Ich hab für 16 Monate einen zweiten Wohnsitz in einem anderen Ort gehabt. Die haben mir auch mal nen Brief geschickt, dass sie das mitbekommen haben. Ich habe aber bisher keine Zeit gehabt, da hinzugehen… Und jetzt, wo ich da eh nicht mehr wohne…
Was kann mir denn nun noch deswegen blühen?
Wozu ist das überhaupt gut, dass die wissen, dass ich noch einen zweiten Wohnsitz habe?
Wozu ist das überhaupt gut, dass die wissen, dass ich noch
einen zweiten Wohnsitz habe?
Hallo Julian,
Dir nützt es rein nichts, wenn Behörden zu viel wissen. Aber die Damen und Herren auf den Ämtern sehen das nun mal anders und schließlich haben sie das Meldegesetz auf ihrer Seite. Danach mußt Du Deinen ständigen Aufenthaltsort anmelden.
Nun war Dein 2. Wohnsitz offenkundig nur ein kurzes Zwischenspiel (hättest Du trotzdem anmelden müssen), denn Du wohnst dort nicht mehr. Weil Du Dich nicht angemeldet hattest, das Meldeamt aber trotzdem von der Wohnung Kenntnis hatte, werden die Herrschaften meinen, Du würdest Deine Meldepflicht immer noch ignorieren.
Am besten nimmst Du Kontakt mit der Meldebehörde auf und teilst wahrheitsgemäß mit, daß Du dort nicht mehr wohnst. Kehrt ein Behördenmensch den Oberlehrer heraus und klärt Dich über Deine Pflichten auf usw. blah blah, läßt Du das mit Freundlichkeit und Einsicht über Dich ergehen. Ganz eifrige Staatsdiener (doch, das gibts wirklich; in solchen Kleinigkeiten sind viele Ämter ganz groß) könnten Dir auch ein Bußgeld wegen der Ordnungswidrigkeit der unterlassenen Anmeldung verpassen.
Irgendwo MUSST Du aber angemeldet sein. Sonst bekommst Du weder eine Lohnsteuerkarte noch wirst Du im Wählerverzeichnis geführt. Außerdem hast Du im Notfall nur in der Gemeinde Anspruch auf z. B. Sozialhilfe, in der Du gemeldet bist.
es macht so ein bischen den Eindruck, als ob die Behörden mit diesem Melden/Ummelden einem Menschen „hinterherschnüffeln“ wollen. So ist es ja nun auch nicht. Für uns als wirklich kleine Gemeinde, macht es finanziell sehr wohl einen Unterschied, ob jemand sich korrekt bei uns gemeldet hat oder nicht.
Man kann darüber streiten, welchen Sinn eine Zweitwohnungssteuer hat. Aber die Finanzkraft einer Gemeinde richtet sich nach der Zahl der Einwohner. Die Anzahl der Gemeindeverteter richtet sich nach der Zahl der Einwohner. Und Einwohner ist nur, wer gemeldet ist.
Ich hab für 16 Monate einen zweiten Wohnsitz in einem anderen
Ort gehabt. Die haben mir auch mal nen Brief geschickt, dass
sie das mitbekommen haben. Ich habe aber bisher keine Zeit
gehabt, da hinzugehen… Und jetzt, wo ich da eh nicht mehr
wohne…
Was kann mir denn nun noch deswegen blühen?
Wozu ist das überhaupt gut, dass die wissen, dass ich noch
einen zweiten Wohnsitz habe?
…für die Zweitwohnungssteuer.
Ich hab für nur 4 Monate eine Zweitwohnung gemietet, in die ich nie eingezogen war. (Trennung/Versöhnung mit/von meiner Exfrau).
Für den Spaß mußte ich außer der seinerzeit hohen Miete im nachherein jetzt über 700 DM Zweitwohnungssteuer zahlen (für 2 Quartale, da länger als 3 Monate gemietet).
Ich hatte lediglich einen Mietvertrag abgeschlossen und die Wohnung selbst nur bei Vertragsabschluß 1 x betreten, nie bezogen, dummerweise aber ordnungsgemäß als derzeit 2. Wohnsitz angemeldet
Was bekommt denn eine Gemeinde pro Einwohner?
Ich kenn mich da ja nun nicht einen Millimeter aus,
bekommt eine Gemeinde für jeden Einwohner eine gewisse Menge Geld? Richtet sich das nach Einkommen der Leute oder wonach?
Gibt es Mengenrabatte?
Ordnungswidrigkeit, Verjährung
Auf jeden Fall habe ich noch etwas gefunden:
Sich nicht umzumelden ist eine Ordnungswidrigkeit mit einer Strafe bis 500 €,
diese Ordnungswidrigkeit verjährt jedoch nach 6 Monaten nach Ende der Handlung. Jetzt muss ich eben nur noch ein halbes Jahr warten und die Sache ist gegessen…
Ich kenn mich da ja nun nicht einen Millimeter aus,
bekommt eine Gemeinde für jeden Einwohner eine gewisse Menge
Geld? Richtet sich das nach Einkommen der Leute oder wonach?
Gibt es Mengenrabatte?
Eine Gemeinde kriegt schon Geld für jeden Einwohner - auf die eine oder andere Weise.
Zum Beispiel über die Schlüsselzuweisung. Das ist Geld das das Land an die Komunen weitergibt. Wieviel die Gemeinden kriegen wird jedes Jahr ( mehrfach ) neu festgesetzt, je nachdem, wieviel das Land selber meint weitergeben zu können/müssen. Das Verfahren, wieviel jede einzelne Gemeinde von dem Kuchen kriegt, ist hinreichend kompliziert, beinhaltet aber letztlich auch die Einwohnerzahl. Haste mehr, kriegste mehr. Wenn Du Dich damit beschäftigen möchtest, kann ich nur das derzeit gültige Finanzausgleichsgesetz empfehlen.
Das Ganze ist jedes Jahr wieder mit viel Gezeter und Gejammer, mit Steuerschätzungen und Wirtschaftsprognosen und dergleichen Dingen mehr verbunden.
Was ich eben sagte, bezieht sich aber nur auf die Einwohner, die ihren ersten Wohnsitz in der Gemeinde haben.
Die mit dem zweiten Wohnsitz sind viel einfacher. Die bezahlen nur ihre Zweitwohnungssteuer. Direkt an die Gemeinde wohlgemerkt. Da muß man als Gemeinde nicht erst warten, bis die Gelder über Bund und Land in ungewisser Höhe zurückfließen. Sehr angenehm.
Wieviel Zweitwohnungssteuer Kiel nimmt, weiß ich nicht. Hab auch keinen Link gefunden. Ruf doch mal im Rathaus an.
Das Ganze ist jedes Jahr wieder mit viel Gezeter und Gejammer,
mit Steuerschätzungen und Wirtschaftsprognosen und dergleichen
Dingen mehr verbunden.
Variiert das auch von Gemeinde zu Gemeinde? Also kriegt Ort X aus welchen Gründen auch immer pro Erst-Einwohner mehr Kohle als Ort Y?
Die mit dem zweiten Wohnsitz sind viel einfacher. Die bezahlen
nur ihre Zweitwohnungssteuer. Direkt an die Gemeinde
Müssen das die die Zweit-Einwohner selber zahlen? *wunder* Oder geht das automatisch mit den Abzügen vom Gehalt? *grübel* ich kann mich nicht erinnern, schonmal ne Zweitwohnungssteuer bezahlt zu haben, obwohl ich schon ein paar Zweit-Wohnsitze hatte…
Variiert das auch von Gemeinde zu Gemeinde? Also kriegt Ort X
aus welchen Gründen auch immer pro Erst-Einwohner mehr Kohle
als Ort Y?
Jain. Die Schlüsselzuweisungen sind für die Gemeinden eines Bundeslandes pro Einwohner gleich. Aber es gibt ja noch den Anteil an der Einkommenssteuer, der nach Steueraufkommen in den Gemeinden berechnet wird. Wenn ich mich nicht irre, fließen 1/3 der Einkommenssteuern wieder an die Gemeinde, in der die Steuerzahler leben. Und es gibt noch besondere Zuwendungen, die bestimmte Gemeinden zusätzlich kriegen. Wenn ein Ort als Zentralort eingestuft ist, kriegt er einen ganzen Batzen dazu. Wie das berechnet wird, weiß ich nicht. Wir sind sowas nicht.
Und dann gibt es noch besondere Zuwendungen für Gemeinden, die „unabwendbar“ verschuldet sind. Ich hab bestimmt noch was vergessen, aber mehr fällt mir grad nicht ein.
Müssen das die die Zweit-Einwohner selber zahlen? *wunder*
Oder geht das automatisch mit den Abzügen vom Gehalt? *grübel*
ich kann mich nicht erinnern, schonmal ne Zweitwohnungssteuer
bezahlt zu haben, obwohl ich schon ein paar Zweit-Wohnsitze
hatte…
Eine Gemeinde KANN Zweitwohnungssteuer erheben, muß aber nicht. Diese wird dann nicht vom Lohn abgezogen. Dafür kriegt man einen Steuerbescheid.
Die Gemeinde muß dafür eine Satzung beschließen.
Es kann also sein, daß du diesbezüglich in Steueroasen gewohnt hast.
Aber es kann auch so sein, daß die Gemeinden eine Klausel in der Satzung haben, wie wir auch. Diese Klausel sagt, daß alle, die diese zweite Wohnung nur für Berufs- und Ausbildungszwecke nutzen, von der Steuer befreit sind.