Wusste das IM vor dem Attentat in Djerba ?

Hallo Ralf,

Und bevor man es richtig ahnte, stehen deutsche Behörden, die
zwar noch betreiten, im Mittelpunkt des Vorwurfes, den
Anschlag rechtzeitig gekannt zu haben.

Was ist denn genau bekannt? Vielleicht wussten deutsche
Behörden tatsächlich vorher, dass es in ein Anschlag in
Tunesien geben würde. Aber ist zwingend klar (selbst wenn man
der BILD glaubt, ich lese sie nicht), ob die deutschen
Behörden rechtzeitig wussten wo, wann und was genau geschehen
sollten.

Ich kenne nun den genauen Bericht der BILD auch nicht, sondern die Verlautbarungen seriöser Rundfunkanstalten. Das BKA hat sofort bzw. Schily eine Attentat erklärt. Und prompt wurde ja jemand festgenommen, musste aber wieder frei gelassen werden.
Da geschieht nun rein zufällig ein Attentat gegen Deutsche. Rein zufällig weiss man in Berlin sofort was los ist. Rein zufällig weiss man sogar mit wem der Täter telefoniert haben soll. Rein zufällig weiss man sogar, wo der Täter her ist. Rein zufällig weiss man alles, was auf Täter und Tat zeigt. Rein zufällig wird dies erst nach dem Attentat bekannt. Rein zufällig passt dies genau in die derzeitige Diskussion. Rein zufällig, man könnte das Bild noch weiter führen.

Angenommen die deutschen Behörden wussten tatsächlich, dass es
irgendwo in Tunesien und irgendwann in nächster Zeit zu
irgendeinem Anschlag auf deutsche Touristen kommen könnte,
wussten aber nicht, ob dieser Hinweis wirklich ernst zu nehmen
war, wie hätten die deutschen Behörden reagieren sollen?

Sorry, hälst Du unsere Dienste für derart naiv ? Sie wissen nicht, ob sie Hinweise ernst nehmen müssen ? Wenn irgendwo jemand hustet, der Husten hört sich arabisch an, wittert man schon einen Attentäter. Und dann nicht "ernst nehmen ? "

Und zu einem Anschlag auf deutsche Touristen: das halte ich
wirklich für unwahrscheinlich. Dann hätten die Terroristen
genau wissen müssen, wann dort deutsche Touristen standen. Das
hätte eine große zeitliche Koordination bedurft (schliesse ich
nach dem 11.09. nicht aus, halte ich aber für
unwahrscheinlich).

Nun taucht plötzlich von einer weiteren Organisation angeblich ein Bekennerschreiben auf. Ich weiss es nicht, aber mir kommen die Fakten immer mehr dubioser vor.

Ich denke die Synagoge war Symbol genug. Denn es handelt sich
ja nicht um irgendeine Synagoge.

Das älteste jüdische Gotteshaus Afrika ist eine der
Hauptattraktionen der an historischen Sehenswürdigkeiten nicht
gerade reichen Badeinsel…
Die Ghriba-Synagoge gilt in Tunesien als Symbol und
Paradebeispiel der religiösen Toleranz des Landes. Auf Djerba
leben heute noch 800 bis 1000 Juden in den zwei Gemeinden von
Hara Saghira und Hara Kabira. „Nie gab es Zwischenfälle, wir
leben in Frieden und spüren keine Feindseligkeiten“, sagt
Perez Trabelsi, der Vorsteher von La Ghriba, „aber Donnerstag
hätte man glauben können, wir seien in Israel.“ Die jüdische
Gemeinde ist bedrückt, auch wenn sie keine Angst hat. Noch
nicht.

Der Spiegel Nr. 16 S.126f.

Ich glaube nicht an einen Zusammenhang mit Israel. Keine Araber hat Interesse, Deutsche umzubringen. Weshalb eigentlich, wenn man den Täter angeblich kennt, der aus Lyon stammen soll,erfährt man dessen Nationalität nicht. Und wenn neue Hinweise richtig sind, soll der Attentäter das Fahrzeug angeblich von einem Juden gekauft haben. Der aber bestreitet den Verkauf mit der schon etwa smerkwürdigen Begründung, der Verkauf sei nicht gültig, weil das Fahrzeug noch nicht umgeschrieben sei. Man darf gespannt sein, wie diese Frage der Herkunft des Autos geklärt wird. Fragen stellen sich da schon, mehr als man denkt.

Und - wenn ich dem in Berlin nichts glaube - dann auch deshalb, weil uns dieser Mann in Zusammenhang mit dem Verbot der NPD nur einmal angelogen hat und zwar, beginnend von Anfang bis zum Ende. Da sind mir die Innenminister Zimmermann und Kanther gemeinsam noch glaubwürdiger als dieser .

Gruss Günter

Sorry, hälst Du unsere Dienste für derart naiv ? Sie wissen
nicht, ob sie Hinweise ernst nehmen müssen ? Wenn irgendwo
jemand hustet, der Husten hört sich arabisch an, wittert man
schon einen Attentäter. Und dann nicht "ernst nehmen ? "

Sagen wir mal so: ich halte den BND nicht für besser als den CIA. Der hat auch vor dem 11.09. von dem Anschlag gewusst und nicht reagiert, weil er nicht glaubte, dass diese Information ernst zu nehmen ist.

Und zu einem Anschlag auf deutsche Touristen: das halte ich
wirklich für unwahrscheinlich. Dann hätten die Terroristen
genau wissen müssen, wann dort deutsche Touristen standen. Das
hätte eine große zeitliche Koordination bedurft (schliesse ich
nach dem 11.09. nicht aus, halte ich aber für
unwahrscheinlich).

Nun taucht plötzlich von einer weiteren Organisation angeblich
ein Bekennerschreiben auf. Ich weiss es nicht, aber mir kommen
die Fakten immer mehr dubioser vor.

Warum? Finde ich logisch. Der BND hat ein Telefonat abgehört, aber ohne eindeutige Informationen (die waren erst nach dem Anschlag klar). Und dann gab es ein Bekennerschreiben. Was ist daran dubios?

Ich denke die Synagoge war Symbol genug. Denn es handelt sich
ja nicht um irgendeine Synagoge.

Das älteste jüdische Gotteshaus Afrika ist eine der
Hauptattraktionen der an historischen Sehenswürdigkeiten nicht
gerade reichen Badeinsel…
Die Ghriba-Synagoge gilt in Tunesien als Symbol und
Paradebeispiel der religiösen Toleranz des Landes. Auf Djerba
leben heute noch 800 bis 1000 Juden in den zwei Gemeinden von
Hara Saghira und Hara Kabira. „Nie gab es Zwischenfälle, wir
leben in Frieden und spüren keine Feindseligkeiten“, sagt
Perez Trabelsi, der Vorsteher von La Ghriba, „aber Donnerstag
hätte man glauben können, wir seien in Israel.“ Die jüdische
Gemeinde ist bedrückt, auch wenn sie keine Angst hat. Noch
nicht.

Der Spiegel Nr. 16 S.126f.

Ich glaube nicht an einen Zusammenhang mit Israel. Keine
Araber hat Interesse, Deutsche umzubringen.

Daher ja der Anschlag auf die Synagoge. Dass Deutsche da waren, war nur Zufall (dass Touristen da waren, vielleicht nicht).

Weshalb
eigentlich, wenn man den Täter angeblich kennt, der aus Lyon
stammen soll,erfährt man dessen Nationalität nicht.

Es gab schon ein Fernsehinterview mit dem Vater. Da kann die Nationalität des Sohnes wohl kaum noch geheimgehalten werden (wenn sie das je wurde).

Und wenn
neue Hinweise richtig sind, soll der Attentäter das Fahrzeug
angeblich von einem Juden gekauft haben. Der aber bestreitet
den Verkauf mit der schon etwa smerkwürdigen Begründung, der
Verkauf sei nicht gültig, weil das Fahrzeug noch nicht
umgeschrieben sei. Man darf gespannt sein, wie diese Frage der
Herkunft des Autos geklärt wird. Fragen stellen sich da schon,
mehr als man denkt.

Fragen gibt es nach einem solchen Attentat immer mehr als genug. Oder meinst Du, dass in wenigen Tagen alles aufgeklärt wird?

Und - wenn ich dem in Berlin nichts glaube - dann auch
deshalb, weil uns dieser Mann in Zusammenhang mit dem Verbot
der NPD nur einmal angelogen hat und zwar, beginnend von
Anfang bis zum Ende. Da sind mir die Innenminister Zimmermann
und Kanther gemeinsam noch glaubwürdiger als dieser .

Es ist bekannt, dass Du Schily nichts glaubt. Nur ein Argument ist das nicht.

Hi Ralf,

Sorry, hälst Du unsere Dienste für derart naiv ? Sie wissen
nicht, ob sie Hinweise ernst nehmen müssen ? Wenn irgendwo
jemand hustet, der Husten hört sich arabisch an, wittert man
schon einen Attentäter. Und dann nicht "ernst nehmen ? "

Sagen wir mal so: ich halte den BND nicht für besser als den
CIA. Der hat auch vor dem 11.09. von dem Anschlag gewusst und
nicht reagiert, weil er nicht glaubte, dass diese Information
ernst zu nehmen ist.

Das ist das, was ich eben bezweifle. Wenn in DE ein Araber quer über die Strasse läuft oder einen „Furz“ lässt, erzählt ein Minster, dessen Namen ich nur noch erwähne, wenn es sein muss, schon vom Terrorismus.

Und zu einem Anschlag auf deutsche Touristen: das halte ich
wirklich für unwahrscheinlich. Dann hätten die Terroristen
genau wissen müssen, wann dort deutsche Touristen standen. Das
hätte eine große zeitliche Koordination bedurft (schliesse ich
nach dem 11.09. nicht aus, halte ich aber für
unwahrscheinlich).

Nun taucht plötzlich von einer weiteren Organisation angeblich
ein Bekennerschreiben auf. Ich weiss es nicht, aber mir kommen
die Fakten immer mehr dubioser vor.

Warum? Finde ich logisch. Der BND hat ein Telefonat abgehört,
aber ohne eindeutige Informationen (die waren erst nach dem
Anschlag klar). Und dann gab es ein Bekennerschreiben. Was ist
daran dubios?

Der BND hat „nichts ?“ abgehört. Das BKA „bestreitet ?“ auch, dass abgehört wurde. Und trotzdem wissen beide von einem Telefonat ? Aber jener Minister, der schrill schreit, wenn er nicht gleich recht bekommt, weiss gleich, was und wer es war ???
Glaubst Du an den Osterhasen als Weihnachtsgans ?

Ich denke die Synagoge war Symbol genug. Denn es handelt sich
ja nicht um irgendeine Synagoge.

Das älteste jüdische Gotteshaus Afrika ist eine der
Hauptattraktionen der an historischen Sehenswürdigkeiten nicht
gerade reichen Badeinsel…
Die Ghriba-Synagoge gilt in Tunesien als Symbol und
Paradebeispiel der religiösen Toleranz des Landes. Auf Djerba
leben heute noch 800 bis 1000 Juden in den zwei Gemeinden von
Hara Saghira und Hara Kabira. „Nie gab es Zwischenfälle, wir
leben in Frieden und spüren keine Feindseligkeiten“, sagt
Perez Trabelsi, der Vorsteher von La Ghriba, „aber Donnerstag
hätte man glauben können, wir seien in Israel.“ Die jüdische
Gemeinde ist bedrückt, auch wenn sie keine Angst hat. Noch
nicht.

Der Spiegel Nr. 16 S.126f.

Ich glaube nicht an einen Zusammenhang mit Israel. Keine
Araber hat Interesse, Deutsche umzubringen.

Daher ja der Anschlag auf die Synagoge. Dass Deutsche da
waren, war nur Zufall (dass Touristen da waren, vielleicht
nicht).

Glaube ich nicht.

Weshalb
eigentlich, wenn man den Täter angeblich kennt, der aus Lyon
stammen soll,erfährt man dessen Nationalität nicht.

Es gab schon ein Fernsehinterview mit dem Vater. Da kann die
Nationalität des Sohnes wohl kaum noch geheimgehalten werden
(wenn sie das je wurde).

Und wenn
neue Hinweise richtig sind, soll der Attentäter das Fahrzeug
angeblich von einem Juden gekauft haben. Der aber bestreitet
den Verkauf mit der schon etwa smerkwürdigen Begründung, der
Verkauf sei nicht gültig, weil das Fahrzeug noch nicht
umgeschrieben sei. Man darf gespannt sein, wie diese Frage der
Herkunft des Autos geklärt wird. Fragen stellen sich da schon,
mehr als man denkt.

Fragen gibt es nach einem solchen Attentat immer mehr als
genug. Oder meinst Du, dass in wenigen Tagen alles aufgeklärt
wird?

Dieser Vorgang wird nicht aufgeklärt.

Und - wenn ich dem in Berlin nichts glaube - dann auch
deshalb, weil uns dieser Mann in Zusammenhang mit dem Verbot
der NPD nur einmal angelogen hat und zwar, beginnend von
Anfang bis zum Ende. Da sind mir die Innenminister Zimmermann
und Kanther gemeinsam noch glaubwürdiger als dieser .

Es ist bekannt, dass Du Schily nichts glaubt. Nur ein Argument
ist das nicht.

Es gibt Personen, denen kann man aus früheren Umständen keine Achtung entgegen bringen.

Grüsse Günter

was geht in jemandem vor, der den nachfolgenden Satz schreibt?

Wenn in DE ein Araber
quer über die Strasse läuft oder einen „Furz“ lässt, erzählt
ein Minster, dessen Namen ich nur noch erwähne, wenn es sein
muss, schon vom Terrorismus.

*ausdemkopfschüttelnichtmehrrauskomm*
winkel

Dass dieser jemand, darauf hinweisen will, dass es da einen Minister gibt, der seit Monaten alles was arabisch ist - eingestanden zusammen mit einigen aus einer anderen Partei - schon von Natur aus als kriminell betrachtet.

Henryk, ich habe diesen Mann schon früher kritisiert. Aber seit der Geschichte mit der NPD und der Unverfrorenheit, wie mit dem Bundesverfassungsgericht umgegangen wurde, wie versucht wurde, das oberste Organ zu beschädigen, wie er das Parlament angelogen hat, habe ich noch weniger Verständnis.

Gruss Günter

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]