeln oder Porenbeton gemauert, wird der Luftschall „leichtes Spiel“ beim Durchgang durch die Wand im Vergleich zu einer gleich dicken Stahlbetonwand haben. Bei einschaligen Wänden gilt also: Die Masse macht’s. bei Interesse: Bergersches Massegesetz googeln.
Bei Decken sieht die Sache im Prinzip ähnlich aus: Schwere Decke –> geringerer Schalldurchgang. Liegt dann noch ein schwimmender Estrich (im Wohnungs(Neu)bau gang und gäbe) auf der Stahlbetondecke, hat es der Luftschall noch einmal schwerer.
Soviel zum „Direktschall“ von Raum zu Raum über das trennende Bauteil. Nun zum Flankenschall.
Schall wird nicht nur direkt übertragen, sondern auch über die Wände und Decken, die das Trennbauteil seitlich umgeben, die sog. Flanken. Auch hier gilt: Je leichter die Flanke, desto höher die Schallübertragung. Bei leichten Flanken und schweren Trennbauteilen kann es daher passieren, dass die Flanken die an sich gute Schalldämmung des Trennbauteil zunichte machen. Umgekehrt nützen schwere Flanken bei einem leichten Trennbauteil wenig.
Sind zum Beispiel leichte Außenwände aus Ziegeln gemauert, die Wohnungstrennwand oder die Geschossdecke ist schwer, kann über die Außenwand trotzdem ein hoher Schallanteil übertragen werden. Es müssen also immer beide Situationen (Trennbauteil und Flanke) sowie der Bauteilaufbau betrachtet werden.
Eine pauschale Aussage über die Ausbreitungsrichtung ist nicht möglich, es hängt wie gesagt von der Gesamtsituation ab.
Weitergehende und umfassende Informationen zum Thema gibt es zum Beispiel hier:
http://www.amazon.de/Schallschutz-Geb%C3%A4uden-Prax…
Gruß, Guido
Der Luftschall kennt keine Richtung. Er breitet sich von A nach B genauso aus wie von B nach A.
Hallo Christian,
Luftschall breitet sich nach jeder Richtung aus.
Gemeinerweise überträgt das schwächste Bauteil den Schall am deutlichsten.
Ab ca. 42 dBA sollten die durchlaufenden schwimmenden Estriche von Fußböden vor Ständerwänden schalltechnisch getrennt werden, da sich sonst die Schalllängsleitung über die Fußböden auswirkt. Da kann die Trennwand so gut sein wie sie will, das Ergebnis bleibt immer schlecht.
Im Prinzip gilt das auch für Decken und Wände, wenn die Körpermasse der angrenzenden Bauteile nicht groß genug ist und dem Stand der Technik entspricht.
Hier liegt das Problem im Körperschallverhalten der angrenzenden Bauteile begründet. Z.B. keine Entkoppelung zwischen den Bauteilen und fehlende Masse.
Soviel für heute.
Hallo Christian,
der Luftschall ist physikalisch gesehen ein Luftdruck, der als Welle auf alle Begrenzungen gleichmäßig wirkt, genauso wie Wasserdruck sich unabhängig von der Form des Gefäßes auf alle Begrenzungen gleichmäßig wirkt.
D.h. es ist keine allgemeine Aussage möglich, ob der Luftschall eher durch die Wände oder Boden/Decke eines Raumes auf die benachbarten Räume (neben/über/unter) einwirkt. Das hängt von dem jeweiligen Bauschalldämmmaß des betrachteten Bauteils ab. Daneben gibt es die Flankenwegübertragung, das ist der Ausbreitungsweg, der den auf die Wand auftreffende Schallenergie durch Körperschallanregung längs der Wand auf die angrenzenden Räume überträgt. Dieser Ausbreitungsweg spielt jedoch erst eine Rolle oberhalb eine Decken-/Bodenschalldämmaßes oberhalb von ca.
R = 52 dB. Deshalb werden Wände mit biegeweichen Vorsatzschalen versehen, wenn höhere Schalldämmmaße erreicht werden sollen. S.a. VDI 4109. Hier sind die schalltechn. Anforderungen an Bauwerke festgelegt.
M.f.G.
Dr.F.
Ich wurde gefragt, wohin der Luftschall in (hellhörigen)
Blocks / Mehrfamilienhäusern mehr wandert? Breitet er sich
mehr nach unten oder nach oben über die Wände, oder hält sich
das die Waage?
Ein Freund von mir beschäftigt sich ein wenig mit Architektur
und ihm ist die Frage deshalb aufgekommen.
Es grüßt,
Christian
P.S. Ich habe öffentliches Antworten zugelassen, natürlich
dürfen auch andere, welche das hier lesen, antworten.
Hallo Christian, sorry, aber ich denke, die Frage sollte über schlichte Recherchen wie z.B. Wikipedia scbon zu beantworten sein.