Ich habe mir gestern beim Sport eine Platzwunde am Hinterkopf zugezogen, die dann in der Notaufnahme mit 3 Stichen genäht wurde. Ein Pflaster oder Verband wurde aber nicht drauf gemacht. Ist das so üblich oder haben die Leute in der Klinik das vergessen?
Ich habe mir gestern beim Sport eine Platzwunde am Hinterkopf
zugezogen, die dann in der Notaufnahme mit 3 Stichen genäht
wurde. Ein Pflaster oder Verband wurde aber nicht drauf
gemacht.
Nuja, auch wenn meist um die Wunde drumrum rasiert wird - ein Pflaster bleibt doch meist nur in den Haaren hängen *autsch*
Und mit Verband ist es so eine Sache… damit der einigermaßen vernünftig hält, muß man einen schon mumienartig verbinden - ok, wäre passend jetzt aktuell zu Halloween *ggg*, aber ob das so alltagstauglich ist?
Ist das so üblich oder haben die Leute in der Klinik
das vergessen?
Meist wird eine Bedeckung tatsächlich weggelassen. Es gibt zwar noch die Möglichkeit des Sprühverbandes (wird also nur so ein Zeugs draufgesprüht), das scheint aber nicht überall vorrätig zu sein und damit Usus zu sein.
zwar noch die Möglichkeit des Sprühverbandes (wird also nur so
ein Zeugs draufgesprüht), das scheint aber nicht überall
vorrätig zu sein und damit Usus zu sein.
Hi…
Sprühverbände sind für so frische, nässende Wunden noch nicht so geeignet.Zum Sprühen sollte die Wunde schon bisserle verkrustet sein.
Die erste Zeit lieber in Ruhe lassen.Es gibt freiverkäufliche, leicht antibiotisch wirkende Gele wie z.B. Tyrosur; kann man vorrübergehend auftragen.Das verhindert Keimansiedlungen und sorgt dafür dass die Wunde in Ruhe gelassen wird.Das Gel sorgt u.a. für ein feuchtes Milieu, dass die Wundheilung anregt.
Tyrosur wäre eine Möglichkeit.
Hallo Max,
unter frischer Luft heilt sowas am besten. Es muss ja trocknen. Sobald Du einen Verband draufhast, klebt er fest - wenn Du ihn wechseln willst, ist die äußerste Kruste wieder weggezogen und der ganze Heilprozess geht von vorne los - sinnlos!
Nur drei Stiche - Dein „Loch im Kopf“ ist ja nicht sehr groß - das wird schon!
Sprühverbände verhindern das Austrocknen. Ist also verkehrt.
In der Türkei nimmt man gelbes Schwefelpuder, sowas habe ich immer daheim für kleine, nässende Wunden. Ist hier glaube ich, out. Hilft aber bestens, weil es die Nässe aufsaugt. Also, las grade im Internet, dass es hierzulande bei unreiner Haut verwendet wird…
Grüße, Susanne
Hallo,
das ist ein altes Ammenmärchen, das Luft gut für Wunden ist.
Solange eine Wunde feucht ist, können Enzyme und Hormone, die für die Heilung sorgen, in Gange kommen.
Vaseline ist in solchen Fällen zum Beispiel sehr gut. Auch der gebildete Schorf sollte entfernt werden, weil er die Heilung hindert und Narbenbildung fördert.
LG Manu
kann es sein, dass bei jedem ein wenig anders gut ist?
Alle Wunden, die bei mir abgedeckt wurden, wurden zum Problem, heilten nicht u.s.w., aber die, die ich einfach nur offen ließ, bzw mit Mercuchrom und Luft behandelte waren sehr schnell verheilt und haben kaum Narben hinterlassen.
Grübel…
Kathy
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kann es sein, dass bei jedem ein wenig anders gut ist?
Das ist wohl weniger Personenabhängig.
Alle Wunden, die bei mir abgedeckt wurden, wurden zum Problem, heilten nicht u.s.w.,…
Dann wurden sie nicht richtig gereinigt und kontrolliert. Das angesprochene feuchte Verbinden heißt ja nicht, dass eine „durchgesuppte“ kompresse drauf belassen werden sollte. Das würde u. U. ein anaerobes Wundmilieu schaffen, was ganz eklig enden kann. Moderne Feuchtverbände schließen die Luftzufuhr nicht völlig aus, binden Abfallstoffe aus der Wunde und unterstützen ein das Gewebewachstum förderndes Millieu. Aber im Zweifelsfall würde ich auch meistens offenlassen einem schlecht vorgenommenen konventionellen Verband vorziehen.
… aber die, die ich einfach nur offen ließ, bzw mit Mercuchrom und :Luft behandelte waren sehr schnell verheilt und haben kaum Narben hinterlassen.
Für banale Wunden wie oberflächliche Schnitte oder Schürfwunden ist das meistens auch ausreichend. Allerdings ist damit nicht bewiesen, dass mit sachgerechter Feuchtversorgung nicht alles noch schneller und problemloser gelaufen wäre.
„Schwefelpuder“ oder Mercuchrom solltest du aber wirklich nicht mehr verwenden. Die wirken antiseptisch und verhindern damit eine sicher die Wundheilung verzögernde Infektion, allerdings schädigen sie das Gewebe selbst auch nicht unerheblich was die Heilung auch bremst. Da gibt es heute sehr viel besseres.
Hallo,
ich würde aber nun nicht von jeder kleinen Wunde dauernd den Schorf abknibbeln. Das gibt erst recht Narben.
Das Ablösen des Wundschorfs macht nur dann Sinn wenn eine entsprechend hochwertige feuchte Wundabdeckung dafür drauf gemacht wird.
Bei den hier vorgestellten Fall einer wohl eher kleineren Platzwunde die vernäht wurde, ist eine Wundabdeckung wahrscheinlich nicht notwendig, es sei denn um mechanische Belastungen zu vermeiden.
vielen Dank für die Erklärung.
Tatsächlich habe ich natürlich nicht ausprobieren können, die gleichen Wunden dann mit guter und moderner Wundversorgung heilen zu lassen. Somit ist also der Nachweis nicht möglich.
Und ob die an mir praktizierte Versorgung die eigentlich moderne war, oder doch nicht, kann ich auch nicht beurteilen.
Was würdest Du denn als Ersatz für Mercuchrom vorschlagen?
Mir hilfts immer super schnell. d.h. vergleichbare kleine Schnitte z.b. die ohne verheilen, brauchen länger und tun mehr weh. Mit Mercuchrom gehts schnell und „reizlos“. Und warum sollte ich es nicht verwenden?
Ich benutz es eh super selten. Höchstens 1 mal im Jahr, denn so oft verletze ich mich ja nicht.
Hallo,
entschuldige meine Unaufmerksamkeit.
Wenn du Mercuchom-Jod verwendest, dann ist das ein angemessenes Mittel.
Ich habe da Mercurochrom hineingelesen. Das ist ein veraltetes Medikament auf Quecksilberbasis.
Aber das wird in Deutschland auch seid etwa drei Jahren nicht mehr vertrieben.
Gruß
Werner