Woran erkenne ich Charaktereigenschaften?

Ein freundliches Hallo an alle,

ich Googel und Googel, finde aber nicht das richtige.

Es gibt doch Seiten, wo beschrieben ist, welche Charaktereigenschaften ein Mensch hat mit z.B. schlanken Fingern, dünnen Lippen usw.

Was ist das für ein Mensch, der eine ganz dünne Oberlippe hat, aber eine „normale“ Unterlippe?

Kann man aus diversen Merkmalen wirklich erkennen, ob ein Mensch faul, strebsam, oder, oder, ist? Meine Freundin behauptet das jedenfalls.

Im voraus schon mal herzlichen Dank für Eure Hilfe!

Liebe Grüße,
Maria

Hallo Maria,

das Stichwort lautet „Physiognomik“.

Kann man aus diversen Merkmalen wirklich erkennen, ob ein
Mensch faul, strebsam, oder, oder, ist? Meine Freundin
behauptet das jedenfalls.

da scheint nichts dran zu sein.

Und auch im Kleinen, aus eigener Erfahrung:
Ich kenne sich charakterlich ähnelnde Personen, die ganz unterschiedlich aussehen - wie auch sich optisch ähnelnde Personen mit ganz unterschiedlichem Charakter.

Wie soll das auch absolut gelten?
Der Charakter ist nicht rein angeboren, sondern wird auch über Erziehung, über Erlebnisse geprägt.
Erkrankungen können ferner den Charakter verändern.

Um etwas über den Charakter eines Menschen zu erfahren, würde ich doch eher die Person näher kennenlernen - etwas über ihr Leben erfahren, mich mit ihr unterhalten…
Wenn es um eine Einschätzung ohne diese Möglichkeit geht (z.B. Foto einer Person), würde ich auf selbstgewählte optische Eigenschaften und nicht auf Handgröße, Gesichtsform o.ä. achten: Wie gibt sich jemand? Wie will jemand wirken? Wie ist der Gesichtsausdruck, die Körperhaltung? Was ist auf dem Bild noch zu sehen? Gibt es in dem, was dieser Mensch darstellen und wie er wirken will, evl. Widersprüche?

Viele Grüße,
Nina

Es gibt doch Seiten, wo beschrieben ist, welche
Charaktereigenschaften ein Mensch hat mit z.B. schlanken
Fingern, dünnen Lippen usw.

Physiognomik.
Guckst du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Physiognomik

Was ist das für ein Mensch, der eine ganz dünne Oberlippe hat,
aber eine „normale“ Unterlippe?

Ganz klar: Verbittert, introvertiert, kriminell! *grins* (SCNR)

Kann man aus diversen Merkmalen wirklich erkennen, ob ein
Mensch faul, strebsam, oder, oder, ist? Meine Freundin
behauptet das jedenfalls.

Wunschdenken. Das ist totaler Käse!
Wenn es so wäre, könnte man ja auch jeden Kriminellen buchstäblich an der Nase erkennen. Und isses so? Siehste!

LiebeGrüßeChrisTine

Moin, Maria,

Kann man aus diversen Merkmalen wirklich erkennen, ob ein
Mensch faul, strebsam, oder, oder, ist?

nicht im Mindesten. Mein liebstes Anschauungsmaterial sind große Orchester: Jeder weiß, dass Musiker durchgeistigte, feingliedrige, empfindsame Menschen sind, aber schau mal rein, was da für unterschiedliche Typen sitzen.

Der Charakter lässt sich nur am Verhalten erkennen, und selbst das ist schwer genug. Der Mensch verhält sich nicht immer gleich, seine Motive in der jeweiligen Lage spielen auch noch mit.

Kennst Du die Karikaturen, auf denen „unser qualifiziertes Team“ in die Kamera feixt, meist 4 bis 5 Leute, die direkt dem Verbrecheralbum entsprungen sein könnten? Meist lachen wir, aber guck Dich mal im Freundeskreis um - so sehen wir tatsächlich aus :smile:))

Gruß Ralf

Moin,

Kann man aus diversen Merkmalen wirklich erkennen, ob ein
Mensch faul, strebsam, oder, oder, ist? Meine Freundin
behauptet das jedenfalls.

das hat schon der gute alte Lavater versucht http://de.wikipedia.org/wiki/Lavater
Dumm nur, daß das nicht stimmt.

Ich hatte z.B. einen Prof, der sah so was von prollig aus und wirkte es auf den ersten Anschein auch. Wenn man ihn aber etwas näher kennenlernte, stellte sich schnell heraus, daß er ersten fachlich absolut kompetent war, zweitens ein beneidenswertes Allgemeinwissen und Bildung hatte und drittens menschlich so was von gut drauf war, wie nur wenige Menschen, die ich bisher kennengelernt habe.

Umgekehrte Beispiele könnte ich natürlich auch bringen.

Gandalf

offtopic
moin auch,

Mein liebstes Anschauungsmaterial sind
große Orchester: Jeder weiß, dass Musiker durchgeistigte,
feingliedrige, empfindsame Menschen sind, aber schau mal rein,
was da für unterschiedliche Typen sitzen.

hierzu noch paar Gedanken:
es ist lustigerweise so, dass oft diejenigen der Instrumentalisten den größten Erfolg haben, die eben nicht besonders feingliedrig und empfindsam und vergeistigt sind, weil gerade die mit einer lässigen Einstellung sämtliche Probespiele für sich entscheiden, während die zarten, melancholischen mal wieder ihrem Nervenflattern erliegen. Abgesehen von einer gewissen Grund-Empfindsamkeit, die natürlich jeder Musiker erstmal braucht, ist es danach nicht unbedingt von Nachteil, ein bisschen weniger „vergeistigt“, ein bisschen gröber, tatsächlich auch ein bisschen dümmer zu sein. Die, die viel denken, denken auch auf der Bühne zuviel.
Besonders auffällig ist das bei den Blechbläsern. Sie haben manchmal 3 Töne in einem ganzen Stück zu spielen, müssen bei diesen aber punktgenau sein, den Ton aus dem Nichts heraus perfekt anspielen. Sie sind oft noch solistisch und können sich sowieso klanglich nicht verstecken wie ein Geiger.
Für den Blechbläserjob braucht man extrem starke Nerven und es ist sicher kein Zufall, dass die Blechbläser charakterlich und optisch immer sowas wie die „Bauarbeiter“ unter den Musikern sind.
I.Ü. meine ich auch, dass man eben auch grad im Orchester die optisch gröbsten Menschen hinten bei Blech und Schlagzeug sitzen sieht, die Holzbläser und die Geigen tendenziell eher schmal und zart sind, und die Kontrabassisten viel … nunja… Gemütlichkeit ausstrahlen. Jedes Instrument hat ja seinen Charakter und seine Einsatzarten. Und irgendwie passt tendenziell eine gewisse optische Einteilung dann eben doch.
Ich würde nicht sofort unterschreiben, dass man an Physiognomie rein gar nichts ablesen kann, schließlich schließe ich ja auch u.a. von der Physiognomie darauf, ob mir jemand sympathisch ist oder nicht. Ich würde mich nur schwertun, da genaueste Merkmale zu finden.

Gruß
Judy

Hallo Gandalf,

Ich hatte z.B. einen Prof, der sah so was von prollig aus und
wirkte es auf den ersten Anschein auch. Wenn man ihn aber
etwas näher kennenlernte, stellte sich schnell heraus, daß er
ersten fachlich absolut kompetent war, zweitens ein
beneidenswertes Allgemeinwissen und Bildung hatte und drittens
menschlich so was von gut drauf war, wie nur wenige Menschen,
die ich bisher kennengelernt habe.

das erinnert mich an einen Mathelehrer aus der 8. bis 10. Klasse:
Rein optisch Typ „Gefängniswärter“: Scheinbar mimikloses Gesicht, wuchtiger Körperbau, unvorteilhafte Brille, ging in den Pausen immer „Patrouille“… dicker Schlüsselbund noch dazu. Beim ersten Sehen dachte ich mir nichts Gutes, und anderen ging es genauso.
Nun, besagter Mathelehrer stellte sich als jemand heraus, von dem gute Schüler profitierten (wurden mit Extraaufgaben gefördert und ausgelastet so gut wie möglich) wie auch jene, die sich mit Mathe schwer taten oder einen generellen Hass auf das Fach hatten. Binnen weniger Monate gab’s in der Klasse niemanden mehr mit Scheu vor Mathe (für eine 8. Klasse Realschule eher ungewöhnlich), die Leistungen besserten sich erkennbar.
Menschlich ebenfalls ein klasse Typ - hat oft in der Pause nochmal was erklärt, bei Computerproblemen weitergeholfen, hat sich desweiteren z.B. freiwillig bereit erklärt, einem über Wochen erkrankten Schüler Hausunterricht zu erteilen, noch bevor geklärt war, ob ihm (dem Lehrer) der Extraaufwand sowie die Anfahrt (nicht gerade kurz) bezahlt wird.

Viele Grüße,
Nina

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Hallo Judy,

Ich würde nicht sofort unterschreiben, dass man an
Physiognomie rein gar nichts ablesen kann, schließlich
schließe ich ja auch u.a. von der Physiognomie darauf, ob mir
jemand sympathisch ist oder nicht. Ich würde mich nur
schwertun, da genaueste Merkmale zu finden.

schließt du von der Physiognomie wirklich darauf, ob du jemanden _charakterlich_ sympathisch findest?
Oder nicht vielmehr „ich finde ihn wegen … optisch unsympathisch, weil dieses und jenes Merkmal (Größe, Haarfarbe, Nasenform, Hautzustand…) für mich unattraktiv ist“ oder ein „Er erinnert mich optisch an xyz, der mir sympathisch ist, also finde ich diesen Menschen auch sympathisch“?
Das vermute ich nämlich vielmehr. Das wäre auch kein Ablesen, sondern ein Zuschreiben von Eigenschaften.
Letzteres kann bei selbstgewählten Eigenschaften einigermaßen funktionieren - man kann da aber auch extrem daneben liegen.
Ich erinnere mich da an eine Frau mit folgenden optischen Eigenschaften:

  • Anfang 20
  • blondierte Haare, lackierte Fingernägel, zupft sich die Augenbrauen… legt allgemein viel Wert aufs Aussehen
  • trägt Kontaktlinsen statt Brille, schämt sich wenn sie mal die Brille braucht
  • zarte, hohe Stimme
  • „Modelfigur“
  • eher kindliches Gesicht
  • liebt Pastelltöne, insbesondere Rosa
    Soooo, jetzt rate mal ihr Studienfach, ihre Hobbies…
    Auflösung:
    Ihr Studienfach ist Maschinenbau, vorher Ausbildung zur Werkzeugmechanikerin, hat super Noten; Hobbies u.a: Programmieren, Motorradschrauben, Robotertechnik. „Zickig“ ist sie gar nicht.
    *ggg*

Viele Grüße,
Nina

Hallo Nina,

Menschlich ebenfalls ein klasse Typ - hat oft in der Pause
nochmal was erklärt, bei Computerproblemen weitergeholfen, hat
sich desweiteren z.B. freiwillig bereit erklärt, einem über
Wochen erkrankten Schüler Hausunterricht zu erteilen, noch
bevor geklärt war, ob ihm (dem Lehrer) der Extraaufwand sowie
die Anfahrt (nicht gerade kurz) bezahlt wird.

von was reden wir hier eigentlich ?
Von Gutmenschen - Bösmenschen ?
Diese sind nicht unbedingt das Produkt von charakterlichen
Eigenschaften, also „Vorgaben“ des SEINS. (Vererbung)
Ob äußerliche Merkmale (Fragestellung) die „Anlagen“ des Menschen
verraten ist bisher hier nicht beantwortet.
Gruß VIKTOR

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Moin,

dazu fällt mir der ein:
Woran denken Rockmusiker beim Gig?
Der Sänger:
Man was bin ich schön und unwiderstehlich, man was bin ich schön und unwiderstehlich

Der Gitarrist:
Hey, das Mädel da vorne sieht ja zuckersüß aus, das hol ich mir gleich hinter die Bühne und leg es flach

Der Bassist:
Hoffentlich ist das Essen gleich warm und das Bier kalt

Der Schlagzeuger:
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einszweidreivier einszweidreivier einszweidreivier

ich kenn’s bisschen anders:

der Sänger
Man was bin ich schön und unwiderstehlich, man was bin ich
schön und unwiderstehlich

Der Gitarrist:
Hey, das Mädel da vorne sieht ja zuckersüß aus, das hol ich
mir gleich hinter die Bühne und leg es flach

Der Bassist:

G - G - A - G - A - A - …

Der Schlagzeuger:

Hallo Viktor,

von was reden wir hier eigentlich ?
Von Gutmenschen - Bösmenschen ?

nö - davon, dass man Menschen teils nach Stereotypien einschätzt (hier: wirkt streng und an Menschen wenig interessiert, ist es aber nicht) und dies nicht so zutreffen muss. Wie auch in Gandalfs Beispiel: Prollig wirkender Dozent, der es jedoch nicht ist.
Mit „böse“ oder „gut“ hat das gar nichts zu tun. Diese Fehleinschätzungen charakterlicher Eigenschaften findet man auch bei Eigenschaften, die man nie und nimmer als „böse“ oder „gut“ bezeichnen würde, wie meinetwegen „schüchtern sein“, „extrovertiert sein“, „einfältig sein“ etc.

Eine Unterteilung in „Bösmenschen“ und „Gutmenschen“ treffe ich übrigens auch nicht; desweiteren versteht man unter dem Begriff „Gutmensch“ normalerweise nicht „Mensch mit angenehmem Charakter“.

Diese sind nicht unbedingt das Produkt von charakterlichen
Eigenschaften, also „Vorgaben“ des SEINS. (Vererbung)

Seit wann wird der Charakter rein vererbt?
Dann dürfte es keine Änderungen des Charakters geben (die es aber gibt!).

Ob äußerliche Merkmale (Fragestellung) die „Anlagen“ des
Menschen
verraten ist bisher hier nicht beantwortet.

Doch: Einige, wie auch ich, hatten geschrieben, dass „man“ davon ausgeht, dass nichts dran ist.
Als kleine Alltagserfahrung: Bestimmt kennst du auch ähnlich aussehende Menschen mit unterschiedlichem Charakter, und umgekehrt. Womöglich kennst du auch Menschen, bei denen du dich aufgrund äußerer Merkmale sehr verschätzt hast.

Viele Grüße,
Nina

Gutentag Maria Stahs,

ich denke, dass man Characktereigenschaften am besten daran erkennt wenn man ein Mensch beobachtet wie er in einer Ausnahme Situation reagiert, oder in einer Diskussion, oder wenn dieser Mensch hinter dem Steuer eines Autos sitzt.

gruss: Ge-es

Hallo,

Diese sind nicht unbedingt das Produkt von charakterlichen
Eigenschaften, also „Vorgaben“ des SEINS. (Vererbung)

Seit wann wird der Charakter rein vererbt?

die Persönlichkeitstheorie kennt sehr wohl neurobiologische und
genetische Zusammenhänge mit der Persönlichkeitserscheinung -
das ist der Charakter.

Dann dürfte es keine Änderungen des Charakters geben (die es
aber gibt!).

Wieso ? Vorgaben sind Vorgaben für eine (mögliche)Entwicklung.
Aber immer mehr (je älter man wird) macht man die Erfahrung, daß
Menschen sich „nie“ ändern - wobei da „nie“ noch zu interpretieren
bzw. zuzuordnen wäre.

Ob äußerliche Merkmale (Fragestellung) die „Anlagen“ des
Menschen
verraten ist bisher hier nicht beantwortet.

Doch: Einige, wie auch ich, hatten geschrieben, dass „man“
davon ausgeht, dass nichts dran ist.

Wer ist „man“ ?
Und ist „man“ kompetent ?

Als kleine Alltagserfahrung: Bestimmt kennst du auch ähnlich
aussehende Menschen mit unterschiedlichem Charakter, und
umgekehrt. Womöglich kennst du auch Menschen, bei denen du
dich aufgrund äußerer Merkmale sehr verschätzt hast.

Ja, dies ist natürlich gegeben.
Aber gibt es nicht auch die Erfahrung, daß der erste Eindruck
sich bestätigt ?
Beide Argumente belegen aber nur, daß die Fähigkeit der zutreffenden
„Voreinordnung“ (nicht Voreingenommenheit) von Menschen beschränkt
bzw. bedingt ist, aber nicht unmöglich.
Gruß VIKTOR

Hallo Viktor,

die Persönlichkeitstheorie kennt sehr wohl neurobiologische
und
genetische Zusammenhänge mit der Persönlichkeitserscheinung -
das ist der Charakter.

Das ist mir bekannt.
Deshalb schrieb ich auch:

Seit wann wird der Charakter rein vererbt?

Beachte das „rein“.
Neben Vererbung kann der Charakter, kann sich die Persönlichkeit ganz wesentlich durch das Erleben verändern. Denke da z.B. mal daran, wie sich Menschen oft verändern, die etwas überstanden haben (Krankheit, aus problematischer Familiensituation herausgekommen, etc.).

Aber immer mehr (je älter man wird) macht man die Erfahrung,
daß
Menschen sich „nie“ ändern - wobei da „nie“ noch zu
interpretieren
bzw. zuzuordnen wäre.

„Menschen ändern sich nie?“
Nun, das stimmt insofern, dass man nicht davon ausgehen soll, dass sich jeder „beim nächsten Mal ändert“.
Ich bin zwar rund 50 Jahre jünger als du, aber das habe ich auch schon festgestellt :wink: Wer einen x-mal enttäuscht hat, bei dem sollte man nicht unbedingt drauf hoffen, dass es beim nächsten Mal besser wird etc.
Was ich aber vielmehr meinte: Größere Veränderungen, z.B. durch einschneidende Ereignisse.
Ich bin z.B. in einem Selbsthilfeforum tätig in dem viele junge Menschen/ Jugendliche sind, die sich einer schweren OP unterziehen müssen. Da merke ich schon deutliche charakterliche Veränderungen zwischen Diagnose (und Hoffnung, dass es auch ohne OP weitergeht), OP und dem Leben danach - nicht wenige sind da plötzlich „charakterlich älter“ geworden.
Oder Veränderungen in der Persönlichkeit, im Charakter, nachdem jemand mehr und mehr Mobbing ertragen muss - da wird aus so manch fröhlichem, lebensfrohen Menschen ein zurückgezogener, schüchterner, ablehnender Mensch.

Doch: Einige, wie auch ich, hatten geschrieben, dass „man“
davon ausgeht, dass nichts dran ist.

Wer ist „man“ ?
Und ist „man“ kompetent ?

Ich habe mich so ausgedrückt, da ich leider keine konkrete Quelle nennen konnte (ich kann leider auch nicht jedes Buch, das ich gelesen habe, mit Autor, Titel und ISBN im Kopf behalten - dafür lese ich zu viel).
Zumindest: Hierüber habe ich in diversen Studien gelesen - und ja, mir ist auch bewusst, dass man Studien kritisch sehen soll.

Als kleine Alltagserfahrung: Bestimmt kennst du auch ähnlich
aussehende Menschen mit unterschiedlichem Charakter, und
umgekehrt. Womöglich kennst du auch Menschen, bei denen du
dich aufgrund äußerer Merkmale sehr verschätzt hast.

Ja, dies ist natürlich gegeben.
Aber gibt es nicht auch die Erfahrung, daß der erste Eindruck
sich bestätigt ?

Dieser erste Eindruck ist aber - zumindest bei mir - nicht aus dem Aussehen gebildet, sondern eher aus einer Kombination von

  • Verhalten der Person
  • selbstgewählten optischen Merkmalen die auf etwas hindeuten sollen bzw. die bevorzugt von Menschen konkreter anderer Eigenschaften gewählt werden (z.B. Bei jemandem mit einem T-Shirt der Aufschrift „There’s no place like 127.0.0.1“ ist die Wahrscheinlichkeit, etwas von Computern zu verstehen und Sci-Fi zu mögen, überdurchschnittlich hoch)

Eindrücke aus Nasenform, Augenbrauenstärke, Körpergröße etc. haben sich bei mir jedenfalls noch nicht bestätigt.

Viele Grüße,
Nina

Hallo Viktor,

ein Nachtrag:

Mein Vater und ich ähneln sich optisch stark:

  • gleiche Haarfarbe und Haarstruktur
  • gleiche Nasen-, Ohren- und Lippenform
  • annähernd gleiche Gesichtsform
  • gleiche Hautfarbe
  • gleiche Größe und Statur
  • beide Brillenträger

Man sieht sofort, dass ich seine Tochter bin, jeder meint „du kommst aber sehr stark nach deinem Vater, richtig aus dem Gesicht geschnitten!“

Charakterlich und vom Lebenslauf her sind wir aber sehr unterschiedlich:

  • mein Vater ist eher cholerisch, ich still und diplomatisch
  • mein Vater kriegt sich schon mal „mit jemandem in die Wolle“, während ich Konflikten eher aus dem Weg gehe oder versuche, sie dezent zu lösen
  • mein Vater ist gegenüber fremden Kulturen sehr skeptisch und vorurteilsbeladen, ich bin diesbezüglich aufgeschlossen
  • er mag Fleisch sehr gerne, ich bin schon lange Zeit Vegetarierin
  • er ist gläubig, ich bin Atheistin
  • mein Vater hat keinen Schulabschluss, ich studiere
  • etc.

Wir sind so unterschiedlich, dass sich die allermeisten Menschen, die einen von uns mögen, sich mit dem anderen wenig bis nicht verstehen.

Aus beobachtetem Verhalten oder aus selbstgewählten Komponenten des optischen Erscheinungsbildes auf den Charakter zu schließen, führt hier schon eher zu etwas Brauchbarem.

Viele Grüße,
Nina