Worauf wartet die Finanzkrise?

hi liebe w-w-w-ler,
meine 2 Fragen:

  1. Was wird die krisengeschüttelte Wirtschaft wieder in die grünen Zahlen umkehren lassen? - zB Investieren wird durch die Krise irgendwann so billig, daß der Markt sich zu erholen anfangen wird? (Aber ist es das nicht schon?) Oder werden unabdingbare Bedürfnisse (Essen, Trinken, Mobilität(?), Wohnen, usw irgendwann als ‚harter Kern des Marktes‘ die weltweite Volkswirtschaft wieder zu ihren ‚Wurzeln‘ zurückbringen, oder sowas?
  2. Welche Szenarien dürfen wir uns für den Fortschritt der Krise bis dahin (bis sie sich wieder erholt und neuen Boden findet) ausmalen? - Arbeitslosigkeit, Pleitenschwemme, unsichere Straßen? Bürgerkriege, politischer Verfall??
  3. … viellicht noch eine dritte Frage … Was sind eigentlich die Grundfaktoren einer weltweiten Volkswirtschaft, eine funktionierende Wirtschaft mit oder ohne ein bißchen mehr oder weniger Rezession braucht?

Und hier schließ’ ich auch meinen Antwortversuch an - damit ihr seht, wie mir irgendein Überblick fehlt:
Regeln nicht die Zentralbanken (weltweit), daß es weder zu hoher Inflation, noch Deflation kommt? Und ist nicht die Weltwirtschaft im volkswirtschaftlichen Sinne aus den Fugen geraten (lauter Geld und Handelsblasen zB Bedürfnisse wurden regelrecht geschaffen, auch, die eigentlich gar nicht fundiert sind, um einer Volkswirtschft förderlich zu sein)? Spielt nicht auch das Nord-Süd-Gefälle eine Rolle?
So daß die Weltwirtschaft sich jetzt quasi von ihren Blasen, Lügen, Raffgeiern und Scheinprodukten befreiend erholt mit dieser Krise?
Es ist doch nicht nur Psychologie, Laune der Marktteilnehmer, sondern das Engagement am Markt wird doch durch die Fakten (Pleiten und Krisen großer Banken und Unternehmen) bestimmt (und den Ausblick, den diese liefern) … und natürlich konkret durch die Kreditvergabe.

Wie würde denn nun ein Erholungs-Szenario aussehen können?
Lassen wir 'mal die Hoffnung auf Amerikas Wiederauferstehung und die Motoren China und Indien beiseite, da die ebenso 'reingezogen werden, als Hoffnung liefern, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, oder?
Welche Faktoren werden die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen imstande sein?
Kauflust - irgendwann all derer, (privat oder Unternehme), die gespart haben und frisch investieren oder fröhlich sich langgehegte Konsumwünsche erfüllen? Welche Voraussetzungen könnten dazu führen?

Hallo,

  1. Was wird die krisengeschüttelte Wirtschaft wieder in die
    grünen Zahlen umkehren lassen? - zB Investieren wird durch die
    Krise irgendwann so billig, daß der Markt sich zu erholen
    anfangen wird? (Aber ist es das nicht schon?) Oder werden
    unabdingbare Bedürfnisse (Essen, Trinken, Mobilität(?),
    Wohnen, usw irgendwann als ‚harter Kern des Marktes‘ die
    weltweite Volkswirtschaft wieder zu ihren ‚Wurzeln‘
    zurückbringen, oder sowas?

eine Krise ist kein Fußballspiel. Es gibt weder zählbare Wendepunkte noch ein definiertes Ende.

  1. Welche Szenarien dürfen wir uns für den Fortschritt der
    Krise bis dahin (bis sie sich wieder erholt und neuen Boden
    findet) ausmalen? - Arbeitslosigkeit, Pleitenschwemme,
    unsichere Straßen? Bürgerkriege, politischer Verfall??

In dieser Reihenfolge.

  1. … viellicht noch eine dritte Frage … Was sind eigentlich
    die Grundfaktoren einer weltweiten Volkswirtschaft, eine
    funktionierende Wirtschaft mit oder ohne ein bißchen mehr oder
    weniger Rezession braucht?

„Die Weltwirtschaft“ gibt es nicht nicht; es gibt rd. 200 einzelne Volkswirtschaften, die in sich auch nicht alle homogen sind (bspw. Baden-Württemberg vs. Mecklenburg-Vorpommern).

Regeln nicht die Zentralbanken (weltweit), daß es weder zu
hoher Inflation, noch Deflation kommt?

Das ist eine bzw. die Aufgabe einer Zentralbank.

Und ist nicht die
Weltwirtschaft im volkswirtschaftlichen Sinne aus den Fugen
geraten (lauter Geld und Handelsblasen zB Bedürfnisse wurden
regelrecht geschaffen, auch, die eigentlich gar nicht fundiert
sind, um einer Volkswirtschft förderlich zu sein)?

Die Wirtschaft im volkswirtschaftlichen Sinne funktioniert, nur im Moment nicht so, wie wir uns das wünschen.

Spielt
nicht auch das Nord-Süd-Gefälle eine Rolle?
So daß die Weltwirtschaft sich jetzt quasi von ihren Blasen,
Lügen, Raffgeiern und Scheinprodukten befreiend erholt mit
dieser Krise?

Ich verstehe nicht, was Du meinst. Wie soll sich ein System von zu viel billigem Geld erholen, indem man noch mehr billiges Geld hineinsteckt? Wie soll sich ein System davon erholen, daß der Staat implizit für große Unternehmen haftete und ganze Branchen am Leben erhielt, indem er nun explizit unbegrenzt Geld in diese Unternehmen und Branchen steckt? Wir befreien uns im Moment von gar nichts, sondern verstärken das Problem, während die Regierungen versuchen es zu lösen.

Wie würde denn nun ein Erholungs-Szenario aussehen können?

Gegenfrage: wie endete denn die Weltwirtschaftskrise der 20er und 30er Jahre? Daran könnte man sich ja ein Beispiel nehmen.

Kauflust - irgendwann all derer, (privat oder Unternehme), die
gespart haben und frisch investieren oder fröhlich sich
langgehegte Konsumwünsche erfüllen? Welche Voraussetzungen
könnten dazu führen?

Krisen dieser Größenordnung verändern die Welt. Insofern würde ich mich von eingetretenen Gedankenpfaden verabschieden.

Gruß
Christian

worauf wartet die Finanzkrise?

Auf positive Nachrichten

Wirtschaftskrise ja, Weltuntergang nein. Bei all den Schreckensmeldungen, die man derzeit aus der Wirtschaft zu hören bekommt, kann einem ganz angst und bange werden. Doch dies liegt nicht zuletzt an der einseitigen Darstellung der Nachrichten. Eine Katastrophe lässt sich viel leichter verkaufen, als die vielen kleinen Glücksbotschaften, die jeder Tag zu bieten hat. Gerade diese sind es aber, die Deutschland und die Welt brauchen, um aus der Krise herauszukommen.

… Werden Sie zum Wirtschaftswunder.

http://www.fachzeitungen.de/positive-wirtschaftsnach…

Grüße

Nachrichten von Fakten
So einfach ist es glaub’ ich nicht … Die wenigen guten Nachrichten am Wirtschaftsmarkt, werden eben immer wieder von starken, schlechten Nachrichten überwogen in letzter Zeit.
Nachrichten sind da nur sekundär … Zahlen und Fakten sind es die schlecht sind.
Der ‚Hebel‘ muß woanders liegen … vielleicht, daß ProdukteUnternehmen/ProduzentenKaufkraftKäufer/Vebraucher und deren Bedürfnisse? wieder besser zueinander finden, anstatt auseinanderzuklaffen … es wird wider besseres Wissen Billigkram gekauft, anstatt (subjektiv) zu teure Qualität.
irgendwie sowas …
Es ist ein Teufelskreis wenig ausgeben -> schlechte Nachfrage -> erzeugt Arbeitslosigkeit -> = noch geringere Kaufkraft … auch kein Klima zum investieren für die die Geld hätten.
Irgendeine Schwelle wird doch irgendwann überschritten und den Kreislauf aushebeln zu neuer Produktivität, denk ich mir … aber was genau? oder zB?

lernen vom new deal?

Gegenfrage: wie endete denn die Weltwirtschaftskrise der 20er und 30er
Jahre? Daran könnte man sich ja ein Beispiel nehmen.

Da muß ich abschreiben aus wiki …
Während Franklin D. Roosevelt in den USA mit seinem expansiven Programm des New Deal die Demokratie stabilisieren konnte, erzielte in Deutschland die rechtsextreme NSDAP bei diesen Wahlen ihren endgültigen Durchbruch. Die Kreditausweitung, die unter Brünings Nachfolgern eingeleitet wurde und die Hjalmar Schacht, Reichsbankpräsident von 1933 bis 1939, dann massiv betrieb, war jedenfalls nur durch die ganz erheblichen Verschleierungsmechanismen der Mefo-Wechsel möglich. Sie erschien in den ersten Jahren wirtschaftspolitisch erfolgreich, basierte aber im Wesentlichen auf der Rüstungskonjunktur der Vorbereitung eines großen, letztlich selbstzerstörerischen Eroberungskrieges.
Das new deal ist hier dargelegt:
http://de.wikipedia.org/wiki/New_Deal#Ma.C3.9Fnahmen…
(Die deutsche Variante hattest Du hoffentlich nicht gemeint :o| … )
Viel auf heute Übertragbares seh’ ich da nich’ … Verkehrsinseln haben wir genug … formelles Streikrecht auch, sowie Mindestlöhne nehmen nach und nach zu, AL-Versicherung und staatliche Rente gibt’s auch schon …
meinst Du etwa, Kinder sollten wieder etwas tun, anstatt vor dumpfen games zu vergammeln und sich ihre Klingeltöne von süßem, selbstverdienten Geld leisten, stattdessen?
Vielleicht mehr Wasserkraftwerke in unseren Gebirgen bauen?

Hallo,

(Die deutsche Variante hattest Du hoffentlich nicht gemeint

o| … )

der New Deal hat nicht viel gebracht und umstritten ist, ob er überhaupt etwas gebracht hat. Tatsächlich wurde die Weltwirtschaftskrise durch die Kriegswirtschaft beendet.

Gruß
Christian

Hi,
meine Ansicht zu diesem Thema ist, dass es zu einer „natürlichen“ Regulierung kommen wird.
Wie an anderer Stelle schon gesagt, sind bei den meisten „Wirtschaftskrisen“ (Finanzkrise ist nur ein anderes Wort dafür) Kriege dafür verantwortlich gewesen, dass es wieder „aufwärts“ geht - und das ist schon so, seit es Menschen auf der Erde gibt…
Bevor es jedoch zu Kriegen kommt, wird der Mensch sich erst mal mit Seuchen herumschlagen. Warum?
Weil die Hygiene aufgrund mangelnder Geldmittel für Reparaturen oder Ersatzinvestitionen stark leiden wird. Und in einer „Hygiene-Verseuchten“-Zeit ist das ein wahres Schlaraffenland für Viren und Bakterien.
Andererseits bin ich nach wie vor der Meinung, dass die Finanzkrise weitaus dramatischer dargestellt wird, als sie tatsächlich ist. Es wird jetzt genug Firmen (ob klein oder groß) geben, die nur auf eine solche Chance gewartet haben, um Fehlinvestitionen und Fehlentscheidungen unter den Tisch zu kehren, um jetzt die Finanzkrise als Hauptverursacher für die Firmenpleiten anzuprangern.
Das Wirtschaftssystem wird sich korrigieren und wieder Wege einschlagen, die ein Gelingen für die nächsten 50 Jahren „garantiert“ - und dann wird das ganze wieder von vorne losgehen.
Krisen gehören nun einmal zum Kreislauf des Lebens.

Gruss

‚‚regulieren‘‘. ok. Aber wodurch, wie?
>>dass es zu einer „natürlichen“ Regulierung kommen wird.>Das Wirtschaftssystem wird sich korrigieren und wieder Wege ::einschlagen, die ein Gelingen [usw]

Das ist ca. 6o Jahre her … dann … das Verständnis für globale Zusammenhänge ist ungleich größer.
Oder konträr geantwortet: Was spricht dagegen, daß diesmal eine ‚Friedenswirtschaft‘(statt Kriegswirtschaft) Aufschwung bringt?
Ich meinte meine Frage aber auch eher rein volkswirtschaftswissenschaftlich … also im Regelsystem / ~kreislauf ‚‚abschwingende Wirtschaft‘‘ … welche Faktoren sind da Kandidaten, das Ungleichgewicht wieder umzukippen? (ganz ohne den Teufel an die Wand zu malen)
thk RoNeunzig

Hallo,

Das ist ca. 6o Jahre her … dann … das Verständnis für
globale Zusammenhänge ist ungleich größer.

ist das so? Auch heute setzt man bspw. auf Protektionismus wie damals (vor 80 (!) Jahren, das nur nebenbei bemerkt), nur ist der Welthandel viel bedeutsamer und viel empfindlicher als seinerzeit.

Oder konträr geantwortet: Was spricht dagegen, daß diesmal
eine ‚Friedenswirtschaft‘(statt Kriegswirtschaft) Aufschwung
bringt?

Nichts, aber es spricht auch nichts dafür. Unsere Erfahrungen mit solchen Krisen sind (zum Glück) begrenzt. Die letzte große Krise dieser Art war die in Japan, die ungefähr 15 Jahre dauerte. Man hat es mit nachfrageorientierter Wirtschaftspolitik versucht, aber ob die erfolgreich war (im Sinne einer Verkürzung der Krise) oder gar nichts gebracht hat (die Krise dauerte vergleichsweise lang), weiß man nicht.

Heute predigt jeder Wissenschaftler das, was von seiner persönlichen Auffassung her das richtige ist: nachfrage- oder angebotsorientiert. Leider ist das kein Computerspiel, bei dem man einen alten Spielstand laden und eine neue Strategie versuchen kann. Was also geholfen hat oder besser gewesen wäre, wird man auch im Nachhinein nicht wissen. Das Schicksal teilt die Volkswirtschaft mit der Medizin.

Ich meinte meine Frage aber auch eher rein
volkswirtschaftswissenschaftlich … also im Regelsystem /
~kreislauf ‚‚abschwingende Wirtschaft‘‘ … welche Faktoren
sind da Kandidaten, das Ungleichgewicht wieder umzukippen?

Wie gesagt: da gibt es zwei Lager, das angebots- und das nachfrageorientierte Lager. Je nach persönlicher Präferenz gibts in beiden Lagern die passenden Instrumente. M.E. wird aber keines der beiden Instrumentarien etwas bringen. Will man die Krise nachhaltig beenden, bleibt m.E. nur der blutige Weg über Pleiten und Arbeitslosigkeit in erheblichem Ausmaß.

Gruß
Christian

hi again exc,
>
>
Instrumente [bold von mir]. M.E. wird aber keines der beiden Instrumentarien etwas bringen. Will man die Krise nachhaltig beenden, […]>>
… mein Interesse galt nicht dem, was ‚man tun kann‘ … viele ‚menschliche‘ Umgangsweisen mit der Situation gehen in die verschiedensten Richtungen … Aber ich meinte: Das ‚Phänomen‘ Volkswirstschaft der Menschen - wie immer sie auch ‚richtig oder falsch‘ handeln - ist ein komplexes System, das 'mal in eine 'mal in die andere Richtung sich entwickelt. Natürlich auch völlig abhängig von menschlicher Regulierung oder Verhaltensweisen … aber es ist ja auch irgendwie ‚selbständig‘ oder verselbständigt sich in vielen vorgegebenen Situationen nach welchen Gesetzen auch immer … (Psychologie; Mechanismen im Auf- oder Abschwung; gegebenen Faktoren, wie Geldmenge, Liquidität, Produnktionsfaktoren, Bedarf, Wachstumspotential zB) …
Gehen wir davon aus, daß der Markt sich - was immer Menschen tun - sich letzlich selbst regelt … welche Faktoren könnten auf der Wippe von Auf- und Abschwung in der jetzigen oder absehbaren Situation wieder in Richtung Aufschwung weisen?
Also ‚aus Sicht des Marktes‘ (nicht aus Sicht dessen, was man tun kann oder das ‚Richtige oder Falsche‘ ist. Rein Sachbezogen.

Anders gefragt …
Ich formulier’ ‚mal um:
Gibt es Branchen / Unternehmen / sonstige Faktoren der Wirtschaft, die von der jetzigen Situation kaum oder schier gar nicht betroffen sind? … , die in den folgenden Quartalen mit ‚ganz normalen‘ (oder an der ‚Krise‘ gemessen: guten) Wachstumszahlen zB den Boden unter den Füßen wieder zu betonen imstande sind und nach und nach zur Normalität ( gediegenem, gesundem Wachstum) zurückkehren lassen im (weniger) Auf und (mehr) Ab der rezenten Entwicklung?
[Ich drück‘ mich ein wenig abgehoben aus - ich weiß’ … aber ich denk nunmal so in ‚zugrundeliegenden Hauptfaktoren‘ oder so ähnlich und weiß es nicht besser …]
Man sagt doch so … ‚‚gegessen, geraucht, getrunken, gewohnt gefahren und so Sachen wird immer‘‘ oder Medikamente oder . ja was?
Werden solche unabhängigen Branchen nicht für einen Boden sorgen früher oder später? (Wenn welche ‚Blasen‘ auch immer bereinigt sind)