Ist es Euch schon einmal aufgefallen, dass es in der deutschen Sprache verkehrte Steigerungsformen - so vom Sprachgefühl und auch von der echten Verwendung her - gibt? Beispiele:
Ein „älterer Mensch“ ist jünger als ein „alter Mensch“.
Ein „junges Mädchen“ (fast oder schon eine Erwachsene) ist älter als ein „Mädchen“ (eher Grundschule).
Wie sollen so etwas Ausländer jemals lernen?
Was habt Ihr für Erklärungen dafür?
Gespannt wartend.
Gruß, Dietmar
Ein „älterer Mensch“ ist jünger als ein „alter Mensch“.
Ist es nicht in jeder Sprache so? Oder verstehe ich etwas falsch?
A „older person“ is younger then a „old person“.
besondere Steigerungsformen für relative Beziehung
Ein „älterer Mensch“ ist jünger als ein „alter Mensch“.
Ist es nicht in jeder Sprache so? Oder verstehe ich etwas
falsch?
A „older person“ is younger then a „old person“.
Eben!
Hallo, Dietmar,
wenn das unterrichtet wird, rollen die meisten Ausländer wütend die Augen, aber ich bin nicht überzeugt, dass das nur im Deutschen so ist (s.o.).
Wie sollen so etwas Ausländer jemals lernen?
Es gibt eigene Übungseinheiten dazu.
Was habt Ihr für Erklärungen dafür?
Sprachgebrauch! Als Regel formuliert etwa bei Helbig/buscha, Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht; S. 273
Der Komparativ einiger Adjektive (jung, alt, lang, kurz, groß, klein) kann auch ohne tatsächlichen Vergelich stehen. Er drückt dann keine Steigerung des Positivs aus, sondern eine relative Beziehung zum gegensätzlichen Adjektiv.
Ähnlich ist es mit dem Elativ (sehr groß), der auch nichts Vergleichbares braucht.
Gespannt wartend.
No, hat sichs gelohnt? 
Gruß Fritz
5 „Gefällt mir“
Der Komparativ einiger Adjektive (jung, alt, lang, kurz,
groß, klein) kann auch ohne tatsächlichen Vergelich stehen. Er
drückt dann keine Steigerung des Positivs aus, sondern eine
relative Beziehung zum gegensätzlichen Adjektiv.
Eher eine relative Beziehung zum Durchschnitt!
Ein aelterer Herr = aelter als ein Herr mittleren Alters.
Ein kleinerer Mann = kleiner als ein mittelgrosser Mann
Gruss
Ein sweites und spannendes Feld, Dietmar.
Der gute alte Sigmund Freud hat dazu auch mal etwas beigetragen (wozu nicht!), der Aufsatz heißt „Über den Gegensinn der Urworte“, wenn ich ich recht erinnere.
Da geht es zwar einmal nicht um die „jungen Mädchen“ (sonst ja gerne bei Vater Freud), die älter sind als die Mädchen, sondern mehr über Gegensinn wiegesagt.
Im Lateinischen z.B. heißt ja „altus“ sowohl „hoch“ als auch „tief“ und „sacer“ heißt sowohl „heilig“ als auch „verrucht“ (schönes altes deutsches Wort übrigens).
Es grüßt Dich
Branden
Eher eine relative Beziehung zum Durchschnitt!
Dass Durchschnitt eine grammatische Kategorie sei, war mir bisher unbekannt.
Aber gut!
Fritz
2 „Gefällt mir“