Word 2007: Seitenformat(vorlage) 'zuweisen'?

Hallo liebe Textverarbeitungs-Experten!

Für meine Unterrichtsentwürfe habe ich mir eine Formatvorlage mit relativ einheitlichem Design gebastelt. In der Kopfzeile wird automatisch (mithilfe von Textmarken) das Datum der Unterrichtsstunde sowie das Fach und die Klasse eingefügt.

Je nachdem, ob es sich um ein Rechenfach handelt, um einen Infotext, um ein Arbeitsblatt für Schüler oder um die Lösung für das Arbeitsblatt, verwende ich unterschiedliche Seitenformate (Abweichungen bestehen meist in unterschiedlichen Grafiken in der Kopfzeile, einige der Seiten sind im Hoch-, andere im Querformat), die ich als einzelne Abschnitte im Dokument gekennzeichnet habe.

Ich würde diese Seitenformate gern speichern, um sie einzelnen Seiten quasi „per Klick“ zuweisen zu können. Ist das möglich? Bisher habe ich alle möglicherweise vorkommenden Seitenformate in einem Musterdokument und muss dann alle, die ich nicht benötige, lösche. Das erscheint mir etwas umständlich, zumal meine Vorlagendatei „Unterrichtsentwurf“ jetzt 15 Seiten umfasst (eine Seite für jede vorkommende Eventualität). Gibt es statt dieses „subtraktiven“ Vorgehens (alle Möglichkeiten einbauen, dann das Überflüssige weglöschen) auch ein „additives“ (Dokument neu „leer“ erstellen, Seite in vordefiniertem benötigtem Format einfügen) Vorgehen?

Ich hoffe, trotz meiner umständlich ausgedrückten Gedanken ist mein Anliegen trotzdem verständlich.

Im Prinzip hätte ich gern eine Funktion wie das Zuweisen eines Absatzformates zu einem Absatz, nur dass eben einer Seite ein Format zugewiesen werden soll.

An sich ist das Problem meines Erachtens eher alltäglich, dennoch finde ich keine brauchbaren Hinweise bei Tante Google und in der Word-Hilfe. Zu blöd zum Suchen?

Freundliche Grüße und vielen Dank im Voraus

P. S.: Ich denke zwar, dass sich das Problem in \LaTeX
lösen ließe, aber dafür reichen leider meine Kenntnisse und Fähigkeiten ebenfalls nicht aus (ebensowenig wie für das fehlerfreie Erzeugen eines LaTeX-Logos hier im Forum ).

Hi tigru,

Für meine Unterrichtsentwürfe habe ich mir eine Format vorlage mit relativ einheitlichem Design gebastelt.

Zur Begriffsklärung: _Format_vorlagen gibt’s nur für Zeichen, Absätze, Listen und Tabellen.

In der Kopfzeile wird automatisch (mithilfe von Textmarken ) das Datum der Unterrichtsstunde sowie das Fach und die Klasse eingefügt.

Am Rande: wie werden diese Textmarken befüllt? Mit ASK- oder FILLIN-Feld?

Je nachdem, ob es sich um ein Rechenfach handelt, um einen Infotext, um ein Arbeitsblatt für Schüler oder um die Lösung für das Arbeitsblatt, verwende ich unterschiedliche Seitenformate (Abweichungen bestehen meist in unterschiedlichen Grafiken in der Kopfzeile, einige der Seiten sind im Hoch-, andere im Querformat), die ich als einzelne Abschnitte im Dokument gekennzeichnet habe.
Ich würde diese Seitenformate gern speichern, um sie einzelnen Seiten quasi „per Klick“ zuweisen zu können. Ist das möglich?

Im Prinzip ja.

Bisher habe ich alle möglicherweise vorkommenden Seitenformate in einem Musterdokument und muss dann alle, die ich nicht benötige, lösche. Das erscheint mir etwas umständlich, zumal meine Vorlagendatei „Unterrichtsentwurf“ jetzt 15 Seiten umfasst (eine Seite für jede vorkommende Eventualität). Gibt es statt dieses „subtraktiven“ Vorgehens (alle Möglichkeiten
einbauen, dann das Überflüssige weglöschen) auch ein „additives“ (Dokument neu „leer“ erstellen, Seite in vordefiniertem benötigtem Format einfügen) Vorgehen?

Dazu mußt Du das Konzept von Dokument - und Format vorlagen verstehen.
Eine Dokumentvorlage wird erstellt wie ein normales Word-Dokument. Beim Speichern wird Word mitgeteilt, daß das eine DokVorlage sein soll. Dann steckt Word (jedenfalls die Nicht-bunte-Bildchen-Versionen) die DV in ein bestimmtes Verzeichnis (und ändert zudem den Dateityp von *.do c x auf *.do t x). Verwendest Du danach den Befehl Datei > Neu > Aus Vorlage erstellen (oder so ähnlich), bietet Word Dir eine Auswahlmöglichkeit unter dem Standard (Leeres Dokument) und Deiner neu erstellten DV.
Eine Formatvorlage dagegen findet sich innerhalb eines Word-Dokuments. Eine FV ist eine Liste von Formatierungen, die man unter einem sprechenden Namen speichert und durch Anwenden dieses Namens einem Textteil zuweisen kann.

Auf Deine Frage zurückkommend:

  • Sicherheitshalber solltest Du vorher eine Kopie der Musterdatei anfertigen.
  • Öffne Deine Musterdatei. Lösche 14 von 15 Elementen weg.
  • Datei > Speichern Unter
    … > aussagekräftigen Namen vergeben (das System solltest Du Dir vorher ausdenken)
    … > Typ Dokumentvorlage auswählen
  • Das wiederholst Du für alle 15 Elemente. Beim nächsten Anwenden des Datei > Neu > Vorlage verwenden-Befehls sollte Dir eine Auswahl angezeigt werden.

Im Prinzip hätte ich gern eine Funktion wie das Zuweisen eines Absatzformates zu einem Absatz, nur dass eben einer Seite ein Format zugewiesen werden soll.

Das kann Word nicht. Aber OpenOffice kann das.
In Word könnte man das simulieren, indem man einen kompletten Abschnitt (mit Abschnittswechseln) als Schnellbaustein abspeichert. Halte ich aber allein wegen der unzureichenden Vorschau und der vielen Fehlbedienungsmöglichkeiten für unpraktikabel.

An sich ist das Problem meines Erachtens eher alltäglich, dennoch finde ich keine brauchbaren Hinweise bei Tante Google und in der Word-Hilfe. Zu blöd zum Suchen?

Nein. MS-Programme sind 'was sperrig.

HTH.

Narkus
_______________________
Und Sterne sammel’ ich noch immer.

Hi Markus!

Zunächst mal vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort.

Zur Begriffsklärung: _Format_vorlagen gibt’s nur für Zeichen,
Absätze, Listen und Tabellen.

Argh! Danke für den Hinweis - ich meinte natürlich _Dokument_vorlagen. Tut mir Leid, ich sollte solche Anfragen nicht schreiben, wenn ich schon müde bin. Wenn ich den Terminus gleich richtig verwendet hätte, hätte ich dir damit reichlich Tipparbeit ersparen können. Mein 15-seitiges Dokument, von dem ich weiter unten spreche, ist natürlich eine Dokumentvorlage, also eine .dotx-Datei.

In der Kopfzeile wird automatisch (mithilfe von Textmarken ) das Datum der Unterrichtsstunde sowie das Fach und die Klasse eingefügt.

Am Rande: wie werden diese Textmarken befüllt? Mit ASK- oder
FILLIN-Feld?

So weit reichen meine Automatisierungsfähigkeiten leider nicht. Ich markiere den Text, klicke „Textmarke hinzufügen“, benenne die Textmarke „Datum“ und füge diese als Querverweis in meine Kopfzeile ein. (Also die Reihenfolge ist eigentlich andersherum: In meiner Kopfzeile befindet sich bereits dieser Querverweis und ich weise die Textmarke dann jeweils manuell meinem neu eingefügten Text (z. B. Klassenname, aktualisiertes Datum oder Fach)).

Ich würde diese Seitenformate gern speichern, um sie einzelnen Seiten quasi „per Klick“ zuweisen zu können. Ist das möglich?

Im Prinzip ja.
Dazu mußt Du das Konzept von Dokument - und Format vorlagen
verstehen.

Habe ich bereits - entschuldige bitte meine falsche Bezeichnung! Asche auf mein Haupt!!!

Auf Deine Frage zurückkommend:

  • Sicherheitshalber solltest Du vorher eine Kopie der
    Musterdatei anfertigen.
  • Öffne Deine Musterdatei. Lösche 14 von 15 Elementen weg.
  • Datei > Speichern Unter
    … > aussagekräftigen Namen vergeben (das System solltest
    Du Dir vorher ausdenken)
    … > Typ Dokumentvorlage auswählen
  • Das wiederholst Du für alle 15 Elemente. Beim nächsten
    Anwenden des Datei > Neu > Vorlage verwenden-Befehls sollte

Danke, das ist eine gute Idee… die Seitenformate einzeln zu speichern könnte ich glatt mal ausprobieren. Gute Anregung! Mal sehen, ob es auch möglich ist, diese einzelnen Seiten dann zu einem Dokument zusammenzufügen, denn es wäre etwas absurd, einen Unterrichtsverlauf, ein Arbeitsblatt, dessen Lösung und eine Folie, die alle zusammengehören, jeweils in Einzeldokumenten zu speichern. Ich werde mal ein Bisschen herumexperimentieren.

Das kann Word nicht. Aber OpenOffice kann das.

Hmm… vielleicht ist das der Grund, warum ich überhaupt auf die Idee gekommen bin. Könnte sein, denn damit hab ich früher auch mal (bzw. heute auch teils unter Linux) gearbeitet.

In Word könnte man das simulieren, indem man einen kompletten
Abschnitt (mit Abschnittswechseln) als Schnellbaustein
abspeichert. Halte ich aber allein wegen der unzureichenden
Vorschau und der vielen Fehlbedienungsmöglichkeiten für
unpraktikabel.

Nun gut, dann verwerfe ich die Idee.

An sich ist das Problem meines Erachtens eher alltäglich, dennoch finde ich keine brauchbaren Hinweise bei Tante Google und in der Word-Hilfe. Zu blöd zum Suchen?

Nein. MS-Programme sind 'was sperrig.

Tut einerseits gut, das zu hören. Andererseits ist es aber auch ein Bisschen traurig. Und ein Grund dafür, warum ich mich bei meiner Diplomarbeit durch alle möglichen Funktionen von LaTeX gequält hab - um dann festzustellen, dass man auch da schnell an Grenzen stößt, sobald einem Vorgaben gemacht werden, was Literaturverzeichnisse und deren Formatierung angeht.

Vielen Dank nochmal für die ausführliche qualifizierte Antwort!
tigru/Jürgen

Hi Jürgen,

So weit reichen meine Automatisierungsfähigkeiten leider nicht. Ich markiere den Text, klicke „Textmarke hinzufügen“, benenne die Textmarke „Datum“ und füge diese als Querverweis in meine Kopfzeile ein.
(Also die Reihenfolge ist eigentlich andersherum: In meiner Kopfzeile befindet sich bereits dieser Querverweis und ich weise die Textmarke dann jeweils manuell meinem neu eingefügten Text (z. B. Klassenname, aktualisiertes Datum oder Fach)).

Genau das machen die beiden Felder: sie bringen einen Eingabedialog. Du kannst einen Fragetext angeben. Die eingetippte Antwort wird dann einer Textmarke, die dann vom Feld automatisch definiert wird, zugewiesen.
Entspricht also einer Automatisierung des von Dir dargestellten Prozesses. Wegen der Versionsvielfalt möchte ich aber jetzt keine praktischen Hinweise dazu geben, denn: es hängt von der Dokumentart ab, welches der Felder automatisch ausgeführt wird (konkret: eins der beiden wird nur bei Seriendruckdokumenten angestoßen). Deshalb bitte ich Dich, Dich selbst darum zu kümmern.

Ich würde diese Seitenformate gern speichern, um sie einzelnen Seiten quasi „per Klick“ zuweisen zu können. Ist das möglich?

Danke, das ist eine gute Idee… die Seitenformate einzeln zu speichern könnte ich glatt mal ausprobieren. Gute Anregung!

Zum Zeitpunkt meiner antwort ging ich davon aus, daß Deine Dokumente immer nur eine der Seitenformatvorlagen enthalten würde. Doch:

Mal sehen, ob es auch möglich ist, diese einzelnen Seiten dann zu einem Dokument zusammenzufügen, denn es wäre etwas absurd, einen Unterrichtsverlauf, ein Arbeitsblatt, dessen Lösung und eine Folie, die alle zusammengehören, jeweils in Einzeldokumenten zu speichern.

Dann würde ich an Deiner Stelle mich ein wenig selbst beobachten und die Art der Dokumente, die am häufigsten erstellt werden, protokollieren. Davon ausgehend würde ich ein Dokumentvorlagensystem erstellen, das die Standardfälle vorgefertigt enthält.

In Word könnte man das simulieren, indem man einen kompletten Abschnitt (mit Abschnittswechseln) als Schnellbaustein abspeichert. Halte ich aber allein wegen der unzureichenden Vorschau und der vielen Fehlbedienungsmöglichkeiten für unpraktikabel.

Nun gut, dann verwerfe ich die Idee.

Nein, jetzt doch nicht: denn um Zusatzblätter in Deine Standarddokumente einzufügen wird Dir m.E. nichts anderes übrigbleiben.
Zu später Stunde deshalb noch:

  • Vorab: Ein Word-Dokument kann man in Abschnitte unterteilen. Standardmäßig hat ein Word-Dokument immer schon einen Abschnitt.
    Wie dieser Abschnitt formatiert wird, wird in Datei > Seite einrichten bzw. Format > Abschnitt festgelegt.
    Gespeichert werden diese Formatierungen beim Word-Dokument mit nur einem Abschnitt in der unlöschbaren - und vor allem unmarkierbaren - letzten Marke (dem Querstrich), bei Word-Dokumenten mit mehreren Abschnitten im Abschnittswechsel.
  • In der Praxis: Füge 'mal einen Abschnittswechsel in ein Dokument ein: Einfügen > Manueller Umbruch > Abschnittswechsel. Du wirst feststellen:
    … Das Menü Datei > Seite einrichten verändert sich: man kann es jetzt anwenden auf "Aktuellen Abschnitt, „Gesamtes Dokument“.
    … Die Kopf- und Fußzeilen verändern sich: sie sehen zwar noch immer gleich aus, zeigen aber a) zu welchem Abschnitt sie gehören, und b) die des zweiten Abschnitts zeigen rechts „Wie vorherige“.
    Letzteres kann man durch ein Klick auf einen button in der Kopfzeilen-Symbolleiste aufheben.

Ich werde mal ein Bisschen herumexperimentieren.

Genau das wirst Du jetzt müssen, um mit Abschnitten vertraut zu werden. Aus der Ferne kann ich nämlich nicht viel mehr dazu sagen.

Nein. MS-Programme sind 'was sperrig.

Tut einerseits gut, das zu hören. Andererseits ist es aber auch ein Bisschen traurig. Und ein Grund dafür, warum ich mich bei meiner Diplomarbeit durch alle möglichen Funktionen von LaTeX gequält hab - um dann festzustellen, dass man auch da schnell an Grenzen stößt, sobald einem Vorgaben gemacht werden, was Literaturverzeichnisse und deren Formatierung angeht.

Ohne jetzt Latex zu kennen: man kann vieles machen, wenn man sein Programm genau kennt (ich mache sogar Bannerdruck in Office97). Aber dieses Kennenlernen dauert. Wohlgemerkt: nicht weil einer zu blöd ist. Sondern weil einer immer nur einen winzigen Ausschnitt dessen, was das Programm kann, sehen kann, wenn er in den Handbüchern nach Lösungen für sein aktuelles Problem sucht. Er sucht nach speziellem und kriegt nur spezielles, aber nicht den Überblick.
Unter anderem deshalb gibt’s auch die unzähligen Foren.

HTH.

Markus
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Und Sterne sammel’ ich noch immer.