Hallo Isabel,
ich dachte immer, der „service desk“ ist im Krankenhaus nichts weiter als der Informationsschalter, also im weitesten Sinne die Auskunftsstelle über die Patienten und für Angestellte, die nicht so den Durchblick haben. Wieder was dazugelernt.
Nur in kleineren Kliniken kann man über diese „Info“ alles notwendige beschaffen, ab spätestens 250-300 Betten aufwärts übersteigt der tägliche Bedarf aller für den Betrieb notwendigen Dinge die Ressourcen eines oder selbst zweier oder dreier der dortigen Diensthabenden das Menschenmögliche an Arbeitsleistung.
Denn es wird zwangsläufig sehr oft zu „Spitzen“ von vielen gleichzeitigen Anfragen kommen, der OP will Besteck, die Intensiv will ein Bett, der Stationsarzt braucht ein neues Ladegerät, die erste Hilfe braucht Verbandszeug, der Kreißsaal braucht Blutkonserven, der Chefarzt braucht einen neuen Kittel, die Geriartrie braucht stilles Wasser, das Lohnbüro braucht einen neuen Monitor, der Haushandwerker braucht Glühbirnen und eine Leiter.
Allesamt dringend und sofort natürlich. Der an der Info Diensthabende kann aber nur einen nach dem anderen abfüttern, also wenn die langatmige Tippse im Lohnbüro 10 Minuten lang erklären muss, warum sie eben jetzt sofort einen neuen Monitor braucht, muss die Blutkonserve für den Kreißsaal eben in der Warteschleife vergammeln und das gibt Ärger. Jeden Tag.
Deswegen wird das in den meisten Krankenhäusern dezentral geregelt. Für Blut das Labor, für den Monitor das Zentrallager, für den Kittel die Wäscheausgabe, für das Bett die Bettenzentrale, für das Besteck den Zentralsteri und so weiter. Die Angestellten, die solche Dinge von A nach B zu transportieren haben (wenn die Diensthabenden in den dezentralen Versorgungsstellen aus Zeitgründen nicht den ganzen Tag Sachen hin- und hertragen können), nennt man den Hol- und Bringedienst o.ä.
Patienten von Station zum EKG fährt der Krankentransportdienst. Aber das führt jetzt alles zu weit.
Beste Grüße
Annie