Wunschlos glücklich? Geht das überhaupt?

Hallo und guten Tag,

habe eine Frage zum Thema Motivationspsychologie nach Maslow und bitte um Ihre Mithilfe.

Maslow behauptet ja unter anderem, dass der Mensch von Natur aus gut sei und dass Frustrationen, Sadismus, Neid, etc. lediglich aus unerfüllten Bedürfnissen, bzw. Wünschen herrühren. Dabei stellt er auch heraus, dass wir oft sog. Ersatzbefriedigungen nachgehen. z. B. kann hinter dem Streben nach Luxus oder dem Streben nach Karriere, etc, in Wirklichkeit einfach der Wunsch nach Anerkennung und Respekt stehen.

Hier meine Fragen dazu:

  1. Kann es wirklich sein, dass Glück einfach dadurch zu erreichen ist, dass man seine Wünsche verfolgt und umsetzt? Muss man nicht zuerst fragen, ob die Wünsche an sich gut sind? Beispiel: Jemand liebt teure Sportwagen, hat aber wenig Geld. Verfolgt er seinen Wunsch, wird ihn das in die finanzielle Katastrophe führen. Verkneift sich diese Person seinen Sportwagen, bleibt ihm seine finanzielle Unabhängigkeit. Ist es in diesem Fall also nicht besser, diese Person verzichtet auf ein teures Auto? Oder vergewaltigt diese Person dann ihre Wünsche und wird unglücklich? Anders gefragt: Ist dass, was jemand will, automatisch auch das, was dieser Person gut tut oder ist das nicht unbedingt so?

  2. Was jemand will, ist ja auch davon abhängig, von welcher individuellen Informationslage man ausgeht. ES kann ja sein, dass man einen Wunsch nur deshalb nicht hat, weil man es gar nicht besser weiß, bzw. dass man nur deshalb einen Wunsch hat, weil man fälschlicherweise annimmt, die aktuelle Situation wäre unzureichend.
    Beispiel: Bleiben wir bei Autos. Ein Mann fährt sein ganzes Leben lang schon Opel und war damit immer sehr zufrieden. Eines Tages leiht ihm sein Kumpel seinen Ford, weil der Man mit seinem Opel einen Unfall hatte. Seither ist der Mann mit Opel unzufrieden, weil ihm der Ford viel besser gefallen hat. Dann ist es doch so, dass die Zufriedenheit dieses Mannes die ganzen Jahre über auf falschen Annahmen beruht hat. Können wir dann aber jemals zufrieden sein? Wir wissen ja nicht, was wir alles nicht kennen! Oder ist Zufriedenheit aufgrund falscher Annahmen auch erstrebenswert?

  3. Ersatzbefriedigungen
    Hinter dem STreben nach Luxus könnte der Wunsch nach Anerkennung stecken, etc. Ist aber der Wunsch nach Anerkennung selbst objektiv vorteilhaft? Müssen wir anerkannt werden, um glücklich sein zu können? Ist das ein angeborenes Bedürfnis? Können wir bewußt steuern, welche Wünsche wir haben? usw., usw., usw…

Ich hoffe, ich habe Sie mit meinen langen Ausführungen nicht zu sehr genervt. Wollte aber ein paar Zeilen schreiben, um zu verdeutlichen, worauf ich hinaus will.

Ich freue mich auf Ihre Stellungnahme.

Herzlichen Dank für Ihre Anregungen und schöne Grüße.

Hi,

dazu sagen kann ich nur, dass wir immer das wollen, was wir nicht haben können. Egal, um was es geht.

Also können wir nie zufrieden oder wunschlos glücklich sein.

Haben wir uns was neues gekauft (oder anders erworben), sind wir glücklich. Lange dauert dieser Zustand aber nicht an, da wir dann wieder was anderes haben wollen.

Meiner Meinung nach liegt es an der Überfülle des Angebots.
Ureinwohner z.B. dürstet es nicht nach mehr. Das kennen nur wir, die wir im Überfluss leben.

LG, Bomba

Hi Rolo
Naja, Maslow hin, Maslow her - der gute alte Buddha hat sich ja schon vor 2500 Jahren den Kopf darüber zerbrochen, ob das mit den vielen Wünschen der wahre Jakob ist. Nach einer hübschen Weile Abhängen unter einem Bodhi-Baum meinte er dann, dass wir besser vom „Rad der Gier absteigen“ sollten, weil ein erfüllter Wunsch den nächsten nach sich zieht und wir nicht zur Ruhe kommen.
Manchereiner meint ja auch, solange wir noch unerfüllte Wünsche haben, wären wir am besten drauf.
Ich persönlich schätze den Kick, den man bei Erfüllung eines Wunsches hat. Mancher Kick hält ja merkwürdig lange, jedenfalls bei mir. Ich kann mich immer noch über gewisse Dinge kindisch freuen, die ichz mir vor Jahr und Tag geleistet habe. Vielleicht braucht man ja auch ein Stück Kindlichkeit, um sich an den Dingen des Lebens freuen zu können.
Gruß,
Branden

Symbole!
hi,

mir faällt in allen drei punkten ein zusammenhang auf: wünsche beziehen sich auf materielle dinge (die man kaufen kann).

wie branden wunderschön angedeutet hat, ist aber kindlichkeit die wiege unserer wünsche, und die waren für uns als kinder von nicht-materiellen dingen geprägt (versorgt und gehalten werden wollen, wärme bekommen, sicherheit spüren etc).

später werden autos, versicherungen, arbeitsplätze und luxus starke symbole für diese dinge! wie einfach ist es, sich vorzustellen, dass ein mensch, der früher mal einen dieser wünsche nicht bekommen konnte und schmerzlich darunter gelitten hat, diesen über symbole später verwirklichen will:

beispiele:
-ein mann, der kaum jugend hatte, kauft die harley mit 55.
-einer, der im nachkriegsdeutschland im schutt aufgewachsen ist, versichert sich mit 1000 verträgen gegen jeden furz
-jemand, der sich nie auf seine eltern verlassen konnte, will unbedingt beamter werden, „das ist sicher!“
-jemand, der nie als kind spielen durfte, schüppt jahrelang im garten herum
-jemand, der auf frühere (beziehungs-und familien-)verhältnisse sehnsuchtsvoll zurückblickt, schraubt jahrelang an oldtimern rum, um das „alte“ zu erhalten

eine riesen industrie lebt von diesen unerfüllten wünschen nach materiellen dingen/luxus. der nutzen ist aber gleich NULL für die menschen, die ihnen hinterherjagen, nachdem die erste phase der „überwältigung durch das material“ vorbei ist. wie stark ist dagegen die erfahrung, von einem freund unterstützt zu werden oder die liebe seiner frau zu spüren. dabei geht es immer um beziehung -wie früher!

  1. Kann es wirklich sein, dass Glück einfach dadurch zu
    erreichen ist, dass man seine Wünsche verfolgt und umsetzt?

hallo rolo,
mit dem glück und den wünschen,dass ist so eine sache.natürlich macht es mich glücklich wenn mir wünsche von wem auch immer erfüllt werden.manche machen mich schon seid jahren glücklich.z.b :meine kinder,selbst wenn sie noch so anstrengend sind.mein mann,selbst wenn mich sein schnarchen jede nacht weckt.meine gesundheit,selbst wenn es morgens mittlerweile etwas knackt.mein garten,oder ein sonniger tag wie heute.
vielleicht ist es für mich ein wenig leichter glücklich zu sein,weil mir die ganz schlimmen schicksale bis jetzt erspart worden sind.
ich glaube,glück kann man sich nicht kaufen.die jagt nach erfolg und ansehen hängt meiner meinung nach nicht vom bankkonto ab.
sicher kann man mit geld eine menge schöner dinge erwerben,aber es ist nicht der schlüssel zum glück.warum begehen sonst so viele „reiche“ Selbstmord?
ich bin wunschlos glücklich,dass bedeutet aber nicht ,dass ich den ganzen tag mit einem grinsen durch die gegend laufe,denn die alltäglichen sorgen trüben hin und wieder dieses glück und man ist immer aufs neue versucht die steine aus dem weg zu räumen.
l.g.kd

Hallo Bomba!

dazu sagen kann ich nur, dass wir immer das wollen, was wir
nicht haben können. Egal, um was es geht.

Also können wir nie zufrieden oder wunschlos glücklich sein.

Haben wir uns was neues gekauft (oder anders erworben), sind
wir glücklich. Lange dauert dieser Zustand aber nicht an, da
wir dann wieder was anderes haben wollen.

Kannst du mal sagen, wen du mit „wir“ meinst? Das find ich nämlich doch ein bisschen sehr klischeehaft und nehme mich davon weitestgehend aus.

Also: Wer ist „wir“?

Lieben Gruß

ChrisTine

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Hi,

ich meinte mit „wir“ den modernen Menschen an sich.

Kann dich gerne ausklammern.

Würde mich auch ausklammern, aber ich erkenne mich doch wieder, in dem, was ich geschrieben habe.

LG, Bomba

HI, Bomba,

danke für Dein Statement. Das mit den Ureinwohnern ist doch ein gutes Beispiel, an das ich anknüpfen möchte. Ich weiß zwar nicht, ob Ureinwohner nicht auch gierig sind, aber ich bin mir sicher, dass ein Ureinwohner des Kongo andere Wünsche hat, als ein Bankangestellter in Hamburg. Aber ist dieser Ureinwohner ein edlerer Mensch, weil er keine Eigentumswohnung für 400.000 Euro anstrebt? Er will vielleicht nur deshalb keine ETW, weil er soetwas gar nicht kennt.

LG, Rolo

Hallo, Karola,

vielen Dank für Deine persönlichen Zeilen. Hat mich gefreut. Du hast wohl recht, dass Glück eigentlich nur imaginär im Kopf existiert und es bedeutet für jeden etwas anderes. Gut, man braucht kein teures Auto um glücklich zu sein. Da rennst Du bei mir offene Türen ein. Aber wenn man z. B. ein Mädchen gut findet, die auf schicke Autos steht und bei der man keine Chancen hat, wenn man mit dem Fahrrad um die Ecke biegt, dann ist das z. B. schon wieder was andres. Natürlich kann man jetzt wieder weitergehen und sagen: Was ist denn das für eine, die einen Mann nicht will, der keinen Porsche fährt? Ist das dann überhaupt die Richtige? Und so weiter. Ich hab ja auch geschrieben, dass man ggf. auch aufgrund falscher Annahmen glücklich sein kann und gefragt, ob das eigentlich nicht immer so ist, weil ja kein Mensch auf der Welt ALLE Fakten und Informationen für die Entscheidung was er will, zur Verfügung hat. Das ist so ähnlich, als wäre man in einem Weinkeller mit 10.000 verschiedenen Weinen und man wollte sich nach 5 Proben entscheiden, welcher Wein einem am besten schmeckt. Man hat ja nur 5 probiert und weiß nicht, wie die anderen alle geschmeckt hätten. Richtigerweise kann man sich erst nach der Probe aller 10.000 Weine entscheiden, welcher der Beste ist.

Wie seht Ihr das? Spinne ich?

LG Rolo

Hi, vanBranden,

sehr interessant was Du da schreibst. Ich weiß zwar, dass Buddha so was in der Richtung gesagt hat, die Frage ist nur, ob man diesen Äußerungen Glauben schenken will. Man kann das ganze ja auch umgekehrt sehen. Jemand der viel Geld verdient und dem sein Job viel Spaß macht, der einen tollen Flitzer fährt in 5 STerne Hotels absteigt, erster Klasse fliegt und an der Code Azur ne 50 Meter Yacht sein eigen nennt, führt doch nicht nur subjektiv ein tolles Leben, sondern hat doch auch objektiv ein besseres Leben, als ein armer Mann. Der REiche schläft in besseren BEtten, ißt hochwertigere Nahrung, usw. Kann es nicht auch sein, dass man sich durch Askese und Bescheidenheit, wie sie Buddha vorschlägt, das LEben versaut, weil man dadurch viele schöne Dinge verpaßt? Ich glaub das selber ja auch nicht, wollte nur ein wenig Diskussionsstoff liefern, weil ich dieses Thema faszinierend finde :smile:

Gruß, Rolo

Hi, Alpha,

sehe ich im Prinzip genauso. Gute Freunde zu haben und von seinem Parter/Partnerin geliebt zu werden, ist sicher das höchste Gut auf Erden. Wenn man aber tiefer gräbt, wird es schon wieder komplizierter. Jemand der bescheiden lebt und in billigen und grauen Klamotten herumläuft, weil ihm sein Äußeres nicht so wichtig ist, wird womoglich auch weniger Freunde haben, als die Helden des Kapitalismus, für die Erfolg im Beruf auch ein Zeichen ihrer sonstigen Überlegenheit ist. Warum kann Mick Jagger fast jede Frau haben? Weil er ein netter Kerl ist und bescheiden lebt? Sicher nicht. Klar, ob diese Frauen ihn lieben? Mein Onkel hat mal an der Börse viel Geld verloren. Ich sagte Ihm: Mach Dir nix draus. Hauptsache Du bist gesund. Er sagte: Gesund wäre ich auch, wenn ich die Kohle noch hätte :smile:

Nix für ungut und viele Grüße, Rolo

Moin,

da meine Zeit für eine umfassende Antwort derzeit nicht ausreicht, möchte ich dich gerne auf jemanden verweisen, der zu diesem Thema sowieso viel Schlaueres sagen kann als ich: Matthieu Ricard: „Glück“, ISBN: 3485011169 Buch anschauen

Viel Glück, wünscht
Marion

HI, Marion,

danke für den Hinweis. Werde ich mir mal anschauen. Mich fasziniert dieses Thema schon sehr, aber ich habe bisher keine guten Aufsätze oder Bücher dazu gefunden. Vieles ist zu oberflächlich oder zu theoretisch. Hoffe, bei Deinem Buch ist das anders :smile:

Schöne Zeit, Rolo

Hallo Rolo,

Vieles ist zu
oberflächlich oder zu theoretisch. Hoffe, bei Deinem Buch ist
das anders :smile:

Ich hatte das Glück, eine kurze Zeit mit Matthieu Ricard zusammenzuarbeiten (in einem ganz anderen Bereich) und es hat mich sehr beeindruckt, was er an Eigenschaften wie z.B. Gelassenheit, Freundlichkeit, Genügsamkeit und Herzensgüte ausstrahlt. Sein Buch habe ich erst später gelesen und für mich ist er jemand, der das, was er in seinem Buch schreibt, tatsächlich lebt und für sich verwirklicht hat. Das hat mich überzeugt.

Lieben Gruß
Marion

Nicht die Ausnahme
Lieber Rolo!

Ich denke nicht, dass ich eine Ausnahme darstelle, wenn ich die Dinge folgendermaßen kommentiere:

Jemand der bescheiden lebt und in
billigen und grauen Klamotten herumläuft, weil ihm sein
Äußeres nicht so wichtig ist, wird womoglich auch weniger
Freunde haben, als die Helden des Kapitalismus, …

Wie kommst du denn bloß darauf?
Warum mögen dich deine Freunde? Weil du Hugo Boss trägst und nicht Takko? Mein bester Freund verdient nicht mal ein Drittel von dem, was ich verdiene, aber er ist einfach ein toller Mensch! Und meine beste Freundin könnte sich teure Klamotten leisten, mag aber überhaupt nicht aufgebretzelt rumlaufen. Bei beiden interessiert mich auch nie, was sie grad anhaben.

Und Erfolg ist nichts, dass für eine Freundschaft von Bedeutung ist.

Warum kann Mick Jagger fast jede Frau haben?
Weil er ein
netter Kerl ist und bescheiden lebt?

Nö, und auch nicht weil er so schön ist. Sondern weil er reich und berühmt ist. Alles andere ist doch für Groupies kaum von Interesse, die wollen ihn ja nicht heiraten (naja, sicher bin ich mir nicht so ganz).
Und was überhaupt meinst du mit „haben“?

Klar, ob
diese Frauen ihn lieben?

Wer sagt denn, dass es da um Liebe geht??? Und warum eigentlich hat Robbie Williams Depressionen? Und Suchtprobleme? Der hat doch auch alles, was deiner Meinung nach glücklich macht.

Mein Onkel hat mal an der Börse viel
Geld verloren. Ich sagte Ihm: Mach Dir nix draus. Hauptsache
Du bist gesund. Er sagte: Gesund wäre ich auch, wenn ich die
Kohle noch hätte :smile:

Ich sag mir dann immer: ES IST NUR GELD!

Das ist so ein entlastender Gedanke!!! (Nota bene bin ich aber durchaus der Meinung, dass finanzielle Nöte unglücklich oder zumindest das Leben sehr schwer machen können).

Nur noch eins: Ich war gerade einige Monate krank. Als ich auf dem Weg der Besserung war, hab ich mir einen kleinen Sportwagen gekauft. Jedesmal, wenn ich damit fahre, hab ich total viel Spaß, und ich registriere auch die bewundernden und die neidischen Blicke.
Aber es ist nur Spaß. Von Glück würd ich da nicht reden.

Dir viel Glück
wünscht
ChrisTine

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Zumindest zeitweise, …

Hallo und guten Tag,

habe eine Frage zum Thema Motivationspsychologie nach Maslow

wenn der Mensch sein Ziel erreicht hat. Ob für Sekunden, Minuten, Stunden, Tage oder Wochen, das hängt von der Situation ab.
Hallo,

Maslow behauptet ja unter anderem, dass der Mensch von Natur
aus gut sei

und liegt natürlich völlig falsch. Der Mensch ist von Natur aus böse. Schon gleich nach der Geburt schnappt er nach Luft, sucht die Wärme, die Brust, die Nahrung. Er fordert und bettelt förmlich darum. Er kämpft um sein Überleben, dafür ist ihm jedes Mittel recht.
Erst mit heranwachsendem Alter erfährt er Schranken, muss sich einer immer größer werdenden Gruppe stellen und Regeln respektieren. Aber sein Drang nach Überleben, sein Egoismus bleibt bestehen. Besser als andere zu sein, größeren Erfolg zu haben. Und einige werden „ausselektiert“.

und dass Frustrationen, Sadismus, Neid, etc.
lediglich aus unerfüllten Bedürfnissen, bzw. Wünschen
herrühren.

Seltsam, das gleiche Ergebnis unter gegensätzlichen Voraussetzungen. Nicht ganz, du sprichst von der Maslowschen guten Natur des Menschen, Wünsche, Bedürfnisse. Die böse Natur sprichst du nicht an: Macht. Über andere Menschen, über ihre Gefühle, über ihr Verhalten. Auch dies kann vorübergehend wunschlos glücklich machen. Unerfüllte Wünsche sind m.E. nicht die Triebfeder von Sadismus, Neid, etc.
Schlicht das Ausleben der bösen Natur.
Unter diesem Gesichtspunkt:

  1. Kann es wirklich sein, dass Glück einfach dadurch zu
    erreichen ist, dass man seine Wünsche verfolgt und umsetzt?

Ja

Muss man nicht zuerst fragen, ob die Wünsche an sich gut sind?

Nein

  1. Ersatzbefriedigungen

Gibt es nicht. Es ist kein Ersatz, es liegt in der Natur.

Ist das ein angeborenes Bedürfnis?

Ja.

Können wir bewußt steuern, welche Wünsche wir haben? usw.,
usw., usw…

Nein.

Gruß
Der Franke

Hallo Rolo,

ich bin der Meinung, dass man niemals völlig wunschlos sein wird. Vielleicht sollte man wunschlos und glücklich trennen. Denn man sollte lernen glücklich zu sein, auch wenn noch Wünsche im Leben offen sind!

Warum bin ich der Meinung, dass man niemals völlig wunschlos sein wird. Ich denke, dass Wünsche und Träume unser Leben schön machen. Der Mensch funktioniert doch so, dass man sich Neues erträumt, sobald man sich einen Wunsch erfüllt hat. Und das ist auch gut so. Hätte man keine Wünsche und Träume, wäre das Leben ziemlich trostlos.

Bomba hat die Ureinwohner angesprochen. Auch diese wünschen sich Dinge in ihrem Leben. Sie wünschen sich nur andere Dinge als wir, das ist der Unterschied.

Viele Grüße

Samira

Hallo, Christine,

ich hoffe natürlich, dass mich meine Freunde mögen, weil sie mich als Menschen toll finden und ich stehe auch nicht auf Markenkleidung. Aber in unserer oberflächlichen Konsumgesellschaft ist das leider oftmals anders und wenn man versucht, sich diesen Gesetzmäßigkeiten zu entziehen, muss man auch den Preis dafür zahlen, z. B. dass man sich zwischen alle Stühle setzt. Es ist nicht populär, gegen den Strom zu schwimmen. Alles dreht sich um Erfolg und Geld. Warum wollen die Mädels bei Heide Klum unbedingt Top-Models werden? Wahrscheinlich auch wegen dem vielen GEld. Würden Top-Models 1000 Euro im Monat verdienen, wollte es wahrscheinlich niemand werden und es gäbe auch keine Model-Show im Fernsehen. Warum sind denn Kassiererinnen bei Aldi, die für 800 Euro im Monat nen ziemlich schweren Job machen, nicht populär? Ich glaube schon, dass Sie mit Ihren Zeilen Recht haben und finde es echt toll, dass sie so denken, aber die Gesellschaft funktioniert anders. Ich war vor ca. 15 Jahren mal mit einigen Kumpels in nem Club in München. Alex, einer meiner Kumpels, kam mit einem Mädchen ins Gespräch und erzählte ihr später, dass er Landwirt ist. Das Mädchen war schon bald verschwunden. Später sah man sie an der Bar mit einem Anzugstypen abhängen. Er war Notar, wie ich später erfuhr. Alex machte sich über diese Situation lustig und lachte darüber, aber ich empfand das eigentlich alles als ziemlich dramatisch. Theoretisch spielt Geld und ERfolg zwar keine Rolle, aber eigentlich schon. Niemand würde zugeben, dass er einen Partner/Partnerin will, die möglichst reich ist. Genauso wie jeder sagt, er gehe nicht zu McDonalds, aber der Laden ist immer voll. Was ich damit sagen will, ist ja eingentlich nur, dass man vielleicht nicht so leicht glücklich wird, wenn man sich von der GEsellschaft ausgegrenzt fühlt. Vielleicht sollte man wirklich versuchen Karriere zu machen und viel GEld verdienen, damit man auffällt und attraktiv erscheint. Erfolg macht sexy. Die Kehrseite ist dann, dass man halt ne 60 oder 70 Stunden Woche hat, keine Zeit für Familie oder Spaziergänge, etc. Woher soll man jetzt wissen, was der richtige Weg ist? Man müßte eigentlich alles erst mal ausprobiert haben, um sich entscheiden zu können, was man will. Das meinte ich auch, als ich anfangs einmal geschrieben haben, dass man evtl. auch aufgrund falscher Annahmen glücklich sein kann. Habe mich jedenfalls sehr über Deine Zeilen gefreut.
LG, Rolo

Hi, Samira,

ja, das sehe ich ähnlich. Man kann nur wollen, was man kennt, aber man will nicht alles was man kennt. Das meinte ich ja auch bei dem Beispiel mit dem Opelfahrer, der jahrelang sehr zufrieden damit war, bis er mal nen Ford gefahren ist. Eigentlich war dieser Mann die ganzen Jahre über nur mit Opel zufrieden, weil er Ford nicht kannte, etc. Es gibt so viele Möglichkeiten im Leben und so viele Weggabelungen. Man kann Karriere machen oder als Entwicklungshelfer 3 Jahre in den Kongo gehen, man kann nix machen und den lieben Gott nen guten Mann sein lassen, etc. Die Frage ist nur, was ist objektiv das Richtige für uns? Ob wir das eine oder das andere wollen, ist ja davon abhängig, wie wir uns die jeweiligen Altnativen vorstellen, aber wir wissen nicht, ab unsere Vorstellungen davon, wie es z. B. als Entwicklungshelfer im Kongo wäre, der Realität entsprechen. Aber alles ausprobieren kann man ja auch nicht. DAs ist das Schlimme an der Sache. Ich bin z B. sehr früh von zuhause ausgezogen, obwohl ich gar nicht wollte. Ich wollte nur meinen Eltern beweisen, dass ich unabhängig bin und sie auch ein bißchen ärgern :smile: Ich wäre aber viel lieber noch ne Weile zuhause geblieben. Mein Motiv für meinen Auszug war also in Wirklichkeit falsch. Und so gibt es im LEben ja sehr viele Beispiele
Schönen Tag, Rolo

Hallo und Danke für das Feedback. Habe auch schon gehört, dass Maslow umstritten ist.
Nur noch eine Zusatzfrage. Du schreibst, dass man einfach seine Wünsche verfolgen und umsetzen soll, dann wird man wohl am ehesten glücklich sein und dass es nicht wichtig ist, ob diese Wünsche gut sind.
Das ist genau der Kern meiner Verwirrung. Wir wollen ja viel, aber macht alles davon auch wirklich Sinn? Viele junge Leute wollen heutzutage mal ein paar Jahre ins Ausland. Es ist halt irgendwie chique momentan, mal ein paar Jahre im Ausland gewesen zu sein. Aber sind es nicht vielfach Prestigegründe, die für diesen Wunsch verantwortlich sind? Das Ausland wir irgendwie glorifiziert und es kommt mir so vor, als ob sich da manche was vormachen. Oder viele Menschen stehen auf Markenklamotten und geben dafür sehr viel Geld aus. Aber ist es objektiv betrachtet nicht ein großer Fake? Setzt uns die WErbung da nicht nen Floh ins Ohr? Oh, Heidi Klum trägt Prada. Das will ich auch. Ist das ein erstrebenswerter Wunsch? Und so weiter und so weiter. Es gibt da viele Beispiele. Kannst Du jetzt besser verstehen, worauf ich hinaus will?
Danke nochmal und schönen Tag, Rolo