Pumpernickel
Hi, Heinrich,
wie stets bei solchen Wörtern gibt es meist eine Reihe von mehr oder wenigen plausiblen Etymologien.
Ich erinnere an die „Fisimatenten“, die zu den schönsten Volksetymologien Anlass gaben.
Bei Pumpernickel ist es offensichtlich ebenso. Sussette bot eine französische Herkunft an, du nun eine lateinische.
Ich will nun die beiden Erklärungen der beiden meistgebrauchten Etymologiewörterbücher, Kluge und Pfeifer, nennen, um das „offizell“ anerkannte Wissen darzustellen.
Zuerst der Kluge:
_ Pumpernickel
Substantiv Maskulinum Standardwortschatz (17. Jh.)Onomastische Bildung.
Zunächst für „Kommißbrot“, dann eingeschränkt auf das nord-westfälische Roggenschrotbrot (als spöttische Bezeichnung von außen, die einheimische Bezeichnung ist Schwarzbrot oder grobes Brot).
Als Spottname ist das Wort schon älter (als Bezeichnung eines groben Flegels?); die Übertragung auf das Brot ähnlich wie bei Armer Ritter u.ä. Nickel ist Kurzform von Nikolaus; Pumper wohl ein regionales Wort für „Furz“.
Ebenso nndl. pompernikkel, ne. pumpernickel, nfrz. pumpernickel, nschw. pumpernickel.
Weiser, L. NZV 4 (1926), 14;
Benary, W. ASNSL 154 (1928), 271f.;
Goldbeck, I. MS (1951), 50-52;
Möller, R.: NW 1 (1960), 4-7;
Gentner, C. JAWG 3 (1987), 56-66;
Röhrich 2 (1992), 1209. deutsch d(Pumper-), Name_
und dann noch Pfeifer, Etymologisches Wörterbucg des Deutschen.
_ Pumpernickel
m. schwarzbraunes, rindenloses Brot aus Roggenschrot mit leicht süßlichem Geschmack, (westfälisches) Schwarzbrot.
Der zuerst 1628 bezeugte Ausdruck steht als Schimpfwort für einen ungeschlachten, groben Menschen. Das Grundwort „Nickel“, die als Schelte gebrauchte Kurzform von „Nikolaus“, ist hier verbunden mit dem Bestimmungswort „Pumper“ in der Bedeutung ‚Furz‘, sodass das Schimpfwort etwa als „Furzkerl“ aufzufassen ist.
Wegen seiner blähenden Wirkung wird das schwer verdauliche Brot seit 1654(anfänglich spöttisch) Pumpernickel genannt.
Pumper = dröhndender Ton, Gepolter, Furz gehört zu lautmalendem "pumpen, pumpern, pompern = dröhnen, pochen, krachen, furzen; mhd pumpern, pümpern = hämmern, pochen.
Dazu auch PIMPF m. im 19. Jhdt abschätzig für: kleiner Kerl, Junge als Schelte für einen Heranwachsenden, der höchstens einen „Pimpf“ , aber keinen „Pumpf“ oder „Pumper“ zusatnde bringt; demnach eigentlich „kleiner Furz“.
Pimpf wird erst nach 1900 ohne verächtlichen Beiklang im Sinne von „kleiner Kerl“ als Bezeichnung der Jüngsten in einer Jugendbewegung allgemein bekannt. Heute kaum noch gebräuchlich._
Von ‚bon pour nickel‘ und „bonum paniculum“ also kein Wort.
Gruß Fritz
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