Wollvärmedemmung - Luftzirkulation

Hallo,

Ein altes Haus wird mit einer Wollwärmedämmung umhüllt. In der Sockelbereich (auf 160 cm Höhe) ist eine Ziegeloptik vorhanden. Diese wird so belassen. Die Dämmplatten sind 12 cm stark.
Ich habe mal gehört, dass bei ältere Häuser eine Luftzirkulation unter der Dämmung gewährleistet werden muss, um das ewentuel gebildete Kondenswasser entweichen kann und kein Schimmelbildung fördert wird.

  1. Ist das bis hier richtig?

  2. Wie erreiche ich diese Ziel? -> Ich habe vor nur mit 6 Kleberpunkte je Platte zu fixieren und rumherum die Platte nicht mit einem „Kranz“ zu beschmieren, um die „Luftwege“ frei zu lassen. Wirkt das ewentuel negativ auf die Effizient der Dämmung aus? (Es wird noch verdübelt).

Vielen Dank,

Mit freundlichen Grüßen,
David

Hallo David,

Ich habe mal gehört, dass bei ältere Häuser eine
Luftzirkulation unter der Dämmung gewährleistet werden muss,
um das ewentuel gebildete Kondenswasser entweichen kann und
kein Schimmelbildung fördert wird.

  1. Ist das bis hier richtig?

die Zirkulation muß zwischen Dämmung und Schalung der Dämmung gewährleistet sein. Unter der Dämmung wäre nicht so gut, da kann man sich die Dämmung gleich sparen.

Gandalf

Danke für die schnelle Antwort. Ich muss nachfragen: was ist diese Schalung?

David

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Hallo David,

einfach gesagt ist es so, dass es verschiedene Arten der Dämmung gibt:

  1. Wärmedämm-Verbundsystem
    von Innen nach Außen besteht dieses aus folgenden Schichten: Mauerwerk, Dämmung, Außenputz
    Hier gibt es keine Luftschicht, die Dämmplatten werden gedübelt, geklebt und rundum gespachtelt.
    Die Dämmung muss technisch geeignet sein (also z.B. Styrodur, Polystyrol, Foamglas,…)

  2. Vorhangfassade
    von Innen nach Außen besteht dieses aus folgenden Schichten: Mauerwerk, Dämmung, LUFTSCHICHT, Schalung (also: Holzbretter), Verkleidung (Bleche, Faserzementplatten,…)

alternativ kann auch:
Mauerwerk, Dämmung, LUFTSCHICHT, Steinschicht (Klinker, Natursteinplatten,…) gebaut werden.

Insgesamt ist eine hinterlüftete Fassade (also „2“), wenn also auf der ganzen Fläche eine Luftschicht zwischen Dämmung und „außenhaut“ Deines Hauses ist, die „bessere“ aber auch teurere Lösung.

Dass unter „1“ beschriebene Wärmedämm-Verbundsystem funktioniert millionenfach - Du solltest allerding, wenn Du ein altes Haus verkleidest, sicherheitshalber von einem Bauingenieur eine Berechnung („GLASER-DIAGRAMM“) machen lassen, um herauszufinden, ob durch Deinen Dämmungsaufbau zu viel Kondenswasser in der Wand anfällt.

Was Du NICHT (!!!) machen solltest, ist "rundherum einen Kranz " freizulassen. Das ist falsch, weil Du damit Kältebrücken herstellst und es eigentlich noch schlimmer machst. Die Wärmedämmung muss vollflächig aufgebracht werden.
Wenn Du sicher gehen möchtest, kannst Du auf der Innenseite der Wand (also im Raum) eine Dampfsperre (also eine bestimmte Folie) vollflächig aufbringen(WICHTIG hierbei ist, an den Stößen die Folie mit dem geeigneten Klebeband zu verkleben). Dann musst DU allerdings innen überlegen, wie Du die Wand wieder verkleidest (Gipskarton), um eine malerfertige (also: „schöne“) Oberfläche zu bekommen.

Es ist schon ein schwieriges Thema, so gesehen …

Und zum Schluss: gegen Schimmelbildung hilft viel Stoßlüften am besten. Mehrmals täglich, auch im Winter, alle Fenster kurz (fünf Minuten) aufmachen.

Gruß

Tim

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Hallo David!

Ein altes Haus wird mit einer Wollwärmedämmung umhüllt. In der
Sockelbereich (auf 160 cm Höhe) ist eine Ziegeloptik
vorhanden. Diese wird so belassen…

Schon nach Deinen ersten Sätzen stellen sich mir viele Fragen, z. B.: In welchem Zustand sind Fundament und Keller? Gibt es irgendwo Feuchtigkeit? Woraus besteht der Sockelbereich mit seiner Ziegeloptik? Was geschieht mit den Fenstern, wenn Du Dämmmaterial anbringst?

Wärmedämmung ist grundsätzlich gut. Aber sie muss mit Verstand und nach Untersuchung der vorhandenen Substanz und Berechnung angebracht werden. Andernfalls kann es passieren, dass noch so viel Isolierung nichts nützt und dass schlimmstenfalls zunächst unbemerkt das ganze Haus verschimmelt. Solche Schäden können ein Gebäude ruinieren.

Die erste Maßnahme sollte sein, dass Du einen Architekten/Bau-Ing. bzw. Statiker zu Rate ziehst. Der wird gucken, evtl. an der einen oder anderen Stelle an der Hauswand graben, er wird sich den Aufbau des Gemäuers und vieles mehr ansehen, er wird vielleicht eine Bohrung setzen, um Feuchtigkeit in einer Wand festzustellen, dann wird er überlegen und rechnen und Dir genau sagen, was Du machen musst, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Der Fachmann wird exakte Angaben mit genauer Benennung von Fabrikat und Typ machen (es geht dabei um physikalische Eigenschaften, nicht ums Verkaufen), an die Du Dich beim Aufbau der Isolierung unbedingt halten solltest. Er wird Dir auch sagen, was mit den Fenstern zu geschehen hat. Sobald Du von den Angaben abweichst (hab was anderes gekauft, hat der Verkäufer im Baumarkt empfohlen, war im Sonderangebot), machst Du mit einiger Wahrscheinlichkeit den Effekt der Isolierung kaputt und hast in der Folge feuchte, schimmelige Wände. Außerdem muss vermutlich vor der Dämmung der Keller knochentrocken gelegt werden. Feuchtigkeit kann nämlich mehrere Meter die Wände hoch steigen. Wenn Du in solchem Gemäuer die Wände verhüllst, hast Du sehr bald die schönste Pilzzucht.

Ich möchte nichts dramatisieren, aber ich möchte Dich davon überzeugen, zunächst einen Architekten hinzu zu ziehen (keinen Verkäufer, keinen noch so guten Handwerker, sondern einen Architekten oder Bau-Ing.!), bevor Du mit der Arbeit beginnst. Der Spaß kostet vielleicht 500 oder 1000 €, aber Du wirst kaum jemals wieder Dein Geld so gut anlegen.

Wärmedämmung lässt sich nicht aus der Ferne beurteilen. Das Thema ist zu komplex, um mit lockerer Hand irgendwas einzukaufen und an die Wand zu nageln. Ein Bau-Ing. kann Dir unter genauer Angabe des zu bewerkstelligen Wandaufbaus mit Angabe von Materialien und exakten Schichtdicken sagen, ob in einem Raum eine Atmosphäre zum Wohlfühlen entsteht oder ob die Wände „kalt strahlen“ oder ob ein feuchtes Klima entsteht. Verzichte unter keinen Umständen auf solches Wissen und solche Beratung!

Durchs Internet geistern zahllose Berichte, wonach Wärmedämmung nichts bringt. Sofern es sich bei den Urhebern nicht um gestörte Zeitgenossen handelt, ist die Ursache solcher negativen Erfahrungen ist regelmäßig, dass die „Täter“ nicht wußten, was sie tun. Da fand offenkundig keine Untersuchung der Verhältnisse durch einen fachkundigen Menschen statt, bevor das Material gekauft wurde und bevor der erste Handwerker seinen Zollstock aufklappte oder seine Bohrmaschine einschaltete.

Gruß
Wolfgang

Hallo,
ja,ja, die Wärmedämmung.
Das Frankfurter Nordend ist ja bekannt dafür, dass da besonders viele Ökos wohnen. (siehe div. Wahlergebnisse)
Nun gibt es hier eine Menge wunderschöner Gründerzeithäuser und die kann man ‚selbstverständlich‘ nicht dämmen. Dann wären ja die schönen Fasaden futsch.
Und die Ökofuzzis fühlen sich trotzdem hier sauwohl - Energiebilanz hin, Energiebilanz her. EU-Richtlinien hin, EU-Richtlinien her.
Nur der kleine Häuslesbauer - so er sein Haus nicht in den neuen Mitgliedsstaaten baut, der ist für die Herrschaften der Depp.
Beispiel: Meine Gastherme ist ‚grenzwertig‘ und muss raus. In der Nachbarschaft gibt es eine Firma, die u.a. tschechische Arbeiter beschäftigt. Die werden die dann mitnehmen und bestimmt nicht, um sie dort zu verschrotten.
Gruß
Peter

Hallo Peter!

Nun gibt es hier eine Menge wunderschöner Gründerzeithäuser
und die kann man ‚selbstverständlich‘ nicht dämmen. Dann wären
ja die schönen Fasaden futsch.

Wer erzählt denn so etwas? Selbstverständlich lassen sich auch historische Gebäude mit historischen Fassaden auf einen zeitgemäßen Stand der Wärmedämmung bringen. Ich behaupte sogar, dass man diese Gebäude auf den Standard von Niedrigenergiehäusern bringen kann. Natürlich nicht mit Heimwerkermethoden und auch nicht ohne gründliche Planung, aber es geht!

Will man ein altes Gebäude mit hübscher Fassade sanieren und technisch insgesamt auf einen zeitgemäßen Stand bringen, kann man natürlich nicht einfach Dämmzeuchs auf die Fassade babben. Dann wird von innen gedämmt und vor die Dämmung kommt noch eine recht dicke feuchtigskeitsspeichernde Schicht aus Leichtbeton, Ytong o. ä. für das angenehme Raumklima. Letztlich baut man dabei ein neues Haus in das alte Kleid. Klar, solche Sanierung, bei der oft noch andere historische Sachen, wie z. B. das Treppenhaus erhalten werden muss, wird teurer als ein Neubau. Aber es funktioniert und es wird auch gemacht.

Solche Sanierungen können richtige Herausforderungen für Architekten, Statiker und Denkmalschützer sein. Es sind nicht nur wunderschöne Gründerzeitfassaden und mittelalterliche Backsteinbauten wie z. B. in Stralsund, Lübeck oder Lüneburg, es sind auch viele Industriedenkmäler. Stahlbauten mit Backstein und feingliedrigen Stahlfenstern - dort hinein soll z. B. ein moderner Bürobetrieb oder eine Ladenpassage und zwar so, dass kein Wasser von innen von den Fensterscheiben läuft, kein Kondenswasser von den Stahlträgern tropft und sich die Betriebskosten von Heizung und/oder Klimatisierung in Grenzen halten. Das ist nicht billig, aber auf verschiedenen Wegen machbar.

Gruß
Wolfgang