Salut,
Ich hatte jedenfalls schon ein paar Bedenken noch S-Bahn zu
fahren. Immerhin stand auf dem Plakat nix davon, dass das
anders ist, wenn man eine Fahrkarte hat.
Oh ja, stimmt, den Aspekt hab ich gar nicht bedacht, hast ja recht! 
Von mir aus gern. Ich hab ja Ferien.
Jaja, reibs mir mal unter die Nase :o(
Tja, wie heißt es so schön: „Ich tolleriere alles außer der
Intolleranz.“
So in etwa. Nee, aber ehrlich. Denkfaule Mensche find ich auch schlimm. Es ist nicht schlimm, wenn man was nicht weiß, aber es ist furchtbar wenn man zu faul ist um zu denken. Meinen Nachhilfeschüler habe ich, meiner Meinung nach, schon recht weit gebracht. Zwar mit ein wenig Erpressung („Immer wenn du rätst gibst du mir ne Zigarette“, seitdem fragt er immer nach
), aber er versteht jetzt auch wirklich was. Und das macht mich schon ein wenig stolz. Als ich mit ihm angefangen hab konnte er nichtmal Bruchrechnung, jetzt versuch ich ihm bald ne kleine Einführung für die 12. Klasse in Analysis zu geben (P.S.: Was hat man in der Schule unter Algebra verstanden?).
Die Auflage haben wir auf jeder Party. Und wir versuchen uns
auch immer dran zu halten. Wir weisen jeden darauf hin, der
droht abzuschweifen. Dann reden wir eine Weile über Gott und
die Welt oder über Politik oder was weiß ich. Und dann sagt
plötzlich einer sowas wie „die Familie ist die Basis der
Gesellschaft“ und schon sind alle guten Vorsätze hinweg. Dann
gibt es Gruppenbildung und zwei Leute wollen wieder das
neutrale Element sein, dann gibt es Streit…
Ja, so kommt das bei uns auch meistens. Ist aber auch zu blöd, wenn man von den blödesten Sachen nen Verweis zur Mathematik kriegt 
Solide überzeugt zu werden ist ja ganz schön, da weiß man
wenigstens was man hat. Ich kenne da aber ein paar Mathies,
die diskutieren eine Weile mit Dir rum und am Ende bist Du
dann ihrer Meinung, glaubst sogar, dass Du eigentlich schon
immer ihrer Meinung warst und weißt überhaupt nicht mehr, wo
eigentlich das Problem lag.
Ich hab schon daran gedacht heimlich die Anfangsstandpunkte zu
notieren, um am Ende festzustellen, ob sich eigentlich
irgendwas verändert hat, aber bisher konnte ich das noch nicht
umsetzen.
Auch ne Idee. Das Problem bei mir ist bloß immer: Ich weiß, welcher Meinung ich vorher war, aber ich hab keine Ahnung wie er es geschafft hat mich zu überzeugen. Am Ende des Gesprächs hab ich absolut keine Argumente mehr, aber wenn ich wen anders überzeugen möchte, dann hab ich keine Ahnung mehr, wie der das gemacht hat. Das ist wirklich übel…
Ich hab’s mir mal aufgeschrieben und werd wohl mal
baldmöglichst reinsehen.
Hatte vor einem Jahr „das unendliche Denken“ von „Robert und
Ellen Kaplan“ angelesen. Das war zwar fachlich nicht soo enorm
wertvoll, aber von Zeit zu Zeit ist mir immermal der
Unterkiefer runtergeklappt, gerade was die ein oder andere
Aussage über Primzahlen anging.
Ich find, dass es meist die ganz einfachen Sätze oder Schlüsse
sind, die einen echt schocken können.
Hört sich auch interessant an. Ich verschlinge solche Bücher. Hab schon alles von Simon Singh durch, „Der Mann, der die Zahlen liebte“ von Hoffmann (über Paul Erdös), „Die Natur der Unendlichkeit“ von Amir Aczel,… Das waren bisher die interessantesten (und eben besagtes). Obwohl in denen von Simon Singh oft das Gleiche drinsteht.
Hab es sogar geschafft nen Historie-Schein in nem Seminar über Beweisarten zu kriegen in dem ich nen Vortrag über die Beweisversuche zu Fermats letztem Theorem mache. Heimspiel
Hab ich dem Prof aber auch vorgeschlagen. Ist Philosophie-Prof und mein Programmbeauftragter fürn Italien-Austausch und sehr sehr umgänglich 
Ja schon. Ich stelle mir aber vor meinem geistigen Auge immer
den alten Gauß vor, wie er nach einem harten Tag im Büro nach
Hause kommt. Stunden hat er vor Papierstapeln gebrütet und
Variablen durch die Gegend geschubst. Und jetzt ist er endlich
zu Hause. Er macht Feuer im Kamin, brüht sich ne Tasse Kaffee,
rekelt sich in seinen Ohrensessel, legt die Füße hoch. Dann
noch eine Decke über die Füße. Und dann nimmt er sich eine von
den Primzahltabellen, die immer parat liegen. Er schiebt die
Brille etwas zurecht und fängt an ein wenig zu rechnen. Mal
hier eine Summe gebildet, mal dort einen Quotienten. Das macht
er ein paar Stunden und sinkt dabei vollkommen entspannt in
den Schlaf.
Um ehrlich zu sein ist das fast schon das, was ich mir von meinem späteren Leben erhoffe
Ist das irgendwie komisch?
Gauß war schon toll, aber Hilbert war der beste :o)
Ich meine okay, beim Einschlafen knobel ich meist auch noch an
dem ein oder anderen Problem. Aber mich reißt es dann immer
wieder hoch, um noch schnell einen Gedanken zu notieren (den
ich sonst auch nicht vergessen hätte).
So ein ganz klein wenig finde ich diese Art der Entspannung
schon abgefahren. (normal, üblich, aber abgefahren)
Ich kann seltsamerweise so viel besser denken. Sobald ich Zettel und Stift hab, hab ich das Meiste wieder vergessen. Deshalb wollt ich mir eigentlich demnächst auch n Diktiergerät ans Fahrrad montieren (ich komm mir langsam selbst schon komisch vor…)
Ja es ist wie mit den komplexen Zahlen. Man hat sich dran
gewöhnt. Die Formel ist Alltag und so wirklich nützlich ist
sie auch nicht.
Aber krass ist sie schon irgendwie.
Es ist wie die Tatsache, dass egal welche Ableitungsregel
(oder Integriervorschrift) man nutzt, es kommt immer dasselbe
Ergebnis raus.
Das muss natürlich so sein. Sonst würde man die Regeln ja
nicht benutzen. Aber… es ist nicht verblüffend, aber… ja
aber…
es macht schon irgendwie Spaß.
ich weiß schon :o)
Verdammt, ich muss vielmehr lesen und lernen. Viel mehr.
Äh nein. Ich kenne sie leider nicht. Zumindest sagt mir der
Name nix.
Hätts mir auch nicht. Ich glaub, da steht nichtmal wirklich was im Netz drüber. Die hat unser Prof ganz am Ende von Algebra1 mal fallengelassen. Und sie ist noch unbewiesen :o)
Der Gedanke ist auch relativ neu und ungewohnt für mich. Wäre
mir bis vor Kurzem nie in den Sinn gekommen. Hab dann aber ne
Trainerausbildung gemacht und dabei irgendwie erkannt, dass es
auch was für sich hat. Mal schauen.
Aber kann man das als Nebenfach für Mathe? Mir stinkts schon, dass man Philosophie bei uns nicht als Nebenfach nehmen kanns :o(
Ich war nur alle zwei Wochen mal bei einer Vorlesung, weil
sich das mit Mathe überschnitten hat. Was der Prof da erzählt
hat war im Grunde schon anspruchsvoll (wenn auch im Grunde
schon bekannt). Die Übungsaufgaben waren dann aber so leicht,
dass ich jedes Mal geschmunzelt hab und mit der Klausur war es
ähnlich. So hat sich das alte Schulprinzip (ich lerne bei den
Sachen, die ich unbedingt machen muss, weil Test oder Abgabe)
auch im Studium durchgesetzt. Ganz im Gegensatz zu Mathe.
Aber ich muss zugeben, dass ich ein paar echt schöne
Experimente gesehen habe.
Mir war das erste Experiment zu blöd, da bin ich nicht mehr hingegangen… Außerdem soll es wohl echt so sein, dass man nicht hinmuss um die Prüfung zu bestehen. Unterschätzt hab ich es aber schon ein wenig. Hätt gern noch ne Woche länger gehabt. Musste da ja keine Klausuren schreiben. Die Vordiplomsprüfung ist da, wie in Mathe, ja mündlich. Scheine in Mathe brauchen wir ja aber trotzdem. Aber ne 2,0 ist doch super dafür :o)
Ich hab Derive immer gehasst. Um mich rum haben alle immer mit
Derive gearbeitet. Wenn sich der Computer nicht vermeiden
ließ, dann hab ich immer aus Protest auf MathCad
zurückgegriffen (das ist das bei Mathematikern verpönte
Ingenieursprogramm). Gut, dass ich im Abi sowas nicht benutzen
durfte.
Ich wettere heut noch dagegen! Ich werd nie ne Freundin von sowas…
Ein Leben in zwei Sätzen.
Tja, wie es aussieht stimmt es tatsächlich, dass man Mathe
erst einmal studiert haben muss, um zu sehen, ob es was für
einen ist. In der Regel bekommt man in der Schule ja auch
keinen Schimmer davon, wie Mathe wirklich ist.
Absolut! Womit wir wieder beim Bildungssystem wären. Aber lassen wir das bitte, da hör ich wirklich gar nicht mehr auf. N Wahnsinns-Hals krieg ich da!!
Ich brauch nu erstmal Kaffee, hab schon Entzug 
Herzliche Grüße,
Philipp
Beste Grüße zurück!
Christina

