Wohnen? Nur in bekannten gegenden!

Hallo alle,

ich habe ein Problem, aber so würde ich es auch nicht sagen. Ich kann nur in Städten wohnen wo ich irgedwie eine Verbindung habe, entweder es haben mal Verwandte dort gewoht, oder wohnen noch dort, oder ich muss dort einmal gewohnt haben, ich muss immer irgendwie eine Beziehung zur Umgebung haben. Es ist so schlimm dass ich sogar die gleiche Strasse zum wohnen auswählen muss. Dazu muss ich aber noch sagen, meine Eltern sind als ich 5 jahre jung war, in das Ausland ausgewandert, und ich bin seit 3 Jahre zurück, aber im Ausland hatte ich die gleichen Probleme, ich kann einfach nicht in eine fremde Gegend ziehen, ich muss einfach einen anhaltspunkt haben, etwas was mich mit dem Ort in verbindung bringt. Warum habe ich solche Gefühle??
Hat jemand Erfahrung mit so etwas, es ist für mich sehr merkwürdig. Für viele kann das sogar etwas normal klingen, aber nicht für mich , ich habe richtige Panik vor ganz fremden Orten (zum wohnen), fühle mich nur wohl in bekannter Umgebung. Was ist dass um Gottes Willen ???

Gruss Reynold

Hallo Skull / Reynold
Vorneweg: Ich finde Deine Beschreibung sympathisch und durchaus nachvollziehbar. Es kam mir zwischendurch sogar der Gedanke, ob Du vieleicht zu streng mit Dir selbst bist, mit Deinen Ansprüchen an Dich selber, denn ich glaube, den meisten Menschen ginge es so, dass sie ganz schön Manschetten hätten, in eine fremde Stadt zu ziehen, in der sie niemanden kennen und keine emotionale Verbindung zu dem Ort haben.
Du siehst also, ich finde das auf den ersten Blick gar nicht so neurotisch, sonden kann mich da weitgehend mit identifizieren.

Nun hast Du ja in frühester Jugend schon den Wechsel zwischen zwei Ländern hinter Dich bringen müssen. Vielleicht resultiert daraus auch ein umso stärkerer Wunsch nach einem „Nest“, nach Verbindlichkeit des Lebenszentrums.
Wenn Du damit leben kannst und es immer auch so organisieren kannst, dass Du gebnügend Verbindung und Verbindlichkeit zu einem Ort herstellen kannst (wieder eine Wohnung in derselben Straße usw.), dann wäre das eine Möglichkeit, so weiter zu machen.
Es liegt ja auch eine Menge nostalgisches Potential in dem Ganzen, welches (außer Marcel-Proust-Freunden) nicht jedermann verstehen kann. Aber es muss ja auch nicht jeder verstehen. :wink: (Ich verstehe das schon.) Die, die keinen tieferen Zugang zu solchen Phänomenen herstellen können, mögen ja alternativ mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen (flankierend) zur Seite stehen.
Es grüßt Dich
Branden

hallo reynold,

wie sehen denn die gefühle aus? - finde das nicht unwichtig zu wissen.
und - leidest du darunter oder willst du „es“ einfach nur für dich „zuordnen“ können?

menschen, die z.b ständig umziehen und ihre verbindungen kappen - da werde ich eher skeptisch, denn ich überlege da dann wovor sie weglaufen.
selbst wenn angeblich der beruf der grund ist, glaube ich nicht, das es
nicht noch anderen hintergründe gibt.

im grossen und ganzen halte ich es für normal, das man etwas vertrautes um sich braucht. ledigleich die art und weise wie man „das herstellt“ mag für einen selbst ggfs. hinderlich sein.

ich bin einst fast 1000 km von meiner alten heimat weggezogen - es hielt mich dort nichts, im gegenteil, ich dachte, ich habe keine luft zum atmen dort. hier aber fühlte ich mich schon zu hause als ich mit dem zug das erste mal ankam.
da war es nat. supereinfach alles alte loszulassen, hatte ich ja schon längst getan. im neuen sah ich mehr vertrautes in der zeit wohl.
heute würde ich behaupten, so einfach ists nimmer. ich suche z.b eine neue wohnung und will nicht aus meinen viertel heraus (hat weniger mit menschen zu tun als mit der vertrauten und geliebten umgebung und gewohnheiten)

ich vermute mal, du hast die umzüge deiner kindheit nicht gerade genossen und die ständigen verluste der vertrauten umgebung und
all den anderen auswirkungen können bewirkt haben, dass dein kreis etwas enger ist als der bei anderen.
die frage aber wäre, ist das wirklich ein problem für dich?
ggfs. kannst du sonst im laufe der zeit noch andere „dinge“ finden, die dir jenes wichtige gefühl geben, dann liesse sich ja vielleicht der „rahmen“ erweitern.

mir gehts wie dir wenn es um reisen/verreisen geht - was ne reise schwer macht - zumal ich null motiviert bin.
(ausser segeln oder hausboot, sommerhaus oder luxuswohnmobil *lottospiel*g)
ich schleppe mehr zeuch für 14 tage mit als andere für 6 monate -
wenn ich es eben nicht vermeiden kann…das ist nicht gerade ne
motivation, der stress beginnt für mich also schon sehr früh und
löst eher aus, noch weniger lust zu haben. - wobei ich schon gerne
„woanders“ bin (sofern eben ein stück zuhause dabei - aber alles davor und danach ist so ätzend, das ich bis heute z.b nicht in irland oder island war (würde ich aber liebend gerne mal)
bei mir liegts daran, mein vater war viele jahre viel weg, ständig und oft monatelang. als extremes papakind habe ich sehr darunter gelitten.
zudem veränderte er sich im laufe der zeit, was seine anwesenheiten noch bedrohlicher machte.
nat. fühle ich das so nicht als erwachsene, aber ich bin sicher, das ist der eigentliche auslöser.

sind wir nicht alle ein bischen bluna?:wink:

wenn du also nicht darunter leidest, sch… druff,-)

LG
nina