Hallo Sabine,
deinen Beitrag finde ich Spitze und lasse ihn deshalb in meinem Antwort-Posting stehen.
Ich selbst weiss ja viel über Ernährung (gezwungenermaßen bei 54 Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten sowie etlichen anderen „Wehwehchen“). Darum bin ich immer stinkesauer, wenn ich mit Ärzten zu tun habe, die von Ernährung nicht mehr wissen, als das, was sie selbst essen.
Jeder Tierarzt hat im Studium sich um das Futter der Tiere zu kümmern – nur Menschenärzte haben keine Pflichtsemester für die Ernährung. Man kann schon froh sein, wenn eine internistische Fachpraxis sich zumindest einer Ernährungsberaterin bedient. Da habe ich aber auch schon horrende Sache gehört (z.B. ich selbst esse sehr viel Möhren roh, ca. 600 g am Tag. Dann bekam ich einen Computerausdruck, in dem von einer Überdosierung von Beta-Carotin gesprochen wurde. Auf meinen Hinweis, dass ich gar kein Fett zu mir nehme (komme nur auf 10 Fettpunkte am Tag) hiess es, der Darm produziere selber genug Fett und deshalb sei meine Karottenmenge gefährlich. Dies war die Aussage einer Ernährungsberaterin in einer Uni-Klinik).
Nun bin ich letztens sogar von einer Oekotrophologin nach einem 2 stündigen Gespräch für eine Kollegin gehalten wurden. Dies Lob musste ich natürlich zurückweisen, ich denke aber, jeder (!!!) kann sich schlaumachen, wenn er möchte.Ich schreibe ja schliesslich auch Lebensmittelfirmen an und erfrage genaue Nährstoffwerte bzw. zum Ausschliessen von Stoffen, die ich nicht darf. Von Nichts kommt mein Wissen nicht.
Zur Apotheke stimme ich dir zu, ich erwarte (!) eine kompetente Beratung, denn schliesslich muss ich diese monatlich mit ca. 1500 € an meiner Gesundung beteiligen. Ich persönlich kenne 1 Apothekerin, die auch noch Oekotrophologie studiert hat, sich und auch ihre angestellten Apothekerinnen regelmässig weiterbildet (werde mal schauen, ob sie die Zusatzausbildung irgendwo kundtut) Ihr hat man allerdings sehr, sehr übel mitgespielt, sie hatte mal eine Apotheke nur gepachtet von einer der größten. Nun bekam sie keine Pachtverlängerung- weil diese gut lief (auch dank der tollen Beratung, die sich herumgesprochen hat). Inzwischen sind 2 Jahre vergangen und sie baut eine neue Apotheke in der Nähe auf. Ich bewundere diese Frau und habe in einem Gespräch erfahren, dass alle alten Stammkunden zu ihr zurückgekommen sind. Ich denke, über Jahre wird sich nur Kompetenz auszahlen. Denn wenn ich nur nullachtfuffzehn möchte, kann ich auch in der Drogerie oder auch ohne Beratung im Internet kaufen.
Ausserdem habe ich als Privatversicherte festgestellt, dass zu Anfang teurer nicht auf Dauer teuer ist, weil sie auch klar sagt, wenn ein Medikament nicht zu meinen anderen passt und auch selbst beim Arzt nachfragt. Das kostet aber Zeit und ist sehr personalintensiv.
Dann war ich vor 3 Wochen in ihrer ehemaligen Apotheke, tja, kurz und schnippisch und arrogant, als wenn man als Kundin nur ein Dummchen ist. Ob sich das halten wird? Ich denke leider ja, weil sie sehr viel Laufkundschaft hat.
Ich plädiere dafür, dass die Ernährungslehre in allen medizinischen Studiengängen zur Pflicht wird, dass es jedermann möglich ist, eine kompetente Ernährungsberatung wahrzunehmen (private Kassen zahlen die nämlich nicht, auch wenn - wie in meinem Fall Cortisonbehandlung ein Ausbruch vieler Krankheiten auslöste). Ausserdem plädiere ich dafür, dass jedermann die Möglichkeit hat, an die entsprechende Literatur heranzukommen. Ich habe schon mit vielen Interessierten gesprochen - nur nicht jeder kann die Fachzeitschriften bezahlen.
Gerade vor ein paar Tagen hatte ich in meiner Dienststelle ein interessantes Blatt entdeckt - für das sich nur 1 Person ausser mir interessiert - der Abonnenent - und ich schwebe auf Wolke sieben, nun zu weiteren fundierten Kenntnissen zu kommen. Wie wurde mir gesagt, dass ist „Blödsinn, wer kann schon mit Begriffen wie Vitamin B, Phytofaktoren usw. umgehen. Das ist doch nur Fachchinesisch“. Das gibt mir dann immer die berühmte Gänsehaut - was erwarten wir dann von dem „Normal-Essenden?“
Auch wenn wir 2 über Nahrungsergänzungen unterschiedlicher Meinung sind - ich schätze immer sehr deine qualifizierten Ratschläge - nur mag ich mich nicht so sehr melden, weil ich mir meine Kenntnisse halt nur autodidaktisch beigebracht habe.
Also alles in allem - du bist Spitze und ich immer sehr neugierig auf deine Kommentare.
In diesem Sinne liebe Grüße Christel
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