Wurmlöcher im Kosmos

so heißt ein Buch von Paul Halpern,
US Professor für Mathematik in New York und Philadelphia mit dem Untertitel:
„Modelle für Reisen durch Zeit und Raum“,
daß ich seit Monaten mehr oder weniger angelesen vor mir herschiebe.
Da geht es um sogenante „Schwarze Löcher“ (von denen wohl inzwischen schon jeder gehört hat) und „weiße Löcher“ sowie „Wurmlöcher“ (siehe Titel), die wohl beides zugleich sein sollen, „weiß“ und „schwarz“.
Kann mir jemand bitte versuchen anschaulich zu machen, was das sein soll, ein „Loch im Raum“, ein „Loch in der Zeit“, ein „Loch in Zeit und Raum“?

Ein Loch kann ich mir ja gut vorstellen. Am einfachsten ein Loch in einer Hose, oder in der Wand. Oder im Strumpf.
[Oder auch in einem Kondom :smile:]
Ein Loch in einer Glasscheibe schon weniger, denn das hält ja meist nicht lange. Ähnlich ein Loch im Eis. Mein Bruder ist einmal unter ein solches geraten. Zum Glück hat er es „unter Wasser“, also von unten im Wasser wiedergefunden). Gibt es eigentlich auch Löcher im Wasser, wo man doch angeblich auch Löcher in die Luft starren kann?
Aber ein „Loch im Raum“? Und vielleicht auch noch ein „Loch durch die Zeit“?
Ich käme euch sehr entgegen, wenn ihr mir das erklären könntet?
Herzlichen Dank im voraus,
Eure Vera aus Delaware

P.S.: kann man sich auch ein Loch durch den Raum in die Zeit vorstellen?
Und ein Loch durch die zeit in den Raum?
Vielleicht so eine Art „tempre sébaeré“?

Wie definierst du „Zeit“.

Hallo!

Es gibt einen Trick mit dem man sich dieses physikalische Phänomen gut veranschaulichen kann: Stell dir eine ( math. ) Ebene vor. Also praktisch ein unendlich flaches Papierblatt z.B… Stell dir vor wie dieses Blatt in einem Raum völlig frei schwebt. Das Blatt ist sozusagen ein zweidimensionaler Raum, der in einen dreidimensionalen Raum eingebunden ist. Wenn du dir jetzt vorstellst du wärst ein Männlein oder Weiblein das in diesem zweidimensionalen Universum ( dein Blatt ) lebt, dann müßtest du um von einem Ende des Blattes zum anderen zu laufen eine weite Strecke zurücklegen. Stell dir aber jetzt mal vor du würdest das Blatt so falten, dass die beiden Enden des Blattes aufeinander liegen. Der Punkt ist folgender: Als Männlein oder Weiblein in diesem zweidimensionalen Universum würdest du von dieser „Auffaltung“ nichts merken - weil du ja sozsuagen nur den Raum des Blattes wahrnimmst - der hat sich ja nicht verändert. Vielmehr ist das Blatt ( dein Universum ) innerhalb der dritten Raumdimension verformt worden - nämlich genau so, dass die Enden des Blattes aufeinander liegen. Wenn du dich jetzt aber als Männlein oder Weiblein des 2D - Universums auch innerhalb der 3ten Dimension bewegen könntest, könntest du das Ende deines 2D - Universums ganz leicht erreichen, weil du ja die Enden der Universum in der 3ten Dimension aufeinander gelegt hast. Du bewegst dich also ein kurzes Stückchen durch die 3te Dimension und kehrst dann wieder in deinen 2D - Raum zurück - fertig! Genau so ist es mit Wurmlöchern. Das ganzes verhält sich nämlich analog zu 3ten und 4ten Dimensionen. D.h., in der Wirklichkeit lebst du ja in einem 3D - Raum, der sozusagen in der vierten Dimension aufgefaltet ist. In gleicher Weise kannst du einen Punkt im 3D - Raum schneller erreichen wenn du eine Abkürzung durch die 4te Dimension nimmst. Der Witz ist: Die 4te Dimension ist die Zeit.
Gravitationsfelder krümmen Zeit und Raum. Wenn du sehr starke Felder hast ( die von schwarzen bzw. weißen Löchern ) und diese den Raum auf die richtige Art und weise verkrümmen, kann es passieren, dass - wie in meinem Beispiel mit dem Blatt - praktisch zwei Punkte des 3D - Raums über eine Krümmung in der 4ten Dimension zu ein und demselben Punkt verschmelzen. Dann hast du ein Wurmloch.
Nebenbei: Ein schwarzes Loch ist einfach eine Gravitationsanomalie. Ein weißes Loch ist eine hypothetische Antigravitationsanomalie - entfesselt also eine enorme Abstoßungswirkung. Die Idee ist praktisch: Du wirst vom schwarzen Loch reingerissen und vom weißen Loch wieder ausgespuckt.

Florian

Unlichte Momente
Zunächst einmal definiere ich Zeit gar nicht, zumindest erlebe ich sie mir erst einmal, um „Erfahrungen über sie zu sammeln“, lieber Frank.
Und ich frage mich, lieber Florian, ob du eine andere (treffendere) Vorstellung der „Krümmung“ des R^3 im R^4 oder sogar höher (R^k, k>3) hast, als daß dieser „in der Zeit“ gekrümmt ist; WENN du dir es wirklich vorstellen willst.
Wie kann ein Ort (anders) „verdoppelt“ aufeinanderliegen als als Einzelheit verschiedner Zeitpunkte „auf einen Zeitpunkt, koinzidental“ zusammengeklappt?
Mir scheint aber auch, daß die Definitionen von „Loch“ etwas auseinanderliegen! Durch ein Loch in einer Wand kann man wohl von einem Raum in den anderen übertreten, aber nicht von einem beliebigen Punkt in dem einen „direkt“ zu jedem beliebigen Punkt in dem anderen „herüberbeamen“. Die von dir, Florian, beschriebene physikalische „Lochtheorie“ vermittelt ja den letzteren Eindruck; oder ist das nur „populistische Vereinfachung“?
Zumindest bemüht man sich offensichtlich, mittels einer eigentlich anderen Lochvorstellung etwas (eigentlich verfälschend) anschaulich zu machen.
Ein Loch in einer Wand ist ein Loch in einer Trennwand des R^3, des 3DRaumes; ein Loch in einer Geraden ein solches in der/durch die Trennlinie zweier Halbebenen, im R^2.
Wenn man also von dieser Definition von „Loch“ in einem R^k ausgeht, wäre doch ein „Loch“ im R^k ein Loch in einer „Hypertrennwand“ der eigenen Dimension k-1, die den R^k in 2 „Halbräume der Dimension k“ teilt (und von der einen in die andere durchblicken und „durchsickern“ lä0t).
Da wir uns 4D, also den R^4 nur als 3D im Verlauf der Zeit/über die Zeit, also mit der Zeit als 4ter Dimension vorstellen können, kann ich mir jedenfalls ein Loch im Raum nur als „Loch zwischen Vergangenheit und Zukunft“ vorstellen.
Obwohl es theoretisch natürlich auch konstruierbar ist als Loch in der Trennwand zwischen 2 3D-Halbräumen, die beide die Zeit als 3te Dimension enthalten. Also 2 Halbräume Länge+Breite+Zeit oder Länge+Tiefe+Zeit oder Breite-Tiefe-Zeit. Oder Zeit-Breite-Länge?

Oder ich kann sogar von mehreren Zeitdimensionen ausgehen, und da habe ich noch gar keine Vorstellung von.
Das wäre wohl das „alte Thema“ der „parallelen Welten“, wobei hierzu wohl 2 Zeidimensionen ausreichen täten.

Man kann natürlich auch einen Spalt in einer Ebene und eine Ebene im 3D-Raum als „Loch“ bezeichnen, also „Loch“ definieren als „Durchlaß“ im r^k der eigenen Dimension R^[k-1], aber dann wäre die Faszination des „Loches im Raum“ natürlich flötengegangen.
„Loch“ ist etymologisch mit „Leck“ verwandt und bedeutet (wie noch im englischen `to lock´ = [ver]schließen) wohl „Undichtheit“, „eigentlich geschlossen gehöriges“.
Tatsächlich vermittelt ja die physikalische „Lochtheorie“ den Eindruck des „Verschwinden- und Wiederauftauchenkönnens“ durch eben diese Löcher.

Ich glaube, ich muß mich grundsätzlich zunächst einmal lösen von meinen „alltäglichen Begriffen von Längen und Dauern als Maßstäbe von Raum und Zeit der Welt(en) und einen ganz anderen und neuen, eher intuitiven Zugang zu dem finden, was mir als „eigentliche Dimension der Welt“ (oder des „Kosmos´“ oder des „Alls“ oder des „Lebens“?) erst dämmert.
Klingt lustig, ist aber ernstgemeint: „Was ist ein `Loch im Loch´“; physikalisch gesehen: hat der nulldimensionale Raum auch „Loch“? Gibt es „negative Dimensionen“, und was wären „negative Beträge“
Wenn es „Wurmlöcher“ als Passagen gibt, dann gilt doch die Dreiecksungleichung nicht mehr, und es gilt
|a+b| > |a| + |b|, oder? Zumindest, wenn a+b um das Loch „umzu“ führen.
Zum Schluß für jetzt: ihr, die ihr alles zu wissen scheint oder zumindest wißt, wo alles zu finden ist, was ist der Unterschied zwischen: im Umfeld/in der Umwelt des Zentrums einer großen Gravitation „läuft die Zeit langsamer“ oder „bewegt sich alles langsamer“? Und entsprechend für Längen: „bei bewegten Massen tritt Längenkontraktion (also Änderung der Dimension und des MASSES der Länge) in Bewegungsrichtung ein“ oder „bewegte Dinge werden (einfach) in Bewegungsrichtung kürzer“?
Wenn ich über Einsteins Bild von der Lampe im Zug (seine Herleitung der „Relativitätstheorie“, soweit ich weiß) nach erster Überzeugtheit durch den mathematischen Formelapparat immer später noch einmal nachdenke, komme ich auch immer wieder durcheinander: wenn die Zeit im fahrenden Zug „langsamer“ verläuft, warum gilt das nicht auch für das Licht in beide Richtung „gleichzeitig“ (will sagen: „in gleichem Maße“, gleich"zeitig“ ist ja nur sone Redensart)? Muß dann nicht das Licht der Lampe (für den Mann oder auch das Weiblein auf dem Bahnsteig) in beiden Richtungen verzögert ankommen? Der Zug „merkt“ ja nicht, daß er fährt, und das Licht, ist es erstmal in der Welt, gehört nicht mehr zur Lampe.
Ich fürchte, all dies klingt für euch sehr verworren, aber vielleicht kann da doch jemand etwas mehr Klarheit schaffen.
Ich mache mir etwas „Sorgen“, wenn ich Albert´s Zunge auf diesem berühmten Foto sehe… Ich schätze, er meinte damit nicht nur den Fotographen oder CNN.

Liebe um Hilfe bittende Grüße,
eure Ver(it)a, die „kleine Vera“

Zunächst einmal definiere ich Zeit gar nicht, zumindest
erlebe ich sie mir erst einmal, um „Erfahrungen über sie zu
sammeln“, lieber Frank.

Ich erlebe nur eine sich bewegende Gegenwart, garkeine Zeit.
Ist auch ne Betrachtung, gelle? Und die ist nicht ganz dumm.

Gruß
Frank

Gibt es eigentlich auch Löcher im Wasser, wo man doch angeblich auch
Löcher in die Luft starren kann?

Hallo,
hab mal gelesen, dass riesige Methangasblasen schon so manches Schiff
auf den Grund geholt haben. Das wäre wie ein Loch im Wasser.
Von Luftlöchern habe ich auch schon gehört, aber ob diese durch das sinnig konzentrierte Starren entstehen oder durch die weiter aufsteigende Methangasblase weis ich nicht.

löchrige Grüße Peter