WSR am Backenzahn oben- Fragen

Hallo, liebe Experten,
ich brauche euren Rat.

Ich habe das „Vergnügen“ einer WSR kommenden Woche am Backenzahn oben rechts. (6er)
Da ich seit ein paar Tagen eine Schwellung am Gaumen, bzw. leicht seitlich des Gaumens habe, führte mich mein Weg zum Zahnarzt, da ich dachte, das kann der Zahn sein…
Schmerzen habe ich am Zahn selbst keine, kein Druckschmerz, etc.
Dieser „Knubbel“ aber tut bei Druck oder Essen weh (härtere Sachen, wie z.B. Schwarzbrot oder ähnliches (daher lasse ich das erst mal weg…).)
Über Nacht schwillt er bisschen ab, wird aber wieder größer, wenn ich gefrühstückt habe.

Das Röntgenbild beim Zahnarzt war nicht eindeutig, da die Kiefernhöhle recht groß ist und man nicht so viel wohl sehen kann.
So schlug der ZA vor, die WSR zu machen, da dies wahrscheinlich so sein wird, dass sich hdie Wurzelspitze entzündet hat.
(Der Zahn ist wurzelbehandelt und überkront.)
Gerötet ist die Stelle akut nicht.

Das zur Vorgeschichte, nun zu meinen Fragen.

-Kann es etwas anderes als die Wurzel sein, so dass mir der Eingriff vielleicht doch noch erspart bliebe?
Der ZA sprach von Laser, damit man auch noch eine Gewebsprobe entnehmen kann.

-Genäht werden muss das dann Gaumenseitig so oder so… hinterher kommt so eine Art „Plastikschiene“ darüber, die die Zähne und kompletten Gaumen bedeckt.
Wie lange muss man die tragen? Kann man sie zum Schutz dranlassen und auch damit essen?
Habe sehr schlechtes „Heilfleisch“ und Bedenken, dass es nicht gut zusammenwächst.

  • Was muss ich nun davor beachten, damit ich die Stelle nicht noch zusätzlich reize und am Wo- E noch den Notdienst aufsuchen muss…?

  • Wie lange bleiben die Fäden drin?

Viele Fragen… entschuldigt bitte.
Habe echt Bammel und Angst vor den Schmerzen :-/ Man hat mir gesagt, ich werde dann zwei Tage krank geschrieben…

DANKE EUCH!!!

Viele Grüße,
Spotvolta

. . . . . schnipp . . . . .

-Kann es etwas anderes als die Wurzel sein, so dass mir der
Eingriff vielleicht doch noch erspart bliebe?
Der ZA sprach von Laser, damit man auch noch eine Gewebsprobe
entnehmen kann.

Servus Spotvolta,

theoretisch kann man schon eine Kieferhöhlengeschichte oder irgendein pathologisches Geschehen in Knochen oder Schleimhaut an den Haaren herbeiziehen, aber, wenn da schon ein wurzelbehandelter Molar in der Gegend herumsteht, würde ich ihn auch für den Schuldigen halten. Es gäbe durchaus aufwändige röntgentomographische Methoden, um mehr Sicherheit zu gewinnen (zahnärztliche Implantologen wenden diese an), aber da ist die Strahlenbelastung auch nicht ohne. Jedenfalls fürchte ich, daß Du um irgendeine Art von Eingriff wohl nicht herumkommen wirst, und da ist die WSR dann schon eine sinnvolle Kombination aus Diagnostik und Therapie. Warum für die Gewebsprobe ein Laser gebraucht wird, ist mir nicht klar. Die Probe selbst halte ich allerdings für obligatorisch.

-Genäht werden muss das dann Gaumenseitig so oder so…
hinterher kommt so eine Art „Plastikschiene“ darüber, die die
Zähne und kompletten Gaumen bedeckt.
Wie lange muss man die tragen? Kann man sie zum Schutz
dranlassen und auch damit essen?
Habe sehr schlechtes „Heilfleisch“ und Bedenken, dass es nicht
gut zusammenwächst.

‚Im Mund heilt alles‘. Weil das so ist, scheitern Kieferchirurgen gerne, wenn sie kosmetische Operationen machen. Sie sind durch die hohe Heilbereitschaft oraler Gewebe verwöhnt, und glauben, daß es immer so gut geht.

Die tiefgezogene Schiene trägst Du bis zur Nahtenfernung (ca. eine Woche). Sie drückt die abgelöste Schleimhaut wieder auf ihr Lager zurück und schützt auch. Wenn Du geschickt bist, kannst Du sie sogar zum Spülen und Zähneputzen herausnehmen. Essen, Trinken, Singen gehen. Blasinstrumente gehen schlecht. Nachdem ich nicht weiß, was eine FMA tut: Es kann sein, daß Dich die Schiene zum Lispeln bringt. Lies Dir, während der zwei Tage ‚Krankmachen‘ laut aus der Zeitung vor - als Training gewissermaßen.

Deine Sorgen mit dem 'Heilfleisch’mußt Du Dir nicht machen, weil die Schiene wie ein individueller Verband wirkt, weil die Schnittwunde glatt ist, und die Wundränder gut adaptierbar sind.

  • Was muss ich nun davor beachten, damit ich die Stelle nicht
    noch zusätzlich reize und am Wo- E noch den Notdienst
    aufsuchen muss…?

Da gibt’s nicht viel, was Du nicht schon automatisch machst. In Deinem persönlichen Fall würde ich mir überlegen, ob dieses Wochenende gerade das richtige zur Ausübung Deines Hobbys ist. Jede starke körperliche Anstrengung setzt den Kreislauf stärker in Gang, was in entzündeten Geweben spürbar werden kann.

  • Wie lange bleiben die Fäden drin?

s.o.

Viele Fragen… entschuldigt bitte.
Habe echt Bammel und Angst vor den Schmerzen :-/ Man hat mir
gesagt, ich werde dann zwei Tage krank geschrieben…

Natürlich gibt es schöneres. Aber es hört sich schon nach Kompetenz an, was da passieren soll. Du könntest 1 Stunde vor der OP 800 mg Ibuprofen schlucken, wenn Du das Zeug sonst verträgst.

BTW: Die andere therapeutische Alternative - die Extraktion und die Folgebehandlungen - wären in der Summe weniger angenehm, als eine gekonnt durchgeführte WSR.

Forza!

Kai

Hallo Kai,

erstmal ganz lieben Dank für Deine ausführliche Email.

Naja, gestern bei der OP ist es doch etwas anders verlaufen als geplant, da der Zahnarzt nicht wußte, von welchem Zahn der Hubbel nun kommt- vom 5er oder 6er, hat er eine Alternativlösung angeboten: Mit Laser (kostete leider extra 30€,aber das war es mir schon wert.) hat er den Knubbel entfernt, aber die Wurzel nicht behandelt, da er sagte, dass das ein Eingriff ist, der eben „nicht ohne“ ist- und falls er die falsche Wurzel behandelt hätte, dann wäre das mehr als ärgerlich.

So lassen wollte er es allerdings auch nicht.
Ja also hat er mit dem Laser dann das Teil umkreist und das „Ding“ entfernt. So ist er nicht bis zum Knochen vorgestoßen, sondern eher an der Oberfläche geblieben.
Mit dem Laser stinkt das tierisch… mir war danach so übel…
Die Wunde ist ein richtiges Loch- das hat er provisorosch mit Wundverband verschlossen und nun habe ich eine Plastikschiene im Mund, die komplett über den ganzen Oberkiefer geht und den Gaumen verschließt, wo die Wunde ist…
Ich sage Dir: „Zahnspangenfeeling“, obwohl ich nie eine hatte.
Eine Woche bleibt das so, zum vorsichtigen Zähneputzen bleibt die Schiene.

Wenn ich aber nun Pech habe und es doch von einer Wurzel ausging… dann geht das ganze nochmal los- diesmal aber wirklich Wurzelspitzenresektion :frowning:((
Ich HOFFE NICHT!!! :frowning:(((

Bin noch heute krank geschrieben, morgen geht es wieder los…

Habe aber noch eine Frage an Dich:
Der Wundverband, der Jodstreifen, ist noch da drauf, die Schiene habe ich schon mehrfach zum vorsichtigen Zähenputzen abgenommen.
Der ZA meinte, es wäre nicht schlimm, wenn der Streifen noch bis Montag (!) darauf bleiben sollte.
Ich könnte ihn aber auch schon entfernen, wenn ich wollte und dann die Schiene tragen.
Tja- was ist nun besser?
Darauf lassen- oder soll ich da ran?
Habe bisschen Bammel, einerseits, dass der Streifen dann sich dort festklebt, zuwächst, etc…
Andererseits dann fehlender Schutz, wenn ich ihn abnehme (schaffe ich das überhaupt?).

Danke Dir!!!

Viele Grüße,
Spotvolta

P.S.: Ibuprofen war nicht nötig…brannte gestern nur bisschen und reden kann ich komischerweise recht normal… :smile:

Hallo Kai,

erstmal ganz lieben Dank für Deine ausführliche Email.

Naja, gestern bei der OP ist es doch etwas anders verlaufen
als geplant, da der Zahnarzt nicht wußte, von welchem Zahn der
Hubbel nun kommt- vom 5er oder 6er, hat er eine
Alternativlösung angeboten: Mit Laser (kostete leider extra
30€,aber das war es mir schon wert.) hat er den Knubbel
entfernt, aber die Wurzel nicht behandelt, da er sagte, dass
das ein Eingriff ist, der eben „nicht ohne“ ist- und falls er
die falsche Wurzel behandelt hätte, dann wäre das mehr als
ärgerlich.

. . . . und das ist das understatement des Jahres :frowning:

So lassen wollte er es allerdings auch nicht.
Ja also hat er mit dem Laser dann das Teil umkreist und das
„Ding“ entfernt. So ist er nicht bis zum Knochen vorgestoßen,
sondern eher an der Oberfläche geblieben.

Hat er bei der Gelegenheit auch mal erklärt, WARUM er das macht?

Hat er den entnommenen ‚Knubbel‘ wenigstens zur Untersuchung gegeben?

Da hätte ich zwei Zitate aus dem bayerisch/österreichischen Sprachraum:

„Bevor I mi so wundert, glaab i’s liaba ned“ (Valentin)

„I waas ned, wo i hifoahr, dafür bin i schneller da“ (Gerhard Bronner)

  • oder anders ausgedrückt: wenn eine Entzündung um die Zahnwurzel herum dahintersteckt, ist der ‚Knubbel‘ ein Symptom, aber nicht die Krankheit. Dieser Knubbel wurde jetzt für 3o Evrones weggekocht. Wenn die Krankheit aber (wider Erwarten ??) weiterbestehen sollte, sie sich also vom Laser nicht hat erschrecken lassen, dann, ja dann muß der Doc (hoffentlich) herausfinden, welchem Zahn er die Gnade seiner heilenden Hände dann zuteil werden läßt. Weil er ja sonst (würfeln wäre nicht high-tech genug) einen Zufallsgenerator befragen kann, ob er sich für den 5er, oder den 6er entschließt. Man kann ja auch gleich beide . . . ., oder den einen mit dem Skalpell und den anderen erst mal mit dem Laser (sind ja nochmal 30 €), und erst . . . .

Vielleicht noch ein Zitat, diesmal von mir:

„Gnädige Frau, sie brauchen eine Hüftgelenkprothese, das geht aber nur unter Narkose. Deshalb bieten wir Ihnen, zum Aktionspreis, eine Ayurveda Massage durch unsere fortgebildete Rezeptionshelferin an“

. . . . schnipp . . .

Wenn ich aber nun Pech habe und es doch von einer Wurzel
ausging… dann geht das ganze nochmal los- diesmal aber
wirklich Wurzelspitzenresektion :frowning:((
Ich HOFFE NICHT!!! :frowning:(((

Welche Wurzel dann, s.o. ? (BTW: der 6er hat mindestens 3 -, der 5er nicht selten 2 Wurzeln.

Habe aber noch eine Frage an Dich:
Der Wundverband, der Jodstreifen, ist noch da drauf, die
Schiene habe ich schon mehrfach zum vorsichtigen Zähenputzen
abgenommen.
Der ZA meinte, es wäre nicht schlimm, wenn der Streifen noch
bis Montag (!) darauf bleiben sollte.
Ich könnte ihn aber auch schon entfernen, wenn ich wollte und
dann die Schiene tragen.
Tja- was ist nun besser?
Darauf lassen- oder soll ich da ran?
Habe bisschen Bammel, einerseits, dass der Streifen dann sich
dort festklebt, zuwächst, etc…

Gott sei Dank kleben die Streifen im Mund nicht so ekelhaft, wie in anderen Wunden - eher ‚kleben‘ sie zu wenig. Nachdem der Laser ja verschorfte-, und damit geschlossene Blutgefäße hinterläßt, ist die Infektionsgefahr nicht so groß. Ich würde mir eine rezeptfreie Bepanthen-Salbe kaufen, und würde immer wenn die Schiene sowieso rauskommt, eine erbsengroße Portion davon auf die Schiene applizieren, da wo die Wunde ist. Den Streifen nimm raus, das schaffst Du schon.

Andererseits dann fehlender Schutz, wenn ich ihn abnehme
(schaffe ich das überhaupt?).

Du mußt etwas anderes schaffen: Du mußt einen Doc finden, der sich ernsthaft um Diagnose und evtl. Therapie der verdächtigen Zähne kümmert. Vom jetzigen würde ich mir nur noch den histologischen (feingeweblich-mikroskopischen) Befund geben lassen, wenn es denn einen gibt.

Danke Dir!!!

Viele Grüße,
Spotvolta

Berichtest Du mal wieder?

Gute Besserung

Kai