Hallo,
meine Freundin leidet in unregelmäßigen zeitlichen Abständen unter Stellen im Mund an den Innenseiten der Wangen.
Es sind dies diese relativ kleinen, unterschiedlich großen Stellen mit weißlicher Fläche, sehr schmerzhaft und relativ hartnäckig, beim Googlen eben habe ich gesehen, sie werden Aphten genannt.
Sie entstehen bei ihr (so ihre Erklärung), wenn sie sich aus Versehen selbst mit dem Zähnen in die Wange beißt beim Essen, danach halten die Stellen mehrere Tage an, bis sie abgeklungen sind. Die Stellen sind auch deswegen so hartnäckig und gehen schwer weg, weil sie nachts gelegentlich zum Zähneklappern neigt und sich nachts also unter Umständen erneut auf die Stellen beißt.
Sie behandelt diese Stellen seit Jahren schon selbst mit einer Salbe (den genauen Namen habe ich jetzt nicht parat; Pyralvex zum Einpinseln habe ich ihr mal empfohlen, aber sie mag es nicht und benutzt es deswegen auch nicht).
Frage: gibt es so Art Kunststoffschienen, die man sich in der Nacht einsetzen könnte und mit Salbe einreiben, damit sie sich erstens nicht mehr selbst auf die wunden Stellen beißt und zweitens die Salbe konstant in der Nacht auf den Stellen wirken kann?
Oder wie könnte man solche Stellen noch behandeln?
Danke für jeden Tipp und viele Grüße,
Crypto.
Hallo Crypto,
Deine Vermutung, daß es sich bei den Schleimhautveränderungen Deiner Freundin um Aphthen handelt ist wahrscheinlich richtig. Die Behandlung von Aphthen ist allerdings wenig erfolgversprechend. Es ist sehr unwahrscheinlich, daß die Aphthen entstehen durch eigene Bißverletzungen, daher macht es auch keinen Sinn Nachts eine Schiene zu tragen, um diesen Effekt zu vermeiden. Eine Schiene als Medikamententräger zu benutzen ist auch nicht sinnvoll, denn dadurch stehen die wunden Stellen dauernd unter Medikamenteneinwirkung, was aus pharmakologischer Sicht problematisch sein kann. Leider ist mir keine Methode bekannt, mit deren Hilfe vorhandene Aphthen schneller abheilen. Lediglich die Schmerzen lassen sich mit entsprechenden betäubenden Salben wie z.B. Kamistad-Gel erträglicher gestalten. Patienten die regelmäßig Aphthen bekommen können aus meiner beruflichen Erfahrung nur die Häufigkeit des Aphthenbefalls verringern indem sie als tägliche Zahncreme ZENDIUM von Oral-B benutzen. Dies soll ausdrücklich keine Werbung sein!!! ZENDIUM enthält bestimmte Enzyme, die zufälligerweise als Nebeneffekt das Auftreten von Aphthen deutlich reduzieren. Es nutzt allerdings nichts, sich nur einmal damit die Zähne zu putzen, man muß schon über einen langen Zeitraum (den man selbst ausprobieren muß) dabei bleiben.
Über die Ursachen der Entstehung von Aphthen sind mir keine plausiben wissenschaftlichen Erklärungen bekannt, es tauchen nur immer wieder neue Erklärungsversuche auf.
Gruß Gero
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Guten Morgen zusammen,
ich habe leider massig Erfahrung mit diesen kleinen gemeinen Dingern, praktisch seit ich denken kann und kann (natürlich subjektiv)bestätigen, dass sie scheinbar durch kleine Verletzungen ausgelöst bzw. begünstigt werden können. Aphten treten ebenso ohne merkliche Verletzung auf, aber wenn ich mich versehentlich irgendwo „gebissen“ habe, ist die Chance sehr hoch, dass innerhalb der nächsten zwei Tage exakt an dieser Stelle eine Aphte auftaucht. Besonders natürlich, wenn bereits andere Aphten da sind, aber auch ohne dass das der Fall ist. Das kann man m.M. schon ganz gut nachvollziehen.
Das Patent-Rezept habe ich leider auch noch nicht gefunden, sonst wäre ich die erste, die es anmelden würde
. Kamistad, Mundisal und wie sie alle heißen, helfen bei einem Freund sehr gut, er schwört drauf. Mir treiben sie lediglich die Tränen in die Augen, betäuben aber kaum.
Eine Zahnärztin, mittlerweile in Pension, hat bei mir vor zig Jahren einmal auf eine richtig gemeine Aphte ein pastenartiges weißes Zeug appliziert, ich weiß nur noch, dass es vom Geschmack her abartig war. Ggf. irgendwas kortisonhaltiges? Es war das einzige, was bei mir jemals einen sofortigen schmerzlindernden Effekt hatte - vielleicht war ich auch zu beschäftig mit dem Geschmack, wer weiß (war etwa 12 Jahre alt). Trotzdem war die Aphte am nächsten Tag so gut wie weg. Ich weiß bis heute nicht, was das war. Aber ich fürchte, diese einmalige perfekte Wirkung könnte genauso Zufall gewesen sein - vielleicht wäre das Ding auch gerade von selbst verschwunden.
desillusionierte Grüße
Jana
Hi,
ich hatte die Dinger auch lange. Warum sie weggegangen sind, kann ich nciht sagen. Solange ich sie hatte, hat mir allerdings Spülen mit Salzlösung geholfen: ganz viel kochsalz in ein Glas Leitungswasser, so 1-2 Teelöfel auf ein halbes Glas Wasser - je mehr, je besser, es sollte sich halt noch auflösen
- wenn genug Salz drin ist, schmeckt es auch leicht süßlich, und diese starke Lösung desinfiziert und betäubt. Nur nicht schlucken!
Die Franzi
Servus Crypto,
über Aphten ist auch in www schon genug geschrieben worde. Die Beschwerden die Du schilderst, müssen aber nicht unbedingt Aphten sein. Deine Schilderung hört sich mehr nach den Folgen von Parafunktionen (Lippen- und Wangenbeissen neben Knirschen und Pressen) an. Dazu zwei Links:
http://books.google.de/books?id=o1DnBs9G7G4C&pg=PA16…
http://www.aeskulap.com/pdf/Chronischer%20Schmerz.pdf
(doch, doch - in diesem Artikel geht es auch um das ‚Wangenbeissen‘ als chronische Erscheinung).
Nicht selten sind Parafunktionen dieser Art auch Symptome einer larvierten Depression.
Also: jeder Zahnarzt sollte Aphten erkennen können. Sind es welche, müssen sie symptomatisch behandelt werden, eine Kausaltherapie gibt es nicht. Sind es die Impressionen, die das Wangenbeißen- und -einsaugen hinterläßt, ist u.U. eine psychologische Beratung, -Behandlung, -Intervention notwendig.
Gruß
Kai
Zusatzstoffe in Zahncreme
Hallo Crypto,
vielleicht wirklich mal die Zahnpasta wechseln - bestimmte Inhaltsstoffe scheinen das Auftreten von Aphten zu begünstigen, deswegen Zahnpasta mit
Natriumlaurylsulfat (SLS), Natriumdodecylpolyoxoethylensulfat (SLES) oder Triclosan
meiden. Überhaupt sollte man versuchen, möglichst jede Chemie zu vermeiden, weil Aphten auch mit allergischen Reaktionen in Verbindung gebracht werden, und da ist Chemie immer schlecht.
VG,
Sibylle aus M
P.S. Raucher sind offenbar seltener betroffen?!
Überhaupt sollte man versuchen, möglichst jede Chemie
zu vermeiden, weil Aphten auch mit allergischen Reaktionen in
Verbindung gebracht werden, und da ist Chemie immer schlecht.
VG,
Sibylle aus M
Servus Sybille,
was ist „Chemie“?
Gruß
Kai
BTW: die heftigsten allergischen Reaktionen kann man immer noch mit „Biologie“ erreichen. Von ‚Bienenstich‘ bis ‚Blütenpollen‘.
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