Hallo,
Vielen Dank erst mal für Deine sachliche Reaktion. Es macht viel mehr Spaß zu diskutieren, wenn der Diskussionspartner sich nicht benimmt wie ein 5-jähriges Kind.
Das hast Du nicht ganz richtig verstanden, ich bin den ganzen
Tag zu Hause…
Das war nicht spezifisch auf Dich bezogen.
Zur eigentlichen Frage: es gibt Katzen, die ausgeglichen und vertrauensvoll sind und sich daher an Geschirr und Ausgang gewöhnen. Einige rasten aus, wenn sie ein lautes Geräusch hören, andere sind da eher unempfindlich.
Mir persönlich wäre die Gefahr zu groß, die Biester können sich innerhalb von Sekunden aus jedem Geschirr winden und dann wars das mit der Katze. Für mich ist der Vorteil nicht groß genug, verglichen mit dem Risiko.
Meine gebetsmühlenartige Wiederholung von „keine jungen Katzen in Einzelhaltung in der Wohnung“ mache ich nicht, weil es mir Spaß macht, unerfahrene Katzenhalter anzugreifen. Vielmehr möchte ich verhindern, dass noch mehr Leute diesen Fehler machen, den ich auch selbst gemacht habe.
Ich habe mir schon immer eine Katze gewünscht, durfte aber erst eine haben, als meine Mutter sich von meinem Vater trennte und wir auszogen. Meine Mutter mag keine Tiere, daher war klar, dass es nur eine Katze sein würde. Freigang ging nicht, aber es war genug Platz da. So wurde eine 4-monatige Kätzin aus dem Tierheim geholt. Anfangs war sie etwas problematisch, weil sie die Wohnung komplett nach ihren Anforderungen umgestaltete.
Zimmerpflanzen? Keine Chance. Dekofiguren? Du sollst die Katze anbeten, nicht Diddl! Poster an der Wand? Nach den Heftzwecken kann man super jagen, huch! Das Poster ist abgerissen. Müssen Lautsprecher wirklich an der Wand montiert sein? Und was macht dieser Blumentopf hier auf meinem spontan bevorzugten Liegeplatz … schubs! Es war die Hölle, obwohl ich in dieser Beziehung sehr schmerzfrei bin, keine Nippes-Sammlungen habe und die Katze auch nicht besonders temperamentvoll war. Sie hat z.B. nie an Möbeln oder Tapeten gekratzt und war niemals unsauber.
Ich bin der Ansicht, die Katze hatte es so gut, wie das bei Wohnungshaltung als Einzeltier nur möglich ist. Was ihr ziemlich sicher fehlte, habe ich erst gesehen, als ich nach ihrem Tod ein Katerpärchen aufgenommen habe. Man kann gar nicht beschreiben, wie wunderbar die Beiden miteinander interagieren. Sie machen alles zusammen, putzen sich, schlafen nebeneinander, küssen und schlagen sich, spielen und jagen sich und genießen alle Facetten der Kommunikation unter Artgenossen - alles das, was ich ihnen nicht bieten kann, weil ich ein Mensch bin. Ich schäme mich, dass ich das meiner ersten Katze aus Unwissenheit vorenthalten habe.
Im Kontrast dazu habe ich eine dritte Katze, welche seit dem Welpenalter keinen Kontakt zu Artgenossen hatte. Zu vertrauten Menschen ist sie sehr nett, wenn auch kätzisch zickig. Aufgrund der Einzelhaltung ist sie sehr unflexibel bei Veränderungen. Beim Anblick anderer Katzen rastet sie förmlich aus, macht unter sich, rennt schreiend weg. Diese Katze wird niemals mit einem Artgenossen zusammengerollt in einem Körbchen schlafen. Keiner wird sie putzen und mit ihr durch die Wohnung toben. Ich bemühe mich, sie so gut wie möglich zu versorgen und sie scheint auch zufrieden, aber ich weiß ja, wie es sein könnte. Da sie Hunde mag, habe ich bei der Anschaffung meines neuen Hundes auf Katzenfreundlichkeit geachtet, so dass sie wenigstens ein bißchen tierischen Kontakt und Abwechslung hat.
Ich war selbst mal in einer ähnlichen Situation wie Du, wo es mir psychisch sehr schlecht ging. Ich hatte Messie-Tendenzen, Depressionen und verletzte mich selbst. Hätte ich damals meine Katze nicht gehabt, wäre ein Selbstmordversuch nicht ausgeschlossen gewesen. Aber: Katzen sind lebende Wesen, keine Psychopharmaka. Sie haben das Recht auf optimale Haltung.
Ich wiederhole daher meinen Apell: wenn der Vermieter nur eine Katze erlaubt, schaue Dich bitte in den Tierheimen nach einem erwachsenen Einzelgänger um. So eine Katze wie meine Greta wäre ideal für Dich. Wenn Deine Wohnung einen Balkon hat, kann man den katzensicher machen und ein bißchen Flair von „draußen“ für die Katze bieten, einem ruhigen Tier reicht das aus. Ich bin Dir gerne bei der Suche behilflich und kann auch direkte Kontakte vermitteln, falls das Ruhrgebiet oder Rheinland für Dich nicht zu weit weg ist (ich kenne einige Katzenschützer im Raum Dortmund und Düsseldorf).
Das ist leider ein längerer Text geworden, aber ich hoffe, es hilft ein bißchen beim Verständnis meines Standpunktes.
Gruß,
Myriam