Hallo,
wer weiß, was hier los ist?
In Winword 2003, aber auch schon in früheren Versionen, ärgere ich mich immer wieder über die zwei unterschiedlich langen Striche, die bei Schreiben entstehen, wenn man ein Wort oder eine Wortgruppe in Gedankenstriche setzen will. Schreibt man den ersten, ist er lang, der zweite aber kürzer, was hier in dieser Eingabemaske leider nicht an einem Beispiel darstellbar ist.
Erst wenn man zu dem ersten zurückgeht, ihn löscht und dann neu eingibt, ist auch er ein kurzer Strich.
Wenn das ein alter Bug in Word ist, warum wurde er dann nicht längst beseitigt? Oder hat das Ganze eine andere Bedeutung, die ich nicht kapiere? Weiß jemand Abhilfe?
Dank + Gruß -
kolja
Der Schriftsetzer verwendet 4 Divise
Hallo, Kolja
Der Schriftsetzer verwendet 4 verschieden lange Divise: das
Minuszeichen - , das kurze Divis - (Trenn- bzw. Verbindungsstrich),
den längeren Gedankenstrich – und den ganz langen Geviertstrich —.
Der Längenunterschied zwischen den beiden kurzen Divisen ist hier
nicht korrekt darstellbar.
Mac- und Windows-Tastaturen führen 1 kurzes Divis als Standard -,
während der Gedankenstrich über Alt + Divis (Windows: Alt + 0150) und
der Geviertstrich über Alt + Shift + Divis (Windows: Alt + 0151)
aufgerufen wird. Und so wird der – richtige – Gedankenstrich
eingesetzt.
Gruss
Rolf
Hi!
Das kann man irgendwo einstellen - weiß jetzt aber nicht grad wo.
Ich glaube bei der Autokorrektur/Konzeptsymbole.
Grüße Rainer
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
hallo auch!
das ganze ist natürlich kein bug, sondern ein feature, zumindest sieht es MS so.
der gedankenstrich ist tatsächlich länger als der bindestrich, und zb. in LaTeX schreibt man an solchen stellen auch ganz bewußt „–“, damit das programm weiß, daß man eben einen gedankenstrich will.
bei word läuft das so: wenn du ein wort schreibst, dann eine leertaste drückst, dann ein „-“ setzt, wieder eine leertaste drückst und wieder ein wort schreibst, geht word davon aus, daß du in wirklichkeit einen gedanken- statt eines bindestrichs setzten wolltest, und korrigiert ihn automatisch, nachdem du das zweite wort fertiggeschrieben hast.
grundsätzlich ist es MS-typische bevormundung, aber wenn man gedankenstriche richtig schreiben will, ist das eigentlich eine hilfe. wenn man natürlich statt jedem gedanken- einen bindestrich schreiben will, ist das nervig; dann kann man es vermutlich bei der autokorrektur ausschalten. interessanter wäre es wahrscheinlich trotzdem, gedankenstriche richtig zu setzen.
Hallo,
wer weiß, was hier los ist?
In Winword 2003, aber auch schon in früheren Versionen, ärgere
ich mich immer wieder über die zwei unterschiedlich langen
Striche, die bei Schreiben entstehen, wenn man ein Wort oder
eine Wortgruppe in Gedankenstriche setzen will.
Ich hab gefunden, wo man die Ersetzung einstellt: in den Autokorrektur-Einstellungen - Autoformat - „Bindestriche durch Geviertstrich ersetzen“.
Danke für die Hilfe zur Selbsthilfe -
kolja
Der Schriftsetzer verwendet 4 verschieden lange Divise: das Minuszeichen - ,
das kurze Divis - (Trenn- bzw. Verbindungsstrich), den längeren Gedankenstrich –
und den ganz langen Geviertstrich —. Der Längenunterschied zwischen den beiden
kurzen Divisen ist hier nicht korrekt darstellbar.
Stimmt nicht. Die Unterschiede sind darstellbar.
Das kürzeste Zeichen ist das Divis; da gibt es kein kurz und lang, sondern einfach einen Trenn-/Bindestrich: -.
Der Länge nach folgt nun das Minus: −. Das, was du gesetzt hast, ist kein Minus, sondern noch ein »Gedankenstrich«. Worin liegt der Unterschied? In vielen Schriften ist das Minus einen Tick weiter zugerichtet als der Gedankenstrich, da man weiß, dass die meisten PC-Benutzer dieses Zeichen kompress setzen, obwohl sie keine Kerning-Einstellungen vornehmen. Zudem liegt in halbwegs vernünftigen Schriften der Strich des Minuszeichens auf einer Höhe mit dem waagrechten Strich des Pluszeichens. Vergleiche Minus und Plus −+ mit Minus und Gedankenstrich –+.
Nun folgt tatsächlich der Gedankenstrich: – (auch bekannt als Halbgeviertstrich oder im Englischen als “en dash”, da er in vielen Schriften etwa dieselbe Breite wie ein Großbuchstabe »N« hat). De facto ist dieser Strich bei fast allen Schriften kein halbes Geviert lang. Ein Geviert war im Bleisatz ein nicht druckendes Quadrat mit einer Breite von der Höhe des Schriftkegels; bei einer 12pt-Schrift hat ein Geviert also 12×12pt. Wer Lust hat, kann es exemplarisch an ein paar Schriften ausmessen und wird feststellen, dass der Halbgeviertstrich mal länger, mal kürzer ist als ein halbes Geviert.
Dasselbe gilt für den Geviertstrich, der kein Geviert lang ist: — (im Englischen auch bekannt als “em dash” aufgrund seiner Breitenähnlichkeit mit dem Großbuchstaben »M«). Im deutschen Satz braucht man ihn praktisch nicht, im englischen – kompress gesetzt – als Gedankenstrich.
Gruß
Christopher
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