Wohnung als Wertanlage, lohnt sich das?

Ich habe wiedermal ein Schreiben erhalten, wo die Bahn Wohnungen
privatisiert und vermarktet und einem das Schmackhaft macht.
Kann sich das wirklich lohnen z.B. eine Wohnung für 60.000 Euro zu
kaufen und zu vermieten. In diesem Fall soll der fianzielle Aufwand bei 39 Euro im Monat liegen.
Kann denn jeder dies Abschreibung vornehmen?

Kaufpreis 62.000 Euro
Erwerbsnebenkosten 3.500 Euro
Gesamtkosten knapp 66.000 Euro

Finanzierung 62.500 Euro

Lineare Abschreibung 560 Euro

Steuerliche Betrachtung für 1. Jahr
Mieteinnahmen pro Monat 290 Euro
Mieteinnahmen pro Jahr 3.500 Euro
Zinssatz 4,5 %
Zinsaufwendungen Darlehen 2.800 Euro
Abschreibung 560 Euro
Verwaltungskosten 240 im Jahr

steuerlich abzugsfähig 110 Euro
Steuervorteil bei 38 % = 42 Euro

Wirtschafliche Betrachtung:
Zinsen Darlehen 2815
Tilgung Darlehen 625
Ínstandhaltungsrücklage 336
Verwakltungskosten 240
Mieteinnahme 3500
Steuervorteil 42

ergibt mtl. Belastung von ca. 39 Euro

Danke für Rat!
Sebastian

Salü Sebastian,

mein Rat:
Nimm das ganze und geh zu einem Steuerberater. Der rechnet Dir das durch und sagt Dir dann, ob es sich rechnet oder nicht.
Das kostet zwar ein paar €, aber das ist m.E. gut angelegtes Geld, denn eine finanzielle Schieflage kommt später weitweit teurer!

Gandalf

Ich habe wiedermal ein Schreiben erhalten, wo die Bahn
Wohnungen
privatisiert und vermarktet und einem das Schmackhaft macht.
Kann sich das wirklich lohnen z.B. eine Wohnung für 60.000
Euro zu
kaufen und zu vermieten.

hallo,
das kann man so pauschal nicht sagen. es kommt darauf an, in welchem Ort oder Stadtteil die Wohnung ist, wie gross, in welchem Zustand, wie die Vermietungssituation ist usw. Bevor Du dich weiter mit den finanziellen Details beschaeftigt, wuerde ich erstmal gucken, ob die Wohnung genug Zukunftspotentiel hat.
Gruss a.s.

In diesem Fall soll der fianzielle
Aufwand bei 39 Euro im Monat liegen.
Kann denn jeder dies Abschreibung vornehmen?

Kaufpreis 62.000 Euro
Erwerbsnebenkosten 3.500 Euro
Gesamtkosten knapp 66.000 Euro

Finanzierung 62.500 Euro

Lineare Abschreibung 560 Euro

Steuerliche Betrachtung für 1. Jahr
Mieteinnahmen pro Monat 290 Euro
Mieteinnahmen pro Jahr 3.500 Euro
Zinssatz 4,5 %
Zinsaufwendungen Darlehen 2.800 Euro
Abschreibung 560 Euro
Verwaltungskosten 240 im Jahr

steuerlich abzugsfähig 110 Euro
Steuervorteil bei 38 % = 42 Euro

Wirtschafliche Betrachtung:
Zinsen Darlehen 2815
Tilgung Darlehen 625
Ínstandhaltungsrücklage 336
Verwakltungskosten 240
Mieteinnahme 3500
Steuervorteil 42

ergibt mtl. Belastung von ca. 39 Euro

Danke für Rat!
Sebastian

Danke, natürlich ist es eine top Lage usw…
Es gehr rein um das Finanzielle.

Sebastian

Hallo Sebastian,

Gesamtkosten knapp 66.000 Euro

Mieteinnahmen pro Jahr 3.500 Euro

diese Zahlen bedeuten, daß die Wohnung die 17,8fache Miete kostet.
Kein Profi kauft so teuer.

Risiken:
der Zinssatz von 4,5% gilt derzeit. Liegen die Zinsen bei der Weiterfinanzierung in 10 oder 15 Jahren höher, platzt die Rechnung.

Die Miete garantiert niemand. Wohnungen stehen auch schon mal ein paar Monate leer.

Diese Wohungskauf/Wertanlage/Steursparmodelle lohnen sich so gut wie nie. Jedenfalls nicht für den Anleger.

Liebe Grüße,

Max

Hallo Sebastian!

Ich habe wiedermal ein Schreiben erhalten…

Unabhängig von der aktuellen Offerte: Eine Immobilie kauft man nicht nach Aktenlage, nicht nach Prospektbeschreibung und nicht nach von anderen Leuten prognostizierten Mieteinnahmen. Man braucht eigene Kenntnis nicht nur von der Wohnung, sondern von der gesamten Wohnanlage und auch des Umfelds. Was nützt Dir die Kenntnis des laufenden Beitrags für die Instandhaltungsrücklage, wenn morgen Dach, Regenrinne oder Heizungsanlage zu erneuern sind? Was nützen prognostizierte Mieteinnahmen bei längerem Leerstand? Rechnet sich die Finanzierung womöglich nur bei ununterbrochener Vermietung und der Annahme eines über Jahrzehnte durchgängig hohen pers. Steuersatzes? Kannst Du die Verpflichtung auch noch tragen, wenn die Wohnung leer steht, gleichzeitig Sanierungskosten anfallen und Du nichts abschreiben kannst, weil Du gar kein entsprechendes Einkommen erzielst? In welchem Verhältnis stehen Kaufpreis und prognostizierte Jahresmiete? Wenn Du Dir die Wohnung und das Umfeld ansiehst: Würdest Du dort leben wollen? Hast Du die Möglichkeit, Dich selbst um Vermietung und Verwaltung zu kümmern? Und schließlich: Welchem Ziel soll die ganze Aktion dienen? Wenn Du Dich von Steuervorteilen locken läßt und jeden Monat Geld zubutterst, kommt vorhersehbar der Zeitpunkt, an dem irgendeine der ursprünglichen Voraussetzungen nicht mehr stimmt. Sei es, die Wohnung ist oder wird unvermietbar, sei es, Dein Steuersatz ist plötzlich ein ganz anderer oder hundert andere Gründe.

Unter den passenden Voraussetzungen kann Immobilienbesitz etwas Feines und lukrativ sein. Aber zu diesen Voraussetzungen gehört ganz gewiß nicht, einer von vielen Eigentümern eines Betonlochs mit 'nem Haufen Verpflichtungen an der Backe zu sein. Wer sich dann auch noch mit der Hoffnung auf Abschreibung und Steuerersparnis in furchtbar langfristige Verpflichtungen treiben läßt, gehört vorhersehbar zum Heer der Anleger, die alles tun, um aus der Nummer wieder heraus zu kommen.

Jeden Tag gibts Zwangsversteigerungen, wo Du für wenige zig tausend Euro ein ganzes Mietshaus kaufen kannst. Dabei muß man nicht ausgerechnet beim Plattenbau mit 100 Wohnungen mit DDR-Standard in entvölkerter Gegend zuschlagen. Sowas gibts nachgeschmissen. Aber für etwa 10-fache Jahresmiete gibt es durchaus voll vermietete Objekte in ordentlichem Zustand. Entscheidend ist weniger die besonders teure Stadtlage, sondern einzig die Tatsache, daß sich in der Region genügend Mieter finden lassen, die bereit und in der Lage sind, eine Miete zu zahlen, mit der Du unter Einrechnung gelegentlichen Leerstands einer einzelnen Wohnung wirtschaften kannst. Wer dabei Reparaturstau vermeidet und so ein Objekt selbst klug verwaltet, ist auf klapprige Abschreibungsmodelle überhaupt nicht angewiesen, sondern erwirtschaftet tatsächlich Gewinn. Und wenn Du mich fragst: Gewinnerwartung hat die einzige Veranlassung für eine Investitiuon zu sein. Wenn von z. B. 6 Wohnungen mal eine leer steht und Du verstehst etwas vom Vermietergeschäft und der Kalkulation einer Miete, so daß Dich nicht schon eine einzige Wohnung in die Verluste treibt, erzielst Du tatsächlich Einkommen aus der Vermietung. Was Dir aber präsentiert wurde, ist ein Modell, bei dem Du von vornherein zubutterst! Du butterst sogar unter Einrechnung eines hohen persönlichen Steuersatzes und Vollvermietung zu! Ja, was ist denn das für ein Scheiß?! Vernebelt allein die Aussicht, im Moment ein paar Steuergroschen zu sparen, das Hirn so vollkommen, daß Du bereit bist, Monat für Monat Geld mitzubringen?

Solche Offerten gehören in den Müll, dürfen aber kein Anlaß sein, auch nur einen Moment lang ernsthaft in Erwägung gezogen zu werden. Schon die Überschrift des Postings offenbart den Fehler. Da ist nämlich von „Wertanlage“ die Rede. Welchen Wert hast Du denn, wenn Du über Jahrzehnte einen Betrag unbekannter Größenordnung bezahlt hast? Wenn Dir eines Tages eine der Steinhöhlen mit einem winzigen Bruchteil eines Grundstücks gehört, ist der Wert genau das, was ein Käufer zu zahlen bereit ist. Es kann durchaus sein, daß sich gar kein Käufer findet. Dann kann man auch nicht von Wert reden.
Wenn Du investierst, muß die Investition mindestens ihre Zinsen laufend einspielen. Ist das nicht der Fall, bist Du Mutter Theresa oder dumm oder Du läßt die Finger davon.

Gruß
Wolfgang

Danke Maximilian!
Bin zwar kein Profi, will aber trotzdem nicht zu teuer kaufen.
Kannst du mir sagen, was ein vernünftiges Verhältnis zwischen Miete und Wohnungskosten wäre?

Danke!
Sebastian

Hi,

wenn ich die Zahlen eines Bekannten richtig im Kopf habe, der das im größeren Maßstab betreibt, kauft er die meisten Häuser in der Größenordnung 10fache Jahresmiete.
Als absolute Obergrenze gab er mal die 15 fache Jahresmiete an. Da muss aber wirklich alles stimmen. Inklusive sicherem, langfristigem Mietvertrag, optimalem Zustand, bester Lage etc.
Hast Du geprüft, wie der Zustand des Hauses ist, wie hoch die Instandhaltungsrücklage derzeit ist, und ob sie zusammen mit den weiteren Zahlungen ausreicht, in den nächsten 20-30 Jahren wirklich alle Reparaturen durchzuführen?

Ein Freund von mir betreibt eine Wohnungsverwaltungsgesellschaft. Er erzählt mir immer wieder von Menschen, die sich Wohnungen als Kapitalanlage gekauft haben, sich die Objekte nicht ansahen, sich mit der Materie nicht auskannten und plötzlich von den Kosten überollt wurden. Die stehen dann ein paar Jahre nach dem Kauf völlig nackt da.
Ich würde es mir an Deiner Stelle mehr als gut überlegen.

Liebe Grüße,

Max

Hallo Max,
das ist natürlich ein erheblicher Unterschied.
Ob die Rücklage ausreicht kann ich nicht ermessen,
aber die Rücklage an sich empfinde ich schon als erhebnlich hoch.
Aber was weiss ich schon von Rücklagen und Ausgaben für eine Immobilie…

Am besten ich schau mich nochmal ein wenig um.

Grüße
Sebastian

Tja Wolfgang, damit hast du das erreicht,
womit Max bereits begonnen hat.
Ich lasse das ganze erstmal sein und warte, dass es vielleicht wirklich interessante Objekte geben wird.
Das war mein Erstkontakt oder meine Erstüberlegung über ein solches Thema.
Gut das ich euch habe!!!

Danke!

Gruß
Sebastian

Danke, natürlich ist es eine top Lage usw…
Es gehr rein um das Finanzielle.

hallo
dann würde ich das angebot mit andren in der gleichen lage vergleichen.

Gruß A.S