ich würde mich freuen einmal Eure Meinung zu hören. Und zwar zum Thema Geldgeschenke.
Ich tue mich immer sehr sehr schwer, wenn jemand sich zum Geburtstag, etc. Geld wünscht.
Warum? Ich persönlich empfinde, dass es zur Kultur des Schenkens gehört den zu beschenkenden zu überraschen und nicht vorher abzustimmen was es ist, was es kostet.
Den Wert des Geschenkes (unabhängig vom Kaufwert - der spielt für mich keine Rolle, kann also auch sehr hoch sein!) festzumachen an dem Maß an Gedanken, was man sich für den zu beschenkenden gemacht hat. Was könnte ihm gefallen? Was ist ein großer Wunsch, von dem er gesprochen hat oder welche seiner Wünsche sind bekannt? Die Qualität/Aufwand den Menschen zu lesen, im das ganze Jahr zugehört zu haben. Oder auch selber eine tolle Produktneuerung gefunden zu haben, die perfekt zu seinen Interessen/seinem Hobby entspräche, etc.
Geld kommt mir da einfallslos und auch vielleicht ein wenig “nüchtern-roh” vor.
Dazu empfinde ich die Forderung danach (“Als Geschenk möchte ich gerne Geld”) als ein irgendwie halslos/gierig, vielleicht ein wenig unverschämt.
Auch wenn ich weiss, dass Geldgeschenke heute usus sind, kann ich mich der Gedanken nicht verwehren.
Es kommt IMHO auf den Beschenkten an. Wenn der sich z. B. was größeres wünscht, kann man so unterstützen, dass er sich den erfüllen kann statt irgendwas zu schenken, was er gar nicht so wünscht.
Zudem ist sowas auch ein gutes Angebot an all jene, die sich schwer tun ein passendes Geschenk zu finden.
Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Man sollte den Wunsch des Beschenkten respektieren. Es gibt Situationen, da freue ich mich auch sehr über Geldgeschenke.
Danke für den Beitrag. Kann ich grundsätzlich verstehen… es geht ja eben darum, dass der Fisch nicht vor dem eigentlichen Angeln den Kopf aus dem Wasser streckt und den Wunschwurm anfordert.
Kann sein, dass ich zu alt bin. Ein Geldgeschenk einfordern fühlt sich für mich hochfalsch an. Zumindest unter Erwachsenen.
Ein Wunsch des Anglers, der Fisch solle sich doch bitte auch über das mit viel Liebe ausgesuchte und zubereitete Stück Fleisch freuen, obwohl er lieber einen Wurm gehabt hätte, ist auch nicht viel anders.
Zum Schenken gehören eben auch Zwei.
Wenn beide Seite keine Geldprobleme haben, sind Sachgeschenke absolut ok.
Man Schenkt sich einfach solang Zeug hin und her bis einer von beiden Pleite ist oder die Sache anders endet.
Sobald eine der beiden Seiten aber auch nur ansatzweise das Geld zählt (dabei meine ich keine Geldnot - Es reicht schon, ein Hauf zu kaufen oder auch nur in den 3. Urlaub des Jahres zu wollen) sind Geschenke eben Dinge die potenziell erstmal weggeworfen sind, wenn sie beim Beschenkten keine Anwendung finden.
Ein Ansatz beim Schenken könnte sein, abzuwägen, ob dem Beschenkten auch so viel daran liegt oder ob es tendenziell eher dein Wunsch ist, etwas spezielles zu schenken.
Wenn ein Geschenk schon gesellschaftlich nötig ist, dann bin ich fast immer und lieber als alles andere, bei schnödem Geld.
Eine Ausnahme wäre hier maximal, wenn ich mir sicher sein kann, dass ein Produkt 100% passt, möglichst kein Nippes ist und Anwendung findet.
Wenn dann jemand stundenlang in seiner Werkstatt hockt und seinem Hobby frönt ist doch viel mehr gewonnen, als wenn er gequält lächelnd auf einem Wurm rum kaut… obwohl er 's Stück Fleisch wollte.
Ich sehe das ähnlich wie du. Ein Geschenk sehe ich auch zunächst mal als eine persönliche Zuwendung von einem Menschen an einen anderen. Wenn jemand sich einfach nur so „Geld“ wünscht, wüsste ich nicht, was das soll. Etwas anderes ist es, wenn man sehr viele Menschen einlädt, die einen gar nicht alle so gut kennen können und man nicht 40 Geschenke haben möchte. Wenn der Beschenkte dann einen größeren Wunsch hat („Wir würden gerne einmal ein Wochenende nach Paris fahren und freuen uns, wenn ihr uns dabei unterstützt“), finde ich das praktikabel und schön.
Natürlich gibt es verschiedene Haken. Einer der Größten ist vermutlich, dass viele Menschen in einem großen Überfluss leben. Der zweite ist, dass wir sehr individuell sind (ich auch), und daher eben breite blaue Kaffeebecher wollen und keine schmalen roten…
Auch ich habe natürlich nicht selten Geschenke bekommen, die ich beim ersten Anblick am liebsten sofort in den Müll geworfen hätte. Wobei ich mich dennoch oft an der Geste gefreut habe, z. B. wenn Eltern einer meiner Schüler sich etwas Liebevolles, wenn auch in meinen Augen total Kitschiges ausgedacht haben.
Ich finde, wie so oft ist ein Mittelweg mit Kompromissen sinnvoll: Als potentiell Beschenkter Tipps geben („über eine Flasche Wein freue ich mich immer“), oder, wenn es denn Geld sein soll, dies mit einem konkreten Ziel verbinden, der dem Schenkenden Spaß machen kann, liebevolle Geschenke auch dann wertschätzen (zumindest die Geste anerkennen, naja, und dann eventuell stillschweigend entsorgen), wenn sie nicht so ganz zu einem passen. Sehr hartnäckige Menschen, die völlig unpassendes immer wieder schenken, anzusprechen ist freilich nicht ganz so einfach. Eventuell kann man auch statt Geschenken sich wünschen, dass für eine bestimmte Organisation gespendet wird.
Die Idee zum Beispiel fände ich hervorragend. Anstatt das schnöde Geld für sich zu wollen (was immer ein Geschmäckle für mich hat) das Ganze zB an ein Tierheim leiten zu wollen. Das fände ich super
Ich weiß ja nicht, wie es bei Dir zuhause aussieht, und ob es Dir gefällt. Aber bei uns haben sich über die Jahre so endlos viele Geschenke angesammelt, die sicherlich lieb gemeint und gut überlegt waren, grundsätzlich auch passten, aber die in der schieren Menge einfach nicht mehr zu bewältigen sind. Ja, wir stehen auf alles rund um das Thema Essen und Trinken. Aber es haben sich diverse Regalböden mit Spirituosen angesammelt, die wir seit Jahren nicht getrunken haben; es vergammeln Gewürzmischungen, mit denen wir weit über unser Lebensende ausgestattet sind, wir kochen auch gerne mal recht spezielle Dinge, aber auch dazu haben wir inzwischen solche Mengen an doppeltem und dreifachen Zubehör; wir können den Tisch mit Dekoarktikeln zu jedem beliebigen Thema mehrfach schmücken, … Auch Gutscheine verfallen regelmäßig, weil man einfach nicht dazu kommt, die dann auch beizeiten zu nutzen.
Auf der “Gegenseite” sieht es oft auch nicht anders aus. Gerade schon etwas ältere Menschen haben einen mehr als vollständig ausgestatteten Haushalt, sind ggf. eher schon in Richtung “sich kleiner setzen” unterwegs. Hobby-Ausstattung ist heutzutage oft auch sehr, sehr speziell, und da hat man dann als Laie ebenfalls oft kaum noch eine Gelegenheit, ein wirklich passendes Geschenk zu finden.
Ich bin eigentlich auch kein Freund von Geldgeschenken, zumal die dann oft im allgemeinen Haushalt untergehen. Und man muss sich natürlich auch fragen, welcher Sinn dahinter steht, wenn man den einen Fünfziger dann über Jahre hin und her reicht. Ich halte das aber trotzdem in vielen Fällen immer noch den besseren Ansatz, als das nächste Stehrümchen zu verschenken oder zu bekommen. Geldwünsche als Spenden für einen bestimmten Zweck haben wir bei größeren Veranstaltungen auch schon gemacht. Das finde ich dann auch besser, als das ganze Haus mit Blumensträußen vollstehen zu haben, die parallel in einer Woche dann alle verwelken.
Danke, das ist erst mal eine sehr gute Antwort. Das kann ich auch in sehr großen Teilen nachvollziehen, weil es inhaltlich sicherlich richtig ist.
Je länger ich darüber sinniere: ich glaube letztlich das Geld zu schenken finde ich gar nicht schlimm. Wenn das die schenkende Person entscheidet.
Ich finde allerdings die Forderung danach (“Ich will nur Geld”) so unschön. Das hat so was Totales/Gieriges und vielleicht auch Unverschämtes. Ich hätte immer eine “gefühlte Demut” den “Schenkern” gegenüber, dies diesen selber zu überlassen.
Ich schenke auch ungern Geld. Aber stattdessen Gutscheine für ein Kaufhaus, ein Restaurant oder im Fall meiner 3 Neffen Gutscheine fürs Fußballstadion. Da drei kleine schwierig waren, einen grossen für alle drei, und sie sind einmal gemeinsam mit Freundinnen zum Fußballspiel gegangen und hatten viel Spaß. Zwar hat der Gutschein nicht genug abgedeckt, aber sie hatten einen tollen Tag. Danke, liebe Tante.
Auch wenn die betreffende Person sich etwas ganz anderes gewünscht hat, nämlich Geld? Könnte durchaus sein, dass diese Person dann recht enttäuscht wäre.
Naja, es heißt ja ich „wünsche“ mir etwas von dir, nicht ich „befehle dir, mir genau das zu schenken, was ich will“.
Zum Schenken gehören immer zwei Seiten