Wohnung oder Hauskaufen ? Unrealistisch ?

Hallo Leute, ich wollte mal Eure Einschätzung bevor ich mich durch den Dschungel von Banken und Finanzberatern kämpfe.

Ich möchte am liebsten Bauen, Fertighaus insgesamt 180.000 - 200.000 €. Ich bin Beamter, 26 J, und werde aller Voraussicht nach nächstes Jahr die Lebenszeitverbeamtung bekommen. Einkommen mind. 1700 netto mtl. je nach dem 100 - 200 € mehr. Freundin 400,- € im Monat keine Kinder. Verbindlichkeiten 15.000 vom KFZ.

Habe einen 10.000er Bausparvertrag und ne Kapitallebensversicherung. Freundin hat auch noch nen 10.000er Bausparvertrag und LV. Mein Vertrag ist nächstes Jahr Zuteilungsreif. Anderes Vermögen oder Grundstück ist nicht vorhanden.

Kosten für Haus und Grundstück und Nebenkosten schätze ich bei 200.000 ein. Da haben wir uns bereits erkunfigt.

Wie sind die Chancen auf einen Kredit ? Besser noch auf Lebenszeit warten oder bis Freundin mit Ihrem Studium fertig ist und auch verdient? Oder gibts doch Möglichkeiten? Wie siehts aus mit nem LV-Darlehen, ist das sinnvoll?

Macht es evtl. Sinn erstmal ne ETW (70.000) Euro zu finanzieren und nach 4 Jahren nochmal an Hausbau zu denken ?

Das waren jetzt viele Fragen. Ich würde gerne ein paar Standpunkte hören, bevor ich mich durch den Berater Dschungel kämpfe!

Vielen Dank

hallo, graptem,

falls du etwas kaufen willst,
dann würde ich die hälfte der
kaufsumme vorher ansparen.

schließe einen bausparvertrag
beim bhw oä. ab und zahl dort
soviel wie möglich ein.

hände weg von lv-darlehen und
einer zwischenfinanzierung.

und rechne nicht urlaubs- und
weihnachtsgeld in finanzierungs-
rechnungen ein.

ändere deine lv in eine risiko-
lebensversicherung ein und zahl
das gesparte geld in den bauspar-
vertrag ein:

http://www.bundderversicherten.de

und denke daran,daß du irgendwann
alt und körperlich eingeschränkt
wirst ( wg treppen,türen …).

lasse dich dahin beraten,falls
du und deine freundin euch einmal
trennt oder einer von euch kein
geld mehr zahlen kann.

und wenn du gekaufst hast,dann
würde ich während der zinsbindung
alles geld,was „über“ ist,in den
bausparvertrag einzahlen.

und suche dir solide freunde,auf
die du vertrauen kannst,denn beim
richtfest sind alle da,aber wenn
es um hilfe geht,dann werden einige
dich enttäuschen ( stichwort:
muskelhypothek ).

suche dir einen bauträger,der gegen
pleite versichert ist.

mehr fällt mir im moment nicht ein.

mfg

kunde3

Hallo,
Bei einer Vollfinanzierung von 200T€ u. 10J Festschreibung und 1% tilgung kostet dich der Kapitaldienst ca 950 Euro mtl.

Das Haus wird ca 120 qm WFL haben, realistisch gerechnet, bei sparsamen Verbrauch, benötigst du 2,50 €/qm/Monat warme Betriebskosten das sind nochmal 300€.

Da solch eine Rechnung über 25-30 Jahre geht, mußt du auch eine Abschreibung vornehmen. Vom Gebäudewert 2% p.a. akzeptiert z.B. das Finanzamt bei Vermietung, das sind ca. 200€ p.M., die vielleicht zur Hälfte durch eigene Arbeit aufgefangen werden können.

Das heißt du mußt für Wohnen ca. 1350 € im Monat aufbringen.

Ob das mit deinem EInkommen sinnvoll ist, bezweifle ich. Da du vielleicht in den nächsten 30 Jahren mal Kind/er haben möchtest, da deine Freundin vielleicht nicht sofort eine Arbeit findet - kannst du nicht unbedingt von 2 Einkommen ausgehen. (wenn du jetzt mit Lohnerhöhungen argumentierst: ich bin auch Beamter und mein Netto ist heute nicht höher als 1990)

Dein 10000 Bausparvertrag ist vielleicht mit 5000€ bespart - du mußt umziehen, brauchst vielleicht ein paar Möbel, eine Küche im Haus.

Ich würde einfach mal probieren, ob ihr 1-2 Jahre 1350€(- akt.Miete) zurücklegen könnt. Dann hat sich auch geklärt wo deine Freundin wohnen wg.Job muss. Und das überschüssige Ged ist ein Eigenkapitalsanteil.

Für 4 Jahre eine Eigentumswohnung zu kaufen, ist höchst spekulativ und macht keinen wirklichen Sinn. Du hast

a) AN- und Verkaufskosten
b)ob eine Wertsteigerung eintritt, kann dir keiner sagen.
c) ob du die Wohnung verkaufen kannst, wenn du das Geld brauchst?

Auch in Bausparverträgen ansparen, halte ich für nicht besonders pfiffig.
Suche dir festverzinsliche Wertpapiere mit Laufzeiten, die passen,bzw.lege dein Geld als Festgeld an.
Gruß n.

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Hallo Graptem,
mir fällt spontan noch eine andere Möglichkeit ein: Schau doch einfach mal in die Rubrik Zwangsversteigerungen. Zugegeben, eigener Neubau ist das nicht, aber muß es das denn sein? Gerade bei den Objekten, bei denen die 5/10tel Grenze gefallen ist, kann man eine Menge sparen, was dann letztendlich die monatliche Belastung senkt und ein Wohneigentum bezahlbar macht.
MfG M.P.

Danke für die Antworten.
Ich dachte nicht unbedingt an eine Zwangsversteigerung, aber der Tipp ist echt ne Überlegung Wert. Nochmal zur Ausgangsfrage : Bekomme ich mit meinem Einkommen einen entsprechenden Kredit ???

Ein Haus will ich vielleicht Ende nächsten Jahres, Anfang übernächsten Jahres bauen. Gesamtkosten werden, so hoffe ich 200.000 nicht übersteigen. Eigenleistung werden wir erbringen, Wert etwa 15.000 bis 20.000 €. (Böden, Wände, Außenbereich, Putzarbeiten, Elektroverlegung im Haus und einen Teil der Sanitäranlagen, sowie Ausschachtarbeiten). Es soll ein Fertighaus werden (liegen mehrere konkrete Möglichkeiten vor von Weber, Allkauf bzw. Heinz von Heiden. Daher kann ich auch diese Angaben machen.

Die Gehaltssituation wird sich bei mir wie folgt ändern. Ab Dezember Nettoeinkommen von 1.900 - 2.000 €. Ab nächsten Jahr dann Lebenszeitbeamter. Freundin verdient derzeit neben dem Studium 400 - 500 €, Ab Ende nächsten Jahres im Referendariat etwa 900 - 1.000 € Es sind 2 10.000er Bausparverträge vorhanden, sowie 2 große und 1 kleine Kapitalbildende LV, die wenn es denn sinnvoll wäre, beliehen werden könnten. Scheinbar ist dies aber keine gute Alternative.

Vorbelastung derzeit 15.000 wegen Auto, denke dann im nächsten Jahr noch etwa 10.000 €

Ziel ist, kfw miteinzubeziehen. Die Häuser sind so geplant (und auch schon berechnet) das ein Teil über KFW finanziert werden könnte.

Nun die Frage: Bekomme ich dann wohl den entsprechenden Kredit???

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Graptem,
mir fällt spontan noch eine andere Möglichkeit ein: Schau doch
einfach mal in die Rubrik Zwangsversteigerungen. Zugegeben,
eigener Neubau ist das nicht, aber muß es das denn sein?
Gerade bei den Objekten, bei denen die 5/10tel Grenze gefallen
ist, kann man eine Menge sparen, was dann letztendlich die
monatliche Belastung senkt und ein Wohneigentum bezahlbar
macht.
MfG M.P.

Danke für die Antworten.
Ich dachte nicht unbedingt an eine Zwangsversteigerung, aber
der Tipp ist echt ne Überlegung Wert. Nochmal zur
Ausgangsfrage : Bekomme ich mit meinem Einkommen einen
entsprechenden Kredit ???

Ein Haus will ich vielleicht Ende nächsten Jahres, Anfang
übernächsten Jahres bauen. Gesamtkosten werden, so hoffe ich
200.000 nicht übersteigen. Eigenleistung werden wir erbringen,
Wert etwa 15.000 bis 20.000 €. (Böden, Wände,
Außenbereich, Putzarbeiten, Elektroverlegung im Haus und einen
Teil der Sanitäranlagen, sowie Ausschachtarbeiten). Es soll
ein Fertighaus werden (liegen mehrere konkrete Möglichkeiten
vor von Weber, Allkauf bzw. Heinz von Heiden. Daher kann ich
auch diese Angaben machen.

Die Gehaltssituation wird sich bei mir wie folgt ändern. Ab
Dezember Nettoeinkommen von 1.900 - 2.000 €. Ab nächsten
Jahr dann Lebenszeitbeamter. Freundin verdient derzeit neben
dem Studium 400 - 500 €, Ab Ende nächsten Jahres im
Referendariat etwa 900 - 1.000 € Es sind 2 10.000er
Bausparverträge vorhanden, sowie 2 große und 1 kleine
Kapitalbildende LV, die wenn es denn sinnvoll wäre, beliehen
werden könnten. Scheinbar ist dies aber keine gute
Alternative.

Vorbelastung derzeit 15.000 wegen Auto, denke dann im nächsten
Jahr noch etwa 10.000 €

Ziel ist, kfw miteinzubeziehen. Die Häuser sind so geplant
(und auch schon berechnet) das ein Teil über KFW finanziert
werden könnte.

Nun die Frage: Bekomme ich dann wohl den entsprechenden
Kredit???

Nochmals hallo, Graptem,
bezüglich des Kredits stelle doch einfach mal Kreditanfragen bei verschiedenen Banken. Manchmal sind auch Finanzierungen über die mit den Bausparkassen verbundenen Banken möglich. Genaues können Dir wirklich nur die Banken sagen. Achtung: Soviel wie möglich vergleichen. Die Eigenleistungen, die Ihr eingeplant habt, sind gut, aber denke daran: Die körperliche und seelische Belastung bei Hausbau und gleichzeitiger Volltätigkeit ist nicht zu unterschätzen. Wenn Ihr in dieses Hinsicht weniger kalkuliert und dann mehr schafft, ist das goldwert, anderes herum ist es äußerst schlecht.
Der bereits unterbreitete Vorschlag, ein Jahr lang des überzählige Geld brav zur Seite zu packen und fest zu parken (auch dabei unbedingt Zinsen vergleichen), sollte unbedingt berücksichtigt werden.
Auch die Bausparkassen bieten die Möglichkeit, gemeinsam anhand Eurer genannten Eckdaten verschiedene Finanzierungsmodelle durchzurechnen.
Wir selbst haben z. B. mit einem Kredit der DG Hyp gute Erfahrungen gemacht, wobei wir mehrere Kreditsummen mit unterschiedlichen Fälligkeiten vereinbart haben, sodaß kostenfreie Zwischentilgungen möglich sind.
Neben den bereits genannten Nebenerwerbskosten, die sich bei Eurem Plan summieren werden (evtl. Makler?), sind immer noch Sicherheitsposten einzukalkulieren, z. B. für ungeplante Dinge - Krankheit, Auto defekt, Waschmaschine kaputt, weitere Erschließungskosten des Grundstücks (z. B. wenn die Straße ausgebaut wird ect.).
Diese ganzen Nebenerwerbskosten haben wir uns bei der Zwangsversteigerung erspart, da dort die Eintragung von Amts wegen ohne weitere Kosten erfolgt. Zwischen dem ursprünglich ins Auge gefaßten Objekt und dem ersteigerten lagen damals ca. 45.000 DM, die letztendlich für erforderliche Renovierungsarbeiten (das ersteigerte Objekt war noch nicht verputzt) genutzt werden konnten und somit nochmals die monatliche Belastung senkten, da die erforderlichen Arbeiten über einen längeren Zeitraum gestreckt werden konnten und das Geld nicht sofort komplett zur Verfügung stehen mußte.

Du sieht, die Beantwortung Eurer Frage könnte ein abendfüllendes Programm werden und sprengt sicher den Rahmen dieses Forums. Gerade weil diese Entscheidung für Euren weiteren Lebensweg so einschneidend (und schön) ist, unbedingt einen Fachmann des Vertrauens suchen und dabei auch auf den Bauch hören.

MfG und alles Gute M.P.

Hallo Graptem,
ergänzend zu den o. g. Ausführungen fällt mir eine weitere Möglichkeit ein. Habt Ihr einen Steuerberater oder einen Steuerfachgehilfen/Steuerfachwirt, der Eure Einkommensteuererklärung macht. Auch der könnte Euch eine erste Überschlagsrechnung erstellen.
MfG M.P.