Word 2010 Rechtschreibprüfung zeigt Fehler nicht

Die Rechtschreibprüfung in Word 2010 funktioniert bei mir auf dem PC meistens, jedoch habe ich festgestellt, dass bei sehr langen Wörtern die Prüfung manchmal aussetzt.

z.B. der folgende Satz, bei dem Leerzeichen fehlen: Nach Ablauf der 30 Tagefallenkeine automatischen Gebühren an.

Hier müsste die Prüfung eigentlich einen Fehler anzeigen, doch es wird nichts angezeigt.

Kann man irgendeine Einstellung treffen, damit Word auch solche Fehler findet? Vielen Dank!

Hi teac,

ist ja schön, daß ich nicht der einzige bin, der sich über die Rechtschreibprüfung ärgert. Die Ursache für das bei Dir aufgetretene Problem ist: Microsoft-Scheiße (entschuldige, aber anders kann man das nicht bezeichnen).

Es folgt jetzt eine längere Erklärung, warum Microsoft Scheiße gemacht hat. Abhilfe dafür gibt es keine (außer Du bleibst wie ich bei Word9).

Zur Erklärung des Problems:

  • Word nimmt an, daß ein Wort eine Folge von Buchstaben ist, auf die ein Leer- oder Satzzeichen folgt. Da Word amerikanischen Ursprungs ist, prüfte bis Word97 die Rechtschreibung in allen Lokalisationen nur ganze Wörter. Problem: im Deutschen (und auch im Holländischen) haben wir furchtbar viele zusammengesetze Wörter. Das schlimme dabei ist, daß jeder Deutschsprechende auch Wörter zusammenkleben kann, wenn es ihm beliebt. (Ein Reporter kann durchaus über einen ‚Unfallberichterstatter‘ schreiben. Verstehen tut ihn jeder, der einzige, der ihn tadelt, ist der, der die Lesefreundlichkeit von Texten prüft.)

  • Deswegen gab es so viele Beschwerden, daß Microsoft die Rechtschreibprüfung im deutschen Word änderte. Statt nur noch ganze Wörter zu prüfen werden ab Word2000 Wort-Teile geprüft (so arbeitet übrigens auch die Silbentrennung). Mir ist das unangenehm aufgefallen bei dem Wort ‚übelregen‘. Das war ein einfacher Tippfehler bei ‚überlegen‘. Aber die Rechtschreibprüfung von 2000 hat’s nicht gemerkt, denn sie kennt ‚übel‘ und ‚regen‘ — also muß das Wort übelregen richtig sein!

Gegen so viel Sehciße ist kein Kraut gewachsen: eine lokalisierte Version eines Textverarbeitungsprogramms  m u ß  die Besonderheiten der lokalisierten Sprache berücksichtigen. Dein Fehler beweist erneut, daß Microsoft das gar nicht will, also gar nicht sauber arbeiten will.

M.

Danke! Sowas ähnliches habe ich schon vermutet, aber ich dachte „Vielleicht gibt es ja eine Option, wo ich das umschalten kann“

Dann kann man wohl leider nichts machen, außer die Texte wieder selbst Korrektur zu lesen. Ich finde es aber wirklich ein Armutszeugnis, dass ein so lang schon existierendes Programm solche Fehler hat.

Grüezi teac

Dann kann man wohl leider nichts machen, außer die Texte
wieder selbst Korrektur zu lesen.

Das ist meines Erachtens sowieso immer zu tun.

Die Rechschreibe-Prüfung kann diesen Prozess allenfalls untestützen, nicht aber ersetzen. Dafür ist die Sprache ganz einfach zu lebendig und zu komplex…

Mit freundlichen Grüssen

Thomas Ramel

  • MVP für MS-Excel -

Grüezi Thomas,

das stimmt so nicht. Bis Word97 war ja die perfekte Unterstützung da: da wurde jedes Wort in seiner Gänze geprüft. Diese Unterstützung wurde in Word2000 aber abgeschafft.

Dadurch haben auch Benutzerwürterbücher ihren Sinn verloren. Mein Word97 läuft auf einem uralten Rechner so schnell wie am ersten Tag, denn ich habe mehrere Benutzerwörterbücher angelegt, die je nach Sparte des Textes zum Einsatz kommen (Chemie, Informatik etc.). Und Namen (außer von Berühmtheiten wie Dostojewski) füge ich niemals in ein Wörterbuch ein (damit ich, wenn ich statt Schmied Schmidt schriebe, auch einen Fehler bekomme).

Das war’s eigentlich schon. Wenn ich einen Brief schreibe, werden nur Rechtschreibfehler angemeckert. Und Personennamen. Bis ich auf „Alle Ignorieren“ geklickt habe.

Natürlich lese ich trotzdem Korrektur. Es ist aber sehr angenehm, nichts mehr korrigieren zu müssen. Das spart außerdem Papier!

Gruß

Markus