Simsen - ein schönes Wort, finde ich - hat sich schon durchgesetzt, so dachte ich jedenfalls, bis ich in einer Krawallshow hörte: „Du hast mich doch geässämässt!“. Zwei Fragen dazu: Hat der Prozess des Verbbildens aus einem Akronym einen Namen? Eindeutschen passt hier nicht recht. Und wie oft kommt so etwas vor? Mir ist das vor SMS noch nie begegnet (glaube ich jedenfalls).
was die Bezeichnung des Verbbildens aus Akronymen angeht - einen Terminus kenne ich auch nicht. IMHO handelt es sich um eine Sonderform der verbalisierten Substantive - aber ob die Sprachwissenschaftler hierfür schon enen Terminus haben?
Und wie oft kommt so etwas vor? Mir ist das vor SMS noch nie begegnet
(glaube ich jedenfalls).
Na ja, LASERN fällt mir ein, es gibt bestimmt noch mehr.
Bernhard
Zusatzfrage: Wie würden Sprachwissenschaftler den von einer Abkürzung abgeleiteten LKWATSCH bezeichen aus der Story: gehen zwei Tomaten über die Strasse. Sagt die eine: Achtung, da kommt ein LKWATSCH!
Servus, Ralf:smile:
also, auf der strasse habe ich schon gehört: *waudi*, *medima*, *cola* und *wasa*…d.h. diese sms-akronyme haben anscheinend chancen in die umgangssprache einzugehen, wie einst radar.
ligruawi, j.
also, auf der strasse habe ich schon gehört: *waudi*,
*medima*, *cola* und *wasa*…d.h. diese sms-akronyme haben
anscheinend chancen in die umgangssprache einzugehen
ähem, jetzt muß ich mich outen:
*Wasa* ist ein Produzent von Knäckebrot
*Cola* ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk
*Medima* ein Hersteller von Angoraunterwäsche
aber was um alles in der Welt soll waudi bedeuten?
Und wieso sind gerade diese Wörter so besonders bemerkenswert bei short messages?
*lach* und servus, Robert:smile:
wohnte ich nicht vis à vis einer schule, in die ein kind einer freundin geht, ich wäre auch so ahnungslos geblieben…
also: am häufigsten höre ich *waudi*…quer über die strasse gebrüllt…und im sms-lexikon nachgeschaut, bedeutet: (ich) warte auf dich…und irgendwie mag ich das sogar…*g*…es klingt so gemütlich und stressfrei…statt: ich erwarte dich um fünf…*waudi fümpf* hat doch was…
*medima* heisst: melde dich mal
*wasa* warte auf sofortige/schnelle antwort
und *cola* hab ich jetzt vergessen…
aber auch das posaunen die kids lauthals raus und meinen damit sicher nicht das getränk.
Ich kann nix dafür…*lächel*
lieben gruss aus Wien, jenny
also: am häufigsten höre ich *waudi*…quer über die strasse
gebrüllt…und im sms-lexikon nachgeschaut, bedeutet: (ich)
warte auf dich…und irgendwie mag ich das sogar…*g*…es
klingt so gemütlich und stressfrei…statt: ich erwarte dich
um fünf…*waudi fümpf* hat doch was…
*medima* heisst: melde dich mal
*wasa* warte auf sofortige/schnelle antwort
Oh Mann, was für Codes …
Und ich dachte immer, mit Jugendsprache könnte man mich nicht schocken.
Aber die guten alten Achtziger sind halt doch vorbei …
Danke für die Aufklärung (und wieso fühl ich mich jetzt auf einmal wie ein alter Sack?)
Andererseits: die I-net-Abkürzungen sind ja für Außenstehende ein ähnlich undurchschaubares Rätsel. Aber dafür benutze ich die auch nur in Foren und chatrooms und brülle niemandem verbal ein *rotfl* entgegen! ))
Schönen Gruß,
Robert
PS: gerade mal ViKa gestöbert: was für einen Oldtimer hast du denn?
*neugierigsei*
HOLLAND, ITALY, BURMA
Als Seemansfrau erhielt ich immer Briefe aus aller Welt bei denen unter dem
Absender meines Mannes stets etwas in dieser Art stand:
H.O.L.L.A.N.D = Hope our love lasts and never dies. (It did)
I.T.A.L.Y. = I trust and love you.
S.W.A.L.K. = Sealed with a loving kiss.
oder dann auch endlich:
B.U.R.M.A. = Be undressed ready my angel.
Also Akronyme - nicht erst im mobile Zeitalter erfunden.
vor einigen Jahren hatte die BILD-Zeitung eine Kampagne mit Akronymen. Ich ernnere mich an OBIDLÖ: Ohne Bild ist das Leben öde. Es gab aber noch einige mehr.
Ist zwar ein übles Blatt, aber die Werbekampagnen sind meistens ziemlich klasse.
wieder mal schlecht gefragt…
Danke Euch allen, leider ist es mir wieder mal gelungen, die Frage zu verhunzen, deshalb ein neuer Anlauf:
Über die Qualität, vor allem aber die Lebensdauer von OBIDLÖ müssen wir nicht erst diskutieren. WAUDI ist hübsch, aber kein Akronym und lässt sich schlecht beugen. BURMA ist zwar ein Akronym, viel schöner als WASA, aber als Verb nicht zu gebrauchen. À propos gebrauchen, da fällt mir ein Spruch meiner Tante ein: „Dein Kollege ist gut zu haben, aber zu nichts zu gebrauchen“.
Simsen und lasern sind aus Akronymen entstanden und sind Verben geworden mit allen Flexionen - ich simse, Du sims(es)t, da hat einer gesimst, der besimst mich stündlich etc pp. Also: Wie heißt der Prozess, mit dem aus einem Akronym ein Verb wird? Verbisation? Verbisierung? Verbumierung?
dir zum Trost: ich hatte dich richtig verstanden,
aber hatte keine Beispiele, weswegen ich nicht geantwortet
habe.
Alles, was mir eingefallen ist: SCUBA*,
aber das hat’s ja eben nicht zum Verb geschafft (selbst
im Englischen ist es hauptsaechlich bei ‚SCUBA diving‘
geblieben und man hoert selten, liest noch seltener:
„I am going to SCUBA“) - liegt vielleicht daran,
dass es auf ‚a‘ endet. Oder auch nicht, denn bei
‚Radar‘ hat’s auch nicht geklappt.
Danke für die Aufklärung (und wieso fühl ich mich jetzt auf
einmal wie ein alter Sack?)
Ganz einfach: wir *sind* alte Säcke!
Aber gottseidank nicht uralt, immerhin Emoticons und Internet-
Abkürzungen (sei’s *ggg* oder *lol*) sind uns ein Betriff.
die Bezeichnung für die Umwandlung Akronym - Verb kenne ich nicht, gibt es wahrscheinlich auch nicht, aber es gibt eine Bezeichnung dafür, wenn aus einer Wortart (SMS als Akronym = Substantiv) eine andere „gebastelt“ wird (simsen als Verb), ohne Ableitungssuffixe (wie -ung und -heit) zu verwenden: Konversion.
Es handelt sich natürlich um einen Sonderfall, weil ja die gesprochene Variante des Wortes SMS als Ausgang für das Verb genommen wird, aber im Allgemeinen passiert auch hier das, was auch anderen Konversionen (einem wichtigen Teil davon) zugrunde liegt: das Substantiv (SMS, allerdings in seiner mündlichen Variante) wird mit einem grammatischen Morphem versehen (nämlich Infinitivendung -en und danach folgen alle anderen Verbendungen (-e, -st- -t…) als Flexionsmorpheme) und konvertiert zu einem Verb. Es wird also „verbalisiert“.
Andere Beispiele fallen mir jedoch nicht ein, aber lasern ist bestimmt dasselbe…
Gruß, Melita
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Simsen und lasern sind aus Akronymen entstanden und sind
Verben geworden mit allen Flexionen - ich simse, Du sims(es)t,
da hat einer gesimst, der besimst mich stündlich etc pp. Also:
Wie heißt der Prozess, mit dem aus einem Akronym ein Verb
wird? Verbisation? Verbisierung? Verbumierung?
Also nachdem das hier versammelte KnowHow keinen terminus technicus gefunden hat, schlage ich einen neuen vor:
VERSIMSUNG
die Bezeichnung für die Umwandlung Akronym - Verb kenne ich
nicht, gibt es wahrscheinlich auch nicht, aber es gibt eine
Bezeichnung dafür, wenn aus einer Wortart (SMS als Akronym =
Substantiv) eine andere „gebastelt“ wird (simsen als Verb),
ohne Ableitungssuffixe (wie -ung und -heit) zu verwenden:
Konversion.
Hi,
gilt dann auch wohl für das alte „morsen“ (Samuel Morse) oder das noch nicht ganz so alte „faxen“ (aus Telefaksimile).
Lomographie und Lomographieren. Das ist die unscharfe
Aus-der-Hüfte-Fotografiererei mit den russischen LOMO-Kameras. Und LOMO heißt:
Leningradskoye Optiko Mechanichesckoye Obyedinenie.
Wie man den Vorgang der Verbumserei aber nennt, weiß ich auch nicht …
Gruß
Bolo2L