Hallo,
nachdem zunehmend das halbe Brett aus Beurteilungen von Arbeitszeugnissen besteht, möchte ich mal fragen, wie wichtig diese wirklich sind.
Ich habe selbst für meine Bewerbungen noch nie eines gebraucht, es wurde nie danach gefragt, und ich habe auch keine, die ich meinen Unterlagen anfügen hätte können. Ich halte es so, dass ich im Anschreiben anbiete, auf Anfrage Referenzen stellen zu können und dann, falls das gewünscht wird (kommt ganz ganz selten vor), leite ich die Kontaktdaten meiner ehemaligen Vorgesetzten weiter, mit deren Einverständnis natürlich. Ich halte es für den vernünftigeren Weg, da die Personaler so direkte und aktuelle unverklausulierte Auskünfte über mich bekommen als über irgendein, vielleicht schon Jahre altes Papier, das noch dazu jeder anders zu interpretieren scheint.
Ich habe irgendwie durchs Mitlesen hier den Eindruck gewonnen, das Arbeitszeugnis scheint v.a. in Deutschland nur ein (weiterer) Auswuchs des Drangs zu sein, alles was geht zu verschriftlichen, zu formalisieren und zu bürokratisieren, um möglichst viel Papier zur Hand zu haben, um alles und jeden bei Bedarf zu Tode analysieren zu können.
Außerdem gibts ja anscheinend völlig unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten der verschiedensten Formulierungen, was für mich die Brauchbarkeit der Zeugnisse nochmal reduziert. Was hab ich davon, wenn der Personaler eine Klausel, die mein Arbeitgeber höchst positiv gedacht hat, sehr kritisch deutet…?
Was meinen die HR-Menschen dazu? Ist das Arbeitszeugnis zu mehr zu gebrauchen, außer der Eitelkeit des Beurteilten zu entsprechen?
Schöne Grüße, Jerry
Der Kreislauf ist logisch aufgebaut und fängt durchaus harmlos an: