Wenn ich die gesamte Grundschulzeit meines Zwergs (viel mehr
als meine Erfahrung kann ich da nicht anbieten)
zusammenrechne, komme ich da nicht mal auf 250€ (exklusive
Taschen).
In 4 Jahren nur 250 Euro ? Da hattest du Glück. Ich kenne durch meine Kinder drei verschiedene Varianten, das ist abhängig von der Schule und der Lehrkraft. Die einen Lehrer verlangen einfach nur irgendwelche Wasserfarben, und denen reichen 12 Stück, die anderen schreiben eine Marke vor und benötigen der 24er-Kasten, und so zieht sich das durch alles, was man an Schulmaterial braucht oder laut Lehrer anschaffen muss (wir hatten beispielsweise extra für die Schule gekaufte, NEUE Wachsfarben einer bestimmten Marke zu liefern, und bekamen sie dann UNBENUTZT wieder am Ende der Schulzeit zurück…).
Hast du eigentlich die Erstausstattung wie Schulranzen, Mäppchen und Kleinkram auch mit berechnet ? Das übernehmen ja durchaus nicht immer die Großeltern oder Paten, da bist du locker schon den ersten Hunderter los, bevor die Schule angefangen hat.
Und die Grundschule ist erst der Anfang, die Arbeitshefte (also Lernhefte zu den Fächern, in die man dann reinschreiben kann - ist gerade Mode) kosten pro Schuljahresanfang bei meinen Kindern inzwischen Richtung 100 Euro pro Nase.
Hast du eigentlich die Erstausstattung wie Schulranzen,
Mäppchen und Kleinkram auch mit berechnet ?
Nein - das schrieb ich aber auch.
Und die Schule war im Viertel der absoluten High Society, also mit einem Klientel, was absolut NICHT im finanziell eher schwachen Raum angesiedelt war.
Das mit der Macht ist so eine Sache. Du kennst das sicher,
geredet wird hintenherum viel, offen sagt kaum einer etwas.
Ehrlich gesagt kenne ich das nicht.
Es ist eine Sache der Schulpflegschaft, uberaus kostspielige (also unsoziale *g*) Dinge zu verhindern.
Bei uns ist gerade ganz aktuell das Thema der Skifreizeit aufgekommen.
Es waren zwei Fragen, die ich gestellt habe, um diese Idee vom Tisch zu bekommen.
Das Schullandheim hatten wir hier schon zweimal, und IMMER war
es so, dass KEINER gewagt hat, von „zu teuer“ zu reden. Man
käme ja in den Verdacht, nicht reich genug zu sein.
Elternvertretungen werden demokratisch gewählt…
VG
Guido
P.S. Zugegeben ist jetzt auf der weiterführenden Schule der Grundbedarf an Verbrauchsmaterialien direkt mit knapp 80€ zu Buche geschlagen - und das hält max. 4 Monate…
Schon mal daran gedacht, dass Eltern eine gewisse „Macht“
haben, die sie nur umsetzen müssen?
jaaaa - die versammelte Elternschaft war mächtig genug, um bei einem Elternabend diesen einen Vater zu bremsen, der sich darüber empörte, dass kein Klassenaustausch mit einer britischen Schule stattfindet (es gibt zwar bereits Gespräche mit einer Mädchenschule in Yorkshire, aber gut Ding will Weile haben), und deshalb darauf bestand, dass die Klasse außerordentlicherweise zu einem zweiwöchigen Studienaufenthalt nach London fahren solle. Tja, und er dachte, da die Schule ja eine besonders soziale sei, könnten die besser Verdienenden die Reisekosten der weniger gut Betuchten übernehmen - und um den Bedarf festzustellen, sollten sich die, die sich derlei nicht leisten können, doch bitte gleich melden.
Und da kam niemand auf die Idee, diesem Menschen zu erklären, dass das vermutlich niemand in der „Öffentlichkeit“ behauptet, weil es schlicht peinlich ist?!
Ich kann da nur bestätigend schreiben: Da hattest Du aber wirklich Glück. Ich hatte das im 1. Schuljahr mal ansatzweise mitgeschrieben, so aus Interesse. 250 Euro haben wir im 1. Schuljahr locker geschafft.
Was eben fehlt, wie Du schon schreibst: Schulranzen, Turnbeutel (und wir haben da nicht allzu viel Geld ausgegeben), Füller, Buntstifte (die gingen weg wie Butter), Filzstifte (auch häufiger nachgekauft), Kopiergeld (Die Lehrerin "konnte mit den Büchern nicht arbeiten), Arbeitshefte in 2 Fächern (je über 10 Euro), Turnschuhe (die mußten Klett haben und in der Schule bleiben, das Kind wächst leider immerzu, so kauften wir in einem Jahr ca. 3 Paar - 2mal Halle, 1mal draußen), Theaterfahrten, Ausflüge.
Verbummelte Mützen und Handschuhe, im Kunstunterricht versaute Pullis und T-Shirts habe ich jetzt mal nicht mitgerechnet…
Wenn Du schreibst, die Schule lag in einem wohlhabendem Viertel, vielleicht war die einfach besser ausgestattet, sodaß nicht soviel auf die Eltern abgewälzt wurde?
An unseren Wohnorten in Ostdeutschland war es recht einfach, zu sagen, man könne sich dies oder das nicht leisten. Die Kindereinrichtungen haben sich richtiggehend entschuldigt dafür, dass sie dann und wann 50ct für eine Unternehmung eingesammelt haben. Geld zu haben und zu sagen: An den 50ct soll es nicht scheitern galt schon fast als obzön.
Im wohlhabenden Bayern sieht das ganz anders aus: Wer kein Geld hat und dies zugibt, ist ganz schnell weg vom Fenster. Und: Für die Kinder ist nix zu schade, wer an den Ausgaben fürs Kind spart gilt als Rabenelter. Dass mein Sohn teilweise gebrauchte Klamotten trägt, ich keinen Lamy Füller gekauft habe, weil mir der schlicht zu teuer ist, behalte ich lieber für mich.
Ich habe im Elternbeirat mitbekommen, wie eine Familie unterstützt werden sollte, die sich einen Aufenthalt im Landschulheim für beide Kinder nicht leisten konnte. Ich würde mir eher die Zunge abbeißen, als solcherlei auf mich zu nehmen. Die Sprüche der Selbstgerechtigkeit waren nicht von schlechten Eltern. Die ganze Sache wurde natürlich höchst diskret abgewickelt (Das heißt, die gesamte Schule erfuhr erst am nächsten Tag, um welche Familie es sich handelte).
Ich will hier gar keine Ost-West-Debatte anzetteln, nur anmerken, dass in verschiedenen Regionen Deutschlands die Sache durchaus unterschiedlich zu bewerten ist.
Im wohlhabenden Bayern sieht das ganz anders aus: Wer kein
Geld hat und dies zugibt, ist ganz schnell weg vom Fenster.
Hallo,
aus dem reichen Baden Württemberg kann ich das auch absolut bestätigen.
Das Skischullandheim meiner Ältesten hat rund 300 Euro gekostet, ohne Ausrüstung und Nebenkosten (ich weiß den genauen Betrag nicht mehr). Ungefähr die halbe Klasse fährt nicht Ski, benötigte also eine Ausrüstung. Beim ersten zaghaften Versuch einer Mutter, darauf hinzuweisen, dass man nach dem Schullandheim ja den Kram nicht mehr benötigt, kam ein Sturm der Entrüstung:
Skier und Skistiefel kann man bei uns im Ort leihen (stimmte aber leider nicht).
Ein Skianorak kann auch als normale Winterjacke getragen werden, man stelle sich doch bitte nicht so an.
Nur, weil die Eltern keinen Bock auf Wintersport haben, sollten sie ihren Kindern diese Efahrung nicht vorenthalten. Vielleicht findet das Kind ja seine Berufung.
Den Kleinkram wie Skibrille, Helm, Handschuhe usw. wird doch kaum jemand ernsthaft als finanzielle Belastung sehen.
Und, ganz wichtig: Unser Förderverein übernimmt notfalls die Kosten - ist denn jemand im Raum, bei dem es (über die Stimme signalisiert: „eeecht“ ???) nicht für das Skischullandheim reicht ?
Tja, es kamen keine Proteste, und die eine alleinerziehende Mutter, die es sich wirklich absolut nicht leisten konnte, hat keinen Zuschuss beantragt, das ließ ihr Stolz nicht zu. Das Kind fuhr nicht mit.
Das mit der Macht ist so eine Sache. Du kennst das sicher,
geredet wird hintenherum viel, offen sagt kaum einer etwas.
Ehrlich gesagt kenne ich das nicht.
Es ist eine Sache der Schulpflegschaft, uberaus kostspielige
(also unsoziale *g*) Dinge zu verhindern.
Bei uns ist gerade ganz aktuell das Thema der Skifreizeit
aufgekommen.
Es waren zwei Fragen, die ich gestellt habe, um diese Idee vom
Tisch zu bekommen.
Ich habe weiter oben geantwortet - hier wurden diejenigen, die Bedenken hatten, gnadenlos niedergemacht. Kann ja nicht sein, dass man entweder kein Geld und/oder kein Interesse am Skischullandheim hat, wir sind wohlhabende Gymnasiasteneltern, jawoll !
Das ist alles nicht so einfach wie auf dem Papier, nicht alle
Mütter, die ihre kleinen Kinder selbst betreuen, sind nur
doofe und faule Hausfrauen.
Sag mal, gehts Dir gut?
Ich frage nur mal, weil Deine Antwort so klingt, als hättest Du irgendwie einen schlechten Tag gehabt und würdest Deine Laune nun an mir auslassen.
Leicht amüsiert möchte ich Dir doch gerne fragen, wo in meinem Posting liest Du heraus, dass ich mich auf „doofe und faule Hausfrauen“ bezog oder auch nur deren Existenz dargestellt habe???
Dein Argument (übrigens grußlos vorgebracht) war, dass in der Regel Mütter nach den 12-14 Monaten Elternzeit wieder arbeiten.
Mein Gegenargument war, dass dies a) nicht bei jedem möglich ist und b) Hausfrauen aus verschiedenen Gründen nicht arbeiten. Daher kann man bei der finanziellen Planung von Kindern nicht darauf bauen, dass man ganz sicher nur 12 Monate zu überbrücken hat.
Nein, das mit den Hausfrauen habe ich ergänzt, das kam so nicht von dir, aber wo ist da dein Problem ?
Nö, Stress habe ich bei dem Thema nicht unbedingt, meine Familienplanung ist abgeschlossen und ich bin durchaus dankbar, dass ich keine Überlegungen mehr anstellen muss, ob und wie wir das schaffen.
Gruß, Sylvia (die zum Stressabbau kein Yoga braucht und auch keine Schuhe kaufen muss *pfffffffffft*)
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Also, ich will nur mal kurz klarstellen, dass ich definitiv kein Problem mit Nur-Hausfrauen habe. Im Gegenteil, ich wurde nämlich von einer solchen groß gezogen und bewundere sie dafür! Allerdings klagt Dein Posting so, als wolltest Du mir unterstellen, ich hätte da ein Problem!
Wo hab ich denn etwas anderes geschrieben? Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass jeder die Möglichkeit hat, nach dem ersten Jahr arbeiten zu gehen. Diese Meinung vertrete ich tatsächlich. Wenn es nämlich keine Kitas in der Gegend gibt, dann gibt es immer noch die Tagesmutter, und die gibts eigentlich überall!
Und wenn das Kind krank ist, dann muß man halt zu Hause bleiben. Schaffen eigentlich die Millionen anderer berufstätigen Mütter auch. Nicht jeder hat eine Mutter oder Vater direkt im Nachbarort wohnen, ist mir auch klar. Aber es geht auch so, wenn man will!
Mal nebenbei: das Posting, auf das ich mich bezogen habe, lautete, man könne das Elterngeld nicht einplanen, da es ja eh nur 12 /14 Monate gezahlt wird. Ich sage: Es ist ein ganz toller Zuschuß vom Staat, was jeder berufstätigen Mutter das Kinderkriegen sehr erleichtet, denn man ist im ersten Jahr finanziell abgesichert.
Wenn man eh von Beruf Hausfrau ist, bekommt man ja nur den Mindestsatz von 300€, insofern bezog sich meine Antwort gar nicht auf Hausfrauen!
VG