Wohnungskatzen an Freigang gewöhnen

Hallo!

Wir haben hier drei Kater, um die 6 Jahre alt, die ihr bisheriges Leben reine Wohnungskatzen waren. Jetzt bietet sich die Möglichkeit, sie raus zu lassen. Allerdings aus dem ersten Stock über eine Balkenkonstruktion, also nicht so einfach wie mit Katzenklappe.

Zum einen, haben die draussen überhaupt eine Chance? Oder sind sie zu „alt“, um sich mit Autos, fremden Katzen (da leben hier so einige), Hunden zu arrangieren?

Der Weg nach draussen ginge über den Balkon, von dessen Brüstung unten katzenbreite Bretter auf einen Zwischenhalt gehen, und dann zum Boden. Wie bringt man die Katzentiere dazu, das zu nutzen? Wie muss man es seitlich sichern, so dass nicht der nächste stärkere Windhauch sie runterpustet?
Wie breit muss sowas sein, dass zwei schlanke Katzen aneinander vorbei passen?

Und die grosse Frage, woher wissen sie, dass sie da wieder hoch müssen, wenn sie mal unten sind? Ich habe immer das Bild vor Augen, dass Katze runtergeht (da treibt ja die Neugierde), unten dann aber vor lauter Eindrücken so abgelenkt ist, dass sie nicht mehr zurückfindet…oder sich, unten angekommen, erschreckt und erstmal kopflos davonrennt.

Es wäre schön, wenn ich einiges an Input bekommen könnte :smile:

Ach ja, eine kleine Frage wäre da noch…eine Pinkelkatze (schon seit Jahren, irgendwie einen Knacks in der Psyche, aber wir finden keinen Auslöser), könnte der so ein Freilauf helfen?

Vielen Dank schonmal für Antworten! :smile:

Liebe Grüsse
Bine

Hi,

Zum einen, haben die draussen überhaupt eine Chance? Oder sind
sie zu „alt“, um sich mit Autos, fremden Katzen (da leben hier
so einige), Hunden zu arrangieren?

doch, haben sie, genauso eine Chance wie jede Katze. Einer meiner Kater wurde sehr spät Freigänger, der hats bisher (seit 2 1/2 Jahren) auch geschafft. :smile:

Zu der Konstruktion vom Balkon kann ich dir nichts sagen, ich weiß aber, dass Katzen schnell lernen. Ich würde sie auf den Balkon lassen und vllt. von unten ein Spielzeug über die Konstruktion ziehen, damit sie den Weg erkennen können. Wenn sie den Weg runter einmal gefunden haben, finden sie auch wieder den Weg rauf …

Und die grosse Frage, woher wissen sie, dass sie da wieder
hoch müssen, wenn sie mal unten sind? Ich habe immer das Bild
vor Augen, dass Katze runtergeht (da treibt ja die Neugierde),
unten dann aber vor lauter Eindrücken so abgelenkt ist, dass
sie nicht mehr zurückfindet…oder sich, unten angekommen,
erschreckt und erstmal kopflos davonrennt.

Mal von dieser Konstruktion abgesehen (aber sowas merken die sich): „Neue“ Freigänger sind super vorsichtig. Meine haben sich gaaaaanz langsam aus der offenen Tür geschlichen und dann gaaaaaaanz langsam immer am Zaun entlang einmal durch den Garten. Wenn was Unerwartetes passiert ist, waren die sehr zielstrebig wieder durch die offene Tür. Die kennen ihren „Fluchtweg“, bzw. sie sorgen dafür, dass sie ihn kennen, bevor sie sich weiterwagen.

Alternativ kannst du ihnen vllt. was Vertrautes in den Garten stellen? Eine Transportbox mit ihrer Lieblingsdecke oder Ähnliches? Und selber solltest du auch im Garten sein, nur beobachten, aber sozusagen als Anlaufpunkt.

Ach ja, eine kleine Frage wäre da noch…eine Pinkelkatze
(schon seit Jahren, irgendwie einen Knacks in der Psyche, aber
wir finden keinen Auslöser), könnte der so ein Freilauf
helfen?

Ich meine ja. Mein Sorgenkind Elvis war lange ein unglaublich gestresstes Tier, Angst vor allem und jedem, besonders in Schuhe und fremde Taschen hat er gepinkelt, weil die von draußen kamen und fremden Geruch mitbrachten.

Seit er Freigänger ist, hat er ständig soviele Eindrücke, dass ihn kleinere Veränderungen nicht mehr jucken. Er ist viel entspannter, und außer einer gelegentlichen Pfütze auf dem Katzenklo-Vorleger gibts keine Pinkeleien mehr.

Gruß
Cess

Hallo Bine,

meine Miezen waren erst ein gutes Jahr, aber es ging uns eben so. Wir haben ein großes Vordach vor dem Küchenfenster. Von da aus haben wir einen schmalen Balken nach unten gelegt, später sogar mit restlicher Teppichware gepolstert, damit sie sich keinen Schiefer einziehen. Luxus pur! Am Anfang hatten sie natürlich Angst. Wir hatten sie mit erhältlichen Katzenleinen in den kleinen Vorgarten erstmal ab und zu „schnüffeln“ lassen und uns da auch sehr viel Zeit genommen.
Später haben wir sie mit Futter heruntergelockt und haben auch noch aufgepasst, das sie vorerst nicht weglaufen, denn das geht ganz schnell bei deren Neugier. Und mit Futter haben wir sie auch wieder hochgelockt, was etwas schwieriger war. Einer stand unten und hat aufgepasst und der andere hat oben mit dem Futter sich Mühe gegeben… Das haben wir ungefähr 2 oder 3 Tage gemacht, wir wollten uns auch keine Sorgen machen müssen. Ging auch ganz gut. Erst waren das nur „Schnuppergänge“, außerdem gibt´s nur zu Hause etwas zu fressen. So nach und nach wurden es längere Aufenthalte, das längste waren 2 Tage. Irgendwo gibt es bestimmt etwas besseres zu Fressen?!
Aber eigentlich ist das alles halb so schlimm, sie wissen ganz schnell Bescheid und sind auch „vorsichtig“ neugierig.

Viel Erfolg und liebe Grüße