ich habe vor kurzem geheiratet und aus allen Ecken höre ich, man sollte sich absichern finanziell und einen „Eheschein“(oder wie sich das nennt) beim Notar schreiben lassen indem drin steht, was im Falle einer Scheidung, wem gehört usw. …habe absolut keine Ahnung von solchen Dingen und weiß auch daher nicht, was ich berücksichtigen muss und wie ich mich absichern kann.
Dazu müssen Sie beide einvernehmlich zu einem Notar gehen - ihr Partner muss also auch bereit sein mitzumachen jetzt im nachhinein. Eine Annulierung der Ehe ist allerdings möglich, wenn der Partner hohe Verschuldung verschwiegen hat, soweit ich weiß.
Es gibt dabei Gütertrennung und Ausschluss der Zugewinngemeinschaft für eine Absicherung. Gütertrennung bedeutet, dass alles was jede Person mit in die Ehe gebracht hat auch ihm gehört. Eine Liste der Gegenstände und Guthaben sollte erstellt werden oder durch Rechnungen belegt werden können. Ausschluss der Zugewinngemeinschaft bedeutet, dass auch erworbenes Gut oder Schulden die einer der Partner während der Ehe macht oder erhält den anderen nichts angehen, was auch wieder durch Rechnungen, Kontoauszüge, getrennte Konten usw. belegt werden muss.
Man muss also sein ganzes Leben lang Buch führen. Dieser Zustand nagt sehr an einer glücklichen Beziehung, vor allem wenn die Lebensumstände sich durch Kinder, Erbe oder Arbeitsplatzverlust, Krankheit, gemeinsamen Hausbau, wo jeder seinen helfenden Teil beisteuert ändern, weil immer einer besser gestellt sein wird und damit der andere benachteiligt und damit Demütigung vorprogrammiert ist!
Der besser gestellt Partner kann dies nur durch einen ständigen finanziellen Ausgleich (2 Konten) schaffen, doch wenn der honeymoon nachlässt, schwindet auch hier schlagartig das Interesse
- ebenso, wie den Vertrag zu ändern.
Güter- und Zugewinngemeinschaft ist der normale Ausgangspunkt einer Ehe. Wenn man heiratet, dann gehört einem all das, was auch dem anderen gehört - ob Schulden oder Guthaben. Man führt keine Bücher, wem was gehört, wer was zukünftig kauft - was man zusammen aufbaut. Ausnahmen gibt es allerdings, falls es um Erbe geht wo wiederum Verträge unterschrieben werden müssen von einem Partner gegenüber Dritten.
Prinzipiell kann man alles bei einem Notar arrangieren, wie man es gerne hätte und sollten sich die Lebensumstände ändern auch wieder abändern lassen wenn beide einverstanden sind.
Ich weiß, das hört sich komisch an, dass ich an so etwas denke, da ich gerade erst geheiratet habe, aber man weiß ja nie und meine Freunde erzählen mir andauernd so schlimme Geschichten… ohje ohje! Also hoffe ich, dass ihr mich nicht für verrückt erklärt 
Das hört sich überhaupt nicht komisch an. Das kenn ich zu gut! Diese sogenannten Freunde sollten sie hintenan und ihren Partner in den Vordergrund stellen und das tun, was eine Ehe ist = vertrauen, gemeinsam etwas aufbauen - in guten und in schlechten Tagen. Wenn sie ihren Partner wirklich lieben, noch gemeinsam ein Haus bauen und Kinder haben wollen - tun sie ihm das nicht an, sofern sie nicht Supermillionär sind, der das 3. mal heiratet und keiner von Ihnen Spieler, Schläger, Säufer oder Luftikus ist.
Machen sie lieber ein gemeinsames Berliner Testament, das einen Partner im Falle des Todes absichert! Denn solange sie noch keine Kinder haben - falls sie Ausschluss der Zugewinngemeinschaft und Gütertrennung anstreben sind die Verwandten des Partners genauso Erbberechtigt wie sie!
Es wird Zweifel geben in ihrer Ehe von beiden Seiten - immer wieder, ganz sicher - irgendwann! Wachsen sie mit ihrem Partner zusammen, gegenseitiges Vertrauen, bleibender Respekt voreinander und Freiräume lassen, mit einander reden und zusammen etwas unternehmen bleiben die wichtigsten Eigenschaften um es auch ohne Vertrag zu schaffen! Und hören sie nicht so viel auf „gute Freunde und Verwandte“!
Alles Gute für Sie beide