Hallo
ich habe eine Frage an Euch zu den Worten „Beten oder Bitten“. Als Buddhistin störe ich mich immer wieder an dem Wort „Beten“. Verbinde hier wohl auch zu sehr die Vorstellung der kathl. Erziehung von früher - im Sinne von „du Gott da oben und ich klein hier unten“.
Nun wird im Buddhismus - ohne Gottvorstellung - auch immer wieder von Gebeten und beten gesprochen. Kann jemand von Euch mir vielleicht mehr zur den Ursprüngen der beiden Wörter „beten - bitten“ sagen?
Grüße aus dem Mairegen
Brigitta
Kann jemand von Euch
mir vielleicht mehr zur den Ursprüngen der beiden Wörter
„beten - bitten“ sagen?
Hallo, Brigitta,
da kann Grimm helfen:
_ BETEN
orare, precari, ahd. pëtôn (Graff 3, 58), mhd. bëten (Ben. 1, 172a); einige ältere …
-
in seiner intransitivbedeutung durch die ganze bibel hindurch häufigst, z. b. war …
-
praepositionen neben beten.
-
einem beten, das gebet an einen richten: auch die, die dir jauchzend betet, die …
-
transitiv, etwas beten, herbeten: ein altes, frommes gebet beten; ein vaterunser
BITTEN
rogare, goth. bidjan, ahd. pittan, mhd. bitten, alts. biddian, nnl. bidden, ags. …
-
bitten hat den acc. der person, einigemal auch der sache: so ir den vater etwas …
-
der acc. der person kann wegbleiben, und dennoch die sache im gen. oder mit der …
-
im abhängigen satz kann dasz, ob, oder der inf. stehen: bittet aber den herrn, das …
-
bitten verbindet sich mit flehen: wer denn bittet und flehet. 1 kön. 8, 38; wer …
-
bitten mischt sich mit beten, wie schon 1, 1696 gesagt wurde:
-
häufig für einen bitten, intercedere: lasz in fur dich bitten. 1 Mos. 20, 7; bittet …
-
es ist dafür gebeten = das wird nicht geschehn, unterbleiben: o dafür ist gebeten …
-
bitten für freien, zur braut bitten (vgl. bittel): kümt witfraw her vom wüten, wann …
-
bitten = einladen, invitare, zur theilnahme an einer handlung bitten: zu gaste …
-
vor bitte kann das pronomen ich zuweilen unterbleiben (gramm. 4, 218), wenn es …
-
höflich, mildernd, einwendend, grob, wenn ich bitten darf. Lessing 1, 588; wenn …
-
bitten ist lang, befehlen kurz. bittens und wünschens geht viel in den sack._
Das ist die Zusammenfassung, ausführlicher findest du es unter
http://germa83.uni-trier.de/DWB/welcome.htm
Gruß
Kreszenz
Hallo, Brigitta,
zusätzlich zu dem, was Kreszenz schon schrieb hier wieder einer der allseits beliebten Auszüge aus dem „Kluge“:
beten Vsw std. (8.Jh.) mhd. beten, ahd beton, as. bedon, Der christliche Begriff des Betens wurde von den Germanen bei der Übernahme des Christentums meist in einer Art Lehnbedeutung aus l. orare »bitten, beten« durch Wörter für »bitten« wiedergegeben. Zu diesen gehört auch beten, das von g. *bed-o f. »Bitte«, dann auch »Gebet« abgeleitet ist.
Gruß
Eckard
Hallo Kreszenz und Eckhard,
danke für Eure Mühe mir mit den beiden Begriffen von „Beten und Bitten“ weiter zu helfen… ich „stolpere“ schon seit Jahren immer wieder über diese Frage der Wort-Bedeutung und mir helfen die Beiträge hier (siehe meine Frage auch unter „Philosophie“) nun doch ein Stück weiter.
Danke
Brigitta
Gruß
Kreszenz