Wunschlos glücklich? Geht das überhaupt?

Ich geh gleich heute in die Bücherei und hol mir das Buch. Hab bei Amazon schonmal ne Leseprobe genommen. Es gefällt mir sehr gut. Bin schon sehr gespannt und freue mich auf die Lektüre.
Danke nochmal und schönen Tag noch, Rolo

Hallo!

Das sind in der Tat sehr langatmige Sätze. Aber ich versuche einmal meine Stellungnahme mitzuteilen.
Naja wenn das Kind auf die Welt kommt ist es bestimmt weder gut noch böse. Was ich so mitbekomme hängt vieles in erster Linie von der Erziehung von Mutter und Vater ab. Die Charaktereigenschaften von beiden und die Einstellung beider Elternteile ist schon verhältnismäßig maßgeblich für das Kind. Ein Beispiel: Ein Kind wächst in einem Elternhaus auf, wo beispielsweise der Vater ein gewalttätiger Trinker wird. In so einem Umfeld hat das Kind sicherlich Schwierigkeiten sich gut zu entwickeln und könnte auf die schiefe Bahn gelangen. Ich sage bewusst könnte. Denn ich habe erst unlängst im Fernsehen Bibel-TV gesehen, dass ein Mann nicht auf die schiefe Bahn gekommen ist sondern einen harmonischen Lebenswandel hat und einensehr netten Eindruck machte. Wie allgemein bekannt ist, fängt ja ca. ab dem 17. Lebensjahr die Selbsterziehung an und da eleminiert man dann im Laufe des Lebens jene Dinge, die man im Elternhaus als falsch sieht. Man wird reifer und immer selbständiger . Neid resultiert aus dem Ergebnis, dass ein Anderer etwas hat was man selbst gern hätte aber nicht besitzen bzw. haben kann. Dann göhnt man es dem Anderen nicht. Ich glaube, dass so ziemlich jeder einmal mit dieser Neigung in seinem Leben konfrontiert wird. Ich würde sagen, man sollte diesbezüglich an seinem Selbstwertgefühl arbeiten und das schätzen was man hat. Frustation könnte schon etwas mit unerfüllten Wünschen zu tun haben. Vielleicht hat man den Wunsch endlich einen netten Chef zu finden und dann kommt wieder so ein Komiker daher. Schon klar, dass man da negativ denkt und sich fragt „Warum immer ich?“ Sadismus kann ich mir nicht erklären. Ich denke das ist eine krankhafte Neigung.

Maslow behauptet ja unter anderem, dass der Mensch von Natur

aus gut sei und dass Frustrationen, Sadismus, Neid, etc.
lediglich aus unerfüllten Bedürfnissen, bzw. Wünschen
herrühren.

Ich bin davon überzeugt, dass fast alle Menschen nach Anerkennung streben. Und was ist gegen das eine oder andere Lob einzuwenden? Wenn es doch nur ab und zu gesagt würde. Streben nach Luxus zieht aber über kurz oder lang Unzufriedenheit an, weil man ständig noch mehr braucht. Ich bin mittlerweile mit dem froh, was ich habe. Mehr braucht man auch nicht. Natürlich ist die Mediengesellschaft viel Schuld. Sie spiegeln uns ja immer wieder vor wie wichtig das oder jenes ist.

  1. Ersatzbefriedigungen

Hinter dem STreben nach Luxus könnte der Wunsch nach
Anerkennung stecken, etc. Ist aber der Wunsch nach Anerkennung
selbst objektiv vorteilhaft?

Ich würde gernerell über meine Wünsche nachdenken. Sind sie überhaupt realistisch und wenn ja dann würde ich sie einfach verfolgen. Wenn nein kann das Leben ohne das Eine oder Andere auch sehr schön und lebenswert sein meint

Petra H.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

mir ist beim durchlesen der Antworten noch ein anderer Aspekt eingefallen, ist nicht gerade das niemals wunschlos glücklich sein können, der Motor der Zivilisation?

Ich will das jetzt auch gar nicht bewerten, ob der Fortschritt Fluch oder Segen ist, aber ich denke er ist das Produkt des ewigen Strebens des Menschen nach mehr - Geld, Wissen, Macht, was auch immer.

Wäre die Menschheit wunschlos glücklich, würde dies auf jeden Fall Stillstand bedeuten!

Und nachdem wir nicht still stehen, sondern immer „mehr“ erfunden, entwickelt und gefordert wird, denke ich, dass es ein wunschlos glücklich nicht gibt, oder wenn dann nur für einen begrenzten Zeitraum… mehr geht immer!

Viele Grüße
/silvl

(OT) Könntet ihr vielleicht…
… in Zukunft die Ursprungsartikel nicht immer komplett zitieren sondern weglöschen oder hintendran hängen? Ist total nervig zu lesen, wenn man erstmal das Volltextzitat wegscrollen muss, um die Antworten darauf zu lesen.

Danke. ChrisTine

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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Hallo und guten Tag.

Das Wort „Glück“ begegnet uns im Volksmund sehr häufig. Jeder ist seines Glückes Schmied. Dem Glücklichen schlägt keine Stunde. Jeder kennt die, und noch mehr Sprichworte. Glück ist wichtig.

Wunschlos glücklich.

Glücklich sein heißt für mich, auch Wünsche zu haben, Träume, und Ziele, und die Kraft, es aktiv anzugehen, diese zu verwirklichen.

Glücklich sein heißt auch, es akzeptieren zu lernen, dass nicht jeder dieser Wünsche in Erfüllung geht.

Glücklich sein heißt, zu erleben, was sich dennoch aus solchen Bestrebungen bilden kann.

Glücklich sein heißt auch, ohne es je „besitzen“ zu können, sich dennoch daran zu freuen: Heideröslein. Ich muss spontan an das Gedicht denken. Freu dich über die Blume in der Natur. Sie ist gewachsen, damit sie dich erfreut. Versuchst du, sie an dich zu nehmen, widerfährt dir Arges.

So trifft es für den Ferrari zu, den du nennst.

Habe Wünsche, träume, und lebe. Setze dir Ziele, die du erreichen willst, und kannst. Also realistische Ziele. Arbeite darauf hin und plane. Das ist allein der richtige Weg.

Widerspruch dulde ich hier nicht. Die Sitzung ist geschlossen.

M

Hallo auch,

Du schreibst, dass man einfach
seine Wünsche verfolgen und umsetzen soll, dann wird man wohl
am ehesten glücklich sein

Nicht unbedingt. Du selbst hattest diesen Weg nicht als ausschließlichen, sondern möglichen Weg beschrieben. Habe gerade Herrn Meyer oben gelesen (antworten darf man ihm ja nicht:smile:, da hat wohl jeder seine eigenen Vorstellungen ob des Glücks.

und dass es nicht wichtig ist, ob
diese Wünsche gut sind.

Immer aus der Sicht des Betrachters. Josef Fritzl wäre ein Beispiel aus der Sichtweise der „Bösen“. Vielleicht war er bis dato glücklich, vielleicht ist er erst jetzt glücklich, da sein persönliches Martyrium beendet ist?

Das ist genau der Kern meiner Verwirrung. Wir wollen ja viel,
aber macht alles davon auch wirklich Sinn? Viele junge Leute …

.
.
.

Ist das ein erstrebenswerter Wunsch?

Auslandsaufenthalt für die Kids? Ja, weshalb nicht.
Heidi Klum? Ok, Respekt, sie weiß sich gut zu vermarkten. Aber mein persönliches Vorbild? Nein.
Beides bedeutet für mich nicht das Glück. Wünschenswert das eine oder andere, ja. Nicht alles macht aber auch wirklich Sinn.
Und was ich nicht weiß, macht mich schon gar nicht heiß (s. Ureinwohner).

Kannst Du
jetzt besser verstehen, worauf ich hinaus will?

Ich denke schon. Du teilst ebenfalls nicht die Meinung:
…dass wir oft sog. Ersatzbefriedigungen nachgehen. z. B. kann hinter dem Streben nach Luxus oder dem Streben nach Karriere, etc, in Wirklichkeit einfach der Wunsch nach Anerkennung und Respekt stehen.
Wünsche, Sehnsüchte und das Streben nach deren Erfüllung sind keine Ersatzbefriedigung. Sie sind das Ziel, der Lebenszweck, der Urinstinkt.
Anerkennung und Respekt sind Varianten des Ziels. Es gäbe aber auch noch Selbstverwirklichung oder Machtstreben.

Gruß
Der Franke

hi,

ich denke beides stimmt:

armut macht unattraktiv und reiche können vereinsamt und unglücklich leben.

ich sehe es so, dass ab einer gewissen einkommensgrenze, die die grundbedürfnisse nach materiellen dingen abdeckt (sagen wir ca. 2000 euro netto/monat), das glücksgefühl nicht weiter linear mit weiterem anstieg an einkommen zunimmt. wer also 4000 hat, ist nicht gleich doppelt so glücklich, wer 20.000 hat, nicht 1000 mal glücklicher, wie wollte man das auch fühlen? wichtig ist zunächst, das grundeinkommen in richtung „zufriedenheit mit den möglichkeiten“ sichern zu können.

DAS schafft in deutschland der mittelstand immer weniger!

oberhalb dieser zufriedenheitsgrenze wird es schwierig mit dem glück aus materieller quelle, da glaube ich siegen die glücksmomente aus beziehungen der menschen: freundschaft, ehe/lebensgemeinschaft, kinder.

Hi,

hab ich auch schon mal dran gedacht. Nur aus Schmerz entsteht Kreativität (hat Marylin Manson mal gesagt). Eigentlich fies, dass so unangenehme Dinge wie Unzufriedenheit, etc möglicherweise von der Evolution so vorgesehen wurden, um den Menschen ständig weiter streben zu lassen. Vielleicht ist deshalb Unzufriedenheit gar nicht so negativ zu sehen, genauso, wie auch Schmerz oder Angst auf den ersten Blick zwar unangenehme Dinge sind, eigentlich aber unsere Helfer sind, weil sie uns auf Gefahren aufmerksam machen.

LG Rolo

Hallo,

ich finde es sehr hilfreich, dass Sie unsere Mediengesellschaft erwähnen. Bei der WErbung ist es ja offensichtlich, dass sie Bedürfnisse und Wünsche in uns wecken will, die wir ohne sie gar nicht hätten. Und der lachende Dritte ist die Industrie, der die Menschen den ganzen Käse abkaufen, nachdem ihnen die Werbung eingetrichtert hat, was man alles haben muss. Die meisten Dinge sind aber auch sehr angenehm und hilfreich (MP3-Player, Handy, DVD-Player, etc), was es einem schwierig macht, den Versuchungen zu widerstehen. Aber meist finden Manipulationen unserer Bedürfnisse auf viel subtilere Weise statt, als durch die offene Werbung. Man merkt das gar nicht mehr. Ich glaube schon, dass im Großen und Ganzen unsere Bedürfnisse auf Karrieremachen und Geldverdienen hingezimmert werden. Davon profitiert das System am meisten. Die Leute schufften 70 Stunden die Woche und machen ihre Arbeitgeber reich (in Wirklichkeit denken die Arbeitnehmer natürlich, dass sie selbst reich werden, was bis zu einem bestimmten Punkt auch so ist) und das Geld das man ihnen gibt, geben sie sowieso wieder größtenteils an die Produzenten zurück. Ohne Bedürfnisse nach immer neuen Gütern oder Dienstleistungen würde unser System zusammenbrechen.
P.S.: Nicht erschrecken, ich bin ganz sicher kein Sozialist, man macht sich halt nur so seine Gedanken :smile:

Grüße, Rolo

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Hallo,

für mich ist „wunschlos glücklich“ ein Widerspruch in sich. Ich mag den Spruch von Herbert von Karajan ganz gerne: „Wer all seine Ziele erreicht, hat sie zu niedrig gewählt.“ Nicht die Suche nach dem Glück ist erstrebenswert, das ist nur eine Nebenerscheinung, noch dazu eine ziemlich flüchtige.

  1. Kann es wirklich sein, dass Glück einfach dadurch zu
    erreichen ist, dass man seine Wünsche verfolgt und umsetzt?

Ich frage mich da eher, was ich erreichen will: das Ziel oder das Glücksgefühl? Strebe ich das Ziel an um zu wachsen, weiterzukommen, reich zu werden oder um mich glücklich zu fühlen?

Muss man nicht zuerst fragen, ob die Wünsche an sich gut sind?

Wünsche sollten authentisch mit der Person sein.

  1. Können wir dann aber jemals zufrieden sein? Wir wissen ja nicht, was wir alles nicht kennen! Oder ist Zufriedenheit aufgrund falscher
    Annahmen auch erstrebenswert?

Es sollte jeder bei sich selbst bleiben, denn das ist, was wirklich zufrieden macht. Derjenige, der mit dem auskommt, was er hat, kann genauso zufrieden sein, wie der Umtriebige, der immer auf der Suche nach Neuigkeiten ist. Da macht es keinen Sinn von dem Anderen ein gegenteiliges Verhalten zu erwarten, weil man unglücklich werden würde. Außerdem, es gibt nicht nur Karajans auf dieser Erde.

3.:Können wir bewußt steuern, welche Wünsche wir haben?

Das tun wir sehr wohl. Doch glaube ich, dass viele Wünsche nicht immer zu der Person passen, oder es wird zu viel gewünscht und nicht das genossen was da ist, nämlich der erfüllte Wunsch. Eine typische Begleiterscheinung von Schnelllebigkeit.
Ich glaube an die Gelassenheit und an die Fähigkeit Energien zu entwickeln zu können, wenn es an der Zeit ist aktiv zu werden, und hoffe niemals wunschlos glücklich zu sein.

Mit Grüßen
Reni

Hallo und danke für Dein Feedback.

Was Du schreibst ist meiner Meinung nach schon richtig. Ich habe den Titel meines Postings mit „Wunschlos glücklich? geht das überhaupt?“ falsch gewählt. Das habe ich jetzt im Nachhinein erkannt. Es hätte besser heißen müßten „Was sollten wir am besten wollen?“.
Du unterscheidest zwischen der Zielerreichung und dem Glückgefühl. Das setzt aber bereits voraus, dass ich weiß, was ich will. Ich wollte aber noch etwas tiefer ansetzen und zunächst mal den Ursprung und die Motive unserer Wünsche ergründen. Mein Verdacht ist, dass vieles von dem, was wir zu wollen glauben, eigentlich gar nicht von uns selber stammt. Wir merken das aber kaum noch. Vieles ist von außen vorgegeben (Werbung, Film, soziale Kontakte, etc.) Warum streben Menschen z. B. nach hohen Einkommen oder nach Luxus? (mein altes Beispiel). Ist es nicht vielleicht auch Sozialprestige? Wollten Menschen in einer Gesellschaft in der es als chique gilt, sich in Bescheidenheit zu üben, auch reich sein? Ich glaube nicht. Wer wollte denn einen Porsche fahren, wenn er in einer einsamen Gegend in Kanada leben würde, wo ihn niemand sehen könnte? Viele Menschen legen sich ins Solarium, weil sie braun werden wollen. Es gilt heute als schön, einen dunkleren Teint zu haben. Zur Zeit des Absolutismus galt es als verpöhnt, dunkle Haute zu haben. Das galt als Zeichen dafür, dass man draußen auf dem Feld hart arbeiten mußte. Die Damen der feinen GEsellschaft haben es vermieden, braun zu werden. Dieses Beispiel zeigt doch auch, dass unsere Wünsche gesteuert werden. Und so weiter…
Was meinst Du dazu?
Danke nochmals und alles Gute, Rolo

Hi,

ich denke, dass Du rein wissenschaftlich gesehen recht hast und dass das Glücksgefühl nicht unbedingt mit dem Einkommen ansteigt. Aber es gibt sicher auch Reiche, die glücklich sind, weil sie ne schöne Yacht an der Code Azur haben oder ne tolle Villa in den Bergen. Lieber reich und gesund, als arm und krank :smile:
Mir ist nach den vielen Postings noch eine Idee gekommen: Glück hängt glaube ich nicht nur davon ab, wie ich mich in meiner Situation fühle, sondern auch, wie ich denke, von anderen gesehen zu werden. Und da hat ein Millionär eindeutig Vorteile. REichtum ist immer faszinierender als Armut, auch wenn der Arbeiter im Sägewerk auch nicht hungern muss und vielleicht ne tolle Familie hat. Und es kann auch ein netter Kerl sein, aber er wird den Wettbewerb um die Bewunderung der Menschen gegen einen Hollywood-Star sicher verlieren. Was man will und was man für sich selbst gut findet, hängt also wohl auch davon ab, ob es vom Umfeld für gut befunden wird, oder nicht.

Was hältst Du davon?

Schönen Tag, Rolo

Wünsche und Eigenverantwortung
Hallo Rolo,

ob es den freien Willen gibt, ob unsere Wünsche durch uns selbst oder durch äußere Einflüsse ausgelöst und gesteuert werden, ist eine philosophische Frage, die ich nicht einmal mir selbst beantworten kann, und in Büchern des einen oder anderen Philosophen zwar interessante Ideen gefunden habe, aber deswegen für mich immer noch zu keinem Schluß gekommen bin.
Ich laviere mich durch, wenn ich mich frage, warum wünsche ich mir das was ich mir wünsche, und stelle meistens fest, dass meine Antwort situationsbedingt ist, es kommt also darauf an…

Ich glaube, eines überlegt mancheiner als erstes, nämlich welches Statussympbol angeschafft werden würde, wenn Geld keine Rolle spielen würde. Nach dem Motto: endlich das besitzen, was ich mir schon immer gewünscht habe. Aber ob dann eine tiefe Befriedung mit dem Besitz sich breit macht und wie lange diese anhält, hängt vom jeweiligen Menschen ab, je nach Herkunft (aus armen Verhältnissen), mit seinem Lebenslauf (hat sich immer um viel Ansehen bemüht, und hat manch gute Erfahrung durch Statussymbole als Hilfsmittel gemacht) und dank seines Umfelds (wer einen Porsche besitzt, kann gute Geschäfte machen). Da greift dann zwecks Suche nach Erklärungen eher die Psychologie als die Philosophie.

Ich glaube, dass jeder von uns nicht sehr viele Wünsche hat, die nur etwas mit der eigenen Identiät zu tun haben: Z.B. etwas tun dürfen, um seine Begabung auszuleben, Auswahl des Umfelds (keine, wenige, viele Menschen um sich), Fähigkeiten erwerben (wenn die Zeit und die Möglichkeit dazu da ist)… Die meisten Wünschen ergeben sich aus dem, was der Alltag mit sich bringt, und eben auch (wie von Dir schon beschrieben) durch den Einfluß der anderen.

Prinzipiell sehe ich in der Zielsuche im eigenen Leben mit all den kleinen und großen Wünschen als etwas sehr Positives, weil es uns aktiv und lebendig macht. Da ist es für mich nicht so wichtig, ob mir ein Wunsch aufoktroyiert wurde oder ob es sich um einen ureigenen Wunsch handelt, sondern vielmehr interessiert mich der Preis für die Wunscherfüllung und auch ob das Zielerreichen mich wirklich weiterbringt. Ich denke da an Dein Beispiel mit der braunen Haut: Möglicherweise ist die Vorgabe (braune Haut) der Gemeinschaft für den Einzelnen wichtig, weil er die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft für sein Wohlbefinden braucht. Aber er kann sich nicht der Eigenverantwortung für das Maß des Aufwands (wieviel Sonnenbank pro Zeitraum) und der Zielsetzung (hellbraun oder dunkelbraun oder Hautdeffekte) entziehen. Zum freien Willen sind wir fast immer fähig - das glaube ich jedenfalls, aber glauben heißt nicht wissen :smile:

Mit Grüßen
Reni

Hallo und erneut besten Dank. Sehr interessant das Ganze. Und ja, ich gebe ihnen Recht. Es ist eine philosophische Frage. Es wurde in diesem Zusammenhang ja auch eine ganze Menge gepostet und ich wurde mir durch die Lektüre der Antworten und die Formulierung meiner Gegenantworten auch erst nach und nach bewußt, worauf ich hinaus will. Manche Fragen ergeben sich halt erst durch Antworten :smile:
Ich finde diesen Dialog jedenfalls sehr bereichernd. Vielen Dank nochmals an alle!!!
Für mich ist diese Frage deshalb so entscheidend, weil es ja tragisch wäre, wenn man nach vielen Jahren feststellen würde, dass man die ganze Zeit über falsche Wünsche verfolgt hat. Es gibt im Leben ja so viele Abzweigungen und Scheidewege. Da macht man sehr schnell was falsch. Meistens wird man es aber nicht erfahren (das ist auch gut so), weil die Alternativen dann ja verborgen bleiben. Das Leben ist leider kein Planspiel, in dem man die einzelnen Alternativen nacheinander ausprobieren kann. Man muss sich für eine entscheiden und wird nie erfahren, wie es sonst noch hätte sein können. Beispiel: Früher in der Schule galt es als cool nie Hausaufgaben zu machen und schlechte Noten zu schreiben. Dann war man ein Held. Als Streber wurde man ausgegrenzt. Heute sind die gesellschaftlichen Vorgaben genau anders. Heute zählt Erfolg und Geldverdienen. So, wenn man damals in der Schule aber schlechte Noten geschrieben hat, weil man dazugehören wollte, wird man es heute schwer haben, erfolgreich zu sein. Man hat damals sehr viel Weitblick und Selbstvertrauen haben müssen, um diese Zusammenhänge im Vorhinein zu durchschauen. Man kann das ja so und so sehen. Man kann sagen, „Mach Dir doch ein lockeres Leben und pfeife auf Luxus. Dafür hast Du viel Freizeit die Du mit Deiner Familie verbringen kannst. Das ist doch viel wichtiger als Geld“ Oder man kann sagen „Los, jetzt gibt mal Gas und mach Karriere. Du wirst schon sehen wie toll es ist 10.000 Euro im Monat zu verdienen und dass man sich dann viele schöne Dinge leisten kann und man ist dann wer. Dass Du dann 70 oder 80 Std. in der Woche im Büro sitzt, ist halb so wild.“
Wie würde sich jemand entscheiden, der den Ausgang der Geschichte kennt, der also den Roman des Lebens von hinten begonnen hat? Das ist für mich die alles entscheidende Frage! Ich glaube schon, dass es theoretisch möglich ist, in o. g. Beispiel eine Lösung zu finden, was für einen persönlich der richtige Weg wäre, aber praktisch scheitert es daran, dass wir nie alle zur Lösung dieser Frage relevanten Informationen zu Verfügung haben. Die Auswirkungen der verschiedenen Entscheidungen sind derart komplex, dass man es nicht wie etwa die Züge eines Schachspiels im voraus berechnen kann. So nach dem Motto: Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings im Amazonas-Gebiet einen Wirbelsturm in Florida hervorrufen? (Oder so ähnlich :smile:
Sie erwähnten einige Philosophen, die sich mit derartigen Fragen beschäftigt haben. Wären Sie so nett und würden mir diese noch nennen?
Vielen Dank und schönen Tag, Rolo