Wurzelbehandlung fehlerhaft

Hallo erstmal,

also folgendes: Meine Freundin hatte einen ziemlich fies-gewachsenen Weisheitszahn oben links. Der wurde, aufgrund von wochenlangen Schmerzen, von einem MKG-Chirurgen in einer 30-minütigen Behandlung entfernt (mit „Brecheisen“, Zange, inkl. Anfräsen des davorliegenden Zahnes), danach mit 3 Stichen zugenäht. Nach der Fadenziehung hatte sie immer noch Schmerzen. Also wieder hin, leider hatte der MKG keine Zeit also zu einem Zahnarzt-Kollegen in der gleichen Praxis. Der macht auf Verdacht von dem davorliegenden Zahn eine Wurzelbehandlung (wollte kein Röntgenbild machen). Danach sollte meine Freundin nach 4 Wochen wieder zu einem anderen Kollegen (insgesamt arbeiten dort 4 Ärzte), der hatte aber erst wieder in 8 Wochen nen Termin frei. Also genug von dieser Praxis, zurück zu ihrem eigentlichen Zahnarzt(der sich die Weisheitszahn-OP nicht zutraute…) und dieser führt die Wurzelbehandlung 2 mal weiter. Immer noch leichte Schmerzen. Dann bei der dritten und eigentlich letzten Behandlung macht der Zahnarzt ein kleines Röntgenbild vom Zahn, weil ihm „spanisch“ vorkam, daß sie durch die Behandlungsnadeln immer noch was spürte. Und dann stellt der gute Mann fest, daß die Zahnwurzel des behandelten Zahnes durchbohrt worden ist. Wahrscheinlich bei der Weisheitszahn-OP oder die erste Wurzelbehandlung (mal nicht durch die normalen WB-Nadeln). Das einzige was man in diesem Fall machen könnte, laut diesem ZA, wäre nur das Ziehen des Zahnes, weil man dort an der durchbohrten Stelle nicht flicken könnte.

Nun meine Fragen:

  • Kann man da wirklich nichts mehr machen oder kann nur er nichts machen?
  • Wenn da wirklich nichts mehr geht, kann man die ersten beide Ärzte verklagen auf Schmerzensgeld bzw Schadensersatz, weil die ja das ganze verpfuscht haben?

Danke fürs Lesen (sorry ging nicht kürzer) und Danke fürs Antworten

Hallo.

Schwere Frage. Da nicht mehr nachzuvollziehen ist, wer nun das Loch in den Zahn gemacht hat, wird es schwer einem der Kollegen etwas nachzuweisen.

Aber…es kommt nun darauf an wo diese „Perforation“ ist. Ein Zahnarzt, der sich mit Wurzelkanalbehandlungen sehr gut auskennt, könnte diese Perforation mit MTA (Mineral Trioxid Aggregat) wieder verschließen, sodass der Zahn evtl. erhalten werden kann. Eine Garantie, dass der Zahn erhalten werden kann gibt es allerdings nicht.
Dass ist aber keine Kassenleistung. Frag bei der Zahnärztekammer in Deinem Bundesland nach (Google) wer einen Tätigkeitsschwerpunkt Wurzelkanalbehandlung in Deiner Stadt oder Region hat. Oder google einfach mal.

Bei der Zahnärztekammer gibts evtl. auch eine Patientenberatungsstelle. Dort kannst Du Deinen Fall ja mal vortragen.

Lieben Gruß

Ramius

Hallo,
wenn an dem betroffenen Zahn-der mit der angefrästen bzw. perforierten Wurzel- nur eine Wurzel betroffen ist, wäre eine Wurzelamputation möglich, bei der die beschädigte Wurzel entfernt wird und der Zahn sozusagen noch „mit einem Bein“ im Knochen steht, aber immerhin noch drin ist.

Ob das möglich ist, kommt aber auf den Zustand des Zahnes an.