Wortteil 'zigsten'?

Hallo zusammen :wink:

Angeregt durch eine Frage die ich in einem Thread im Elternbrett gestellt habe, aber keine für mich ausreichende Antwort bekam, hätte ich jetzt gerne etwas genauer gewußt:
Gibt es Worte wie am „winzigsten“…oder …die „putzigsten“…
Wenn nein, warum nicht? Wäre die Steigerung denn nicht zB.
Winzig, winziger am winzigsten??? oder kann man das gar nicht steigern? Wie ists mit:
putzig, putziger, am putzigsten?

Weiterhin…gibt es den „Einzigsten“?
Oder gibt es „zigsten“ am Ende überhaupt nicht als Wortteil?

Danke und Gruß
Maja

Hey,

du glaubst mir wohl nicht, was? :wink:

Grüße
Cess

Hi,

du glaubst mir wohl nicht, was? :wink:

Mist…erwischt :wink:
Doch, ich glaube Dir…fast *fg
Ich hätts gerne ausführlicher begründet, warum es das nicht gibt…beide Beispiele hören sich für mich eigentlich plausibel an…einzigste natürlich nicht, aber bei den anderen beiden?

Aber weisste was? Jetzt sind wir quit, Du hast mir das mit dem Katzenbiss auch nicht auf Anhieb geglaubt *breitgrins*

LG
Maja

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Hi Maja,

das Wort einzig sagt, es gibt genau eine(n). Wie willst Du das steigern? Was winzig ist, ist eher nicht einzig - irgend etwas auf der Welt wird noch winziger sein. Ob wir ein Winzigstes finden, ist vielleicht eine Sache der Betrachtung; ich würde das Wort eher nicht verwenden. Und was ist putzig? Ist Dein Hut putziger als meiner? Dann wird es auch einen Hut geben, der in dieser Runde der putzigste ist.

Nebenbei: Wenn zigsten ein Wortteil wäre, dann sollte es ja auch einen Wortstamm geben, der ohne zigsten auskommt. Was wäre das in diesen Fällen - win? put?

Gruß Ralf

Hallo,

der Grund, warum „einzigster“ falsch ist, hat mit der Bedeutung und nicht mit der Form zu tun.

der einzige = es gibt nur einen

Damit ist schon eine maximale Steigerung ausgeführt. Eine weitere Steigerung ist nicht möglich. Ähnliche Beispiele sind „der optimalste, minimalste, usw.“.

Damit, dass das Wort auf -zig endet, hat das nichts zu tun. Formen wie „der putzigste …“ sind korrekt.

Gruß,

Myriam

Hallo

Gibt es Worte wie am „winzigsten“…oder …die „putzigsten“…
Wenn nein, warum nicht?

Wieso sollte es sie nicht geben ?

Weiterhin…gibt es den „Einzigsten“?

Den natürlich nicht.

Oder gibt es „zigsten“ am Ende überhaupt nicht als Wortteil?

Allein nicht, es kommt halt von der Wortendung „zig“, z.B. auch patzig, witzig, spritzig, ranzig…

Und selbstverständlich geht:
Die patzigste Anwort gab der freche Sven.
Die witzigste kam vom lustigen Lars.
Die Butter aus dem *piep*-Markt schmeckte am ranzigsten.
Daraufhin entschädigten wir unsere Geschmacksnerven mit dem spritzigsten der angebotenen Champagner, dem D.P. '02.

Herm

Hai,

das Wort einzig sagt, es gibt genau eine(n). Wie willst Du das
steigern?

Öhm…ja stimmt, klingt einleuchtend.

Was winzig ist, ist eher nicht einzig - irgend etwas
auf der Welt wird noch winziger sein. Ob wir ein Winzigstes
finden, ist vielleicht eine Sache der Betrachtung; ich würde
das Wort eher nicht verwenden. Und was ist putzig? Ist Dein
Hut putziger als meiner? Dann wird es auch einen Hut geben,
der in dieser Runde der putzigste ist.

Ok, kapiert (glaube ich *hoff*)

Nebenbei: Wenn zigsten ein Wortteil wäre, dann sollte
es ja auch einen Wortstamm geben, der ohne zigsten
auskommt.

Naja, ich weiss eben nicht wie das korrekterweise heisst, immerhin ist es ein Teil eines Wortes…es besteht aus lesbaren sinngebenden aneinandergereihten Buchstaben und hängen an einem Wort dran *puh*

Was wäre das in diesen Fällen - win? put?

Aus dem Dadaismus vielleicht :wink: *ausredensuch*

Ich danke Dir Ralf!
Gruß
Maja

Hi Myriam,

vielen Dank auch Dir!

Gruß
Maja

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

-ig ist nicht zig/zigst!
Hallo, Maja,

obwohl es einige richtige Ansätze und Antworten in diesem Faden gibt, krankt das hier noch an einer grunsätzlichen Verwirrung.

Die Adjektivbildesilbe „-ig“, die wir etwa verwenden, wenn wir aus Adverben wie

„gestern, morgen, heute, hier, dort“

Adjekive bilden wie

„gestrig, morgig, heutig, dortig, hiesig“.

Aber auch aus Nomen können wir so Adjektive machen, etwa so
„der Riese => riesig,
der Lump => lumpig,
der Rotz => rotzig,
der Putz => putzig,
der Eine => einzig“.

Dieses „-g“ wurde auch verwendet, als man aus wenig (= zum Weinen wenig!) die Intesivierung „winzig“ bildete.

  • Allerdings ist die Ableitung nicht unumstritten

Die Endung „-zigste“ bei diesen kommt nur dadurch zustande, weil diese Adjektive vor dem „-ig“ ganz zufälligerweise ein „z“ haben, die aber von Wortstamm des Ursprungswortes haben: Putz, Rotz, etc.

Was ganz anderes ist das „zig“ und das „zigst-“ bei:

Da waren zig tausend Vögel. Das ist nun der zigste Artikel, den ich schreiben.

Diese zig/zigst ist eine Ableitung von „zehn“, die in den Zahlen von zwanzig (= zwei (Mal) zehn) bis neunzig (= neun (Mal) zehn).

Dazu:

_ zigst… (ugs.): steht anstelle einer nicht genau bekannten, aber als sehr hoch angesehenen Zahl:
das ist heute schon der zigste Anruf.

© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001

zig [mhd. -zec, ahd. -zig, -zug, Endung der Zehnerzahlen von 20 bis 90, zu zehn u. eigtl. = Zehner, Zehnheit] (ugs.):
steht anstelle einer nicht genau bekannten, aber als sehr hoch angesehenen Zahl:
zig Leute; ich kenne sie schon zig Jahre; mit zig Sachen in die Kurve gehen.

© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001_

Dazu noch der Kluge:

_ -zig

Suffix (zur Bildung der Zehnerzahlen) Standardwortschatz (-), mhd. -zic, ahd. -zug, as. -tig Stammwort.
Aus g. *teg(u)- „Dekade“, auch in gt. tigjus Pl., anord. -tigr (-tugr, -teg), ae. -tig, afr. -tich. Diese Bildungsweise ist in den alten germanischen Sprachen nur bei den Zehnerzahlen von zwanzig bis sechzig üblich.
Das Element ist ein Wort für „Dekade“, weshalb diese Zahlwörter auch als Substantive behandelt werden (und das Gezählte im Genitiv Plural bei sich haben).
Die übrigen Zehnerzahlen werden gebildet: gt. auf -tehund, einschließlich taihuntehund „hundert“ (Analyse umstritten); anord. gleich wie „zwanzig - sechzig“ (bis anord. ellefo tigr „hundertzehn“, anord. hundraT „hundertzwanzig“); ae. hund- + -tig bis hundtwelftig „hundertzwanzig“; as. ant- + -da bis nigonda, hund „hundert“); ahd. -zo bis zehanzo „hundert“.

Ähnliche Dekadenwörter in lit. desimtìs, akslav. deseti. Im übrigen ist die Geschichte der Zehnerzahlen im einzelnen unklar und umstritten. Eine Darstellung mit reichhaltiger Bibliographie bei Szemerényi (1960).
Szemerényi (1960);
Bammesberger, A. in Brogaynyi/Krömmelbein (1986), 3-8;
Justus (1988), 521-541;
Seiler, H. J. FS Greenberg (1990), 187-208;
Ross/Berns (1992), 602-620. gemeingermanisch_

Gruß Fritz

owt

Ich hoffe, du bist inzwischen wieder entplättet! :smile:

Gruß Fritz

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Ich hoffe, du bist inzwischen wieder entplättet! :smile:

Bin ich inzwischen wieder, danke der Nachfrage :wink:

Aber ehrlich, die Geschichte ist mir noch den nächsten Tag im Kopf herumgegeistert *g

LG
Maja