Servus Melanie,
nicht alles, was im Röntgenbild schwarz und rundlich aussieht, muß eine Zyste sein. Wissen tut man’s letztlich frühestens, wenn man das Skalpell schon aus der Hand gelegt hat.
2 Jahre), hat Dein Körper sich selber schon geäußert - an der einen Wurzel hat er den Knochen abgebaut, um Platz für reaktionsfähiges Bindegewebe zu gewinnen, an der anderen war das nicht nötig. In dem Bindegewebe stecken nämlich die Blutgefäße, die ihm die Abwehr-Logistik ermöglichen, die er an dieser Stelle braucht.
NUR - die Resektion beseitigt ja keine Krankheit, sie beseitigt nur das Symptom! Der Aufwand, der da getrieben wurde (Knochen abbauen, Bindegewebe an seine Stelle setzen), hatte ja einen Grund. Der Grund für eine chronische Entzündung um die Wurzelspietze sind Bakterien. Und die kommen aus dem Wurzelkanal. Es stimmt zwar, daß das sogenannte apikale Delta am Wurzelende besonders viel Bakterien ‚bevorraten‘ kann. Diese ‚Vorratskammer‘ wird mit der Resektion beseitigt, ABER es ist NICHT gesagt, daß nicht weiter ‚oben‘ noch mehr Bakterien sitzen.
Fazit aus dieser Überlegung: Die Resektion kann helfen, dafür ist sie aber verdammt invasiv und risikobehaftet. Sie kann aber auch erfolglos sein - s.o.
Die Revision (alte Wurzelfüllung 'raus, neu ausfeilen und desinfizieren, wieder verschließen) ist weniger invasiv, ist aber wesentlich näher an der Kausaltherapie UND verstellt nicht den Weg für eine spätere Resektion, wenn es denn sein müßte. Also - ein Zahnarzt, der mit endodontischen Maßnahmen gut vertraut ist, der evtl. mit Operationsmikroskop arbeitet, wäre der richtige. Schneiden und Fräsen kann man immer. Eins muß man allerdings wissen: für umeinsunst bekommt man so eine Therapie nicht!
Mit Zögern stelle ich hier eine URL ein, die einem Zahnarzt gehört, der tolle Erfolge für sich beansprucht. Ob das alles so sehr Hand und Fuß hat, wie er behauptet (er hat sowas Narzistisches), ist schwer zu beurteilen, weil er sich im offenen Gegensatz zur gelehrten Zahnheilkunde bewegt. Trotzdem, hier ist sie:
http://www.tarzahn.de/Timbuktu%20Methode/Inhalt%20Ti…
BTW: Um Deine eigentliche Frage, ob man gleich beide Wurzeln resezieren sollte, will ich mich nicht drücken. Wenn der Abstand der unauffälligen Wurzel zum ‚Mandibularkanal‘ so groß ist, daß man eine Verletzung des Gefäß-Nervenbündels im Kanal vernachlässigen kann, würde ich die zweite Wurzel auch resezieren. Der Unterschied in Zeitaufwand und Patientenbelastung ist klein.
Ich will nur unmissverständlich klarstellen, daß ich vor die Resektion immer die Revision stellen würde.
Alles klar?
Kai