Würg-/Brechreiz - Psychosomatisch?

Hallo,

mein Sohn, 8 Jahre, leidet in Stresssituationen unter extemem Würgreiz, in den er sich bis zum erbrechen reinsteigert.

Angefangen hat alles vor etwa 1 Jahr in einem Vergnügungspark. Er fuhr bis dahin alle Fahrgeschäfte, die größen- und altersmäßig fahren durfte – bis eben zu diesem Tag.
Wir standen in der Schlange und er fing so stark an zu würgen, dass wir wieder raus sind. Dort dachte ich noch, er hätte sich irgendeinen Infekt eingefangen. Aber es wurde immer schlimmer. Übelkeit in jeder für ihn belastenden Situation.

Eine Untersuchung beim Kinderarzt ergab keine Organische Erkrankung. Somit haben wir uns zu einer therapeutischen Behandlung bei einer Psychologin entschieden. Hier war er jetzt fast ein Jahr und sie hat es geschafft, den Würgreiz zu „personifizieren“. Die Kurzzeittherapie ist nun abgeschlossen und ich dachte, wir hätten es geschafft.

Es scheint nun allerdings immer schlimmer zu werden, aus dem Würgreiz wurde Brechreiz, der erst besser wird, wenn er sich übergeben hat.

Drei Beispiele aus den letzten Tagen:
Wir haben (auf seinen Wunsch!) noch mal den Vergnügungspark probiert. Übelkeit die ganze Fahrt, auf dem Parkplatz erbrochen. Anschließend fuhr er freiwillig (!) fast jede Achterbahn und hatte riesen Spaß.

Wochenende mit einem Zauberworkshop für Kinder in München. Er freute sich riesig darauf zaubern zu lernen. Beim Frühstück ging es wieder los - würgen bis zum erbrechen. Nach dem Erbrechen nahm er am Workshop teil und ist jetzt stolz zaubern zu können.

Heute früh das gleiche Spiel. Da ich wieder arbeiten muss und hier noch 3 Wochen Ferien sind, habe ich ihn zu einer Ferienfreizeit angemeldet, bei der er letztes Jahr schon war (und letztes Jahr hat es ihm gefallen!) Er hat nichts gefrühstückt ausser ein bisschen Tee: Übelkeit den ganzen Weg, bis er wieder gebrochen hat, dann ging es besser.

Ich weiss mir nun echt nicht mehr zu helfen. Nochmal Psychotherapie? Löse ich hiermit nicht noch schlimmeres aus? Er steigert sich m.E. in diesen Brechreiz rein.Schaffen wir das alleine? Schafft er das alleine

Ich kann ihn doch nicht vor allen „Stresssituationen“ beschützen? Ich meine doch, Prüfungen hat man sein ganzes Leben. Er kommt jetzt in die 3. Klasse. Wie wird das bei der ersten „richtigen“ Klassenarbeit mit Noten? Oder einem Landschulheimaufenthalt?

Zu Hause ist er sehr selbstbewußt nur draußen wird er zu einem Häufchen Elend.Er leidet unter dieser Situation!

Hat jemand von Euch vielleicht ähnliches durchgemacht?

Danke für eure Tipps
Chrisma

Drei Beispiele aus den letzten Tagen:

[…]

Übelkeit die ganze Fahrt,

[…]

Wochenende […] in München.:

[…]

Übelkeit den ganzen Weg,
bis er wieder gebrochen hat, dann ging es besser.

Mir fällt bei deiner Schilderung der verschiedenen Übelkeitssituationen nur eines auf: nämlich dass sie auch öfters vor oder während langen Autofahrten beginnen.

Als ich klein war, litt ich (wie auch mein Bruder) unter schlimmer Übelkeit auf längeren Autofahrten. Sog. Reiseübelkeit kommt bei vielen Kindern und auch bei manchen Erwachsenen vor.

Es könnte also sein, dass ein (Mit-)Auslöser der sich dann auch aus eigener Kraft psychosomatisch steigernden Übelkeitsattacken teilweise auch darin liegt. Gegen die Reiseübelkeit half mir damals sog. Reisekaugummi aus der Apotheke. Vielleicht teilweise auch als Placebo, aber das ist ja egal ^_^. Zumindest bei Übelkeit in Verbindung mit Autofahrten wäre es mal einen Versuch wert. Vielleicht auch als eine Art Placebo (oder womöglich soger mit echter Wirkung? ich weiss nicht, wie Reisekaugummi wirkt) für die nichtreisebedingte Übelkeit.

Ich weiss mir nun echt nicht mehr zu helfen. Nochmal
Psychotherapie? Löse ich hiermit nicht noch schlimmeres aus?
Er steigert sich m.E. in diesen Brechreiz rein.Schaffen wir
das alleine? Schafft er das alleine

Ich denke, dass das Problem der Übelkeit durch allzu intensive Beachtung nicht unbedingt besser wird. Sieht man die Übelkeit weniger als gravierendes Problem und mehr als eine lästige Malaise, gegen die es vielleicht auch ein Medikament gibt, wird sie womöglich weniger verstärkt.

Viele Grüße,
Sebastian

Keine Reiseübelkeit
Hallo Sebastian,

vielen Dank für deinen Eintrag.
Was in meinem Eintrag vielleicht nicht richtig rübergekommen ist, er LEIDET vor allen ihm unbekannten Situationen. Das hat nichts mehr mit Reiseübelkeit zu tun.

  • Im Freizeitpark waren wir mit dem Auto - schlecht war ihm schon zu Hause
  • Nach München sind wir mit dem Zug gefahren, schlecht wurde ihm erst im Hotel
  • zur Ferienfreizeit sind wir mit der Straßenbahn, „gekotzt“ hat er zu Hause

Ich denke, dass das Problem der Übelkeit durch allzu intensive
Beachtung nicht unbedingt besser wird. Sieht man die Übelkeit
weniger als gravierendes Problem und mehr als eine lästige
Malaise, gegen die es vielleicht auch ein Medikament gibt,
wird sie womöglich weniger verstärkt.

Ich versuche dem ja weniger Beachtung zu schenken, wenn er allerdings würgend und Spucke sammelnd rum läuft - er leidet wirklich.

Mit Tabletten o.ä. habe ich so meine Probleme. Sein leiblicher Vater und dessen Freundin sind Tablettenabhängig, da ist es doch sicher nachvollziehbar, dass ich ihm so wenig Tabletten oder auch Placebos wie möglich geben möchte um ihm nicht zu zeigen „es gibt für Alles ein Mittelchen aus der Apotheke“

Grüße
Chrisma

hallo,

Ich weiss mir nun echt nicht mehr zu helfen. Nochmal
Psychotherapie? Löse ich hiermit nicht noch schlimmeres aus?
Er steigert sich m.E. in diesen Brechreiz rein.Schaffen wir
das alleine? Schafft er das alleine

nur so viel: als kind (mitte der 60er) habe manchmal auf dem schulweg aus angst vor den lehrern gekotzt. (mögen sie noch lange in der hölle für beamtete pädagogen schmoren!)
auch, wenn wir mit dem auto rausfuhren, ging das nicht ohne gek**** ab. dabei war das auch keine reisekrankheit, sondern irgendeine mischung aus abneigung gegen diese ausflüge, hilflosigkeit dagegen und weiß der teufel was. gerade zu der übelkeit beim autofahren hat allerdings erheblich die erwartung meiner eltern beigetragen, dass mir mit sicherheit wieder schlecht werden würde. von einem tag auf den anderen war es vorbei und kam nie wieder.

will sagen: probiers einfach mal ohne therapie und behandle deinen sohn ganz normal. wenn ihm schlecht wird, dann ist das eben so. und wenn nicht, dann eben auch. die chancen stehen gut, dass es sich nach nicht mehr schlechtwerden hin einpendelt.

viel glück
ann

Hallo,

auch Hallo

Hat jemand von Euch vielleicht ähnliches durchgemacht?

Meine Freundin hat ja fast das Gleiche ( siehe Bericht unten)

Würde dir gerne einen Tipp geben , bin aber leider genauso ratlos wie du.
Ich denke Psychotherapie ist schon richtig gewesen .Aber Rückfälle gibts leider immer … Nicht aufgeben , vielleicht auch mal einen anderen Therapeuten aufsuchen .Ich denke sowas gehört auf jeden Fall in die Hände eines Profis ! Und der wird wahrscheinlich auch den Eltern Tipps geben , wie sie sich verhalten sollen.
Alles Gute!

Grüße
annfe