ich mag wahrscheinlich über 90% der deutschen Film-/Serienproduktionen nicht. Vielleicht habe ich da Vorurteile, aber dies nur als Hintergrundinfo.
Was mir jedoch auffällt, ist, daß ich beim zappen unterbewußt mit einer erstaunlich hohen Trefferquote innerhalb weniger einzelner Sekunden feststellen kann, ob es sich um eine deutsche Produktion handelt. Dabei meine ich jedoch nicht das Auftauchen landestypischer Attribute (Nummernschilder, Straßennamen, …) sondern es fällt mir einfach sofort auf. Es kommt mir vor, als seien Bild und Ton deutscher Produktionen „härter“ oder „direkter“.
Lässt sich dies an objektiven Maßstäben, technischen Details oder ähnlichen Dingen für die Fachleute hier nachvollziehen oder bilde ich mir das ein?
Grüße,
Ecki
P.S.: Deutsche Filme im Mainstreamfernsehen handeln immer von einsamen Papas mit Töchtern, die einen ganz lustigen Urlaub verleben und eine geschiedene Mama kennenlernen oder von einer geschiedenen Mama, die jetzt voll auf eigenen Beinen stehen will und Ihren eigenen Ökokulturbücherbioapothekenladen mit Auffangstätte für unterprivilegierte Kinder eröffnen will.
Was mir jedoch auffällt, ist, daß ich beim zappen unterbewußt
mit einer erstaunlich hohen Trefferquote innerhalb weniger
einzelner Sekunden feststellen kann, ob es sich um eine
deutsche Produktion handelt. Dabei meine ich jedoch nicht das
Auftauchen landestypischer Attribute (Nummernschilder,
Straßennamen, …) sondern es fällt mir einfach sofort auf. Es
kommt mir vor, als seien Bild und Ton deutscher Produktionen
„härter“ oder „direkter“.
Ich bin zwar kein Fachmann, aber Deine Beobachtungen kommen hin. Die deutschen Produktionen haben eine hohe Auflösung und die Farben sind naturgetreuer, auch wenn sie dadurch manchmal etwas grauer wirken. Der Ton ist natürlich direkter, da er nicht synchronisiert werden muss.
Ich bin zwar kein Fachmann, aber Deine Beobachtungen kommen
hin. Die deutschen Produktionen haben eine hohe Auflösung und
die Farben sind naturgetreuer, auch wenn sie dadurch manchmal
etwas grauer wirken. Der Ton ist natürlich direkter, da er
nicht synchronisiert werden muss.
So änhlich ging meine Denke auch, aber da tun sich folgende Fragen auf:
Haben z.B. amerikanische Produzenten so schlechtes technisches Material?
Was macht die Tonqualität bei einer Synchronisierung so schlecht? Es wird beim Synchronisieren auch unter Studiobedingungen gearbeitet.
3a. Geht so viel bei der Konvertierung von NCTS zu PAL verloren?
3b. Ist 3a. bei heutigen Bedingungen überhaupt noch relevant?
Mir fällt auch jedes mal auf, dass die Kamera viel näher an den Schauspielern dran ist oder der Hintergrund nur nicht deutlich wird, während in amerikanischen Filmen von weiter weg gefilmt wird.
Ich erkläre mir das mit mehr Geld für gößere Studios in Hollywood.
Außerdem ist in amerikanischen Produktionen viel mehr SchnickSchnack und Feinheiten etc.
Vergleiche mal die Schatzinsel mit Fluch der Karibik:
Ich kann dir nur nur zustimmen. Und das aus tiefsten Herzen.
Das geht mir schon seit meiner Jugend so und das ist schon etwas länger her.
Und selbst wenn sie deutsche Produktionen viel Mühe geben, dann sind da die Schauspieler, die alle Liebesmühe vergebens machen.
Allerdings muß ich sagen, das auch englische Produktionen ihre Probleme haben.
Ich denke, das liegt nicht nur am Filmmaterial, sondern hauptsächlich an der Beleuchtung und den verwendeten Farbfiltern. Wenn man die Möglichkeit hat, ein Making-off zu sehen, dann sieht man den Unterschied sofort. Der Reporter filmt mit seiner Videokammera und im direkten Vergleich die gleiche Scene mit der Kinofilmkammera.
Vielleicht sollte mal Jemand unsere deutschen Filmemacher in den USA fragen, warum das so ist. Z.B.etersen oder Emmerich.
Überrascht war ich von der Vorschau zum Mehrteiler „Die Schatzinsel“.
Absolutes Kino-Spielfilmformat. (Die Teile habe ich allerdings nicht gesehen).
Stimmt, jetzt kommt es auch aus meinem Unterbewusstsein ins Bewusstsein hoch. Es ist häufig so dass in deutschen Produktionen die Kamera viel näher dran ist und der Hintergrund verschwimmt. Es macht das Bild gleich viel interessanter, wenn da mehr drumrum drauf ist.
Mir gefallen die deutschen Filme/Serien häufig auch nicht. Einige Ausnahmen gibt es, wie z.B. „Die Krähen“ diese Woche, vielleicht weil die Kamera da weiter weg war, es mussten ja auch die fliegenden Krähen mit drauf. Ich bin mir aber sicher, dass bei amerikanischen Produktionen noch mehr Krähen drauf passen. Es liegt aber auch sicherlich viel an der schauspielerischen Leistung.
Gruß
Tilo
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in dem Zusammenhang ist mir schon mehrmals aufgefallen, daß US-Fernsehsender bzw. Einspielfilme aus den USA recht grob und unscharf sind. Ich denke hier jetzt z. B. an die Aufnahmen von den letzten großen Bränden im Großraum LA die teilweise (allerdings nicht immer) hier eingespielt wurden. Das sah grauenhaft aus!
ich merke es immer recht schnell an den Schauspielern und den Dialogen. Die wirken - gerade bei dieser RIS Serie auf SAT 1 - sehr gekünstelt. Da fehlt einfach die Lebendigkeit im Dialog. Da schau ich mir lieber alte Produktionen mit Heinz Rühmann oder Heinz Erhardt an. Vielleicht irre ich mich ja, aber ich habe den Eindruck das die Dialoge damals im Gegensatz zu heute lebendiger waren.
Wenn ich mal wieder RIS als Beispiel nehme dann sind die Dialoge teilweise so lebendig wie ne 1000 Jahre alte Mumie o_O
was bei amerikanischen serien extrem stark auffällt ist, dass die massiv die farben in der postproduktion manipulieren. eigene produktionen versuchen das eher mit high-tech im kamerasektor zu erschlagen. die farben sind „echter“ aber dafür auch blasser (die welt ist nun mal nicht so kunterbunt). amerikanische serien heben aber die farben viel mehr hervor. inzwischen hat man sich so sehr daran gewöhnt, dass man den farb-overkill schon vermisst.
dann kommt dazu natürlich auch noch die synchronisierung: bei einheimischen produktionen kommt der ton noch grösstenteils vom originalschauplatz (wird zwar auch um konservenklänge angereichert, aber nicht so stark). die amerikanischen serien werden alle synchronisiert. folge: stimmen in amerikanischen serien scheinen weitaus intensiver zu sein als hintergrundgeräusche, in eigenen produktionen fallen hintergrundgeräusche eher auf. schaut man sich die amerikanischen serien unsynchronisiert an, dann ist das dort auch so. ebenfalls ein effekt der synchronisierung: man stellt schauspieler an, die dann versuchen, möglichst klar und im perfektem deutsch zu sprechen. sogar die allermiesesten strassengauner reden akzentfreies deutsch und fluchen klar verständlich. serien im original (egal ob amerikanisch oder einheimisch) haben da eine viel „breitere sprachliche basis“.
dann kommt da noch die aufnahmetechnik dazu: amerikanische serien und filme bevorzugen ein spezielle einstellung, bei der das gesicht vollständig das bild füllt, dafür das obere stück vom kopf fehlt. einheimische produktionen haben klassischerweise eher den gesammten kopf drauf. ein kleiner unterschied, aber der fällt vor allem den unterbewusstsein auf.
und dann ist da noch natürlich die umgebung: selbst in kurzen sequenzen bekommt man unterbewusst mit, was da im hintergrund noch alles herumsteht. und es gibt nun mal kulturelle unterschiede, die wiederum dem unterbewusstsein auffallen und irgendwie das gefühl geben, dass etwas anders ist. hat man sich mal daran gewöhnt, dass man ständig das gefühl hat, „woanders“ zu sein, geht es einem in heimischen produktionen ab.