Wozu Sicherung?

Hallo Experten,

vor zwei Tagen hatte ich plötzlich im Wohn- und Schlafzimmer kein Strom. Die Sicherung war aber intakt und alle anderen Räume hatten Strom.
Der Elektiker stellte dann fest, daß in einer Verteilerdose die Kabel und Klemmen durchgeschmolzen waren.
Warum fliegt dann die Sicherung nicht raus?
Wozu habe ich sie dann? Um Stromspitzen aufzufangen, oder wozu?

Für Aufklärung dankbar
Zauberm@us

Hallo Zaubermaus,

Der Elektiker stellte dann fest, daß in
einer Verteilerdose die Kabel und Klemmen
durchgeschmolzen waren.

Leitungsquerschnitt normgerecht?
Da hätte dir übrigens u.U. auch die hütte abrauchen können…

Warum fliegt dann die Sicherung nicht
raus?

Sicherung zu träge? Überhaupt funktionsfähig (Ich hab’ mal so eine sicherung im keramikgehäuse gesehen, bei der ein „bastler“ eine zusammengerollte alufolie eingebaut hatte…)

Wozu habe ich sie dann? Um Stromspitzen
aufzufangen, oder wozu?

Eigentlich schon dazu.

Ich hoffe dein elektriker hat alles in ordnung gebracht.
Robert

Hallo Robert,

Leitungsquerschnitt normgerecht?
Da hätte dir übrigens u.U. auch die hütte
abrauchen können…

Ja, ich weiss… Leitungsquerschnitt? Keine Ahnung, ich hoffe doch, dass sonst etwas gesagt hätte?

Sicherung zu träge? Überhaupt
funktionsfähig (Ich hab’ mal so eine
sicherung im keramikgehäuse gesehen, bei
der ein „bastler“ eine zusammengerollte
alufolie eingebaut hatte…)

Sicherung zu träge? woran erkenne ich das? Und wie kann ich die funktionalität testen?
Heizlüfter, Mikrowelle, Föhn, Waschmaschine, Fernseher, Heizplatten alles an eine Steckdosen anschliessen und hoffen das die Sicherung durchknallt? :wink: Und wenn nicht…???

Ich hoffe dein elektriker hat alles in
ordnung gebracht.

…das hoffe ich auch. Ich ziehe zwar in zwei Monaten aus, aber ich werde meinen Nachmieter mal darauf hinweisen, das zu beobachten…

Danke für Deine Antwort. Zauberm@us

Hallo!

Das kommt immer mal wieder vor. Vor allem, wenn die Schrauben der Lüsterklemmen oder sonstige Kontakte nicht richtig fest waren.
Dann bruzzelt die Kupfer leitung beim Einschalten (hohe Spannung) etwas vor sich hin und irgendwann ist die Verbindung unterbrochen, ohne daß es zum Sicherungsausfall kommt.

Gruß Werner

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Leitungsquerschnitt normgerecht?
Da hätte dir übrigens u.U. auch die hütte
abrauchen können…

Übrigens hat *werner* wahrscheinlich recht, vermutlich nur ein lockeres drähtchen (mit viel widerstand s.u.)…

Ja, ich weiss… Leitungsquerschnitt?
Keine Ahnung, ich hoffe doch, dass sonst
etwas gesagt hätte?

Hätte er sicher. Ich habe eigentlich nur für den fall gefragt, dass du die wohnung von einem „bastler“ übernommen hast. Es gibt leider auch leute, die meinen, klingeldrähte seien für einen kronleuchter sachgerecht.

Zum hintergrund leitungsquerschnitt: Jeder normale elektrische leiter hat einen widerstand. Wenn strom fließt, wird am widerstand (hier die kupferleitung) wärme erzeugt. Je kleiner der draht im durchmesser, desto größer ist sein widerstand und desto wärmer wird es. Je mehr strom fließt desto wärmer wird es. Wenn du also einen elektroherd (braucht viel strom) an ein dünnes drähtchen (viel widerstand) hängst, wird es sehr sehr warm, der draht kann schmelzen und die ummantelung in brand setzen.
Deshalb gibt es für hausinstallationen vorschriften, welchen durchmesser elektr. leitungen mindestens haben müssen. Dein elektriker kennt sie, aber leider nicht jeder bastler.

Sicherung zu träge? Überhaupt
funktionsfähig (Ich hab’ mal so eine
sicherung im keramikgehäuse gesehen, bei
der ein „bastler“ eine zusammengerollte
alufolie eingebaut hatte…)

Sicherung zu träge? woran erkenne ich
das? Und wie kann ich die funktionalität
testen?
Heizlüfter, Mikrowelle, Föhn,
Waschmaschine, Fernseher, Heizplatten
alles an eine Steckdosen anschliessen und
hoffen das die Sicherung durchknallt? :wink:
Und wenn nicht…???

wenn du da nicht so erfahren bist, sollte das besser der elektriker machen. Aber der hat das hat er ja wohl inzwischen getan.

Grüße Robert

Es gibt verschiedene Auswirkungen von Schäden, Sicherungen fangen tätsächlich nur Fehler auf, die zu erhöhtem Stromfluß führen, z.B. Kurzschlüsse. Einen verschmorten Verteiler kann man auch haben, wenn der Strom klein bleibt (was die Sicherung nicht merkt). Dazu braucht es nur einen erhöhten Übergangswiderstand in der Dose (z.B. lockere, oxidierte Kontakte). Wenn dann nämlich Strom durch diesen Widerstand fließt, wird dieser warm (nach Ohmschem Gesetz und P=U*I ergibt sich die in Wärme umgesetzte Leistung P=I^2*R).
Also reicht auch ein kleiner Strom I, wenn nur der Widerstand R groß genug ist.
Viele Grüße
Frank

Wenn dann nämlich Strom durch
diesen Widerstand fließt, wird dieser
warm (nach Ohmschem Gesetz und P=U*I
ergibt sich die in Wärme umgesetzte
Leistung P=I^2*R).
Also reicht auch ein kleiner Strom I,
wenn nur der Widerstand R groß genug ist.

Das gilt aber nur bei konstantem Strom. Im Netz ist aber die (mittlere) Spannung konstant und die Leistung beträgt demnach P=U^2/R. Mit steigendem Wiederstand müßte die Heizleistung also abnehmen.
Daß es bei Erhöhung des Widerstandes im Draht durch schlechte Kontakte, Korrosion oder Materialermüdung (z.B. durch Haarrisse) dennoch zu einer erhöhten Heizleistung kommt, liegt am erhöhten Spannungsabfall über dem Draht.

In der Praxis bedeutet das folgendes:

Wenn der Rd und Rv die Widerstände von Draht und Verbraucher sind dann fließt bei der Netzspannung U durch den gesamten Stromkreis der Strom I=U/(Rd+Rv). Bereits jetzt ist zu sehen, daß eine Vergrößerunbg des Wiederstandes im Draht zu einem kleineren Strom führt und folglich die Sicherung einen derartigen Defekt nicht registrieren kann.

Für die über den Widerständen abfallende Spannung gilt Ud/Rd=Uv/Rv und Ud+Uv=U. Danach fällt über dem Draht die Spannung Ud=Rd*U/(Rd+Rv) ab. Die Heizleistung des Drahtes beträgt also Pd=Ud*I=Rd*U^2/(Rd+Rv)^2. Die Heizleistung wird demnach minimal wenn der Wiederstand des Drahtes gegen Null oder Unendlich geht. Dagegen erreicht sie ein Maximum bei Rd=Rv.

Für den Elektriker verrät sich der defekte Widerstand durch einer Verringerung der über einem laufenden Gerät abfallenden Spannung. Da es für den Laien nicht ratsam ist Spannungsmessungen an laufenden Geräten vorzunehmen, bleibt ihm nur die Möglichkeit die Verteilerdosen auf verdächtige Wärmeentwicklung zu überprüfen.

Wenn dann nämlich Strom durch
diesen Widerstand fließt, wird dieser
warm (nach Ohmschem Gesetz und P=U*I
ergibt sich die in Wärme umgesetzte
Leistung P=I^2*R).
Also reicht auch ein kleiner Strom I,
wenn nur der Widerstand R groß genug ist.

Das gilt aber nur bei konstantem Strom.
Im Netz ist aber die (mittlere) Spannung
konstant und die Leistung beträgt demnach
P=U^2/R

Da streite ich gerne mit Dir. Meine und Deine Gleichung sind über das Ohmsche Gesetz vollständig ineinander zu überführen. Sie gelten natürlich beide nicht nur bei konstantem Strom/konstanter Spannung, dann ist U bzw. I eben keine Konstante sondern eine Funktion der Zeit. Ich glaube aber nicht, dass wir uns gegenseitig was erklären müssen, die Frage ist insgesamt hinreichend beantwortet. Natürlich könnte man auch noch Blindwiderstände und Phasenverschiebungen ins Feld führen, was die Sache verkompliziert. Also gut. Lassen wir das.
Viele Grüsse
Frank

Andere Sichtweise…
Hallo!

Ich weiß, es beaantwortet nicht die Frage, aber Murphy sagt dazu folgendes:

Wird eine Schaltung durch eine Sicherung geschützt, zerstört sich die Schaltung, um die Sicherung zu schützen!

:sunglasses:
Sven