Hallo,
wen würdet Ihr zu den wortgewaltigsten Autoren, Philosophen,
Wissenschaftlern, etc. der Neuzeit zählen? Welche ihrer Bücher könnt
Ihr empfehlen um den eigenen Schreibstil zu erweitern.
Gruß, Herbert.
Hallo,
wen würdet Ihr zu den wortgewaltigsten Autoren, Philosophen,
Wissenschaftlern, etc. der Neuzeit zählen? Welche ihrer Bücher könnt
Ihr empfehlen um den eigenen Schreibstil zu erweitern.
Gruß, Herbert.
Hallo Herbert,
wen würdet Ihr zu den wortgewaltigsten
ist das jetzt positiv gemeint, oder polemisch?!
Wenns positiv gemeint ist
Autoren
Arno Schmidt
Beginne mit den Erzählungen und wenn die was für Dich sind, ist der krönende Abschluß ‚Zettels Traum‘
Philosophen,
Wittgenstein
Sein Tractatus Logico-Philosophicus ist schon beeindruckend
Wissenschaftlern,
Die sind im allgemeinen nicht so wortgewaltig.
Gandalf
Tach Herbert,
das ist ein bißchen viel, was Du da verlangst: sind Philosophen oder Wissenschaftler keine Autoren? Das müssen sie aber doch sein, wenn man ihre Wortgewalt beurteilen können soll!
Je nun; bei den Naturwissenschaftlern, wobei ich natürlich nur die populärwissenschaftlichen Werke kenne, halte ich Hoimar von Ditfurth für herausragend. Seine Sätze sind zwar oft recht lang, verschachtelt und nicht immer schon beim ersten Lesen zu verstehen, aber er schreibt präzis, luzid, und sein Stil ist wirklich gut.
Bei den Psychologen präferiere ich C.G. Jung. Ich finde ihn außerordentöich gut.
Gruß - Rolf
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Churchill
Freud
Wittgenstein
Adorno
Friedländer
Hallo Gandalf,
Wittgenstein
Sein Tractatus Logico-Philosophicus ist schon beeindruckend
in der Tat. Besonders bemerkt man das auch in der Vertonung von M. A. Numminen:
http://www.youtube.com/watch?v=57PWqFowq-4
Viele Grüße
Stefan
P.S.: Die dazugehörige CD ist auch zu empfehlen:
http://www.amazon.de/M-Numminen-sings-Wittgenstein/d…
Hallo Herbert -
also „wortgewaltig“ ist m.E. nicht gerade die beste Eigenschaft für jemanden, an dem orientiert man die eigenen Stilmethoden feinschleifen möchte. Denn sehr viele wortgewaltige Geistesriesen pfleg(t)en einen ausgesprochen eigenwilligen und m.E. oft reichlich manieristischen Stil. Das mag sich dann eine Weile recht amüsant lesen, aber wer versucht, Schopenhauer heute noch stilistisch zu imitieren, setzt sich, wie ich finde, zu recht der Gefahr der Selbstparodierung aus.
In meinen Creative Writing-Seminaren habe ich immer betont, dass es für jemanden, der gut schreiben möchte, wesentlich ist, erstklassig wie er/sie selbst zu schreiben, statt als zweitklassiger Imitator einer rhetorischen Prominenz zu enden.
So, das dazu. Dennoch ist es natürlich nicht völlig verkehrt, viel zu lesen. Einige der schon genannten Empfehlungen sind sicher mal einen Blick wert. Allerdings empfehle ich dringend, auch solche ‚Klassiker‘ immer kritisch zu lesen. So schätze ich z.B. viele Essays von Stanislaw Lem sehr, ohne zu verkennen, daß Lem nicht selten rhetorisch ziemlich selbstverliebt schreibt und die Moderatorenfunktion eines Essayautoren zugunsten seiner intellektuellen Muskelspiele außer acht läßt. Man verzeiht ihm das meist, weil er so einen schönen bissigen Witz hat. Dennoch würde ich ihn als Stilorientierung kaum empfehlen.
Trotzdem will ich abschließend ein paar Namen nennen von AutorInnen, die in ihren jeweiligen Bereichen sehr schöne Fach- und Sachtexte verfasst haben, und die ich auch stilistisch gut finde - Wortkompetenz vor Wortgewalt:
E. Chargaff (Naturwissenschaft)
C. Geertz (Ethnologie)
J.H. Fabre (Biologie)
B. Russell (Philosophie)
U.K. LeGuin (Literaturwissenschaft)
Mit besten Grüßen,
Pengoblin