Holla.
Freu mich auf eure Erfahrungen und Tipps
Wenn Du Wheelies richtig lernen willst, solltest Du das erstmal nicht auf so einer Rakete tun. Erstens schmeißt Dich das Ding sonstwohin, was nicht billig ist, zweitens hast Du eh viel zuviel damit zu tun, die Kiste im Griff zu behalten, als dass Du wirklich ein Gefühl für das Teil bekommen könntest. Selbst Grand-Prix-Sieger können sich dabei unsterblich blamieren (Manfred Herweh hat mal einen hocheleganten Rückwärtssalto hingelegt beim Wheelie nach dem Zieleinlauf) …
Die besten Mopeds, um die Balance und vor allem die Steuerung eines männchenmachenden Teils richtig zu erlernen, sind Trialmaschinen. So habe ich das auch gelernt. Eine kleinere Cross- oder Enduromaschine tuts auch. Vielleicht kennst Du jemanden, der eine schon etwas ramponierte Maschine hat, auf der Du erstmal üben kannst? Im Gelände mal hinschmeißen ist nicht ganz so schmerzhaft und kostspielig wie auf der Straße …
Das Üben selbst erfolgt natürlich nicht an der dichtest befahrenen Kreuzung der Stadt im Berufsverkehr, gelle? Am besten wäre ein Cross-Gelände; da geht auch nicht gleich alles, inklusive Tanja, in Matzen, falls mal ein Versuch schiefgeht. Tja … und dann kommt die Praxis. Zunächst heißt es, Vorderrad hoch, ohne dass ein Salto daraus wird. Das geht mit einer Maschine, wie vorstehend beschrieben, auch bei mäßiger Drehzahl und Geschwindigkeit, fast nur mit Armkraft und Gewichtsverlagerung nach hinten. Und das Vorderrad muss auch nicht zum Polarstern ausgerichtet sein, sondern Du kriegst auch schon Balance hin, wenn das Vorderrad nur ein wenig gelupft ist. Und das machst Du erstmal eine ganze Weile. Hilfreich dabei ist Körpergröße oder ein - sorry! - dicker Arsch. Letzterem seine Position bestimmt nämlich fast den ganzen Rest.
Dummerweise kann man das, was folgt, nur zeigen, weil die individuellen Körpermaße eine wesentliche Rolle spielen. Der Irrtum, dem die Meisten aufsitzen, ist nämlich der Gedanke „je mehr Galle, desto Wheelie“. Mitnichten und ohneneffen ist das so; viel entscheidender ist die Gewichtsverlagerung auf das Hinterrad. Nach dem vorigen Grundsatz erledigt das das Moped durch den schieren Bums; mit der Folge, dass das Moped der steuernde Bestandteil des Systems ist. Das ist aber, sagen wir mal, suboptimal - ich habe es eigentlich immer ganz gern, wenn ich bestimme, wo es hingeht, und nicht der Zosse unter mir. Machst Du einen Wheelie nur per Motorleistung, kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo der Hirsch nicht mehr oben bleiben will, und wo Du ihn auch nicht mehr hältst. Das Vorderrad knallt dann relativ unsanft runter, und wenn es nicht 100%ig gerade läuft in dem Moment, ist der Zeitpunkt für Schippe und Besen recht nahe.
Bestimmst Du dagegen per Gewichtsverlagerung den Zeitpunkt, wo es hoch und auch wieder runter geht, sind alle Eventualitäten in Deiner Hand und nicht in der der Physik.
Gesamtempfehlung: Lach Dir einen Schlammrutscher aus der Trial- oder Crossfraktion an, der Dir das Ganze live beibringen kann; oder mach ein Geländetraining bei einer Mopedzeitung mit. Den Wheelie lernst Du da ganz nebenbei. Im Moment sind die Angebote wahrscheinlich etwas dünn gesät, weil die Bruchstrichfahrer alle hinter dem Ofen hocken - aber im Frühjahr gibt es genügend Angebote.
Gruß Eillicht zu Vensre