Wortgebrauch 'Ariernachweis'

Liebe Experten,

stimmt es, daß das Wort „Ariernachweis“ im Dritten Reich nicht gebräuchlich war?

Gruß,

Wolfgang Berger

hallo,
es gab den Arierparagraphen, aber normalerweise hiessen diese Formulare: Ahnentafel, Ahnen-Nachweis und Sippschaftstafel. Vielleicht gab es auch noch andere Bezeichnungen, aber ich kenne nur diese.
Gruss
Rainer

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Hi rainer
Der Ausdruck „Ariernachweis“ war eine mündliche Verballhornung dieser Vorgänge. Zurückzuführen auf die Formulierung im „Gesetz zur Wiederhersellung des Berufsbeamtentums“ § 3:
„(1) Beamte, die nicht arischer Abstammung sind, sind in den Ruhestand zu versetzen; soweit es sich um Ehrenbeamte handelt, sind sie aus dem Amtsverhältnis zu entlassen“
(Hervorhebung von mir)

Der Ausdruck war niemals ein offizieller Ausdruck, sondern eine volkstümliche Bezeichnung (Ein Beispiel: das Pfandsiegel bei amtlicher Pfändung heisst auch "Kuckuck)

By the way
1935 wurde diese Nachweispflicht auf alle Deutschen ausgedehnt.

Gruß
Mike

Hallo Michael,

Der Ausdruck „Ariernachweis“ war eine mündliche Verballhornung
dieser Vorgänge.

Ja klar, aber war diese gängig im Dritten Reich oder ist erst nachher aufgekommen?

Gruß,

Wolfgang Berger

hi
Lt der Autobiographie von v. Forster: JA!

Gruß
Mike

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Hallo Michael,

Lt der Autobiographie von v. Forster: JA!

Ist dieses Buch authentisch, weil es vor der Kapitulation erschienen ist?

Gruß,

Wolfgang

Hallo Wolfgang,

das Buch, auf das Michael hinweist, kenne ich nicht.

Allerdings erinnere ich mich an ein Gedicht von Mascha Kaléko, die 1938 nach Amerika emigriert ist, und in dem davon die Rede ist.

Ich kenne auch mehrere jüdische Emigranten in Amerika, die nach ihrer Emigration jahrzehntelang nicht in Deutschland waren und beim Erzählen von der Zeit vor der Emigration die Formulierung „Ariernachweis“ benützen.

Von der Zeit nach der Kapitulation können sie da nicht haben, weil sie da schon außerhalb des deutschsprachigen Kulturkreises gelebt haben.

Viele Grüße

Iris

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Hallo Iris,

vielen Dank für den Hinweis auf Mascha Kaléko und jüdische Emigranten in Amerika.

Ist der Sprachgebrauch in diesem Gedicht authentisch, weil es vor der Kapitulation veröffentlicht wurde?

Gruß,

Wolfgang Berger