Wohnmobil und Autotour kombiniert in USA

Hallo USA-Kenner,

wir wollen im Herbst eine kombinierte Auto/WoMo-Tour machen, aus einerseits Kostengründen, andererseits Zeitgründen, da man mit Auto doch schneller vorankommt.

Wir wollten auf alle Fälle den Yellowstone mit dem Auto besuchen, dann nach ca. 2 Wochen für weitere 2 Wochen eine WoMo-Tour machen. Diese im Südwesten (Utah/Arizona/California/Las Vegas-Ecke)
Wir wollten gen SLC fliegen…

Hat jemand schon solche Erfahrungen gesammelt, oder welche anderen Tipps habt ihr?

Was gibt es zu beachten?
Wo bucht man kostengünstig?
Wo findet man Flexraten für WoMo?
Wann sollte man buchen?
Wird es kurzfristig gebucht günstiger, oder eher teurer?

Danke für alle Anregungen und Tipps

sagt

ABadass

Hallo Abadass,

grundsätzlich gibt es über die Gebiete, die Ihr besuchen wollt soviel zu schreiben, daß sprengt jede Festplatte. Was wollt Ihr den so machen? Sei Ihr:

eher die Wanderer, die gerne in der Natur rumlaufen (nur wo du zu Fuß warst, warst du wirklich!)

eher Touristen, die Erholung mit Sightseeing kombinieren wollen (Erholung und Ausspannen in angenehmer Umgebung)

eher die Abenteuerurlauber, die nach außergewöhnlichem Ausschau halten (Bsp: Hubschrauber - Rundflug in der Nacht über Las Vegas oder Besuch des Alien - Inn in der Nähe der Area 51 mit garantierter Ufo- Sichtung nach dem 12. Bier?)

eher die Touristen, die auf angenehme Weise mal die absoluten Highlights des Westens anschauen wollt (schon soooooooooo viel darüber gehört - jetzt will ich es auch mal sehen)

Mail mir doch was Du/Ihr bevorzugt, dann stelle ich euch gerne ne Route, einige Aktivitäten und ein paar interessante Stopps zusammen, die Du dann als Anregung verwenden kannst.

Was gibt es zu beachten?

Ganz wichtig ist vielleicht, daß wer mehr als 270 miles im durchschnitt pro Urlaubstag an Strecke plant (4 Wochen = 28 Tage X 270 miles = 7.600 miles = 12.200 km), der wird so in Hektik verfallen, daß er gar nichts sieht. Weniger ist hier oft mehr!

Wo bucht man kostengünstig?

Günstige Fahrzeugmieten und Hotels gibt es in der Regel beim deutschen Veranstaltern Deines Vertrauens (das Reisebüro um die Ecke hat normaler weise alle notwendigen Kataloge und bucht zu Preisen, die man sonst als Privatmann/frau von den Vermietern/in den Hotels nicht bekommt). Wer vor Ort mieten will vertrödelt wertvolle Urlaubstage und bekommt meist ein schlechteres Preis/Leistungsverhältnis. Außerdem hat man das deutsche Reiserecht im Rücken. Ich buche Auto, Flug, Zimmer immer im Reisebüro und habs bisher finanziell und auch sonst noch nie bereut.

Wo findet man Flexraten für WoMo?

Wie oben; Dein Reisebüro weiß normalerweise Bescheid. Wichtig hierbei ist zu beachten, daß es Einwegmieten - Zuschläge gibt, wenn Du in A anmietest und in B abgibst. Deshalb ist eine Planung auch unter diesem Gesichtspunkt nicht unwichtig. Da die Wohnmobilverleiher nicht an jeder Ecke sitzen, sollte man seinen Trip deshalb auf den Verleiher abstimmen, wen man einen bestimmten bevorzugt - oder den Verleiher auf den Trip abstimmen bei einer bestimmten Rundreise. Kommt also ganz darauf an was Du willst und wohin du willst.

Wann sollte man buchen?
Wird es kurzfristig gebucht günstiger, oder eher teurer?

Wer kurzfristig bucht (also jetzt für den Herbst), kann sich oftmals die besten Plätze sichern und auch etwas Geld sparen. Wer bis zum Schluß wartet muß eben nehmen was übrig bleibt. Last Minute Angebote gibt es für WoMo Touren meines Wissens nicht.

Gruß Klaus

Hi,

in USA sind die WOMOs verflixt teuer - denn es sind ja keinerlei Meilen inklusive - und da kommt ganz schön was zusammen und inzwischen lassen sich die Vermieter ja auch jedes bißchen Ausrüstung (Geschirr etc.) noch extra bezahlen (Miete!). Nachdem die WOMOS dann auch noch bis zu 30 Liter auf 100 km schlucken und selbst in den USA inzwischen der Liter Benzin ca. 1 DM kostet (1 Gallon = ca. 3,50 l = 1,70 $), kommt was zusammen. Ich hab bei unserer Reise mal ausgerechnet, ob Auto + gutes Hotel oder WOMO günstiger wäre und der Preis war ganz klar bei Auto + Hotel deutlich besser!

Die Flexraten werden kurzfristig meist teurer - je mehr schon gebucht, desto teurer die Flex!

Unbedingt auf den Versicherungsschutz achten - bei 5000 EURO Selbstbeteiligung krieg ich im Auto regelmäßig die Krise und wenn der Haftungsausschluß dann nochmal 20 Euro am Tag kostet, kommt auch was zusammen!

Viele Grüße

Wendy

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Hallo Wendy,

da Du ja sozusagen „vom Fach“ bist, hab ich mich über Deine Argumentation etwas gewundert.

… in USA sind die WOMOs verflixt teuer - denn es sind ja
keinerlei Meilen inklusive …

stimmt schon, doch billiger als in Deutschland sind die Dinger auch nicht, ob nun pauschale Kilometer Abrechnung oder Kilometer Pakete Abrechnung.

… und da kommt ganz schön was
zusammen und inzwischen lassen sich die Vermieter ja auch
jedes bißchen Ausrüstung (Geschirr etc.) noch extra bezahlen
(Miete!).

Also, daß war schon vor 10 Jahren so, daß Geschirr, Bettzeug etc. extra kostet. Und wie Du richtig schreibsts war es damals schon kein Preis/Leistungsverhältnis. Wer kann sollte einiges an Campinggeschirr mitnehmen. Da spart man gleich mal 50 - 70 Dollar. Für das Bett gibt es vom Vermieter Decken. Wenn Du benügend Bettücher mitnimmst reichen die vollkommen. Sonst gibt es auch billige Schlafsäcke so ca. 30 Dollar. Die sind allemal besser als das Bettzeug, daß die einem verkaufen wollen.

… Nachdem die WOMOS dann auch noch bis zu 30 Liter auf
100 km schlucken …

Also die Wohnmobile die ich in den Staaten gefahren brauchten:

18 feet: 16 Liter (2 Personen)
25 feet: 19 Liter (3 Personen)
35 feet: 28 Liter (5 Personen)

Wenn man im ungünstigen Fall die Spritkosten durch 5 Leute teilt, dann relativiert sich die Sache schon wieder.

…und selbst in den USA inzwischen der Liter
Benzin ca. 1 DM kostet (1 Gallon = ca. 3,50 l = 1,70 $), kommt
was zusammen. …

Zum besseren Verständnis:

1 Gallon(e) Sprit = 3,785 l

Zu dem von Dir angesetzten 1,70 Dollar wären das 45 amerikanische Cent der Liter oder 51 europäische Cent. Heute Abend Super Benzin bei Esso getankt um 88,9 Cent. Ich bekomme also für gleiches Geld in Deutschland 1 Liter und in Amerika 1,74 Liter.

…Ich hab bei unserer Reise mal ausgerechnet, ob
Auto + gutes Hotel oder WOMO günstiger wäre und der Preis war
ganz klar bei Auto + Hotel deutlich besser!

Zu den Kosten hast Du sicherlich auch mehr Geld für Verpflegung (Essen gehen bei Auto - Urlaub), weitere Anfahrten auf die Naturparks (für den Grand Canyon Südrand übernachtest Du dann am Besten in Williams = 57 miles Anfahrt) oder die höheren Übernachtungskosten in den Lodges in den Parks berechnet.

Unbedingt auf den Versicherungsschutz achten - bei 5000 EURO
Selbstbeteiligung krieg ich im Auto regelmäßig die Krise und
wenn der Haftungsausschluß dann nochmal 20 Euro am Tag kostet,
kommt auch was zusammen!

Kurz noch was zur Versicherung. Grundsätzlich NICHT versichern kann man Schäden vom Boden bis in etwa 1 Meter Höhe und vom Dach ca. 1 Meter abwärts. Wenn Du also das Dach knautscht, weil die Überdachung mal wiede zu niedrig gewesen ist, dann ist das Deine Kohle, die Versicherung schließt diese Schäden normalerweise aus. Hier liegt der Hase im Pfeffer. Die Zusatzversicherungen, die dir jeder Vermieter verkaufen will sind wirklich nichts wert. Sie verringern im Schadensfall das Risiko minimal und zahlen oft gar nicht, wenn du den Schaden selbst verursacht hast (Kleingedrucktes in Englisch ist schon klasse!!)

Wer sein Fahrzeug mit Kreditkarte bezahlt und das tun ALLE Kunden, sollten sich bei seiner Kreditkartenfirma VORHER erkunddigen, welche Versicherungen die Karte abdeckt. Oftmals ist nämlich durch die Bezahlung mit Karte ein besserer Versicherungsschutz schon gegeben - nur die Mehrheit weiß das oft nicht, schließt beim Vermieter eine recht teure Zusatzversicherung ab und ist dann oft doppelt versichert. Das gleiche gilt natürlich entsprechend auch für Deutschlands Autovermieter.

Natürlich muß man fairer Weise noch sagen, daß wir bisher noch jeden Cent, den wir nicht für Benzin fürs Fahrzeug ausgegeben haben wieder bekommen haben. Ob Scheibenwischer oder undichter Rohrbogen im Auto, vom Öl ganz zu schweigen. Der Vermieter hat uns das Geld anstandslos ersetzt.

Sorry mich hats einfach in den Fingern gejuckt. Ich laß mich auch gerne eine besseren belehren.

Gruß Klaus

Hallo Klaus,

vom Fach - ja - und der Vergleich mit Deutschland ist von Dir ebenfalls richtig.

Die amerikanischen WOMOS sind sehr gut ausgestattet - mein Vergleich war mit Neuseeland (wo wir letztes Jahr so ein Ding hatten) und dort sieht die Situation so aus: Bettwäsche und sämtliche Ausstattung inkl. - einschließlich Klomittel, Spüllappen und Spülmittel - halt einfach ALLES, Steppdecken, Kissen, Bettbezüge und Laken inklusive - prima sauber und gebügelt! Ein großes und ein kleines Handtuch inkl., alle km inklusive, WOMO versichert mit 750 DM Selbstbehalt, 10 l Diesel (für 60 Pfennig der Liter in NZ!) Verbrauch auf 100 km, und alle km inklusive. Einwegmieten i.d.R. erlaubt - auch von einer Insel auf die andere.

Wir hatten ein 2/3 Personen WOMO und haben damals 96 DM pro Tag bezahlt. Campingplätze lagen bei ca. 18 DM.

Und dazu ist Amerika einfach unglaublich teuer!

Wir hatten in USA dann ja Hotel gewählt und waren in Hotels direkt am Parkeingang (z.B. Tusayan am Grand Canyon) und hatten wirklich gute Hotels. Nun ist der Kurs derzeit noch etwas ungünstiger - aber ich hatte damals schon ALLES zusammengerechnet - und für ein Paar war Hotel in guten Hotels schon deutlich billiger als WOMO. Für eine Familie mag das anders aussehen - auch das Erlebnis ist mit Kindern ein anderes.

Man sollte sich nur über die nicht unbeträchtlichen Nebenkosten im Klaren sein, die über den reinen Mietpreis hinaus anfallen! Das muß man einfach berücksichtigen - denn gerade die Meilen schlagen bei den langen Strecken schon ganz kräftig zu Buche!

Grüße

Wendy