Ich gebe ja zu, ich lebe hinter dem Mond.
Kann mir jemand erklären, welchen Sinn bei einer digitalen Kamera die Spiegelreflextechnik hat? Bei einer analogen kann ich damit das Bild genau so sehen, wie es aufs Negativ kommt. Ich dachte, das wäre bei digitalen Kameras sowieso der Fall?
Ich bitte um Aufklärung.
Viele Grüße von
Jule
(die mit einer Exacta Varex IIa photographiert)
DAS hatte ich mich auch gefragt vor einem Jahr.
Ich hatte früher semiprofessionelle Spiegelreflexcameras (NIKON F3 HighEyepoint z.B.) mit vielen zum teil sehr speziellen (und TEUREN) Objektiven.
Von da her war ich gewohnt, dass das Sucherbild 100% des Diaformates anzeigt und genau so hell bzw. dunkel ist, wie das zu fotografierende Objekt.
Das ist im Hochgebirge bei Sonne und Schnee natürlich perfekt - selbst lichtschwache Zooms (F/5.6-8) zeigen gut sichtbar was Du siehst), hingegen in der Nacht draussen oder in Innenräumen oder im Keller hast Du das Problem, dass die Kamera vielleicht mit 2 Minuten Belichtungszeit bei F/2.8 und 400 ASA-Film noch ein gutes Bild hinbekommt, Du aber im Sucher fast nichts mehr erkennen kannst.
Wie ich mir dann eine digitale Kamera mit elektronischem Sucher gekauft hatte (SONY DSC-F727), war ich angenehm überrascht von der guten Helligkeit des Sucherbildes in dunkler Umgebung, aber sehr unzufrieden mit dem dunklen Sucherbild im Hochgebirge…
Ingesamt aber war das elektronische Sucherbild bei den digitalen Kameras recht pixelig, „unscharf“ und auch mit gewisser Verzögerung (Hund läuft auf Dich zu - Sucherbild ist immer zu spät…) so dass ich mir vor einem Jahr eine digitale Spiegelreflex zugelegt hatte (Canon EOS 20 D) - da hatte ich wieder das helle Sucherbild am Tag und das dunkle in der Nacht, ausserdem zeigt der Sucher nur 90 bis 95 % des tatsächlichen Bildformates an, was mich ziemlich stört.
So hab ich vor Kurzem wieder eine digitale Nicht-Spiegelreflex-Kamera gekauft (Panasonic LUMIX 30) und ärgere mich seit dem wieder über das pixelige und im Hochgebirge zu dunkle Sucherbild, sehe aber wieder 100 % des Bildes und auch bei Nacht gut.
Nun ja, mir kann man es derzeit nicht recht machen.
Was ich mir wünsche, wäre eine digitale Kamera im Chip-Format 24x36 mm mit Wechselbajonett, um verschiedene Objektive verwenden zu können, aber mit verzögerungsarmem hochauflösendem elektronischem Sucher.
Kommt vielleicht noch.
Irgendwann.