Mein Partner und ich sind momentan auf der Suche nach einem eigenen Haus oder Resthof für uns und unsere Pferde. Wir haben uns einen Resthof angeschaut, der auch einen gepflegten Eindruck macht. Der Inhaber wohnt noch darin und sagte uns es sei ein Eternit-Dach. Ich werde ihn nochmal genauer fragen wann es gemacht wurde. Nun wollte ich mich im Vorfeld nochmal Informieren. Ich habe jetzt gehört, dass vor 1989 diese Eternit-Dachplatten aus Asbest waren. Woran kann ich das erkennen? Muss ich sowas von einem Labor untersuchen lassen um es herauszufinden? Die Entsorgung eines solchen Daches soll ja auch sehr teuer sein. In welchem Preissegment dreht sich das ganze mit Neueindeckung? Sollte ich lieber die Finger davon lassen?
Hallo,
nach meinen Erinnerungen begann die Umstellung auf asbestfreie Produkte AB 1987. Die Platten könnten aber mit einer seitlichen Seriennummer versehen sein. Ist dies der Fall, hilft ein Anruf bei Eternit und dir wird Auskunft gegeben, ob das Produkt asbestfrei ist oder auch nicht.
Grüße
fribbe
Moin,
Muss ich sowas von einem Labor untersuchen lassen um
es herauszufinden? Die Entsorgung eines solchen Daches soll ja
auch sehr teuer sein. In welchem Preissegment dreht sich das
ganze mit Neueindeckung? Sollte ich lieber die Finger davon
lassen?
solange Asbest in Ruhe gelassen wird, sprich solange kein Staub daraus entsteht, sind sie völlig ungefährlich. Mein Nachbar hat solche Platten auf einem seiner Nebengebäude und ich habe kein Problem damit.
Die Kosten für eine Entsorgung sind lokal unterschiedlich. Hier kostet es nur wenig mehr als normaler Bauschutt, muss aber in Folie eingepackt angeliefert werden. In anderen Gegenden sind die Preise anders. Da hilft nur Nachfragen.
Wenn alles andere passt, wäre das für mich kein Grund das Objekt sausen zu lassen.
Gandalf
Hallo!
… und sagte uns es sei ein Eternit-Dach.
Gemeint sind vermutlich die grauen Wellplatten.
Ich habe jetzt gehört, dass vor 1989 diese Eternit-Dachplatten aus Asbest waren. Woran :kann ich das erkennen?
Wenn die Dacheindeckung aus grauen Wellplatten schon ein paar Jahrzehnte hinter sich hat, kannst du von asbesthaltigem Material ausgehen.
Muss ich sowas von einem Labor untersuchen lassen um
es herauszufinden?
Nein. Sowas erkennt jeder Bauhandwerker auf den ersten Blick.
Die Entsorgung eines solchen Daches soll ja
auch sehr teuer sein.
Man kann sich von Panikmachern ins Bockshorn jagen und heftig schröpfen lassen. Akute Lebensgefahr … die ganze Gegend darf nur noch maskiert in Schutzanzügen betreten werden - ist alles Quatsch. Die Fasern sind fest gebunden. Solange man daran nicht herumschleift, passiert gar nichts, ist asbesthaltiges Plattenmaterial harmlos.
Schönheitspreise kann man mit einer Dacheindeckung aus Wellasbest zwar nicht gewinnen, aber weil die Platten extrem langlebig und robust sind, kannst du sie bedenkenlos auf dem Dach lassen. Andernfalls werden die Platten abgebaut, für den Transport in stabile Folie gepackt und zur Deponie gebracht. Die dafür anfallenden Kosten sind je nach Region unterschiedlich, aber nicht wirklich aufregend. Ein Grund, ein ansonsten passendes Objekt nicht zu kaufen, sind solche Dacheindeckungen jedenfalls nicht. Vorhersehbar wird es deutlich teurere Mängel am Objekt geben, von denen ein Laie bei der Besichtigung u. U. gar nichts mitbekommt. Damit das nicht passiert, lasse die Immobilie vor dem Kauf von einem Architekten begucken.
Es gibt asbesthaltige Materialien, die an Stellen eingebaut wurden, wo man sie besser nicht eingebaut hätte, wo auch Ausbau und Entsorgung mit Schutzmaßnahmen für die Werker stattzufinden hat, aber alte Eternit-Dacheindeckungen sind unkritisch, solange niemand auf die Idee kommt, das Material vor Ort in einer Staubwolke stehend zu zerstampfen oder mit dem Schleifer in Stücke zu zerlegen. Abseits solcher Dämlichkeiten passiert nichts. Es sei denn, du läßt dir solche Platte auf den Kopf oder die Zehenspitzen fallen. Das kann böse enden. Aber nicht wegen irgendwelcher Fasern, sondern weil die Platten schwer sind.
Sollte ich lieber die Finger davon lassen?
Beherzige den Rat mit dem Architekten!
Gruß
Wolfgang
Also, ich habe mit dem Inhaber gesprochen. Er sagte das Dach sei von 1965/66 und es könnte Asbest drin sein. Wie lange hält so ein Dach denn? Was würde das versiegeln kosten? Würde sich das lohnen ? Es müssten noch Fenster ausgetauscht werden. Ist das gefährlich?
Danke für die schnellen super Antworten 
Guten Abend!
… das Dach sei von 1965/66 und es könnte Asbest drin sein. Wie lange hält
so ein Dach denn?
Die Eternitplatten gehen nicht kaputt, verrotten nicht. Eher rosten Befestigungen weg.
Was würde das versiegeln kosten? Würde sich das lohnen ?
Was soll das Versiegeln (außer Kosten) bringen? Würde ich nicht machen.
Wenn es sich nicht nur um ein Stalldach, sondern um das Dach eines Wohnhauses handelt, wirst du ein ganz anderes Problem haben, nämlich mangelhafte Dämmung. Ist überhaupt der Dachstuhl noch in Ordnung, gibt es Schädlingsbefall? Das sollte man klären. U. a. deshalb riet ich zum Architekten.
Es müssten noch Fenster ausgetauscht werden. Ist das gefährlich?
Austauschen von Fenstern kann bauphysikalisch bedenklich sein, weil alte Fenster mehr oder weniger zugig sind und so zwar unbeabsichtigt und teuer, aber immerhin für Lüftung sorgen. An dicht schließenden Fenstern führt irgendwann kein Weg vorbei, aber in dem Zusammenhang sollte man an eine zeitgemäße Methode der Lüftung denken, Ich wiederhole mich: Ziehe einen Architekten hinzu! Das kostet nur einen Bruchteil dessen, was du andernfalls für übersehenen Verfall und Bastlerpfusch, neuen Baupfusch, Gutachter und Advokaten ausgibst.
Gruß
Wolfgang
Hallo!
Er sagte das Dach sei von 1965/66 und es könnte Asbest drin sein.
Dann ist es Asbest Material.
Sepp.