Wurzelbehandlung und Allergie auf Füllung?

Hallo!
Ich bin der Alptraum aller Zahnärzte, also für schwache Nerven: Bitte jetzt wegschauen *smile*

Ich hab vor einigen Jahren meine Zähne ansehen lassen, ob alles ok ist. Hatte also keine Schmerzen.
Promt hat die Zahnärztin was gefunden und meinte da wäre eine ewig tiefes Loch, ein Wunder, dass es nicht weh tut. Es tat nicht weh. Bis zu dem Zeitpunkt an dem sie mir eine Füllung verpasst hat. Auf eigenen Wunsch hab ich eine weiße bzw. zahnfärbige Füllung bekommen. Einige Zeit später bin ich von der Schule aus nach Italien gefahren und starb die letzten 3 Tage lang Höllenqualen und hab nicht mal mit Schmerztabletten einschlafen können. Genau der Zahn hat geschmerzt den sie angebohrt hatte. Zum Arzt konnte ich nicht, weil wir eine Bustour gemacht haben und mit 2 Schulklassen permanent unterwegs waren durchs Land. An einem Samstag oder Sonntag bin ich dann nach Hause gekommen und gleich zum Notdienst. Ich meinte es wäre sicher die Füllung nicht ok. Aber der Lustige hat nicht mal geröngt und gar nichts, sondern meinte, nein, ich würde einen neuen Backenzahn unten (mein schmerzender Zahn ist zwar auf der gleichen Seite aber oben!) bekommen und da hätte sich das Zahnfleisch entzündet und das würde eben ausstrahlen. Ich wollt trotzdem ein Röntgen, aber er meinte das bräuchte ich nicht, das sieht man so, dass der Zahn und die Füllung ok ist. Frag mich wie er das mit bloßem Auge sieht. Hab ihm dann aber irgendwie geglaubt, weil mir tatsächlich schon die ganze rechte Kopfseite weh getan hat. Er hat mir das Zahnfleisch gereinigt und Schmerztabletten gegeben.
3 Tage lang hab ich dann noch gelitten, dann wars vorbei. Das ist jetzt ca 5 Jahre her. Gelegentlich hat mir der Zahn nochmal wieder leicht weh getan, aber nicht so schlimm.
Nun vor ca 1.5 Jahren ist mir die Füllung dann aus dem Zahn gefallen und ich bin zu einer anderen Zahnärtin, weil ich der von damals nicht mehr vetraut habe. Die meinte ich brauch eine Wurzelbehandlung. So ok. Also hat sie alles vorbereitet und beim nächsten mal nur im Zahn herumgestochert bis ich aufgeschrien hab vor Schmerz. Daraufhin sagt sie sie kann noch keinen Wurzelbehandlung machen, sie spritzt mir was und macht ein Provisorium rein bis zum nächsten Mal in ein paar Wochen. Na gut.
So ging es dann 4 mal. Jedes mal hatte ich 2 Wochen lang nach der nicht vollzogenen Behandlung Schmerzen. Beim 4ten Mal hat sie mir dann was anderes gespritzt und Zahnzement oder sowas eingefüllt und meinte, komm in 6 Monaten wieder. Ich hab das verschwitzt und hab mehr so 12 Monate vergehen lassen.
Die Füllung ist mir wieder rausgefallen und ich hab jetzt echt Angst zur Ärztin zu gehen. Schmerzen hab ich keine, es ist nur lästig, weil mir ganze Erbsen im Zahn stecken bleiben.
Soll ich mir jetzt wieder einen anderen Zahnarzt suchen? Hab vor dem aber auch Angst. Wqas erzähl ich dem? Und außerdem lass ich mir nicht mehr weh tun.
Zahnarzt geht für mich jetzt schon einher mit sinnlosen Schmerzen.
Ich gebe nach wie vor der ersten Zahnärztin die Schuld, weil ich noch immer der Meinung bin, dass diese Füllung 1. unnötig und 2. schlecht gemacht war.
Muss eine Wurzelbehandlung sein, wenn mir doch eh nichts weh tut? Schön sauber machen Füllung rein und gut!

Kann mich jezt bitte wieder jemand soweit aufbauen und mir mein Vertrauen in die Ärzte zurückgeben, sodass ich es schaffe mein Loch schließen zu lassen?

lg infi

PS.: Kann es sein, dass ich auf Füllungen allergisch reagiere? Habe 2 andere Füllungen und auch die schmerzen von Zeit zu Zeit und sind extrem schmerzempfindlich.

Hallo!

Servus infi,

Ich bin der Alptraum aller Zahnärzte, also für schwache
Nerven: Bitte jetzt wegschauen *smile*

Ich hab vor einigen Jahren meine Zähne ansehen lassen, ob
alles ok ist. Hatte also keine Schmerzen.
Promt hat die Zahnärztin was gefunden und meinte da wäre eine
ewig tiefes Loch, ein Wunder, dass es nicht weh tut. Es tat
nicht weh. Bis zu dem Zeitpunkt an dem sie mir eine Füllung
verpasst hat.

Hier merke ich schon, daß die Zahnärztin an diesem Loch schuld war, wahrscheinlich hat sie Dir ein ‚ewig tiefes Loch‘ angehext, als Du gerade nicht hinschauen konntest. Im Ernst - es gibt natürlich Fehldiagnosen, aber daß irgendwo auf der Welt eine Zahnärztin ein tiefes 'Loch’entdeckt, wo keines ist - nada!

Auf eigenen Wunsch hab ich eine weiße bzw.
zahnfärbige Füllung bekommen. Einige Zeit später bin ich von
der Schule aus nach Italien gefahren und starb die letzten 3
Tage lang Höllenqualen und hab nicht mal mit Schmerztabletten
einschlafen können. Genau der Zahn hat geschmerzt den sie
angebohrt hatte.

Jetzt tu’ ich mal so, als ob die Kollegin doch recht gehabt hätte:
dann war das Loch wirklich da, war auch wirklich so tief wie sie gesagt hat. Sie hat dann das faulige Zahnbein rausgebohrt, wie es sich gehört. Die Kariesbakterien waren zu diesem Zeitpunkt in dem porösen Zahnbein schon in den ‚Nerv‘ eingedrungen. Das kann man nur sicher diagnostizieren, wenn man den Zahn gezogen hat und der Nerv präpariert unter dem Mikroskop liegt. Daran haben PatienInnen in der Regel kein Interesse :wink: Man sagt dann als Zahnarzt: „es ist gut möglich, daß die Bakterien schon drin sind im Nerv. Soll ich gleich eine Wurzelbehandlung machen?“ Was hättest Du gesagt bei einem Zahn, von dessen Erkrankung Du eben erst erfahren hast? Also hat die Kollegin eben einen Erhaltungsversuch gemacht, der ja bei jungen Leuten durchaus gut gehen kann. Dieser Versuch ist schief gegangen - siehe gemeine Schmerzen als Symptom einer Nerventzündung. Jetzt kommen die drei Tage Heldentum …

Zum Arzt konnte ich nicht, weil wir eine
Bustour gemacht haben und mit 2 Schulklassen permanent
unterwegs waren durchs Land. An einem Samstag oder Sonntag bin
ich dann nach Hause gekommen und gleich zum Notdienst. Ich
meinte es wäre sicher die Füllung nicht ok. Aber der Lustige
hat nicht mal geröngt und gar nichts,

was er hätte tun müssen:

  1. testen, ob der Nerv noch lebt. Man macht das mit Kälte-, oder Hitzereizen, hochfrequente Ströme gehen auch.
  2. testen, ob der Zahn klopf-, und aufbeißempfindlich ist, und
  3. röntgen, weil aus der Symptomatik naheliegt, daß hier eine Wurzelbehandlung notwendig wird. Die fängt man nicht ohne Röntgenbild an.
  4. danach, unter Lokalanästhesie eine Wurzelbehandlung anfangen

sondern meinte, nein,
ich würde einen neuen Backenzahn unten (mein schmerzender Zahn
ist zwar auf der gleichen Seite aber oben!) bekommen und da
hätte sich das Zahnfleisch entzündet und das würde eben
ausstrahlen. Ich wollt trotzdem ein Röntgen, aber er meinte
das bräuchte ich nicht, das sieht man so, dass der Zahn und
die Füllung ok ist. Frag mich wie er das mit bloßem Auge
sieht. Hab ihm dann aber irgendwie geglaubt, weil mir
tatsächlich schon die ganze rechte Kopfseite weh getan hat. Er
hat mir das Zahnfleisch gereinigt und Schmerztabletten
gegeben.
3 Tage lang hab ich dann noch gelitten, dann wars vorbei. Das

…war der Zeitpunkt, wo der entzündete Nerv endgültig abgestorben ist

ist jetzt ca 5 Jahre her.

einmal im Jahr zum Zahnarzt zu gehen, mit routinemäßigem Röntgenstatus alle 2 bis 4 Jahre (je nach Kariesaktivität) ist echt keine ganz blöde Idee

Gelegentlich hat mir der Zahn
nochmal wieder leicht weh getan, aber nicht so schlimm.
Nun vor ca 1.5 Jahren ist mir die Füllung dann aus dem Zahn
gefallen und ich bin zu einer anderen Zahnärtin, weil ich der
von damals nicht mehr vetraut habe.

… wahrscheinlich im Falles DIESER Kollegin sogar zu Unrecht

Die meinte ich brauch eine
Wurzelbehandlung. So ok. Also hat sie alles vorbereitet und
beim nächsten mal nur im Zahn herumgestochert bis ich
aufgeschrien hab vor Schmerz.

Sag mal - gibt es in der Steiermark irgendwelche regionalen Gesetze, die Lokalanästhesien verbieten? Ich hätte mir schon das erste Loch nur mit Spritze bohren lassen.

Daraufhin sagt sie sie kann noch
keinen Wurzelbehandlung machen, sie spritzt mir was und macht
ein Provisorium rein bis zum nächsten Mal in ein paar Wochen.
Na gut.
So ging es dann 4 mal. Jedes mal hatte ich 2 Wochen lang nach
der nicht vollzogenen Behandlung Schmerzen. Beim 4ten Mal hat
sie mir dann was anderes gespritzt und Zahnzement oder sowas
eingefüllt und meinte, komm in 6 Monaten wieder. Ich hab das
verschwitzt und hab mehr so 12 Monate vergehen lassen.
Die Füllung ist mir wieder rausgefallen und ich hab jetzt echt
Angst zur Ärztin zu gehen. Schmerzen hab ich keine, es ist nur
lästig, weil mir ganze Erbsen im Zahn stecken bleiben.
Soll ich mir jetzt wieder einen anderen Zahnarzt suchen?

In Graz gibt es doch eine hervorragende Uni-Zahnklinik - weiß ich doch. Ob die jetzige Zahnärztin anders hätte vorgehen sollen, kann ich aus Deiner Schilderung nicht schließen. Eines hat sie aber bestimmt nicht geschafft: daß Du kapierst, was sie mit Dir macht- und vorhat. Das ist aber ihr Job! Auch in der Steiermark ;-p

Hab
vor dem aber auch Angst. Wqas erzähl ich dem? Und außerdem
lass ich mir nicht mehr weh tun.

siehe oben

Zahnarzt geht für mich jetzt schon einher mit sinnlosen
Schmerzen.
Ich gebe nach wie vor der ersten Zahnärztin die Schuld, weil
ich noch immer der Meinung bin, dass diese Füllung 1. unnötig
und 2. schlecht gemacht war.

Füllungen sind nötig, um Löcher zuzumachen - Loch hattest Du. Nicht die Füllung, sondern die Karies war mit größter Wahrscheinlichkeit die Ursache des Übels.

Muss eine Wurzelbehandlung sein, wenn mir doch eh nichts weh
tut? Schön sauber machen Füllung rein und gut!

Die Frage ist eher: hat eine Wurzelbehandlung noch Chancen, oder muß der Zahn raus? IMO ist der Nerv tot, infizierte Reste des Nervs können noch drin sein, oder neue Bakterien an der provisorischen Füllung entlang nach unten wandern ( Durchschnitt 3 Wochen). Wenn jetzt nix g’scheites mit dem Zahn passiert, kannst Du auf die nächsten Schmerzen Wetten abschließen. Nach Murphys law wahrscheinlich in der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag.

Kann mich jezt bitte wieder jemand soweit aufbauen und mir
mein Vertrauen in die Ärzte zurückgeben, sodass ich es schaffe
mein Loch schließen zu lassen?

lg infi

PS.: Kann es sein, dass ich auf Füllungen allergisch reagiere?

Kann im Prinzip immer sein, aber Deine story hat mit Allergie bestimmt nichts zu tun

Habe 2 andere Füllungen und auch die schmerzen von Zeit zu
Zeit und sind extrem schmerzempfindlich.

Laß sie in der Grazer Zahnklinik mit rausschmeißem!

zum Schluß mein Lieblingszitat aus ‚Monopoly‘ "Gehe nicht über LOS, begebe Dich direkt dorthin, ziehe nicht …

Alles Guete dabei!
Kai

Angst
Hallo Kai!
Danke, dass du dich durch meine Leidensgeschichte durchgekämpft hast. Ich hatte beim ersten Mal, wo ich diese scheinbar doch nötige Füllung bekommen habe eine Spritze bekommen. Hatte aber dennoch Schmerzen.
Was ich ein bisschen dumm find, ist dass die Ärztin keinen Piep zu mir gesagt hat, dass es eventuell ein Problem geben könnte. ´Wär doch ok, wenn sie sagt, das Loch ist zu tief, kann sein du kriegst doch noch Schmerzen, dann musst gleich kommen und eine Wurzelbehandlung machen lassen. Dann weiß ma wenigstens woran man ist.
Bei dem Herumgestochere im Zahn (ich denke sie hat die Zahnkanäle gereinigt was ich weiß) hab ich keine Spritze bekommen, weil sie meinte, ich bekomm die erst später, weil das Reinigen darf net weh tun, sonst kann man noch keine Wurzelbehandlung machen, weil der Nerv noch lebt.

So viel Scheißerei wie ich mit dem blöden Zahn schon hatte, wäre es mir wirklich langsam das Liebste sie würden ihn mir reizen und eine Brücke oder sowas reinmachen. Allerdings weiß ich schon auch, dass viele Leute mit Brücken recht Probleme haben.

Der Punkt ist, dass ich echt net mehr zum Zahnarzt will. Gibt es die Möglichkeit zur Zahnklinik zu gehen und sich unter Vollnarkose setzen zu lassen oder so?
Ich könnte mich schon beim Gedanken daran mich auf den Zahnarztsessel zu setzen übergeben.
Ich weiß, ich bin ein Feigling, aber meine Toleranzgrenze ist überschritten.

Bin auch deswegen zu keiner Kontrolle mehr gegangen, weil ich mir gedacht hab, die Ärzte finden sowieso immer was, egal ob da was ist oder nicht. Soviel zum Vertrauen.

Also ehrlich, das einzige was ich mir vorstellen kann, ist ein Eingriff, den ich absolut net mitkrieg. Ich denk mal, dass die Krankenkasse mir da was pusten wird. Was kostet mich das wohl?

lg infi

Naja, die „Beziehungen“ abzubrechen ist aber dümmste, was du da tun kannst. Ich hatte früher furchtbare Zähne, eigentlich auch nur aus idiotischer Angst vor’m Zahnarzt. (tja, der hat sogar gleich Photos gemacht für die Lehrbücher :stuck_out_tongue:)

Vor diesem Hintergrund würde ich den Zahnarzt wohl wirklich wechseln. Es gibt solche, die speziell für Angstpatienten ausgerüstet sind. Meiner würde auch Vollnarkosen in einem Privatspital anbieten (vieleicht mach ich das wenn die Weisheitszähne Probleme machen sollten, denn das ist mein „rotes Tuch“) Das ist aber recht teuer und psychologisch halt ein bisschen ungeschickt, weil du somit natürlich gar nichts mitkriegst und die Angst vor dem Zahnarzt dann halt auch bleibt und evtl. sogar stärker wird.

Empfehlenswert sind diese Geschichten mit Lachgas. Zusätzlich kann man noch ein Dormikum (Tablette) haben. Dann muss dich allerdings jemand abholen, weil kaum noch rumlaufen kannst :smile:

An sämtliche Lochflickereien und die Wurzelbehandlung habe ich daher keine negativen Erinnerungen, habe auch kaum was gespürt dabei.

Nachtrag: ALternative zu Sprite
…anstatt dieser unzeitgemässen Nazi-Spritze benutzt mein Zahnarzt irgendein anderes Instrument für die Betäubung. Den Namen weis ich jetzt leider nicht mehr, dass kann sicher ein Zahnarzt benennen. Das ist schmerzfrei :smile:

MOD: Bitte - Das muss doch nicht sein
Hallo Roger.

…anstatt dieser unzeitgemässen Nazi-Spritze benutzt mein
Zahnarzt irgendein anderes Instrument für die Betäubung. Den
Namen weis ich jetzt leider nicht mehr, dass kann sicher ein
Zahnarzt benennen. Das ist schmerzfrei :smile:

Ich benutze auch noch eine Spritze, wie übrigens der Großteil der Zahnärzte weltweit. Es gibt heute so dünne Nadeln, und eine Zahnfleischbetäubung, dass es hier kaum noch zu Schmerzen kommt. Natürlich gibt es hier noch Alternativen, die sich aber aus verschiedenen Gründen nicht bewährt haben. Angefangen von „The Wand“ einer Spritze bei der das Betäubungsmittel immer mit konstantem Druck abgegeben wird, bis hin zu TENS. Hier werden die Nerven durch Anlegen eines Elektrofeldes lahmgelegt.

Hypnose sei noch vollständigkeitshalber genannt.

Was nun unsere Spritzen mit den Nazis zu tun haben soll ist mir nicht klar. Meinst Du, dass diese Art der Betäubung veraltet ist?

Ich denke doch, dass es hier sicher einen Vergleich geben wird, der das was Du uns sagen möchtest besser trifft.

Gruß

Ramius: Moderator

Vor diesem Hintergrund würde ich den Zahnarzt wohl wirklich
wechseln. Es gibt solche, die speziell für Angstpatienten
ausgerüstet sind.

Ja, kann ich bestätigen. Ich hatte auch eine jahrezehntelange Zahnarztphobie und als Resultat Zähne wie mit der Brechstange gereinigt. Aber der richtige Arzt hat mir die Angst genommen. Aber ohne Narkosen und ohne Lachgas.

An sämtliche Lochflickereien und die Wurzelbehandlung habe ich
daher keine negativen Erinnerungen, habe auch kaum was gespürt
dabei.

Das Schlimme am Zahnarzt ist IMHO nicht der Schmerz sondern die Ungewißheit und das Ausgeliefertsein. Ich hatte vier Weisheitszahngeschichten (einzeln operativ entfernt, impaktiert), ohne Narkose. Gespürt habe ich wegen etlichen Spritzen überhaupt keinen Schmerz, sondern nur das mechanische Ziehen, Drücken und Bohren. Die Ungewißheit, weil man nicht weiß was als nächstes passiert, und die Vorstellung, daß einem ein Zahn herausgesägt wird, machte mich wahnsinnig. Dazu kommt, daß es wie Folter ist: Du sitzt liegend auf einem Stuhl wie gefesselt, kannst nicht sprechen und ein anderer beugt sich über dich und fügt dir Wunden zu, du schmeckst Blut, abgeriebenen Zahn usw. Horror!

Nur ein Arzt mit psychologischer Schulung kann die Angst nehmen, indem er Vertrauen aufbaut und dem Patienten die Kontrolle gibt. Durch Sprechen, Abmachen von „Zeichen“, Zeigen im Spiegel, Zeigen der Instrumente usw. Wichtig ist auch, daß du erstmal alleine in der Praxis bist und dich nicht schämen mußt, wenn du weinst oder schreist. Scham ist nämlich noch schlimmer! Die Angst vor der Angst! Du mußt dich ernstgenommen fühlen, das ist das Wichtigste.

Das hat geklappt. Ich habe keine Angst mehr vorm Zahnarzt, bin entspannt und ruhig, gehe sogar gerne hin, weil ich fast schon perfekte Zähne habe und stolz bin was ich gemacht habe. :smile:

Auf der anderen Seite habe ich bei den ersten Nachstellungsterminen für die Zahnspange wirkliche Schmerzen gehabt. So schlimm, daß mir Tränen herunterliefen. Das Herumdrücken an den ohnehin so empfindlichen und wackeligen Zähnen war der totale Horror. Aber da ich wußte was passiert, war es nicht schlimm. Schmerzen kann man bewußt akzeptieren und aushalten, aber Ungewißheit nicht!

Viele Leute sagen, daß das Abdrückemachen das Schlimmste am Zahnarzt wäre (find ich nicht - das ist doch harmlos). Es ist schmerzfrei aber man glaubt zu ersticken. Man wird dabei auch „überwacht“, anscheinend nicht umsonst. Wahrscheinlich kommen Panikattacken nicht selten vor?

Und ja, geh privat, denn liegt es im ureigenen Interesse des Arztes, daß du dich wohl fühlst!

ist lang geworden, hoffe es hilft dir weiter.

Gruß
d.

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Hallo Nina,
Du stehst mit Deinem Problem nicht allein da. Aufgrund einer „wundervollen“ Erfahrung mit Schulzahnärzten im zarten Alter von 9 Jahre habe ich es geschafft, 5 Jahre überhaupt nicht zum Zahnarzt zu gehen, danach nur mit Gebrüll bis zum 16. Lebensjahr
(zu späte kieferorthopädische Behandlung).
Erst der Zahnarzt, den ich zwangsweise bei meiner ersten Schwangerschaft aufsuchen durfte/musste, hat mich von dieser Phobie befreit.
Daß Zahnärzte Löcher finden, wo keine sind, ist nicht so selten, wie einer der Antwortgeber meint. Habe das selbst bei meiner Tochter erlebt, die mit 22 nur 2 Füllungen hat. Der erste Zahnarzt meinte, da müssten 5 Zähne behandelt werden, meine jetzige Zahnärztin hat alles zweimal geprüft - und fand nichts - außer den bereits vorhandenen Füllungen, die jedoch intakt waren.
Jetzt aber zum wichtigsten: Eine Wurzelbehandlung hört sich schlimmer an als sie ist.

  1. Ganz wichtig ist zu erkunden, ist eine Wurzelspitzenresektion incl. anschließender Aufbereitung der Wurzelkanäle geplant? Wenn ja, die Resektion nur bei einem Zahnarzt bzw. einer speziellen Praxis machen lassen, die permanent derartige Operationen ausführt. Das ganze wird unter örtlicher Betäubung wie bei einer Extraktion vorgenommen, dauert ca. 30 Minuten und ist schmerzfrei. Der anschließende Wundschmerz hält sich in Grenzen und ist mit Schmerztabletten, die Du von der Praxis gleich mit erhältst, ohne Probleme beherrschbar. Ich selbst war am Tag des Eingriffes bzw. danach nicht so gut drauf, konnte aber am Montag (OP war Freitag , Wochenende ohne Probleme) bereits wieder arbeiten. 1 Woche später wurden bereits die restlichen Fäden gezogen, auch dabei keine Probleme.

  2. Die anschließende Aufbereitung der Wurzelkanäle ist aufwändig und zeitintensiv, da die Wurzelreste gereinigt und komplett behandelt werden müssen und keine Wurzel vergessen werden darf. Auch das ist nach vorangegangener Resektion schmerzfrei. Wichtig ist, dass die genaue Lage der Wurzelkanäle mittels Röntgen ermittelt wird.

  3. Nach der abgeschlossenen Behandlung muß der Zahn überkront werden. Eine normale Füllung reicht nicht aus und führt - wie bei mir - nach ca. 2 Jahren zum Bruch des Zahnes und letztendlich doch zum Verlust.
    Leider habe ich das erst nach dem Wechsel des Zahnarztes aufgrund dieses Bruches erfahren. Jetzt bin ich um eine Erfahrung reicher und finanziell ärmer, da ich die anschließende Behandlung (2 Implantate)
    selbst bezahlen durfte. Nach heftiger Intervension der Krankenkasse hat diese vor 3 Jahren zumindest einen Teil der Kosten der Krone auf den Implantaten übernommen, ich ich nicht zu den bereits verlorenen Zähnen weiter 4 für Brücken beschleifen/kaputtmachen lassen wollte.

  4. Das wichtigste ist, dass Du sowohl beim Operateur als auch beim Zahnarzt ein gutes Gefühl hast. Wenn nicht, solange wechseln bis die Chemie stimmt. Vielleicht können Dir ja Freunde/Verwandte eine Empfehlung für einen Zahnarzt geben. Bist Du Dir nicht sicher, dass das, was der Zahnarzt sagt, korrekt ist, unbedingt zweite Meinung einholen.

Nach wirklich leidvoller Erfahrung kann ich jetzt wieder sagen, ich fühle mich bei der Zahnärztin gut aufgehoben und fachlich korrekt betreut. Und weder die Implantate noch die Behandlungen verursachen mir seelisches bzw. körperliches Unbehagen.

Dir alles Gute und toi,toi,toi wünscht M.P.

Schmerz ist schlimm!!!
Hallo!
Danke für eure Teilnahme! Ich fühl mich schon viel besser, seit ich weiß, dass ich nicht der einzige „Feigling“ bin.

Das Schlimme am Zahnarzt ist IMHO nicht der Schmerz sondern
die Ungewißheit und das Ausgeliefertsein.

Das mag sein. Ich bin normal nicht ängstlich, bzw. ich schaffe es meine Angst zu beherrschen und mir rational zu sagen, dass mir Ärzte nur helfen wollen. Ungewissheit ist ganz wieder aber ich hab wirklich Angst vor Schmerzen.
Ich kann das gar nicht beschreiben wie das ist, wenn jemand mit einer 5cm langen nadelartigen Feile auf die zukommt und sie dir in den Zahn rammt. Das tat so weh, dass meine Unterhose nass wurde. Mir sind die Tränen in die Augen geschossen und ich hab aufgebrüllt. Hatte ich erwähnt dass ich normal nicht sehr zimperlich bin? Also es tat richtig, richtig weh und zwar so, dass ich es bis in den Hinterkopf hoch spüren konnte. Ein stechender ganz intensiver Schmerz, der dann ganze 2 Wochen lang nachklag bis ich wieder einigermaßen auf der rechten Seite kauen konnte. Und diese Plagerei, diese Quälerei machte ich 4 mal mit!
Die letzten beiden Male hatte ich vorher schon Tabletten geschluckt, aber das nutze nicht. Ich hab vorher um eine Spritze gebettelt, aber sie meinte, die brauch ich vorher nicht, erst nachher. Ich hab nochmal nach einer Spritze verlangt und sie meinte nur, dass die eh nicht mehr wirkt, wenns dann echt weh tun anfängt.

Ich kann jetzt echt nicht mehr. Mir wird wirklich schlecht wenn ich an den Zahnarzt denke. Und das nicht wegen dem Ausgeliefert sein an sich, sondern schon tatsächlich wegen der furchtbaren Schmerzen. Ich bin kein Typ der wegen Impfungen umkippt oder so. Ich hatte als Kind am Fuß auch mal eine Wunde die genäht hätte werden sollen und keiner hats gemerkt, weil ich meinte es sei nicht so schlimm…
Also was ich damit sagen will, ist, dass ich wirklich nicht arg empfindlich bin, aber diese Schmerzen mach ich freiwillig nicht mehr mit. Am liebsten wär mir wenn ein Zahnarzt hier posten könnte, „He Mädl, ich hab eine Praxis in deiner Nähe. Komm morgen zu mir“
Wird nicht so einfach sein, gel?
Ich werd also herumfragen ob jemand in meinem Bekanntenkreis einen lieben Zahnarzt kennt, der mir den Morphiumhammer gibt, bevor ich den Mund aufmachen muss.

Nochmal vielen Dank für euer Mitgefühl
Das bedeutet mir echt viel

lg Nina

Hi!

Ich hab vorher um eine
Spritze gebettelt, aber sie meinte, die brauch ich vorher
nicht, erst nachher. Ich hab nochmal nach einer Spritze
verlangt und sie meinte nur, dass die eh nicht mehr wirkt,
wenns dann echt weh tun anfängt.

Arzt wechseln! Sowas ist mir noch nie passiert. Ich kriege immer eine Spritze, sogar beim Plombieren.

Vieles spielt sich außerdem im Kopf ab! „Achtung ich tu Ihnen jetzt gleich weh, weil die Spritze eh nicht wirkt“ erzeugt Riesenschmerzen, aber „Die Spritze wirkt, und wenn Sie trotzdem nur was ganz Kleines spüren, heben Sie die Hand und ich höre auf“ - das tut weniger weh. Auch wenn es dasselbe ist…

der mir den Morphiumhammer gibt,
bevor ich den Mund aufmachen muss.

Nein das brauchst du wirklich nicht. Wenn du ganz „zu“ bist, dann spürst du wirklich nichts. Mir hat man vier Zähne aus dem Kiefer herausgesägt (ohne Scherz), und ich hatte keinen Schmerz. Noch was hat man mir gesagt: Nimmst du Antibiotika? Dann wirkt die Spritze nicht, da das Antibiotikum das Gift bekämpft!

Gruß
datafox

Noch was hat man mir gesagt: Nimmst du Antibiotika?
Dann wirkt die Spritze nicht, da das Antibiotikum das Gift
bekämpft!

Hallo!
Nein, Antibiotika nehme ich keine. Außer ich bin wirklich schwer krank, aber dann wär ich sicher auch nicht zum Zahnarzt gegangen.

Ich such mir als nächstes einen männlichesn Zahnarzt, greif ihm zwischen die Beine und sag: „Wir werden uns doch gegenseitig nicht weh tun, oder?“
Ich denk dann gibt er mir schon was gutes, oder? *smile*

lg infi

Noch was hat man mir gesagt: Nimmst du Antibiotika?
Dann wirkt die Spritze nicht, da das Antibiotikum das Gift
bekämpft!

Willst du damit sagen, dass Lokanästhetika(zB Articain) generell nicht in Kombination mit Antibiotika wirken? Also davon hab ich ehrlich gesagt noch nie gehört und kann auch nur das Gegenteil bestätigen. Vor einer Wurzelbehandlung, welche temporär mit Antibiotika behandelt wurden habe ich eine solche Spritze bekommen und sie hat sehr gut gewirkt, so dass der Schmerz recht schnell eliminiert wurde und ich auch während der Behandlung keine Schmerzen verspürte.

Und falls du morphium mit „Gift“ meintest stimmt es auch irgendwie nicht. Mir ist keine (auch in der RL steht keine WW) abschwächende Wechselwirkung für Opioide außer Opioidantagonisten bekannt.

Also da würd ich echt mal gern wissen, was du gemeint hast.

Willst du damit sagen, dass Lokanästhetika(zB Articain)
generell nicht in Kombination mit Antibiotika wirken?

Nein nur bei manchen ist das so! Also UNBEDINGT dem Arzt sagen, wenn du grade welche nimmst!

Gruß
d.