Hallo und guten Tag,
habe eine Frage zum Thema Motivationspsychologie nach Maslow und bitte um Ihre Mithilfe.
Maslow behauptet ja unter anderem, dass der Mensch von Natur aus gut sei und dass Frustrationen, Sadismus, Neid, etc. lediglich aus unerfüllten Bedürfnissen, bzw. Wünschen herrühren. Dabei stellt er auch heraus, dass wir oft sog. Ersatzbefriedigungen nachgehen. z. B. kann hinter dem Streben nach Luxus oder dem Streben nach Karriere, etc, in Wirklichkeit einfach der Wunsch nach Anerkennung und Respekt stehen.
Hier meine Fragen dazu:
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Kann es wirklich sein, dass Glück einfach dadurch zu erreichen ist, dass man seine Wünsche verfolgt und umsetzt? Muss man nicht zuerst fragen, ob die Wünsche an sich gut sind? Beispiel: Jemand liebt teure Sportwagen, hat aber wenig Geld. Verfolgt er seinen Wunsch, wird ihn das in die finanzielle Katastrophe führen. Verkneift sich diese Person seinen Sportwagen, bleibt ihm seine finanzielle Unabhängigkeit. Ist es in diesem Fall also nicht besser, diese Person verzichtet auf ein teures Auto? Oder vergewaltigt diese Person dann ihre Wünsche und wird unglücklich? Anders gefragt: Ist dass, was jemand will, automatisch auch das, was dieser Person gut tut oder ist das nicht unbedingt so?
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Was jemand will, ist ja auch davon abhängig, von welcher individuellen Informationslage man ausgeht. ES kann ja sein, dass man einen Wunsch nur deshalb nicht hat, weil man es gar nicht besser weiß, bzw. dass man nur deshalb einen Wunsch hat, weil man fälschlicherweise annimmt, die aktuelle Situation wäre unzureichend.
Beispiel: Bleiben wir bei Autos. Ein Mann fährt sein ganzes Leben lang schon Opel und war damit immer sehr zufrieden. Eines Tages leiht ihm sein Kumpel seinen Ford, weil der Man mit seinem Opel einen Unfall hatte. Seither ist der Mann mit Opel unzufrieden, weil ihm der Ford viel besser gefallen hat. Dann ist es doch so, dass die Zufriedenheit dieses Mannes die ganzen Jahre über auf falschen Annahmen beruht hat. Können wir dann aber jemals zufrieden sein? Wir wissen ja nicht, was wir alles nicht kennen! Oder ist Zufriedenheit aufgrund falscher Annahmen auch erstrebenswert? -
Ersatzbefriedigungen
Hinter dem STreben nach Luxus könnte der Wunsch nach Anerkennung stecken, etc. Ist aber der Wunsch nach Anerkennung selbst objektiv vorteilhaft? Müssen wir anerkannt werden, um glücklich sein zu können? Ist das ein angeborenes Bedürfnis? Können wir bewußt steuern, welche Wünsche wir haben? usw., usw., usw…
Ich hoffe, ich habe Sie mit meinen langen Ausführungen nicht zu sehr genervt. Wollte aber ein paar Zeilen schreiben, um zu verdeutlichen, worauf ich hinaus will.
Ich freue mich auf Ihre Stellungnahme.
Herzlichen Dank für Ihre Anregungen und schöne Grüße.
