Wucher? SozialRaub? Ungleichheitsgebot? Unrecht?

Angenommen, ein Angestellter ist mit seinem Fahrzeug mit 500 Euro/Jahr versichert. Dann wird er arbeitslos und gleitet schließlich nach Hartz IV ab: 359,- Euro pro Monat zum Leben, wenn er alleinstehend ist.

Die Versicherung erfährt davon, ab sofort kostet sein Auto 600 Euro/Jahr, weil der „Angestelltenrabatt“ wegfällt bzw der "Arbeitslosenmalus dazukommt (Diskriminierung? Gleichheitssatz? Verursachen Arbeitslose mehr Unfälle, weil sie weniger fahren können wegen Geldmangel?)

Man raubt sich also seine Gewinne von den sozial SCHWÄCHSTEN!, die sowieso schon unter der offiziellen Armutsgrenze leben. Gerecht und richtig ist das sicherlich nicht, aber gibt es da keine staatlichen Normen, die so etwas untersagen oder gar verbieten?

Lieb Vaterland, magst ruhig sein, mir graut’s davor, HartzIV sein!

Gruß
Stephan

Hallo Stephan,

mit der Erhöhung der Versicherungsgebühren hast du meiner Kenntnis nach die Möglichkeit den Versicherer zu wechseln.

Für die Versicher gilt Vertragsfreiheit. Sie können ihre Vetragsbedingungen beispielsweise so gestalten, dass Autobesitzer aus dem wirtschaftlich besser gestellten Vordertaunus geringere Versicherungsbgebühren zahlen müssen, als aus dem ärmeren Offenbacher Kreis.

Versicherungen sind keine Wohlfahrtsvereine, sondern gewinnorientierte Firmen, die wirtschaftliche Risiken zu meiden versuchen.
Nun gehen die Versicherer hin und stellen beliebige Gruppen zusammen und rechnen das Risiko aus, d.h. was kosten die Versicherungsnehmer einer spezifischen Gruppe.
Dein Versicherer hat irgendwan mal festgestellt, dass Versicherungsnehmer, die arbeiten gehen ein geringeres Risiko darstellen, als Arbeitslose. Warum das so ist? Keine Ahnung.
Aber dioe Versicherungen dürfen so etwas und du darfst dir den Versicherer aussuchen.

Lieb Vaterland, magst ruhig sein, mir graut’s davor, HartzIV
sein!

ALG2 bedeutet arm zu sein und von Almosen zu leben. Der Unterhalt eines Autos ist in 359,- nicht mehr drin. Überhaupt ist der Unterhalt eines KFZ eines der teurern Aspekte eines Haushalts.

Gruß
Carlos

Lieb Vaterland, magst ruhig sein, mir graut’s davor, HartzIV
sein!

Tja, genau so sollte es sein, man soll kein Hartz IV wollen!
Soll ja nur eine Übergangsleistung sein, bis man wieder arbeiten kann und man soll sich dabei nicht gut fühlen damit man einen Anreit hat, sich um eine neue Stelle zu bemühen.

Und dass der Betrag steigt hängt wohl eher mit der geringen Zahlungsmoral von Hartz IV-Empfängern zusammen, nicht mit „Schikane“ seitens der Versicherung.

Hallo,

für denjenigen würde es mir erstmal leid tun und ich würde ihm wünschen, bald wieder Arbeit zu finden.

Aber hat sich derjenige auch über das bisherige „Unrecht“ beschwert, als er (bisher) den Angestelltenrabatt erhalten hat und andere nicht?

Grüße
Didi

Hi Didi,
natürlich hat der sich nicht über das „Unrecht“ beschwert, weil er davon gar nichts wusste. Das sind die sog. AGB, die man nicht bewusst zur Kenntnis nimmt.
„Unrechtserkenntnisse“ hat man eigentlich immer erst dann, wenn es einen selbst betrifft, weil man dann erst darüber nachdenkt - und das ist auch verständlich, weil man sonst gar nicht mehr zum Leben käme, wollte man sich über jedes Unrecht beschweren!
Gruß
Stephan

Und dass der Betrag steigt hängt wohl eher mit der geringen
Zahlungsmoral von Hartz IV-Empfängern zusammen, nicht mit
„Schikane“ seitens der Versicherung.

Ich hasse Verallgemeinerungen wie „HartzIV-Empfänger haben eine geringe Zahlungsmoral“, besser wäre es, wenn man von verminderter Zahlungsfähigkeit spräche!

Aber das ist ein generelles Konsumenten-Problem, weniger ein HartzIV-Problem. Ich glaube, HartzIV-Empfänger sind wesentlich höher sensibilisiert, mit den (nicht)vorhandenen Geldmittel auszukommen, als Leute mit Job, die eins nach dem anderen auf Pump kaufen und dann jammern, wenn sie nicht mehr in den Urlaub fahren können.

Gruß
Stephan

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Hi Carlos,
das war eine Super Antwort, vielen Dank.
Aber in einer sozialen Marktwirtschaft sollte es doch auch andere Möglichkeiten geben, derartige „Zustände“ zu korrigieren.
Gruß
Stephan

Hallo Stephan,

der Hartz IV Empfänger sollte aus dieser Entscheidung seiner Versicherung die Konsequenzen ziehen und

  1. eine günstigere Versicherung suchen
  2. überlegen, ob er sein Auto mit weniger Kilometern versichern kann.

Schließlich fallen mit dem Job auch die Fahrten zur Arbeit weg. Das spart etliche Kilometer, die man auch wieder für einen niedrigeren Versicherungstarif nutzen kann. Bei der Gelegenheit sollte man auch überlegen, ob es noch mehr Rabattmöglichkeiten gibt (z.B. Garagenrabatt)

Eine gewisse Zeit mit Hartz IV hat auch seine guten Seiten. Man erkennt dann, wer wirklich zu einem steht. Das gilt nicht nur für Freunde, sondern manchmal auch für Versicherungen und sogar Banken. Es ist die richtige Zeit, auszusortieren.

Kopf hoch! Nicht über Ungerechtigkeiten aufregen, sondern diese Leute loswerden! So wird man falsche Freunde und Geschäftspartner endlich mal los :wink:.

Viele Grüße

Anne

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Hallo Stephan,

Aber in einer sozialen Marktwirtschaft sollte es doch auch
andere Möglichkeiten geben, derartige „Zustände“ zu
korrigieren.

Welche Zustände? Armut? Sobald eine menschliche Gesellschaft mehr Eigentum kannte, als einen Bogen mit ein paar Pfeilen und eine Hütte, die man in einigen Stunden selber bauen kann, gab es auch Reiche und Arme. Arm war und ist generell immer jemand, der kein nennenswertes Vermögen hat oder nicht in der Lage ist ein ausreichendes Einkommen zu erwirtschaften. Der realexistierende Sozialismus wollte ja die Armut abschafen, aber irgendwei war das Ergebnis nicht überzeugend.

Was die Versicherungsbedingungen betrifft, so liegt der Kniff ja darin, dass es kein ALG2-Tarif ist sondern, dass man andersrum ein Angestelltenrabatt hat.
Die Hausfrau, der Pensonär, der vermögende Lebemann, der Student, usw bekommen diesen Rabatt nicht. Ob es für Selbständige und Manager dann andere Rabatte gibt weiss ich nicht.

Aber es gibt ja noch andere Rabatte. Wenn du eine Garage hast, gibt es einen Rabatt. Wenn du den Versicherungsbetrag nur jährlich oder halbjährlich zahlst gibt es einen Rabatt.
Oder anders gesagt, wenn du genug Geld hast, kommst du billiger davon.

Die Marktwirtschaft geht nun davon aus, dass du als Verbraucher die Wahl hast. Wenn du und viele andere mit den bestehenden Anbieter unzufrieden seid, wird bald ein Anbieter auf dem Markt auftauchen, um eure Bedürfnisse (so weit die Theorie).

Du kannst nun folgendes machen:
Option 1) Lasse dir ein Angebot von einem günstigen Online-Anbieter machen, z.B. DA-direkt. Wenn es erkennbar günstiger ist, kündige und wechsle den Anbieter.
Option 2) Rechne dein gegenwärtige Situation durch und trenne dich von deinen Wagen. Ohne Auto eine neue Stelle zu finden ist noch deutlich schwieriger. Aber der Unterhalt eines Autos wird dich vorraussichtlich finanziell überfordern, was bald zu Überschuldung führt.
Und wenn man kein Geld hat sind die Schuldzinsen besonders hoch.

Viel Glück und gute Nerven
Carlos

Hallo,

Oder anders gesagt, wenn du genug Geld hast, kommst du
billiger davon.

das kann doch nicht wirklich Dein Ernst sein. es gibt ja nun wirklich mehr als nur eine Förderung/Verbilligung für Gering- oder gar nicht-Verdiener.

Gruß
Christian

Hallo Christian,

das kann doch nicht wirklich Dein Ernst sein. es gibt ja nun
wirklich mehr als nur eine Förderung/Verbilligung für Gering-
oder gar nicht-Verdiener.

Ganz ruhiiiig. Im öffentlichen oder öffentlich geförderten Bereich sind soziale Rabatte üblich, sei es im Schwimmbad, im Theater oder der Museumseintritt.

Wir sprachen hier aber nun von von einer privaten Versicherung. Und hier gibt es keine Vergünstigungen für ökunomisch benachteiligte. Überhaupt gilt das für die allermeisten privatwirtschaftlichen Firmen, sei es im Supermarkt, bei der Urlaubsreise oder beim Strompreis.
Aber gelegentlich gibt es Rabatte, wenn man etwas mehr Geld hinbblättern kann,… und bei der KFZ-Haftpflicht ist es so.

Das ist keine bewußte Benachteilung von Armen. Die Firmen haben Gründen, wenn sie Rabatte anbieten.

Und nun die Frage an den Bänker. Bekommen arme Kunden, die einen Kleinkredit brauchen, günstigere Zinsen, als andere Kreditnehmen?

Gruß
Carlos

Guten morgen,

das kann doch nicht wirklich Dein Ernst sein. es gibt ja nun
wirklich mehr als nur eine Förderung/Verbilligung für Gering-
oder gar nicht-Verdiener.

Ganz ruhiiiig. Im öffentlichen oder öffentlich geförderten
Bereich sind soziale Rabatte üblich, sei es im Schwimmbad, im
Theater oder der Museumseintritt.

also hier gibts Sondertarife für Arbeitslose bei Eintrittspreisen für Sportvereine, Kinos, Theater, Schiffahrtslinien (und ich meine sämtlich nicht öffentliche und nicht geförderte - oder werden Bundesliga-Vereine seit neuestem öffentlich gefördert?) und natürlich bei der Telekom.

Wir sprachen hier aber nun von von einer privaten
Versicherung. Und hier gibt es keine Vergünstigungen für
ökunomisch benachteiligte. Überhaupt gilt das für die
allermeisten privatwirtschaftlichen Firmen, sei es im
Supermarkt, bei der Urlaubsreise oder beim Strompreis.
Aber gelegentlich gibt es Rabatte, wenn man etwas mehr Geld
hinbblättern kann,… und bei der KFZ-Haftpflicht ist es so.

Das ergibt überhaupt keinen Sinn. Es geht nicht darum, wer mehr zahlen könnte und deswegen weniger zahlen muß (ergibt schon rein logisch keinen Sinn), sondern weil es verschiedene Risikoprofile gibt.

Und nun die Frage an den Bänker. Bekommen arme Kunden, die
einen Kleinkredit brauchen, günstigere Zinsen, als andere
Kreditnehmen?

Nein, wieso? Zinssätze werden nach Risiken festgelegt. Oder möchtest Du gerne höhere Zinssätze bezahlen, nur damit Menschen, deren Kredite eine höhere Ausfallwahrscheinlichkeit haben als Deiner, weniger Zinsen zahlen müssen als Du?

Wie siehts denn mit Sozialtarifen bei Deinem Arbeitgeber aus?

Gruß
Christian